Zum Inhalt springen

Warum ich jeden Tag hier #tagebuch schreibe…

Berlin, 6:50, Tag 297

Habe heute intensiver geträumt und es trotzdem vergessen lassen.

Bei meiner Meditation eben wollte ich hier gleich darüber schreiben, dass dieser Ort, diese Morgenroutine, irgendwie eine eigene Persönlichkeit bekommen hat. Es bildete sich in den fast 300 Tagen des täglichen Schreibens heraus worüber ich schreibe, was ich weglasse, welche Themen ich hier mit mir bespreche und sortiere. Die liebsten Posts sind für mich sicher die, bei denen der Flow besonders gross war, über die ich nicht viel nachgedacht, die „ich einfach so hingerotzt“ habe.

Ich habe immer noch keine wirkliche Strategie, keine Ziele, keine wirkliche Idee was hier mal werden wird. Manchmal denke ich über ein Buch nach, dann erscheint mir das albern, das hier ist so viel besser. Dann denke ich an Marketing, an mehr Leser, an all die Taktiken und Maßnahmen, an SEO und daran, dass ich viel bei anderen kommentieren muss, dass ich in sozialen Netzen aktiv sein sollte, um Leser zu finden. So ein Schmarrn! Ich fühl mich hier am wohlsten, wenn ich einfach schreibe, es laufen lasse und nicht so viel nachdenke.

Langsam, wenn die 300 näher kommt und damit ja auch das erste ganze, komplette, vollständige Jahr meines Lebens, an dem ich täglich(!) gepostet habe bin ich ein bisschen stolz, ein wenig ängstlich, dankbar, glücklich, froh, zufrieden, was für ein Glück habe ich. Und was für ein Glück, wenn ich die Träume eines Jahres, meine Gedanken und Gefühle eines ganzen Jahres hier aufgezeichnet bekomme.

Was während einer Meditationsreise am 8. Februar 2009 auf Papier begann: das zurückfinden zu einem Tagebuch, geht hier jeden Tag weiter. Zwei Bücher waren so schon im gleichen Jahr vollgeschrieben. Dieses reflektive, morgendliche Ritual des Schreibens, ist mir so vertraut und wichtig geworden. Dazu kam dann in 2010 das tägliche Fotografieren mit Instagram. Und dann wanderte vor fast 300 Tagen die Kladde in den Schrank und das Ritual hier ins Netz in meinen alten angestaubten WordPressblog und ich konnte beides verbinden, das tägliche Foto mit den Gedanken, die morgens beim ersten Tee so in meinem Kopf rum schwirren, was mich beschäftigt, was mich ausmacht.

Und seit dem ist es so sehr anders, so viel schöner geworden!

Diese neue Art Öffentlichkeit, dieses es lesen ja doch ein paar hier mit, diese Interaktionen hier, das zusätzliche Feedback per Mail und persönlich ist ein wichtiger Teil meines Lebens und haben das Schreiben und mein Verhältnis dazu wirklich verändert. Und ich schreibe nicht mehr so viel über Konflikte, die Kladden sind noch voll davon. Ich beschwere und jammere einfach viel weniger und das tut mir sehr sehr gut…

Ich weiss nicht genau, warum ich das hier tue, was ich daran genau liebe. Wenn ich darüber nachdenke, fallen mir tausend Sachen ein, die alle irgendwie stimmen und doch wieder nicht stimmen. Ich weiss nur, dass ich es liebe, mich hier ausdrücken, austoben, ausleben zu können. Ich weiss nur, dass es nun zu mir gehört, dass dieses Ding hier: das ich das bin, dieser Blog hier bin ich: Arne Krüger!

Bisher keine Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s