Istanbul, 7:32, Tag 346

Heute Nacht viel und ohne Mücke träumen können. Habe mir aber fast nichts gemerkt, ausser eines Gefühls der Aufdeckung einer Art Manipulation durch mir nahestehende Personen. Ich habe mir die Fähigkeit angeträumt, dieses Knöpfe drücken schon im Ansatz erkennen und vereiteln zu können, indem ich angemessen und liebevoll die Tatsache benenne und damit sofort Einsicht und Änderungsbereitschaft erzeugen kann. Bin zeitig aufgewacht, habe kurz innegehalten, um mich an die Träume davor zu erinnern. Bin sehr entschlossen und klar in meinen Tag gestartet…

Es schwappen ständig Wellen der Erregung zu bestimmten Themen durch die Welt. Ich muss das nicht alles mitkriegen und mich schon gar nicht zu allem äussern, ich muss nicht mal zu allem eine Meinung haben, manchmal aber doch.

Gestern hatte ich ja spontan ein paar Gedanken zu Bettina Wulff aufgeschrieben, später finde ich bei Spiegel Online einen Artikel, den ich eigentlich hätte schreiben wollen, es fallen Begriffe wie ichbezogene Betroffenheits- oder auch Passionsliteratur, therapeutisches Schreiben und Sprechen, Sentimentalisten, Mitleidsliteratur, die mir sehr gefallen und gerne würde ich meinen Post ergänzen, überarbeiten, manches löschen. Ich habe mich natürlich nicht ausführlich genug mit dem Thema beschäftigt, um darüber qualifiziert schreiben zu können, so wie es der Berufsschreiber dort gemacht hat.

Bei fast allen Themen, die Meike in ihrem Blog aufgreift, möchte ich einen eigenen Post schreiben oder zumindest in den Kommentaren im Blog oder bei Facebook mit diskutieren. Oft habe ich dazu noch keine Meinung entwickelt, die Themen scheinen mir neu oder zumindest die Aufregung in manchen Debatten ist mir erstmal fremd. Meist sag ich dann gar nichts.

Und wenn ich doch mal was schreibe, dann fühle ich mich wenig später, wenn ich die Debatte eine zeitlang verfolgt habe, komisch, uninformiert, unintellektuell, ungebildet und unaufgeregt, mit den falschen Werten versehen.

Ich bemerke, wie ich eine Vielzahl der sonstigen Posts und Tweets die den Artikeln voraus gegangen sind, einfach nicht mitbekommen, ignoriert und überlesen, ausgefiltert habe, wie wohl so vieles andere auch. Man kann sich ja schliesslich nicht über jede Ungerechtigkeit in der Welt aufregen, da wirste sonst noch verrückt.

Nach jedem Beinahekommentar bei ihr, stolpere ich wenig später über weitere Artikel und mir wird die Tiefe und Breite der Debatte, die Vielzahl der bereits ausgetauschten Argumente bewusst. Meine erste Reaktion ist damit zwangsläufig naiv, aus dem ersten Eindruck und Gefühl heraus.

Das war zu Beginn, als ich ihren Blog im Februar entdeckte noch ganz anders.

Vielleicht waren die Themen andere? Vielleicht ging es noch nicht um die Erregungswellen, die grossen Themen des Tages? Vielleicht auch, weil ihr Blog damals noch neu, unbekannt und frisch war und nicht prominent, von Spiegel Online zitiert oder gar in der HAZ gedruckt.

Ich glaube, dass wohl genau dieses unbestimmte Gefühl der Anwesenheit einer grossen Öffentlichkeit meine Selbsteinschätzung verändert und ich mich einfach nur klein und dumm daneben fühle. Ach, Schade!

Aber Meike schrieb im ersten Satz ihres ersten Postes,

Leben, das ist für mich eine Anneinanderreihung von Transformationen. Oder Veränderungen, das klingt nicht so esoterisch.

Warum ich das jetzt hier geschrieben habe, weiss ich wirklich nicht. Eigentlich wollte ich diesen Post gleich nach meinem Traum beenden und mein „Über Mich“ updaten und endlich die Liste meiner „Vorträge“ fertigstellen. Eigentlich ist so viel spannende Arbeit zu tun.

Aber auch ich habe mich -wohl weil es einfacher ist- der Anziehungskraft der öffentlichen Erregung hingegeben…

Mit diesen zwei so verschiedenen Vögeln von heute morgen verabschiede ich mich schnell, denn es gibt sooo viel besseres zu tun, als sich aufzuregen!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

3 Comments

  1. Du bist immer willkommen, Arne, immer.
    Meine Themen sind heute manchmal anders, das stimmt, und ich verstehe, wenn man nicht überall mitdiskutieren will. Mache ich ja auch nicht, denn wie Du richtig sagst, kann man sich auch nicht in alles reinhängen, was in der Welt schief läuft.

    Aber hier, „unintellektuell“, „ungebildet“, „falsche Werte“? Hör mal, solche Kategorien will ich aber nicht haben. Wenn jemand Anteilnahme zeigt, Mitgefühl, emotionales oder echtes Engagement, dann finde ich das immer toll – gerade von jemandem, der sein Herz so auf dem rechten Fleck trägt wie Du.

    Also bitte.

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    1. danke dir! du könntest ein extrabreites grinsen sehen, wenn diese komischen technologien hier schon so weit wären…

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  2. […] zum Glück wieder versöhnt etwas mit den Erregungswellen, deshalb soll es heute um kein neues iPhone und auch […]

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