Eigentlich wollte ich doch…

Zurück in Berlin, 7:08, Tag 328

Unspektakulär von einer Drogenparty geträumt, alle Clichés haben sich erfüllt. Die Unterhaltungen kreischend, die Blicke gehetzt abwesend, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Unpassenderweise fand das alles in einer kleinen, hellen Wohnung zwischen Wohnzimmer und Küche statt. Ich beobachtete alles am Türrahmen stehend. Plastetütchen kommen immer näher, bevor mich der Strudel erwischt, wache ich eine halbe Stunde zu spät auf…

Der Traum und das späte Aufstehen hat mich meine Meditation gekostet. Nein, stimmt eigentlich nicht, denn ich hab nach dem Duschen heute morgen ganz kurz Mails, kurz Facebook gecheckt und bei Twitter und den #quotes hängen geblieben.

Und dann ist mir, wie öfter in den letzten Tagen bei Twitter Anil Dash über den Weg gelaufen. Und zum ersten Mal habe ich mir dann die Homepage angeschaut vom Angestellten Nummer 1 bei SixApart, die die Blogging Software Movable Type/TypePad gebaut haben. Und statt zu meditieren, habe ich mir das 20 min Video von Anil Dash über Werkzeuge und Netzwerke angeschaut.

Ich hab versucht zu verstehen, wie er den Blog strukturiert hat, welche Inhalte er selbst produziert, wie sein Selbstmarketing läuft, was er über sich schreibt und wie es zusammen passt. Der Vortrag ist gut und schlecht zu gleich, und genau nur diese Ambivalenz interessierte mich, und liess mich dran bleiben und es aushalten.

Und jetzt, versuche ich darüber zu schreiben und bin mit den Gedanken schon bei meiner Wochenplanung. Und ich bemerke, was ich da eigentlich gemacht habe: ich habe versucht zu lernen und zu verstehen, wie dieser Mensch tickt und versuche herauszufinden, ob und was für mich dabei ist, was ich auch so machen kann, was ich benutzen kann. Dafür habe ich mir ein echtes Beispiel angeschaut, also wie Anil in den letzten 10 Jahren das Web benutzt und was er dazu heute in der Öffentlichkeit schreibt und sagt. Und ich habe kein Buch über etwas gelesen, keinen Kurs für etwas besucht, keine Berater für etwas befragt. Oft will ich direkte Erfahrungen machen, anstatt die Erfahrungen anderer zu lesen.

Und eigentlich wollte ich doch über über Jon Erfahrungen schreiben, dessen Erfahrungen ich nicht unbedingt selbst machen möchte. Dessen Buch darüber habe ich gestern auf dem Flug hierher lesen können.

Er gibt mir auf einer der ersten Seiten schon einen Rat übers Schreiben, der mich sehr bestärkt hat. Erstens darin, weiter zu meditieren und sich dann eine Stunde in ein Café zu setzen, jeden Tag zu arbeiten, zu schreiben, einfach ich zu sein. Und zweitens natürlich, sein Buch weiter zu lesen…

Do we need to have any specific work routines?

I think that café was good. Don’t you agree?

Yes. It was very peaceful there.

Then that will be our routine. Go there every day. Your location is actually not so important, but you must sit alone, and you must set time aside for this. At least 1 hour each day. And begin meditating again. It is easier to get in connection with you then.

[…]

Write from love, not out of irritation. 

-Jon Schau, Jons Bok

Und dann wollte ich doch auch noch über schnelle Zeit schreiben. Und dann habe ich doch auch noch schöne Fotos während des Fluges machen können, dank eines Vaters, der neben seiner Tochter sitzen wollte und mir somit der ersehnte Fensterplatz doch noch zufiel.

Und eigentlich wollte ich doch meditieren…

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