Hamburgs höchster Aussichtspunkt…

Berlin, 8:26, Tag 250

Edgar fuhr mit einem Lada bei der Formel1 in einem Stadtkurs mit und blieb mit rauchendem Motor in einer Kurve liegen. Wir rannten hin, schauten unter die Haube und holten rechts und links zwei riesige Säcke mit Eiswürfeln raus, die dort zur Kühlung lagen, aber halb angetaut und viel zu schwer waren. Wir warfen sie über den Streckenzaun. Edgar wollte wieder losfahren, der Motor sprang nicht an. Er drückte immer wieder den winziger handgeschnitzten Startknopf, wir schoben ihn an, der Motor sprang endlich an, er fuhr davon und ich wachte auf…

Wenn man mit der Bahn nach Hamburg fährt, dann kann man sich erinnern, wie es war, als es noch kein Internet gab. Kurz nach Spandau hört es auf und man fährt dann knapp 90min durch wunderschöne Landschaften. Es fühlt sich an wie in den 90iger Jahren. Ich bin damals unglaublich viel Bahn gefahren, hatte sogar eine Bahncard 100 und viele Mindmaps und Excels sind so – ohne Internet – in der Deutschen Bahn entstanden.

Ich bemerke, dass ich heute weniger produziere und dann erst verteile, sondern produzieren, recherchieren und kommunizieren mehr und mehr verbunden ist. Ich schreibe jetzt auch online, auch wenn ich nur ab und zu die Internetverbindung auch tatsächlich brauche, um Bilder hoch zu laden oder einen Link zu setzen oder etwas nachzuschauen. Aber an genau diese kurzen Unterbrechungen, diesen Service des ständig verfügbaren Netzes, habe ich mich sehr gewöhnt. Dass es in Deutschland weite Gegenden gibt, in denen ein schnelles mobiles Internet einfach nicht verfügbar ist, habe ich fast vergessen. Gestern auf der Zugfahrt nach Hamburg wurde ich daran erinnert.

Erst wurde ich ungeduldig, bis ich mich dabei ertappte und wieder entspannte. Ich wollte nicht lesen, so meditierte und schlief ich fast die gesamte Hinfahrt. Als ich ankam, spazierte ich die Mönkebergstrasse bis zum Rathaus, in dessen Nähe der Workshop stattfand, der der Grund für meine Tagesreise war. Ich hatte noch eine Dreiviertelstunde Zeit. Kurz vorm Rathaus, ich konnte schon die Bläser des Mittagskonzertes hören, sah ich die offene Tür der Hauptkirche St. Petri und wollte mich eigentlich nur kurz umschauen und die Zeit in Ruhe überbrücken. Das Schild am Eingang sagte: Turmbesteigung bis 16:30 Uhr, Hamburgs höchster Aussichtspunkt 132,6 Meter, 544 Stufen, zu Fuß!

Durch den Kirchenshop, 3 € bezahlt, ging es die ersten Stufen durch eine sehr enge Wendeltreppe in den Turm hinein. Dann im Turm über immer steiler werdene Holztreppen immer höher. An der Etage mit den drei grossen Hauptglocken vorbei, dann die Etage mit der Turmuhr mit ihren vier Zifferblättern und viert kleinen Glocken für die Viertelstunden. Dann wurde es immer enger und es gab noch drei oder vier Etagen mit Bullaugen, vor denen Stühle standen, zum Ausruhen und für den immer tolleren, weil höheren Ausblick.

Ganz oben in der engen Spitze war die Übersicht über Hamburgs Innenstadt grandios!

Beim Aufstieg war mir doch etwas warm geworden und in der Spitze stand leider keines der Fenster offen, so dass es sehr heiss und stickig war und ich es nicht lange aushalten konnte, ohne meine Teilnahmefähigkeit am Workshop gänzlich zu gefährden. Genau so etwas passiert mir, wenn ich mit offenen Augen durch die Welt laufe und einfach meiner Intuition folge – ich liebe es!

Und nach einer Rotary Happy Hour ging – mit einem grossartigen Sonnenuntergang – der Reisetag dann zu Ende. Hier ein unbearbeitetes Bild für Euch, so wie ich es mit dem iPhone gestern Abend auf meinem Dach aufgenommen habe:

…wünsche Euch einen wunderbaren Start in das Wochenende!

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