Erbitte Gelassenheit…

Istanbul, 7:27, Tag 258

Ein riesiger Skorpion, er konnte sich zu einer Skulptur, der Fratze eines Domes, aufblasen, griff mich an, nachdem ein Junkie versucht hat, aus meinem Auto mein Telefon und meine Brieftasche zu klauen, ich ihn erwischt, komischerweise die Polizei schon da war, und der Junkie ihr in seiner Verzweiflung erzählt hatte, dass ich ihn zuerst mit einem Messer angegriffen hätte. Die Polizei machte ihren Job sehr gründlich, in einer für mich und meine Situation viel zu, ja gerade zu extrem neutralen Einstellung. Als, ob sie diese dreiste Notlüge wirklich glauben würde. Wir wurden völlig identisch behandelt. Dadurch kam ich zu spät zu einem Termin mit J. und wachte in der Überlegung auf, ob ich ihn anrufen sollte oder nicht…

Heute morgen lag ich lange unruhig wach. Meine Gedanken kreisten um die nächsten beiden Wochen. Wie viel ich zu tun hätte, was ich alles wann vorbereiten muss, wer mir helfen könnte und blieben an vielen kleinen Details hängen.

Ein Beispiel: unsere neuePowerpoint Vorlage gefällt mir nicht mehr, viel zu dunkel, ich will keine weisse Schrift auf dunkelrotem Grund, warum sehe und weiss ich das erst jetzt und nicht, als ich danach gefragt worden bin? Ich habe letzten Donnerstag drei Präsentationen gesehen: zwei noch im alten Layout und einmal die neue. Die neue verlor durch das Layout und sollte doch gewinnen. Ich brauche die Slides am Mittwoch schon. Zu knapp oder ausreichend? Ich könnte jetzt Mail mit Fragen und Bitten schicken, es sollte reichen und doch werde ich unruhig. Der Impuls, es selbst zu machen oder zu lassen ist so stark in mir, zum verrückt werden.

Mittwoch werde ich nichts schaffen, ich bin auf einer Konferenz und abends ist der Termin. Dienstag fliege ich zurück, Reisetage sind schwierige Tage für das Erledigen von Aufgaben. Heute und morgen ist mein Wochenende, das kann ich meinen beiden Mädels doch nicht antun. Ich könnte Minecraft spielen neben ihnen, aber Termine ich kann doch keine vorbereiten, das geht nicht. Da sehe ich schon die Glaubenssätze, die meine Erlösung aus dem Strudel verhindern und werde noch verzweifelter.

Gleich fahren wir ins Sommerhaus. Ein Satz zum Neidisch werden. Wir müssen es erst noch vom Winter befreien, alles säubern und waschen und wieder in Betrieb nehmen. Wir könnten uns helfen lassen, wie im letzten Jahr. Aber wir machen es allein. Ein kleines Projekt entsteht in meinem Kopf: die Einkäufe, das Packen, welche Sachen, was fehlt, was brauchen wir, was wollen wir Grillen heut Nacht, was wollen wir spielen, was will ich lesen. Und schon bin ich gestresst.

Dann setz ich mich hin zur Meditation. Ich atme ruhig, zähle nur und die Gedanken, die kommen, planen und organisieren und lösen und sortieren alles weiter. Immer wieder, erinnere ich mich an das Zählen und kehre zurück zu meinem Atem und immer wieder kommen die Gedanken und wollen helfen. Nach dem Schlussgong doch ein Vorsatz: sei gelassen und reagier nicht auf diesen inneren Teufel, der alles scheinbar besser weiß und es nur laut sagt, wenn es zu spät ist. Halt einfach mal die Klappe, denn nur so wird es ein schöner Tag!

Also, eben bin ich mal kurz weg hier gewesen, hatte schon eine Mail an den armen Designer fertig. Kurz vorm Senden, schaute ich mir die drei Präsentationen noch mal an, nun nach der Meditation, mit dem neuen Vorsatz der Gelassenheit. Und siehe da, viel besser geht es kaum, ich kann nichts an dem Design finden, was ich nicht mag. Und verschwunden ist die Unzufriedenheit, denn sie kam aus anderer Quelle, wohl von tief drinnen und hat sich irgendwas ausserhalb von mir gesucht.

Und weil es doch gestern beim Landeanflug wieder mal viel zu sehen gab, noch drei Zugaben, mit denen ich allen ein wunderschönes Wochenende wünsche!

Samstagspausenpost…

Berlin-Tegel, 9:16, Tag 257

Ob ich heute geträumt habe? Bestimmt, aber ich erinnere mich nicht mehr. Bin sehr spät ins Bett und hab bis 7 geschlafen, seit ganz langer Zeit habe ich mal meine zeitige Morgenroutine einfach zwei Stunden nach hinten geschoben. Nun fliege ich zu meinen Mädels für ein knapp 3 Tage langes Wochenende.

Die Patinfo ist vorbei. Die Teamstaffel ist vorbei. Ich brauch echt mal ne Pause. Hab grad noch ein paar Bilder drüben in Facebook eingestellt. Viel mehr schreib ich heute nicht, nicht mal ein Bild hab ich, einfach mal Pause!

Wünsch Euch einen schönen Start in Eurer Wochenende!

Geschafft! Mein Vortrag gestern auf der #PATINFO12 …

Ilmenau, 8:10, Tag 256

Heute Nacht habe ich einen Flugzeugträger von hinten gesehen. Und ein ganz schickes Flugzeug, fast wie das Virgin Spaceship, flog an mir vorbei. Dann stand ich auf dem Deck des Trägers und sah das Flugzeug wieder. Eine Gruppe Fremder ließ sich in der Fremde abwerfen von Flugzeugen. Sie sprangen aus tiefer Höhe und krabbelten in den Wald davon. Sie jagten mit Pfeil und Bogen nach Wild. Dann bemerkte ich, dass sie es auch lebendig fingen und in Gatter sperrten, und einen gut frequentierten Imbiss eröffneten… ich wachte hungrig auf!

Habe gestern meine Vortrag gehalten. Ich hatte zum Schluss drei Einleitungen und habe auf dem Podium sitzend und meinen Vorrednern zuhörend, die vierte auf einen Zettel geschrieben und dann frei gehalten, nur mit den Stichworten und den Slides. Aber eh ich hier noch viel mehr schreibe, hier zum Nachhören mein Vortrag auf Soundcloud, einem grossartigen sozialen Netz, bzw. Plattform für das Teilen, Liken und Kommentieren von Sounds (erfolgreiches Startup aus Berlin). Und sorry für die schlechte Qualität, ich hab einfach mein iPhone auf meinem Platz mitlaufen lassen.

Ich hoffe, ich bekomme von der TU Ilmenau/dem PATON auch noch eine Variante mit Bild. Beim Nachhören fällt mir natürlich der ganze Blödsinn auf, die vielen kleinen Ungenauigkeiten, Übertreibungen, Untertreibungen, ach egal!

Hier einfach Play drücken. Und drunter sind zum Mitklicken die gestern gehaltenen Slides auf Slideshare, was eine populäre Plattform für das Teilen, Liken und Kommentieren von Präsentationen und Dokumenten ist.

Die Einleitung, die ich wohl nicht halten werde…

Ilmenau, 8:34, Tag 255

Fast vergessen, hier zu posten. Ich bin so in dem Vorbereitungsrausch zu meinem Vortrag gleich auf der PATINFO vor 400 Patent Spezialisten, dass ich vor lauter Energie und Aufregung sicher gleich platze.

Kurz und gut geschlafen, geträumt habe ich auch, nur keine Kraft ihn mir zu merken oder aufzuschreiben, zu präsent ist das Thema meines Auftritts nachher.

Jetzt kommt hier ein Text, der schon länger in meinem Laptop schlummert. Und zwar, die Einleitung zu meinem Vortrag die ich nachher sehr wahrscheinlich nicht halten werde, einfach weil ich mich noch nicht traue, diese Metapher wirklich zu benutzen…

bei meinen vorträgen über soziale netze, cloud computing, crowd sourcing werde ich ab und zu gefragt: wie machst du das nur? das ist doch privatkram, für so etwas habe ich auf arbeit keine zeit. aber am interessantesten fand ich die aussage: ich seh einfach nicht, was ich davon habe. ja, ok in xing muss man ja leider mittlerweile mitglied sein, aber facebook nein, das ist privat und twitter, das habe ich gar nicht verstanden, das ist bestimmt nur etwas für die jungen leute…

also rede ich heute nicht über facebook, twitter und die andere sozialen netze, sondern nur über moderne werkzeuge und technologien, über menschen und gemeinschaften und über schönheit und geschwindigkeit.

die drei themen: tools&technologyspeople&communityusability&design wirken heute zusammen und machen es möglich, dass sich 950 mio menschen täglich in einer software einloggen können und wie fürs privatfernsehen, einfach nichts dafür bezahlen müssen.

überlegen sie mal wie lange sie warten müssen, bis sie in ihrem elsa, sap oder lotus notes oderoderoder angemeldet sind? wie lange sie gebraucht haben, eh sie das wirklich beherrscht haben?

warum denken sie, braucht es keine facebook oder twitter schulungen, warum können das so fast alle menschen einfach so benutzen?

warum tun die menschen dort dann dinge, die sie nie vorher tun konnten, weil sie zu umständlich, zu langsam, zu schwer, zu aufwendig, zu teuer waren?

weil heute tools und technologien verfügbar sind, die schön und schnell sind und so von vielen menschen einfach benutzt werden können.

manchen menschen geht es dabei aber wie beim alkohol. sie wissen, dass es den schon eine weile gibt, sie haben ihn auch mal ausprobiert, aber haben sich gegen die nutzung entschieden. es ist aber nicht so, dass sie nicht wissen, was sie davon haben!

ich persönlich weiss das ganz genau, ich verzichte seit über drei jahren auf den geschmack, auf das gemeinschaftsgefühl, auf den leichten schleier, der sich über meine gedanken legt. ganz bewusst habe ich dafür entschieden, die vorteile, die das angebot, die erfindung und die viele mühe, die die herstellung von alkohol – einem tollen rotwein – kostet, nicht in anspruch zu nehmen.

ich grenze mich damit aus, nehme nicht mehr an dieser gemeinsamen aktivitäteil, ich schaffe aber auch identität durch die nichtnutzung. 59 bier und ein wasser für arne… wurde in der moritzbastei mal gerufen, war das 2009?

ähnlich ist es bei sozialen netzen, es gibt sie, wir wissen davon, fast alle haben sie schon mal probiert und manche von ihnen entscheiden sich nun gegen die nutzung.

aber ohne, dass man es selbst ausprobiert, kann man einfach nicht wirklich erfahren, was man davon hat oder haben könnte.

wie beschreibe ich denn meiner tochter, was alkohol ist… wie erkläre ich ihr das am besten: es schmeckt mir einfach, aber du darfst das noch nicht. na klar, dass sie mit vermutlich 14 sofort auch mal probieren will.

da haben sie es es mit sozialen netzen wie facebook eindeutig besser, die darf man schon ab 13 benutzen, und selbst sie könnten – wenn sie wissen wollen, was sie davon haben, es einfach selbst ausprobieren. versuchen, heraus zu finden was die vor- und nachteile sind.

heute kann ich ihnen nur von meinen erfahrungen beim ausprobieren, beim selbst versuchen berichten. ich kann ihnen versuchen zu erklären, was ich davon habe und wie ich mir mit diesem wissen wünsche, wie es morgen sein soll.

beim alkohol zum beispiel, kenne ich viele, die sich wünschen würden, keinen kater zu haben. so wünschen sich manche zum beispiel, dass bei facebook mitmachen können, ohne dafür ein paar private daten von sich ins internet zu stellen.

es gibt dann die anderen menschen, die sagen, nein das gehört doch dazu, wer feiern kann, kann auch arbeiten, stell dich nicht so an, wegen dem bisschen kater da.

findige forscher machen sich daran, heraus zu finden, ob man die wirkung von alkohol auch ohne dessen nebenwirkungen haben kann.

irgendwie scheint es aber so zu sein, dass viele menschen der patent industrie denken, noch nicht alt genug zu sein für soziale netze. denn, nachdem ich das ein paar jahre ausprobiert habe, ist mir aufgefallen, dass ich dort keine patentinformationen finden kann. und habe versucht heraus zu finden, woran das liegt.

nachdem ich gesehen habe, wie die sozialen netze für präsentationen, bier oder bücher alles machen, wie mächtig crwodsourcing sein kann. wie toll diese technologien sind, die dabei helfen können, dass menschen an etwas gemeinsamen arbeiten können. wieviele daten man verarbeiten kann, in welch kurzer zeit, das alles soll nichts für die patent informationen sein?

die gute nachricht ist, noch gibt es kein patentschutzgesetz, in welchem die nutzung von sozialen netzen für unsere arbeit verboten ist (ausser beim DPMA).

wie ich mir die verbindung von sozialen netzwerken im internet und patentinformationen vorstelle, darum geht es in den folgenden folien.

Wünsche allen einen grossartigen Tag!

Technologiebegeisterung und -kritik in der Patent Information

Berlin, 8:28, Tag 254

Geträumt hab ich auch! Von Verhandlungen, aber beim Augenaufschlag war der morgige Vortrag so präsent und ich sehr schnell schlimm aufgeregt, dass schnell alle weiteren Verbindungen zu meinen Träumen gekappt waren.

Und ich habe viel zu viele Folien!

Bin eben, nachdem ich einen letzten 5km Testlauf für Freitag gelaufen, 20min meditiert und meine Sachen für die nächsten drei Tage ins Auto geschafft habe, meine Folien durchgegangen und will eigentlich mit 6 neuen Folien frei vortragen, ähnlich wie in Lyon… alles andere hat doch keinen Sinn! Alles muss jetzt Neu, im Stress. Panik! Oje, das Timing, das muss ich mir dann auch noch überlegen, oder ich lass es drauf ankommen. Was sind eigentlich die Hauptthesen? Aaahhrg… also jetzt gaaaanz langsam!

Cloud Computing, Soziale Netze und Soziales Design sind Treiber von Innovationen im Internet, die ganz sicher (irgendwann) auch die Patent Informationsbranche verändern werden.

Nun ertappe ich mich oft dabei, dass ich das Neue, die Digitalisierung, die sozialen Netze sehr optimistisch sehe: die komplizierten Herausforderungen der Vergangenheit  in der Patent Industrie sind bald alle überwunden. Alles wird besser und ganz einfach, wie die Qualität wird steigen, die Quantität sinken, die Relevanz sich erhöhen, unterschiedliche Klassifizierungsysteme werden vereinheitlicht, Sprachbarrieren verschwinden, unvollständige, uneinheitliche Rechtstände gehören durch die neue Technologien endlich der Vergangenheit an, schwammige ST36 und andere Standards werden plötzlich überflüssig. Das Ende der Knappheit von IT-Ressourcen und Spezial Know How ist nahe, die Cloud, die Crowd, gutes Design lösen alle Probleme. Alles wird umsonst oder zumindest dramatisch billiger werden. Technologien wie die soziale Netze schaffen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und letztlich Weltfrieden.

Und die Patentämter, Patent Informations Anbieter, also alle Patent Professionals nutzen die Innovationen, die dabei entstehen, heute einfach (noch) nicht für ihre Arbeit. Gaaanz Schlümm!

Ich glaube, sie denken viel zu konservativ und pessimistisch: Das geht schon bald wieder weg, das ist nur ein Hype oder alter Wein in neuen Schläuchen. Soziale Netzwerke sind doch Privatsache, die braucht niemand bei der Arbeit, deshalb haben wir Facebook und Youtube einfach mal geblockt, aus Datenschutzgründen, versteht sich. Das Eine ist doch so wie das Andere, das Neue wie das Alte. Was soll denn daran besser sein? Ich bin mit den Datenbanken, die ich habe, ganz zufrieden. Und ausserdem bin ich bei Xing, dann brauche ich nicht auch noch bei LinkedIn oder Facebook zu sein, und Google+ das ist von Google, die verdienen eh schon Milliarden mit meinen(!) Daten, das unterstütze ich nicht. Und ausserdem ist das nur Unterhaltung oder Spielzeug für Kinder, wie soll man denn damit sein Geld verdienen können. Die paar Leute, die das Neue wollen, sollen erst mal beweisen, dass es beser ist. Und die können es sich ja auch leisten, mal auf die Nase zu fallen. Wer soll das alles noch lesen? Ich habe gar nicht so viel Zeit, mich um all das Neue auch noch zu kümmern, ich sitze schon genug vorm Rechner. Einiges, was sie gesagt haben, ist ja ganz ok. Aber doch noch irgendwie auch mangelhaft und unprofessional. Das Killerfeature der alten Anwendung fehlt ja! Und wie sollen die Anderen da noch mitkommen. Unsere Kunden sind schon heute völlig überfordert mit den Informationen, die sie von uns bekommen. Dazu kommt ja auch noch, dass diese ganze Neue unsere langerprobten (wissenschaftliche, juristsche, technische), und sehr wichtig gewordenen Arbeitsweisen, unsere Werte und Gewohnheiten einfach nur zum Schlechten verändert! Früher war alles noch besser. (Auf zu Manufactum,) Denn es gibt sie ja auch noch, die guten alten Dinge.

Also, was sage ich morgen?

Ich habe keine Ahnung!

PS: Dieser Post wurde inspiriert von der tollen Kathrin Passig, die hier auf der re:publica so grossartig beide Seiten: die der Technologiekritiker und die der Technologiebegeisterten beleuchtet hat.

Vorfreude auf die heißen Themen der PATINFO in Ilmenau…

Berlin, 8:01, Tag 253

Heute Nacht war ich einkaufen mit meiner Liebsten, dann fand ich mich auf einem Motorboot wieder, mit dem wir durch ganz Kanäle gedüst sind (das kenn ich von älteren Träumen schon, hmm). Der Kanal wurde zu einer Strasse über die das Boot voll schnell geschrammt ist, abschüssig zu einem Hotel (kommt auch ab und zu vor;). Das Hotel war sehr voll und eng, viele Menschen kampierten auf den Fluren, Reisegruppen. Plötzlich Aufregung: eine Invasion des Faro Hopper könnte bevor stehen, alle müssen sich mit Schutzcreme einschmieren. Ich sehe nur ein Exepmlar eines grünen Insektes mit grossen Augen und langen Fühlern auf dem Boden sitzen zoome raus und wache auf…

Übermorgen werde ich den nächsten grossen Vortrag dieses Jahres haben, diesmal vor bestimmt 400 Patentinformationsexperten auf der schon seit Ewigkeiten (34. Jahre!) statt findenden PATINFO im schönen Ilmenau mitten im Thüringer Wald.

Ich lese mir grade die Ankündigung durch: es geht um Qualität und Quantität im gewerblichen Rechtschutz und um:

…weitere heiße Themen: open data, crowd sourcing und cloud computing.

Komischerweise sind diese Trends/Buzzwords klein geschrieben, warum nur? 😉

Es gibt genau drei Vorträge im Programm zu den heißen Themen. Die Keynote von Richard Flammer vom EPA über Open Data traditionell im ersten Vortragsblock nach dem DPMA. Dann mein Vortrag über die Sozialisierung von Patenten am Ende des zweiten Blockes. Und den Vortrag von Jan Stütz von bluepatent über seine Ansätze von Crowd Sourcing bei Patentrecherche zum Schluss des ersten Konferenztages. Am Freitag habe ich nichts heißes mehr im Programm entdecken können.

Ich bin so gespannt und aufgeregt und würde so gerne, wie immer eigentlich, meine Folien bis zur letzten Sekunde noch überarbeiten, verbessern, aktualisieren und austauschen und kann es diesmal einfach nicht, einfach weil der Abstrakt und die Slides im Konferenzband schon gedruckt worden! Aaaaargh…

Ausserdem sind die Folien von Lyon über Open Patent Data so viel besser, knackiger! Aber leider hatte ich die im Dezember letzten Jahres, als ich den Vortrag auf der PATINFO beantragt habe, noch nicht fertig. Ich war noch nicht so weit, so klar in meinen Gedanken. Der letzte Termin zur Einreichung war zwar erst Ende April. Das waren zwar zwei Wochen nach Lyon, aber eben auch inmitten von re:publica und einem langen Seminarwochenende, ausserdem schien Mitte Juni damals noch soweit weg, dass ich die im Dezember beantragten und Ende März erstmalig eingereichten Slides einfach nicht komplett umwerfen wollte.

Auch hatte ich in Lyon das erste Mal überhaupt einen radikaleren Ansatz versucht. Ich bin mit viel weniger Folien ausgekommen und habe zB die ganze Einleitung und das ganze Fazit weggelassen und frei gesprochen. Ich werde wohl am Donnerstag auch einige Folien einfach weglassen, überspringen und sogar versuchen, vorher noch das PDF anzupassen, damit nur die Slides drin sind, die ich auch wirklich zeigen muss.

Zum Schluss heute mein erster Tweet von der PATINFO 2009:

Drei Jahre hat’s gedauert, dann wird auch auf dem Podium darüber gesprochen, yeahh!!!

Wollen kann man das nicht…

Berlin, 7:32, Tag 252

Beim Einschlafen geträumt, ab und zu wach gewesen, immer daran erinnert, im Moment des Aufstehen wars vergessen, auch der Morgentraum ist verschwunden, trotz Notizen komm ich nicht mehr ran. Meine Meditation ist sehr verträumt zur Zeit. Sie vergeht sehr schnell, scheint oberflächlich, dahin plätschernd, fast langweilig. Die Dauer scheint egal, ob 20 oder 50min, hat keine Bedeutung mehr. Es fehlt an Einsicht, an irgend einem Sinn, es fehlt am Wissen und vielleicht fehlt es auch nur an Geduld.

Ich arbeite zuviel (oder zuwenig;), aber es kommt mir ja nicht wie Arbeit vor. Es ist eher wie das Spielen der Gitarre für einen Gitarristen, der jeden Tag für seinen grossen Auftritt, seine nächste Aufnahme, die nächste Stufe seines Könnens übt.

Und es macht Spass zu üben, es ist ganz natürlich. Es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Es ist etwas, was man einfach tun muss.

Manche schauen Fussball mit Hingabe. Manche haben Autos und wissen alles über sie. Manche surfen durchs Web und bleiben Stunden um Stunden überall hängen. Manche spielen Spiele und können es nicht lassen. Manche laufen jeden Tag, Tag für Tag. Niemals würden sie auf die Idee kommen, über die viele Arbeit dabei zu klagen. Sie berichten von der Freude, den schönen Momenten, den Erfolgen, von den Siegen oder zumindest den vielen, winzigen Details ihres Lebens.

Und es ist eine Qual zu üben, das gehört dazu. Es fühlt sich an wie wirkliche Arbeit. Es ist etwas, was man einfach tun muss.

Es ist langweilig, immer das gleiche, immer wieder die Wiederholung der Wiederholung, alles schon da gewesen, keine Veränderung, keine Entwicklung, kein Sinn, fast Verzweiflung, Aufgabe und aufgeben liegen nah beieinander. Etwas kann immer immer stören, nicht ausreichen, nicht richtig oder fertig sein.

Ich nehme seit ein paar Jahren jeden Morgen ein Foto auf, kurz nachdem ich wach bin oder das Haus verlassen habe. Zu Beginn an der Kita meiner süssen Tochter/an unserem Bäcker, dann an immer den gleichen Stellen: am Ufer der Rummelsburger Bucht, an einer Ecker der Bergmannstr, aus dem Fenster in Istanbul, auf dem Dach hier in Berlin. Viele hunderte, vielleicht tausende Bilder habe ich so schon gemacht, von immer den gleichen Motiven.

Einfach so, weil ich es tun muss. Es ist nie eine Qual, es passiert immer einfach so. Ich bemerke nicht, wenn ich kein Foto mache. Vielleicht werte ich einfach nicht. Es gibt kein höheres Ziel, keine Aufgabe, es gibt nur das Tun. Und dann, nach vielen hunderten Morgen und noch viel mehr Bildern passiert doch etwas.

Man steht 10min zu spät auf, duscht ganz in Ruhe, zieht sich an und wieder aus, um sich zu wiegen und wieder an und schaut ganz kurz aus dem Fenster und da ist dieser kurze Moment, in dem man entscheidet, dem Impuls zu folgen und aufs Dach zu klettern. Man steigt die Treppen hoch, zieht das Fenster auf und steckt den Kopf raus und sieht…

Und dann macht es plötzlich alles Sinn. Dann fühlt man es. Und andere sehen es auch. Fühlen vielleicht, dass etwas besonderes passiert ist. Wollen kann man das nicht. Nicht wollen kann man das auch nicht. Und man kann es nicht faken, keine Chance. Die unerwartete Belohnung ist im Moment enthalten, mehr geht nicht. Und ich will es teilen, lächelnd…