Monat: September 2012

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Ein Hawaiianisches Feuerritual…

Noch Andalusien, 8:22, Tag 362

Heute Nacht habe ich von einem Attentat geträumt. Ich lief an einer Strasse entlang und wusste, dass es passiert. Ich lief schneller und zusammen mit Jugendlichen rannte ich um eine Ecke, da hob mich die Druckwelle auch schon hoch und schleuderte mich sanft etwa zehn Meter weiter. Wir schauten nicht zurück, sondern ich hatte plötzlich Hüpfstelzen unter meinen Füssen, für die ich allerdings zu schwer war, so dass die Federn mich zwar schneller vorwärts bewegten, sich aber beim Aufkommen auch immer wieder voll zusammen drückten, was eine sehr unrunde Bewegung erzeugte. Ich traf ein sehr reiches Söhnchen mit überhaupt keinem Gefühl für Geld mit dem ich einsam Mittag essen musste. Den Schluss meines Traumes bildete ein verstopfter Aussguss, den ich zu reinigen hatte und aus dem ich einen ganzen Einmer Dreck mit den Händen raus holte… als das Wasser wieder lief, wachte ich auf.

Gestern Nacht waren wir als Abschluss unseres Trainings bei einem hawaiianischen Feuerritual zusammen unten am Strand bis Mitternacht. Grossartige Stimmung, Chanting, Kerzen, Medititation und Transformation. Drei unglaublich intensive Stunden voller Ruhe und Riten, die von Urzeiten her zu stammen scheinen…

Die Bilder sind mit meiner OM-D bei Vollmond hinter Wolken bei fast völliger Dunkelheit aufgenommen worden. Krass, oder?

Aber unser Auto für die Musik blieb die Nacht festgefahren am Strand stecken. Eben haben wir es wie die Helden unter der Einsatz der halben Kupplung meines Mietwagens (sorry!) wieder rausgezogen… yeah!!!

Die Unwetter hier sind hier nun vorbei, die Sonne knallt schon wieder richtig rein und ich werd gleich nach Istanbul zu meiner Familie fliegen, zwei Wochen ist wirklich die Grenze, länger mag ich es nicht aushalten…

Nun wünsche ich Euch aber kurz vor der Abreise einen ruhigen Sonntag und Gerald in Berlin einen tollen Marathon…

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Ein Tag Trainer Training…

Andalusien, 8:00, Tag 361

Mir ist von heute Nacht nur noch eine Szene in Erinnerung geblieben: ein Wettessen, immer abwechselnd Pellkartoffeln und Schnittlauchquark.

Gestern Morgen gabs hier ein Gewitter, das das Hotel fast von der Klippe gefegt hätte. Alles war überschwemmt – fast Ausnahmezustand, wir haben mehrere Eimer Wasser aus unserem Meetingraum gewischt und geschöpft.

Dann wurden wir von einem weiteren Trainer, Frank, voll geballert mit vielen Konzepten und Ideen, ziemlich viel Input wieder, der der Verarbeitung harrt. Der Start waren Strategien für „out of knowledge“ OOK Situationen, als eine Übung für Fragen aus dem Publikum. Dann haben wir selbst 30 Sekunden Präsentationen der ganzen Abkürzungen und Konzepte, wie A.I.D.A, Maslow, GFK, Johari-Fenster, Balance Scorecard, S.M.A.R.T.E, T.O.T.E, Harvard Modell, Pechta Kucha, HDI, MBTI, etc. usw. erstellen und gleich halten dürfen, zum Glück gibt es heute Wikipedia.

Später hatte ich noch einmal Gelegenheit, in 10 Minuten einen -Start Loop genannten- Einstieg in meinen Vortrag präsentieren zu können, was mich wieder extrem weiter gebracht hat. Mit dem Tip, in meiner Weg-Von-Provokation über den digitalen Wandel, durch den Vermittler (also auch Wissensvermittler) in ihrer bisherigen Form abgeschafft und überflüssig werden, eine kleine Lücke zu lassen, mit einfachen Einschüben: wie einige oder zum Teil, fühlt sich niemand im Publikum ohne Ausweg in die Ecke gedrängtAlso besser: Der digitale Wandel wird einige Vermittler zum Teil abschaffen. 😉

Toll, genau für diese Übungen, die mir es möglich machen, live in echt und Farbe wirkliche Erfahrungen zu machen, bin ich hier. Das wirkt wie ein Turbo, statt ewig sein Publikum zu quälen und irgend wann -nach andauender Kritik oder gar Misserfolg- selber drauf zu kommen, hab ich hier die Möglichkeit zusammen mit anderen unter Laborbedingungen sehr schnell zu lernen. Es geht bei mir immer um das Erarbeiten neuer Optionen, um mehr Möglichkeiten, um mehr Spielraum in meinem Leben. Die Wahl zu haben, bedeutet für mich Freiheit.

Es gab auch einen Ausflug zum Thema Status Spiele, ebenfalls hoch interessant. Wir sind hier jetzt eine Woche zusammen in einem Hotel mit zehn anderen angehenden Trainern und es gibt die üblichen gruppendynamischen Konflikte um Kleinigkeiten, meist persönliche Befindlichkeiten. Sich dann mal klar zu machen, wie Macht, Rang, Rolle und Status zusammen spielen, das kann helfen, wenn komische Dinge passieren oder man sich wundert, warum man sich plötzlich in einer Gruppe oder bei bestimmten Personen unwohl oder besonders wohl fühlt.

Abends dann konnte ich sogar noch dank C. an meiner persönlichen Krisen oder Guru Story feilen. Die Ami’s machen das ja extrem, aber es ist auch in Deutschland in einigen Kreisen schon angekommen. Die persönliche Biographie wird genutzt, um gemeisterte Krisen zu finden, heraus zu heben, zu überhöhen und dann einen Ausweg auch für das Publikum zu zeigen und mit einem Ihr könnt das auch (von mir!;) lernen, Interesse zu erzeugen. Ich fühle mich gerade, als ob ich hier einen Zaubertrick verrate. Diese Sichtweise auf die Krisen anderer Menschen wirkt etwas zynisch auf mich, aber der Effekt ist unbestritten, mich zieht ja so etwas ebenfalls extrem an.

Nun gut! Der Sonnenuntergang nach dem Gewitter war wieder mal grandios, deshalb gibt es auch drei Bilder.

Mit einem kleinen Mordor über der Sierra…

Und einem Farbenrausch zum Schluss.

Heute morgen regnete es auch schon wieder, was aber ebenfalls nur zu einem schöneren Sonnenaufgang führte.

Wünsche allen einen tollen Start in das Wochenende!

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Eukalyptus, Mandeln und Granatäpfel und Techfutter…

Andalusien, 8:12, Tag 360

Heute, oje, von einer unfreiwilligen WG geträumt, mindestens drei meiner Freunde sind aus Notlagen heraus mit in meine Wohnung eingezogen, die fast völlig leer stand. Immer nur für diese eine Nacht, und das hat sich dann jeden Abend wiederholt. Erst war es ganz toll, dann wurde es schräg. Ich wusste morgen immer nicht, wie viele von meinen Freunden über Nacht noch eingetroffen waren. Einmal kam A. ohne zu klopfen in mein Zimmer, ich telefonierte und er machte Hölle Krach, als ich was sagte, wurde er sauer und wollte sich verabschieden, die anderen fanden mich auch plötzlich doof deswegen und als ich am nächsten Morgen aufwachte, war ich seit langer Zeit mal wieder allein mit der Wohnung im Chaos. Als ich am Nachmittag wieder von der Arbeit zurück kam, war die Treppe zu meiner Wohnung verschwunden und ich musste rein klettern, mir schauten andere dabei zu und halfen mir. Im Eingangsbereich war ein Tisch aufgebaut, wir bereiteten das Abendessen vor, und es kamen wieder alle. Es kamen Leute von der Strasse dazu, eine Frau flirtete mit mir und als ich nicht darauf einging und sie nicht in die Wohnung einlud, veranstaltete sie einen Riesenskandal, ich wachte auf vom Wecker…

Eben habe ich den CalDAV Sync zwischen iPhone/iPad und GMail eingerichtet. Endlich, eeeeeeendlich synchronisieren sich damit die Google Kontakte anständig inclusive aller Mailadressen, Adressen und Labels auf mein iPhone. Ich habe schon nicht mehr daran geglaubt, dass noch Menschen an diesem Thema arbeiten. Ich ahne und weiss eigentlich, es ist krasskomplex, ein anständiges Protokoll für den Austausch von Adressdaten zu entwerfen und zu implementieren ohne eine Datenbank verwenden zu dürfen. Aber es scheint geschehen zu sein! Also, ich kann jedem der Google Mails mit den Kontakten dort benutzt und ein iOS Gerät hat, die Syncronisierung wie zB hier bei Techcrunch beschrieben, einzurichten. Den Skeptikern seien die Kommentare dort empfohlen, alle Eure Fragen sind dort schon gestellt und von der Community beantwortet worden…

Gestern war eine freier Tag und nach einem verbloggten, verreflektiertem, vermailtem Vormittag bin ich mit einem Mietwagen in die Sierra Nevada aufgebrochen, eigentlich wollte ich nach Granada in die Allhambra, bin dann aber doch der Intuition gefolgt und von der Autobahn runter in die Täler rechts und links davon gefahren und hab mich treiben lassen und zum ersten Mal in meinem Leben frischen Eukalyptus gerochen und Mandeln und Granatäpfel direkt vom Baum gegessen …

So, jetzt aber noch etwas mehr Tech Futter für heute:

Twitter möchte vielleicht zeigen, wieviele Menschen einen Tweet gesehen haben, das wäre die ‚dream‘ metric… ich rede übrigens seit einem Jahr von meiner ‚dream‘ metric: wie viele Menschen ein Patentdokument gesehen haben.

Eric Schmidt redet hier kurz über den Missbrauch des Patentsystems in der Mobiltelefonwelt

Das Internet of Things wird oder ist schon ein Riesentrend und wieder mal auf Kickstarter, mein iPhone, mein Fitbit und bald noch mehr Dinge, werden „intelligent“ und sich mit dem Internet und Smart Apps verbinden können.

Und ein letztes zum Schluss, endlich ist Camera+ fürs iPad erschienen, meine Lieblings App auf dem iPhone, mit der ich fast alle meine Bilder schiesse und nachbearbeite. Und mit einem wolkigen Sonnenaufgang…

verabschiede ich mich lächelnd von Euch in den Freitag!

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Verbrennen ist auch keine Lösung…

Andalusien, 7:41, Tag 359

Heute Nacht habe ich mind zwei Träume geträumt, sie aber sofort beim Aufwachen vergessen.

Bin müde. Gestern haben wir bis um elf intensiv gearbeitet. Gleichzeitig bin ich nicht müde, voller Kraft und Energie und Gedanken. Ich möchte festhalten, was ich erlebt habe. Irgendwie einfrieren, zurück spulen, immer wieder darauf zugreifen können.

Habe meinen Vortrag, den ich so ähnlich auch auf der EPO Patent Informations Konferenz halten werde, tagsüber nebenbei vorbereitet. Eine Stunde zusammen mit C. dann das finale Konzept entwickelt, also alles weg geworfen, was in dreißig Minuten nicht zu schaffen ist. Dann am Abend, gegen halb Acht erst, wenige Minuten nach diesem Sonnenuntergang, war ich dann dran.

Normalerweise ja gar nicht meine Zeit, vor allem da ich seit Fünf wach war, aber hier kann ich und will ich ja üben, was passiert, wenn ich Dinge anders mache. Ich glaube, die neue Gliederung ist ganz gut, das Konzept könnte funktionieren, die Diskussion danach war intensiv, die Aktivierung schien erreicht. Den Titel und die Zusammenfassung, die wir uns im Juni ausgedacht haben, ist nun mit Leben gefüllt, mit extrem viel Leben gefüllt. Das gibt ein gutes Gefühl, das beruhigt mich erst mal und gibt mir Selbstvertrauen und noch mehr Kraft.

Vorher hatten wir ein paar super interessant (psychologische) Übungen veranstaltet, bei denen ich mich unter anderem mit negativen, behindernden Überzeugungen beschäftigt habe. Also zum Beispiel mit meinen ständigen Selbstzweifeln, mit meiner Befürchtung, nicht gut genug zu sein, mit meiner Suche nach Aufmerksamkeit und Anerkennung, als Vorbedingung für mein Glücklich sein, mit meinen Ängsten, mein Leben, meine Firma zu verlieren. Die wollten wir auf einen Zettel schreiben und abends eigentlich am Strand in einem Feuerritual verbrennen.

Es hatte etwas geregnet, so dass wir das Ritual erst mal verschoben haben.

Und ich erinnere mich gerade wieder an den Zenkoch (-coach), der nicht an ein Auflösen solcher Behinderungen (=Gefühle/Gedanken) durch Feuerrituale glaubt, sondern daran, diese Überzeugungen (=Gefühle/Gedanken) als Zutaten zu betrachten, sie genau an zu schauen, sie als Teile von sich zu begreifen, die zu uns gehören, die wir auch sind und die Energie beinhalten, die Aufmerksamkeit verdienen und die uns zu dem machen, was wir sind.

So dass wir also eher die Überzeugung los lassen, dass Überzeugungen negativ oder positiv sind. Wir betrachten sie einfach als vorhanden, als existent und so wie sie eben sind. Und wir verstehen, dass wir sie auf konstruktive und destruktive Weise nutzen können.

Our faults can be seen as great resources. This means knowing how they function, without further confusing ourselves by making judgments. This is a hard habit to break, but well worth the effort. Our faults contain a tremendous amount of energy. That energy can be used in a destructive or constructive way.

Die negativen Überzeugungen werden im Feuer ja auch nicht verschwinden, sie werden transformiert in Licht, in Wärme und in Asche. So wie auch die Zutaten eines Gerichtes erst durch das Kochen erst gar und damit schmackhaft werden.

Ja, so könnte es funktionieren. Nun bin ich richtig dankbar, dass das Ritual verschoben worden ist. Gestern Abend hätte ich einen Teil von mir verbrannt, abgestossen, ausgestossen. Das wäre keine Lösung!

Heute ist ein freier Tag, morgen geht es bis zum Sonntag dann in den Schlusspurt, ich kriege Hunger und verabschiede mich von Euch mit einem Lächeln…

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Hypersensibel und Unterzuckert…

Andalusien, 8:50, Tag 358

Heute Nacht habe ich vom Vater eines der Verwandten der schönsten Frau geträumt, den ich noch nie getroffen habe, den Vater – meine ich. Er sah aus wie ein englischer Landlord, oder nein – eher wie Hercule Poirot – ja, das kommt hin. S. hat in London gelebt und seine Wurzeln sind in Pakistan, das könnte der Grund sein. Der Vater wurde also in vollem Dress zur Armenierfrage interviewt, dem PhD Thema der tollsten Frau. Krasses Ding! Ich bin trotz sehr spätem Einschlafens schon um 5 wach…

Da ich so zeitig wach und fit war und ich gestern in ein Zimmer mit Blick auf den Sonnenaufgang und das Meer umziehen durfte, wollte ich in genau den Sonnenaufgang meditieren, siebzig Minuten lang einfach so, länger habe ich noch nie in einer Session meditiert und werde ich bestimmt auch nicht. Zwischen einer halben und einer Stunde ist im Alltag schon mehr als ausreichend.

Ich befinde mich hier aber auf einer Art Retreat, ein Seminar, ein Training. Ich lerne Methoden, Konzepte und Strategien, wie man anderen Menschen etwas lehrt, etwas vorführt, ihnen ermöglicht etwas zu lernen. Dieses Training bringt mich aus meiner Komfortzone, soll es jedenfalls. In meiner Komfortzone lerne ich nicht oder nur sehr langsam… das ist ein meiner Überzeungen, eine meiner hilfreichen Überzeungen.

Bevor ich aber nach dieser reichlichen Stunde sitzend, den Sonnenaufgang ein- und wieder ausatmend, dabei den aufziehenden Wolken zu schauend und den sanften Sprühregen geniessend, den ich ab und zu auf meinem Gesicht und meinen Händen fühle. Zwei Mücken habe mir in die Hand gestochen, das war die vielleicht größte Herausforderung heute morgen, neben dem Wunsch unbedingt Fotos zu machen…

So sah das eben hier aus…

Dann wollte ich doch unbedingt wieder laufen heute morgen und hab es auch einfach gemacht und mich überwunden und eine Runde dran gehangen… ein herrliches Gefühl, jetzt wieder so langsam abzukühlen. Bin nun extrem hypersensibel (durch die Meditation) und extrem unterzuckert (durchs Laufen). Gleich gibt es Frühstück, mir läuft das Wasser schon im Mund zusammen…

Aso, heute nachmittag werde ich wohl schon meine Schlusspräsentation halten dürfen hier. Nach der gestrigen Runde als Co-Trainer, die übrigens extrem viel Spass gemacht hat, wollte ich den Schwung nutzen. Mein verringertes Schlafbedürfnis zeigt mir, dass die Aktivierung hier funktioniert, dass etwas entsteht, dass sich etwas schnell und sichtbar für mich verändert…

Und dann schickt mir mein Freund Asmund nach einem Abend mit Jon auch noch das hierher, aus einem Newsletter von Neal Donald Walsh. Arrrg, wie treffend und passend, das muss ich unbedingt hier teilen 😉

On this day of your life, Arne, I believe God wants you to know…

…that life has nothing to do with what you are doing,
and everything to do with what you are being.

Be careful not to get caught in the „doingness“ of your
life. That is not what you are here for. You are a sacred
soul, and you came here to the earth to Be something.
And not just one thing, but many things.

The wonderful thing is, you get to choose what that is.
And you get to do that right now. Always Right Now.

So what do you choose to Be right now? Happy?
Content? Safe? Peace? Forgiving? Compassionate?
Love? Go ahead, choose. As many as you wish!

Übrigens organisiert Asmund gerade ein Retreat in Marocco im November. Es geht ihm und mir genau um das Anstossen solcher Prozesse in uns selbst und anderen… schaut doch in seinem grossartigen Blog auf der rechten Seite, es gibt sogar noch die Möglichkeit mit zu fahren.

So, jetzt ist es halb 10! Ich wünsche Euch mit diesem Sonnenstrahl…

einen ganz grossartigen Tag des Seins!

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Die Sonne geht unter, die Sonne geht auf…

Andalusien, 7:30, Tag 357

Heute Nacht habe ich von einstürzenden Neubauten geträumt, irgendeine Installation musste getauscht werden, es war die Waschmaschine, die neue kam an, die alte musste raus aus Ruinen, ich versuchte zu basteln, die Decke hing unten, überall Dreck und herabhängender Stahlbeton, mein Vater war mit dabei, plötzlich ein Rutsch und er wurde komplett mit ganz lockerer Erde überschüttet, eine Hand streckte er geistesgegenwärtig nach oben, die ergriff ich und konnte ihn problemlos herausziehen. Es war zu keiner Sekunde gefährlich, wir mussten das einfach so machen. Ich wurde vom Wecker geweckt und war noch sehr müde, trotz der gut 7h Schlaf…

Der erste wirkliche Tag des Trainings ist nun vorbei, ein sehr langer Tag mit -wie immer bei Johann- extrem viel Input. Ich war früh schon laufen mit Simon, zwei Runden ums Hotel, nur knapp 5km und langsam, aber für einen Restart fast genau drei Monaten Laufpause ging es sehr gut. Abends gab es einen spektakulären Sonnenuntergang, den ich in der Steilküste unter dem Hotel in allen Phasen geniessen konnte.

Eben bin ich an Meer runter gelaufen, es sind 60 Höhenmeter entweder eine lange Strasse entlang, die sich in Serpentinen nach unten schlängelt oder die kurze verfallene Treppe. 30 Treppenabsätze, 3.000 Schritte 2,5km sagt wie immer etwas großzügig mein Fitbit dazu. Es war noch stockdunkel als ich unten ankam. 30 Minuten Sitzmeditation direkt am Strand, auf Steinen, waren wunderschön. Aufregend wegen der Brandung und doch ruhig, verbunden mit dem Ort, auf harten Steinen und doch konzentriert, kühl im Wind und schon voller Vorfreude auf die Erwärmung durch den Aufstieg. Die Sterne sind dabei langsam verblasst, und je blasser sie wurden, um so klarer traten die Konturen um mich herum hervor. Und jetzt, zurück im Hotel leuchtet die noch unsichtbare Sonne schon am Horizont…

Heute bin ich Co-Trainer und gleich ist unser Scrum Review… also sag ich mal einfach jetzt besser Ciao!

Andalusier, Rancho la Paz
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Ein Sonntag voller Arbeit mit den schönsten Pferden der Welt…

Andalusien, 7:14, Tag 356

Viele Eindrücke am Tag verändern meine Träume in der Nacht. Kurze Sequenzen sind in meiner Erinnerung geblieben, Jugendliche, deren Sprache ich nicht spreche, drängeln sich am Geldautomaten vor mich, immer wenn ich gerade dran bin, kommt wieder einer dazu. Ich suche nach Autorität, Polizisten kommen aber verstehen nicht, die Jungs lächeln mich und sie an und bleiben einfach vor mir stehen. Wir suchen versteckte Ostereier, Süssigkeiten, Spielzeug, es ist alles extrem aufwendig, unfindbar versteckt, Aleyna wird sich später sicher freuen, von Fundstück zu Fundstück laufen zu können. Ich wache müde in einem kalten, fremden Hotelzimmer auf, ich höre den Nachbarn leise schnarchen…

Bleibe ich in meinem Zimmer sitzen? Das Frühstück gibt es erst in 40 Minuten, das Hotel ist voller alter Engländer. Draussen weht ein starker Wind und es gibt nur hier in meinem Zimmer Internet. Gleich geht die Sonne auf, das will ich sehen.

Reisen zwingt mich meine Routinen zu verlassen und genau das ist eines der größten Geschenke, die einem die Möglichkeit zu Reisen gibt. Es macht mir klar, wie sehr ich ein Gewohnheitstier bin, wie sehr ich mich an meine Umgebung zu Hause, an all die Abläufe schon gewöhnt habe, wie vieles ich ausblende und nicht mehr wahrnehme in meinem Alltag.

Bin hier in einem neuen Hotel, mit meiner Trainingsgruppe und fühle mich doch allein. Will am liebsten zurück zur Ranch von gestern, die kenne ich ja nun schon. Will arbeiten, den Hof fegen, die Pferde putzen, beim Frühstück helfen, alles so wie gestern. Ich fühle, wie die vielen neuen Eindrücke unverarbeitet bleiben. Ich fühle, wie ich mich nach Ruhe und Zeit und Stille sehne, um zu sortieren, um mich wieder zu spüren und nicht immer nur im Aussen sein zu müssen.

Dann sortiere ich doch noch ein wenig den gestrigen Tag auf der Rancho La Paz! Ein Tag voller Action… wir sind von unserer Trainerin in die grosse Koppel geführt worden, in dem knapp 100 Pferde frei herum liefen. Jeder hat sich sein Pferd ausgesucht oder das Pferd hat sich einen ausgesucht. Dann waren wir eine Viertelstunde alleine im Kreis mit dem Pferd, ohne Longe, ohne Halfter, nur eine Peitsche. Ich hab alles gefilmt und hatte dadurch gut zu tun und einen etwas schrägen Blick auf das Ganze. Die Filme konnte ich leider noch nicht irgend wohin hoch laden oder kleiner rechnen.

Mein Pferd sollte Diablo sein, ein furchteinflössender Name, aber eigentlich ein älterer Herr mit viel Erfahrung. Als ich mir eben das Video schnell durchgeschaut habe, sehe ich die vielen kleinen Ungenauigkeiten, die Unsicherheiten bei mir, die sich sofort spiegeln in ihm.

Aber hier isser: mein Diablo, mit dem ich arbeiten durfte und den ich danach auch noch schick fürs Foto geduscht habe…

Und einfach noch mehr schöne Bilder von dem gestrigen herrlichen Arbeitstag auf der Ranch von Paul und Nicole.

Und hier der Schönste der Ranch, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt hab.

Grossartige Tiere, grossartiger Tag! Und es geht noch weiter…

Mit diesem Sonnenaufgang vorhin kurz vor Acht von der Klippe des Hotels aus gesehen, verabschiede ich mich von Euch in die neue Woche!