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Die es uns schwer machen, sind unsere Lehrer…

Berlin, 7:31, Tag 266 (noch 98 Tage)

Heute war ich an einer Grenze, ich sass in meinem schönen Auto, hielt an, zwei Kontrolleure in ihren Häuschen hinter Glas, nebeneinander. Der eine war Meiner, der andere, der Fremde. Der Fremde kontrollierte aufwendig und langsam. Es war eng in ihren Kabinen, daneben ein Schlafsaal, Chaos, Decken, Schlafsäcke, Matratzen, Betten. Mein Pass war doch in Ordnung, ich ging zurück zum Auto, wollte losfahren, doch es brach Chaos draussen aus, die Grenze löste sich auf. Ich sollte wegfahren, konnte nicht, Sperren, Soldaten, Gefahr – Schnitt – ein grosses Schiff fährt durch einen Kanal, der Bug bis fast zur Mitte lose hängend, schwingend, schwebte über’m Wasser. Das Schiff parkte elegant am Kai ein, der Bug ragte weit ins Land hinein. Ich wachte auf…

Die es uns schwer machen, sind unsere Lehrer.

Wenn meine Grenzen überschritten werden, meine Komfortzone verletzt wird, wenn ich mich aufrege, ärgere, wütend werde. Wenn mich jemand enttäuscht, nicht das macht, was ich von ihm erwarte, nicht mit denkt oder sich ungeschickt anstellt…

Wenn das immer wieder passiert, es sich wiederholt, manchmal über Jahre, immer die gleichen Themen, immer die gleichen Muster, Fehler, Schwächen in immer ähnlichen Situationen…

Wenn es unangenehm wird, ich dem Gespräch ausweiche, es vermeide, übergehe, überdecke, dämpfe und beim nächsten Mal dann doch fast explodiere, überreagiere mit schnellen Mails, Kommentaren, Gesprächen oder Anrufen voller Vorwürfe und Beschwerden…

Wenn das, was ist, was war, was hätte sein sollen und noch hätte sein können mir einfach nicht reicht…

Wenn meine Grenzen überschritten werden, wenn es mich konkret betrifft, wenn ich betroffen bin. Dann ruhig zu bleiben, die Energie zu nutzen und entschlossen klar zu machen, was grad mit mir passiert, dabei keine Vorwürfe zu schleudern und ohne diesen Frust zu zeigen. Das zu Lernen, ist mein Weg.

Heute morgen dann ein Aufleuchten von Erkenntnis, von Ausweg: ich kann doch ohne, diese eine Sache, dieses eine Ding. Ich kann weiter, ohne dem vergangenen Nichttun von Nichtigem hinter her zu hängen. Denn ich kann immer ohne! Ohne dass der Andere sich ändert, ohne dass sich etwas verändert. Einfach weil es geht.

Und dann genau im Moment des Erkennens findet mich der Weg. Das beim Anderen Gesuchte taucht plötzlich doch auf. Alles war umsonst und doch notwendig.

Wünsche einen Tag voller Kraft, seine Lehrer zu finden, anzunehmen und auszuhalten…

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