Gerichtete Aufmerksamkeit: dort wo Du hinschaust, passiert etwas…

Berlin, 7:37, Tag 303

Eine Flugzeugfähre habe ich heute Nacht gesehen. Drei Reihen Autos unter dem Flugzeug auf Gitterrosten und unter den Flügeln auch, jeweils drei Stockwerke hoch. Es sah so echt aus, zog steil hoch, hinterließ Abgasstrahlen, war gerade gestartet. Ich stehe in der Stadt auf einer Autobahn in Richtung Flughafen im Stau. Ein riesiges Hochhaus auf Schienen fährt vorbei an der Hochstrasse, ganz knapp schrammt die Ecke an den Leitplanken entlang, es passt wirklich geradeso. Ich suche jetzt mein Auto im Parkhaus, welches langsam zerbröckelt und in sich zusammenfällt, knapp unter dem Dach sollte es stehen, aber es ist weg und ich springe zurück auf die Hochstrasse und wache auf…

Es gäbe so viel zu schreiben, so viel zu sagen, es passiert wieder jede Menge Gutes und Schräges und Schönes und Komisches. Es passt aber grad alles nicht, nicht zu diesem Morgen, nicht zu diesem Blog, nicht zu dem, was hier schon steht. Und deshalb weiche ich aus, stelle mich nicht, lasse es laufen, tauche nicht tiefer ein, sondern einfach wieder auf.

Na, aber vielleicht doch das hier, ein Fundstück von heute Morgen könnte passen: Lift.do baut an einer iPhone App in San Francisco und lädt zu Beta und Launch ein.

Bei ein paar Überschriften aus ihrem Blogpost: Everything There Is To Know About Lift bin ich hängen geblieben: Many Steps Lead to Big Wins oder The Power of Habits oder eben Tracking = Mindfulness. Gestern im Nachgang von All Hands und anschliessendem Grill&Eat Together war das auch mein Thema.

Ich formulierte frei in zwei Gesprächen gestern, wenn Du etwas verändern willst, musst Du anfangen es zu messen und es irgendwo hinschreiben, wo man es immer sieht. Jede Veränderung beginnt mit Achtsamkeit. Wenn ihr nicht mehr rauchen wollt, fangt an, Euch alles mögliche dieser Gewohnheit bewusst zu machen: wie viel, wie oft, wie teuer. Einfach nur bewusst machen, es irgendwo notieren und mit anderen teilen, es besprechen. Wenn ihr Euch überlastet und gestresst fühlt, dann genau so. Ob es nur eine gefühlte Überlast ist, oder was die wirklichen Gründe für die Überlast zu finden, kann man nur durch Achtsamkeit herausfinden.

Wenn Du mit etwas unzufrieden bist, etwas ändern möchtest, dann lege erst die Parameter fest, an der Du eine Änderung bemerken würdest. Dann fange einfach an zu messen, es aufzuschreiben und sorge dafür, dass es regelmässig Thema ist, dass es auf die Agenda kommt. Arbeit dabei mit allen Tricks, mit Remindern, ToDos, Whitboards, Zetteln, Kladden. Schreib es irgendwo auf. All dies hilft beim Bewußtmachen der Parameter.

Das Aufschreiben auch noch so kleiner Veränderungen führt dann dazu, dass man Abhängigkeiten und Zusammenhänge bemerkt, die man vorher nicht gesehen hat. Erst aus diesem Tun heraus, entsteht neues Wissen und vor allem neue, bisher unmöglich, weil unbewusste Optionen um etwas anders zu machen als gestern. Genau so funktioniert Positive Reinforcement, die positive Verstärkung von gewünschtem Verhalten. Einfache Aufmerksamkeit legt bisher reflexhaftes, automatisiertes, unbewusstes Verhalten offen und ermöglicht auch damit positive Veränderung.

Mit So much different, so much the same… habe ich dieses Bild heute morgen untertitelt. Genau das ist! Für den einen ist der Sonnenaufgang jeden Tag neu und anders und besonders. Für den anderen ist es jeden Tag das gleiche Bild. Alles ist nur eine Frage der Aufmerksamkeit.

 

5 thoughts on “Gerichtete Aufmerksamkeit: dort wo Du hinschaust, passiert etwas…

  1. Seit einiger Zeit verfolge ich deinen Blog, ich mag deinen Schreibstil, deine Art, wie du mit dir und dem Leben umgehst. Wie du die Welt siehst.
    Und ich lerne viel für mich, so auch aus deinem heutigen Post. Veränderungen, ja ich sollte auch einiges für mich aufschreiben, um klarer sehen zu können.
    Danke für den Denkanstoß.
    Dir einen wundervollen Tag in der wundervollsten Stadt, auf deren Besuch in einer Woche ich mich schon unglaublich freue.

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  2. Ich kann mich anusch nur anschließen!
    Leben ‚an sich‘ ist Bewegung, Veränderung, augenblicklich, es macht niemals eine Pause und ebenso niemals irgendeine Ausnahme. Das Leben lebt jenseits jedweder Meinungen, Vorlieben und Interpretationen. Und…
    wir sind Teil und das Ganze 😉
    Ich danke Dir und freue mich auf mehr…
    Detlef

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    1. detlef, auch dir herzlichen dank für deinen kommentar… du hast es auf den ursprung zurückgeführt. ich fand es schön die verbindung zu sehen und dass es in sf startups gibt, die in teilen auch diese art zu denken haben…

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