Meine Werte…

Berlin, 7:20, Tag 336

Heute Nacht hatte ich einige Träume auf einer Insel. In den Dünen stand ein Haus. Die meisten der bereits schon vergessenen Szenen spielten sich auf dem Weg zum Haus oder im Haus ab. Eine ging um befürchtete Eifersucht aufgrund des Geruches von fremder Handcreme an meinen Händen (da hab ich ein paar Referenzen, also nicht für die Eifersucht in dem Zusammenhang, sondern für das für mich unangenehme Gefühl fremder Handcreme nach einem harmlosen Händedruck). Dann gabs noch ein Meeting mit unserem Wirtschaftsminister: ein Typ wie zu Guttenberg kam zur Tür rein, ich wunderte mich nicht, wir setzten uns an einen ovalen Tisch, er rechts von mir und ich wachte auf…

Am Wochenende bei dem Kommunikationstraining habe ich mich unter anderem beim sogenannten Inselspiel mal mit meinen Werten beschäftigt.

Das Spiel geht so, dass man sich überlegt, welche 16 Gegenstände man mit auf eine einsame Insel mitnehmen möchte. Wenn die Sachen auf einem Zettel stehen, dann überlegt man sich bei den ersten beiden, was eventuelle Gemeinsamkeiten sind oder warum man sie mitgenommen hat und versucht also, einen gemeinsamen Begriff für beide Gegenstände zu finden.

Dies setzt man für alle anderen fort, so dass man acht neue Begriffe erhält. Das wiederholt man, bis man aus den acht Begriffe, erst vier, dann zwei und schliesslich einen einzigen Begriff übrig hat. In einem zweiten Schritt geht man rückwärts vor, und versucht die letzten fünf Begriffe in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Wenn man es richtig macht, kommen am Ende die Werte raus, die einem wichtig sind und die Verhalten und Kommunikation stark beeinflussen bzw. die, wenn man sie kennt, einem helfen bestimmte Reaktionen bei sich selbst besser zu verstehen.

Mein Werteskala am Ende sieht wie folgt aus, ergänzt um ein paar Interpretationen:

1. Entwicklung
In den ersten Wert wurde in der Vergangenheit bereits viel investiert, was bei mir irgendwie stimmt, da ich mich vor allem in den letzten 3.4 Jahren sehr stark verändert und entwickelt habe, jedenfalls in meiner Selbstwahrnehmung.

2. Freiheit
Der zweite Wert ist der mit dem aktuellen Fokus, der mit Entwicklungspotential, was auch hochspannend ist, da ich mich aktuell viel mit diesem Thema beschäftige und die Befreiung von Vorstellungen, Regeln und Zwängen für mich gerade Thema ist.

3. Kreativität
Diesem drittem Wert wird zugeschrieben, dass er als Ressource für die beiden ersten Werte dienen kann. OK, meine Kreativität also als Mittel um mich zu entwickeln und mich frei zu fühlen.

4. Leben
Der vierte Wert stellt mehr einen Wunsch dar. Das Leben in meinem Sinne, war eher als Überleben gemeint. Als wir die Liste erarbeitet haben, war eine der Fragen immer wieder: wäre ein Leben ohne diesen Gegenstand/diese Sache/diesen Wert, lebenswert oder nicht.

5. Sicherheit
Das ist ein sogenannter Jokerwert, also ein zusätzlicher Wert, der wenn realisiert, alle anderen Werte heller strahlen lässt, aber nicht unbedingt notwendig ist.

Was ich fast erschreckend fand ist, dass bei mir hinter den Beziehungen zu anderen Menschen, die einen grossen Raum in der Liste der sechzehn Dinge eingenommen haben, eher ein Sicherheitsbedürfnis steckt. Das geht so weit, dass ich am liebesten das Spiel wiederholen würde, damit ich das Ergebnis manipulieren kann. Hier gibt es ne Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, zwischen so würde ich gerne sein und so bin ich

Gestern Abend habe ich sehr zeitig gegessen, habe auf den Nachtisch unter grossen Mühen verzichtet: dazu bin ich in drei Cafés rein- und wieder raus gegangen. Die hatten alle lecker Kuchen, aber die Bedienungen habe alle jeweils irgendetwas aufgeräumt und in den paar Sekunden Wartezeit, bis zur ersten Kontaktaufnahme, bin ich wieder rumgedreht.

Das bringt mich zu einer Erkenntnis, dass es in einem Ladengeschäft extrem wichtig ist, mit jedem Gast, der durch die Tür tritt, ganz kurz zumindest in Blickkontakt zu treten. Morgens passiert genau das, da sind die Serviceleute noch frisch und gehen viel schneller in Kontakt, als am späten Nachmittag oder Abend.

Denn wenn der Kontakt einmal hergestellt ist, dann fällt es mir viel leichter, die paar Sekunden zu warten, bis die jeweilige Tätigkeit beendet ist. Gute Leute geben mir Aufgaben, wenn es doch einmal länger dauern sollte: Schauen sie sich ruhig schon mal die Karte, den Kuchen, unsere Angebot an, ich komme gleich. Das ohne die Aufgabe zu sagen, könnte schief gehen, denn das gleich des Kellners dauert meist länger, als mein gleich. Ok, es reicht… genug der Analyse von Alltagskommunikation!

Heute Morgen bin ich noch eine halbe Stunde zeitiger aufgestanden, und habe so ganze 50min meditieren können. Das ist relativ viel für meinen Alltag, ist ja fast eine ganze Stunde.

Aber ich mag diese ruhige Morgenroutine einfach so sehr, dass ich sie sogar gerne noch ausdehne.

 

Wünsch allen Lesern hier nen extremst, tollen Tag…

One thought on “Meine Werte…

  1. Was du über den Augenkontakt schreibst, finde ich selbst auch extrem wichtig. Gerade in der Big City so wichtig – dass wir uns nicht aus den Augen verlieren vor lauter Geschäftigkeit. Mich freuen die Blickkontakte auf der Straße, ein Augenblick des Erkennens, ein kurzes Lächeln… ja, wir sind alle da auf diesem bunten Planeten und Augenkontakte sind Herzenskontakte. Und die sind verdammt wichtig!

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