Noch Berlin, 8:31, Tag 312

Heute kein Traum, den ich hier erzählen möchte. Manchmal geben Notizen beim Aufwachen den Träumen eine Bedeutung, die sie gar nicht haben. Gleich nach dem Wachwerden habe ich meine Sachen gepackt, nachher geht es los und die nächsten beiden Wochen arbeite ich bei der Familie am Strand in Silivri bei Istanbul.

Diese letzte Woche war so voller Aktion und intensivem Leben. Gestern habe ich es besonders gespürt, als mir am Nachmittag die Abreise bewusst wurde. Viele Dinge mit starkem Fokus fertig zu machen, fällt mir dann leichter. Liegt es am Termin, der zu schaffen ist? Liegt es daran, dass etwas anders sein wird? Selbstorganisation und – motivation ist wohl einfach Mysterium, wie so vieles.

Drei Wochen am Stück war ich nun mal in Berlin, so lange wie lange nicht. Etwas in mir sehnt sich wohl danach, wieder mal länger an einem Ort zu bleiben, also noch länger als drei Wochen. Die Verbindung von Dauer des Aufenthaltes an einem Ort und Produktivität möchte ich lösen, ich möchte noch unabhängiger von meinem Aufenthaltsort werden. Liegt es wirklich am Ort, wie produktiv ich bin? Oder liegt es nicht mehr an meiner Wertung des Ortes? Das nächste Mysterium, wie so oft.

Ich geniesse grade den letzten Samstag hier im Blinis mit Gregor und Julia, die Beiden verabschieden sich Ende des Monats. Dreieinhalb Jahre lang bin ich fast jeden Morgen hier, wenn ich hier in Berlin war und da sich die beiden die Frühschicht geteilt haben, war immer einer von beiden hier.

Nun empfinde ich Freude über das Erlebte, die Gespräche, den Kontakt, die Fürsorge, die Vertrautheit, die Aufmerksamkeit füreinander. Und dann kommt die Traurigkeit. Und mit ihr die Neugierde auf das Neue, auf das Andere, auf das Unbekannte.

Aber alles endet irgendwann im Abschied…

29. April 2009: mein erster kleiner Latte mit Herz im Blinis Espresslounge…

 

Es hat sich so vieles verändert in in meinem Leben in diesen letzten drei Jahren. Und ein Teil der Veränderungen fand hier in der Espressolounge auch vor den Augen der beiden statt. Ich verabschiedete mich vom Rotwein am Abend und gewann den Café Latte am Morgen. Ich verabschiedete mich von einer Routine und gewann eine Andere. Eine tiefe Verbindung mit diesem Ort hier und seinen Menschen ist entstanden. Bei allem Reisen, aller Bewegung, ist die Espressolounge eine der Konstanten, die mich stützen und halten. Und nun empfinde ich grosse Dankbarkeit, dass es diesen – durch Gregor und Julia geschaffenen – Ort gibt.

Zum Glück nimmt Abschied ja nichts weg, im Gegenteil, erst der Abschied ermöglicht neue Begegnungen!

Und mit einem Sonnenstrahl verabschiede ich mich in das neue Wochenende…

 

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

2 Comments

  1. […] war Reisetag, und das war dann doch wieder sehr schön! Nach dem ich ‘s aufgeschrieben hatte, war von Abschied nichts mehr zu spüren. Ein ganz entspanntes, stressfreies […]

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