Mein erster wirklicher Ausritt…

Andalusien, 7:40, Tag 355

Sogar heute geträumt, viel vergessen beim zeitigen Aufwachen. Nur eine schöne Szene blieb, mit meiner tollsten Frau, in einer grossen Stadt, in einem Zimmer halb öffentlich und doch sehr privat.

Meine Meditation heute auf der Begrenzungsmauer über einer Pferderanch mit 230 halb schlafenden Tieren, so schön wie lange nicht. Die Konzentration der gewohnten Umgebung ist das eine, aber die Sterne, das Schnauben, die Geräusche der Bewegungen der Tiere, das Bellen der Hunde, das Krähen der Hähne, die fast vergessenen Geräusche keiner Stadt sind einfach und sehrsehr schön.

Hier wird schon das Frühstück vorbereitet, es sind viele Gäste auf der Ranch, nicht nur wir zwölf von unserem Training. Ein wenig habe ich geholfen, jetzt sitze ich beim Tee und versuche hier zu schreiben.

Gestern Nachmittag hat sich einer meiner Glaubenssätze aufgelöst. Ich dachte immer von mir, ich sei ein Kuhbauer und mit Pferden könne ich nicht so gut. Die sind so schlau und schreckhaft und auch oft so zickig. Ich kann ihre Sprache einfach nicht, dachte ich. Geritten bin ich selten, vielleicht drei vier mal in meinem Leben.

Ganz früher als Kind bin ich mal von einem Pony gefallen, daran erinnere ich mich noch ganz gut, in Ziegelroda auf dem Festgelände. Es lag sicher daran, dass ich auf einem Kuhdorf gross geworden bin, es gab zwar ein paar Pferde, aber bis zu meinem zwanzigsten Lebensjahr habe ich mich eigentlich nur mit Kühen, Rindern und Kälbern ab und zu mit Schafen und Schweinen beschäftigt.

Nach einer stressfreien Anreise stellte sich die Frage, wie der Nachmittag zu gestalten sei. Ich Glücklicher hatte ich die Wahl zwischen Lesen am Pool oder einem Ausritt. Nun bin ich hier in Andalusien auf einer Pferderanch, die Entscheidung war eigentlich von Anfang an klar. Es sollte ein Anfängerausritt werden, nur im Schritt, kein Galopp.

Was soll ich sagen, es war unglaublich genial, auch wenn das Pferd schlau war, sich erschreckte und zickte, eigentlich war er ein liebes Schiff, der sich wohl einfach nur freute, raus zu kommen und mit mir ein wenig durch die Hügel hier zu klettern.

Und klettern können die Pferde hier, es ist der helle Wahnsinn. Engste Pfade, Abhänge, Kurven, Löcher, Steine… alles kein Problem, diese Pferde hier sind seit Generationen und ihrer frühsten Kindheit diese Pfade hier gewohnt. Unglaublich beeindruckend und wunder, wunderschön.

Seit gestern bin ich ein absoluter Fan der andalusischen Pferde und des relaxten Western Reitstiles hier. Die Sättel sind bequem und stabil, du stehst halb in den Steigbügeln, ich hatte überhaupt keinen Stress mit der Balance. Die Zügel lässig in der linken Hand.

Mit etwas Konzentration und viel Aufmerksamkeit zu Beginn haben das Pferd und ich ausgehandelt wer hier zu 51% das Sagen haben darf. Natürlich nur dank der einfachen und verständlichen Hinweise der Führerin, übrigens einer SAP Managerin im Sabbatical und natürlich dem Wohlwollen und dem gutmütigen Naturell meines Pferdes: Campari. Und ich hab nicht mal Muskelkater! Yeahhh! 😉

Ok, so viel erzählt, nun noch ein paar Bilder:

Und jetz gibt’s Frühstück und unser Kommunikations Training (mit Pferden am ersten Tag;) hier beginnt gleich um Zehn…

Mit dem Sonnenaufgang durch die Ohren eines andalusischen Pferdes durch fotografiert, wünsch Euch allen einen tollen Samstag!

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