Vorstellungen loslassen…

Berlin, 8:50, Tag 334

Heute Nacht hatte ich einen wunderbaren Traum von dem mir mit grosser Anstrengung während des Duschens nur noch eine einzige winzige nicht representative Szene in Erinnerung geblieben ist. Eine Verkehrsinsel, meine Familie mitten drin, eingeschlossen von Strassen ohne Verkehr, mein Mädels sind neben, mein Vater ist hinter mir, wir bereiten uns auf die Überquerung der Strasse vor, sind alle angespannt und wechseln ab und zu die Positionen, unsere Haltung, aber unsere Grundanordnung bleibt erhalten. Ich bin von allein, ruhig und noch leicht müde nach acht genüsslichen Stunden Schlaf aufgewacht…

Gestern nach meiner intensiven Innenschau am Morgen, habe ich noch ein Training für Grundlagen der Kommunikation besucht. Obwohl ich parallel mit meinem Trainer Training doch schon am anderen Ende der Ausbildung stehe. Dieses zurück zu den Anfängen, zum allerersten Kurs, zurück zum Nicht-Wissen ist eine sehr interessante Erfahrung.

Ich fühlte mich dort wirklich über weite Strecken wieder unwissend und spürte eine leichte Ungeduld, die Aha-Erlebnisse vor vielen Jahren wieder zu erleben, es gab nur ab und zu ein ganz schwaches Wiedererkennen, als ob ich alles vergessen habe.

Na klar, die Bedingungen sind andere als damals. Meine Situation ist eine völlig andere, als ich vor – ich glaub – vier Jahren das erste mal solche Trainings zu besuchen begann. Ab und zu juckt es mich schon und ich möchte dem Trainer helfen, beispringen, vor allem dann, wenn Demonstrationen scheinbar schief gehen. Auch bemerke ich -überkritisch- den ein oder andere handwerkliche Fehler.

Ich möchte am liebsten vorne stehen, und den Kurs selbst geben oder aber abhauen, ins Büro fahren, um die vielen doch so viel wichtigeren Dinge zu erledigen, statt mich hier wieder zeitverschwenderisch mit den Grundlagen zu beschäftigen.

Und genau dies ist wohl meine Aufgabe. Genau dies ist in dieser Situation die Herausforderung, die das Leben an mich stellt. Ich soll und möchte lernen, mit meiner Ungeduld besser umgehen zu können, diesen dahinter steckenden Macht- und Kontrollanspruch leichter zu erkennen und los zu lassen.

Dazu übe ich, meine Vorstellungen los zu lassen, dass die anderen Teilnehmer Anfänger sind und ich nur, weil ich das schon mal gemacht habe, mehr weiss, irgend einen Vorsprung habe. Es ist schon grandios, wie das gestern wieder geklappt hat: ein paar Übungen, ein bisschen Konfusion in der Gruppe und die Dynamik der Situationen lässt mich schwitzen und stottern und verzweifelt, die damals gelernten Konzepte suchen und einfach nicht finden. Baam!

Bevor es aber losgeht, gebe ich noch ein kleine Einführung in Meditation. In ein paar Minuten darf ich los, deshalb schliesse ich mit diesem Bild, und meiner Erinnerung an diesen Moment von heute morgen, voller Stille, Einsamkeit und Frische. Der ganze Himmel war voller Farben und Licht…

Wünsche allen einen ganz famos, grandiosen Sonntag!

One thought on “Vorstellungen loslassen…

  1. Der Himmel über Berlin – großartig! Das Bild lädt auch mich zur Meditation ein…Danach mach ich mich auf, den Himmel von Hamburg zu erkunden. Unter ihm werde ich mit Esther Bejarano und Coco Schuhmann sitzen – zwei Überlebenden von Auschwitz. Sie werden mir Einsichten in das Leben geben… Schönen Tag dir und allen unter dem Himmel!

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