Ein Sonntag voller Arbeit mit den schönsten Pferden der Welt…

Andalusien, 7:14, Tag 356

Viele Eindrücke am Tag verändern meine Träume in der Nacht. Kurze Sequenzen sind in meiner Erinnerung geblieben, Jugendliche, deren Sprache ich nicht spreche, drängeln sich am Geldautomaten vor mich, immer wenn ich gerade dran bin, kommt wieder einer dazu. Ich suche nach Autorität, Polizisten kommen aber verstehen nicht, die Jungs lächeln mich und sie an und bleiben einfach vor mir stehen. Wir suchen versteckte Ostereier, Süssigkeiten, Spielzeug, es ist alles extrem aufwendig, unfindbar versteckt, Aleyna wird sich später sicher freuen, von Fundstück zu Fundstück laufen zu können. Ich wache müde in einem kalten, fremden Hotelzimmer auf, ich höre den Nachbarn leise schnarchen…

Bleibe ich in meinem Zimmer sitzen? Das Frühstück gibt es erst in 40 Minuten, das Hotel ist voller alter Engländer. Draussen weht ein starker Wind und es gibt nur hier in meinem Zimmer Internet. Gleich geht die Sonne auf, das will ich sehen.

Reisen zwingt mich meine Routinen zu verlassen und genau das ist eines der größten Geschenke, die einem die Möglichkeit zu Reisen gibt. Es macht mir klar, wie sehr ich ein Gewohnheitstier bin, wie sehr ich mich an meine Umgebung zu Hause, an all die Abläufe schon gewöhnt habe, wie vieles ich ausblende und nicht mehr wahrnehme in meinem Alltag.

Bin hier in einem neuen Hotel, mit meiner Trainingsgruppe und fühle mich doch allein. Will am liebsten zurück zur Ranch von gestern, die kenne ich ja nun schon. Will arbeiten, den Hof fegen, die Pferde putzen, beim Frühstück helfen, alles so wie gestern. Ich fühle, wie die vielen neuen Eindrücke unverarbeitet bleiben. Ich fühle, wie ich mich nach Ruhe und Zeit und Stille sehne, um zu sortieren, um mich wieder zu spüren und nicht immer nur im Aussen sein zu müssen.

Dann sortiere ich doch noch ein wenig den gestrigen Tag auf der Rancho La Paz! Ein Tag voller Action… wir sind von unserer Trainerin in die grosse Koppel geführt worden, in dem knapp 100 Pferde frei herum liefen. Jeder hat sich sein Pferd ausgesucht oder das Pferd hat sich einen ausgesucht. Dann waren wir eine Viertelstunde alleine im Kreis mit dem Pferd, ohne Longe, ohne Halfter, nur eine Peitsche. Ich hab alles gefilmt und hatte dadurch gut zu tun und einen etwas schrägen Blick auf das Ganze. Die Filme konnte ich leider noch nicht irgend wohin hoch laden oder kleiner rechnen.

Mein Pferd sollte Diablo sein, ein furchteinflössender Name, aber eigentlich ein älterer Herr mit viel Erfahrung. Als ich mir eben das Video schnell durchgeschaut habe, sehe ich die vielen kleinen Ungenauigkeiten, die Unsicherheiten bei mir, die sich sofort spiegeln in ihm.

Aber hier isser: mein Diablo, mit dem ich arbeiten durfte und den ich danach auch noch schick fürs Foto geduscht habe…

Und einfach noch mehr schöne Bilder von dem gestrigen herrlichen Arbeitstag auf der Ranch von Paul und Nicole.

Und hier der Schönste der Ranch, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt hab.

Grossartige Tiere, grossartiger Tag! Und es geht noch weiter…

Mit diesem Sonnenaufgang vorhin kurz vor Acht von der Klippe des Hotels aus gesehen, verabschiede ich mich von Euch in die neue Woche!

2 thoughts on “Ein Sonntag voller Arbeit mit den schönsten Pferden der Welt…

  1. Was für wundervolle Tiere! Und sie können uns so viel lehren. Dazu gibt es tolles Buch von Bernd Osterhammel: „Pferdeflüsteren für Manager. Mitarbeiterführung tierisch einfach.“ Unbedingt lesen. Er gibt Kurse fürFührungskräfte auf seinem Gestüt.

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