Monat: Oktober 2012

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Über vier Räume im Leben…

Berlin, 7:49, Tag 392

Heute Nacht war ich auf einer Konferenz mit Don Dahlmann, den ich gar nicht kenne, den ich noch nie getroffen habe und dessen Blog ich aber regelmässig lese. Er hielt einen Vortrag und kannte alle Leute, er war mehr Gastgeber, als Sprecher. Ich assistierte ihm, füllte ein paar Lücken und übernahm einen kleinen des Vortrages spontan selbst. Danach begrüßten wir die Teilnehmer an langen Tischen, Don per Handschlag und ich per Kopfnicken. Ich kannte einige der Teilnehmer, es schien eine meiner Patentkonferenzen zu sein. Ich bekam von einem ein dankeschön geflüstert, weil ich so viel engagierter beim Vortrag schien als Don… und wachte auf!

Heute hab ich leichte Schreibhemmung, es gibt eigentlich so viel zu berichten, aber ich sitze schon fast eine Stunde hier und arbeite so vor mich hin, schreibe Mails und lese Artikel zu verschiedenen Themen, warte auf meinen ersten Termin in 20 min, feile an meinen Präsentationen für morgen und nächste Woche. Überlege, was ich wie anschiebe, was ich wie umsetzen kann…

Na vielleicht gelingt ein kurzer Ausflug zum Thema Raum: ich habe verschiedene Experimentierfelder für mich entwickelt, eines ist die Quantified Self Bewegung, mit meinem FitBit, meiner Waage und Blutdruckmesser, meinem Meditationstimer und auch meinen Foursquare Check Ins einen Grossteil der Daten meines Lebens halböffentlich dokumentiere.

Ein anderes Feld, um das es jetzt gehen soll ist, ist das declutter my life Thema. Sascha und Kathrin schreiben dazu in ihrem neuen Buch Internet: Segen oder Fluch so darüber:

Es gibt etliche Hinweise darauf, dass sich in den westlichen Gesellschaften Merkmale von Status und Selbstdarstellung vom Materiellen ins Soziale verschieben.

Seit knapp drei Jahren experimentiere ich auch mit diesem Thema. Ich entrümple und entmaterialisiere ganz bewusst mein Leben und verlagere dazu viele meiner und der Firmen Anwendungen und Daten in die Cloud.

Alles hat damit angefangen, dass ich vor drei Jahren den Keller unserer letzten Wohnung in der wir fünf Jahre gewohnt haben, einfach komplett ungesehen(!) in einen 3-m³-Müllcontainer entsorgt habe. Möbel, Zeitschriften, Spielzeug, Bilder und wasweissichnicht alles an altem Krempel, den ich dort über die Jahre mit eingezogen, dann weiter rein geräumt und nie wieder angeschaut oder gebraucht habe. Es ging mir eine Wochen lang richtig komisch, ich fühlte mich leer und unsicher, aber dann begann ich, mich leichter und wie befreit zu fühlen. Eine tolle Erfahrung!

Im letzten Frühjahr habe ich dann einen weiteren grossen Schritt gemacht und vermiete meine Berliner Wohnung ab und zu an Bekannte manchmal auch an Bekannte von Bekannten. Vor allem, wenn ich in Istanbul bin, macht das ja Sinn.

Als ich gestern das obige Zitat las, merkte ich: Ja, stümmt! Mein Selbstverständnis, mein Selbstwert knüpfe ich immer weniger an materielle Dinge, wie an meine Wohnung oder die Einrichtung und Dinge darin, die ich als mein Privateigentum bezeichne.

Dafür, dass ich meine Wohnung hier echt vermiete, habe ich eben nicht nur zu meinem Rumpelkeller Tschüss sagen müssen, sondern eigentlich zu allen Dingen, die in meiner Wohnung sind. Ich habe sie nicht mehr exlusiv in meinem Besitz, sondern teile sie mir nun mit anderen. Mein Verhältnis zu diesen Dingen in der Wohnung ändert sich damit sehr stark. Sie sind nicht mehr ein Teil meiner Persönlichkeit, meiner Selbstdarstellung.

Etwas anderes kommt dazu: dadurch, dass ich meine Wohnung, wie mein Facebookprofil mit der Welt da draussen teile, definiere ich mich mehr über das Teilen, als über das exclusive Besitzen und Zeigen, von materiellen Dingen.

Aktuell schlafe ich in meinem Arbeitszimmer, einer kleinen 35m² Wohnung neben unserem grossen Büro hier in der Arndtstr. in Kreuzberg. Es ging nicht anders, eine Änderung in meinem Rhythmus führte dazu, dass ich statt in Istanbul in dieser Woche doch hier in Berlin sein darf.

Meine größte Herausforderung dabei ist aber nicht so sehr, dass ich grade keinen Zugang zu meiner Wohnung habe, sondern dass ich die Räume vermisse, die ich mit bestimmten Tätigkeiten verbunden habe. Mein Körper, mein Unbewusstsein hat Räume oder eher Orte in Räumen nämlich mit bestimmten Tätigkeiten verknüpft.

Es gibt ein Schlafzimmer für Erholung und Schlaf, es gibt eine Ecke in der grossen Wohnküche fürs Essen und Versorgen. Es gibt einen anderen Platz dort (an dem mein Meditationskissen liegt) für Reflexion und Besinnung und einen weiteren vierten Ort (mein Arbeitszimmer) für Aktion und Arbeit.

Diese vier Räume sind nun zusammengeschrumpft auf ein einziges Zimmer mit Miniküche und Bad. Am gleich Ort erhole, versorge, besinne und arbeite ich nun. Dadurch dass ich nicht mehr verschiedene Orte für die verschiedenartigen Tätigkeiten habe, werden mir die notwendigen Wechsel zwischen den vier Phasen meines Tages viel bewusster. Ich muss mir, um in Balance zu bleiben, die Wechsel zum Beispiel zwischen Versorgen und Arbeiten viel bewusster machen.

Das empfinde ich grade als eine wunderbare Übung und Herausforderung. Ein weiterer Schritt, mein Glück, meine Balance, mein Wohlbefinden unabhängiger von äusseren Umständen zu machen.

OK, das war jetzt doch ein ganz schöner Brocken für eine Schreibhemmung! War zwischen durch auch noch eine Stunde in einem sehr spannenden Termin.

Nun aber, zurück an die Arbeit…  😉

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Der gerade Angekommene, der bald wieder Fahrende…

Berlin, 7:20, Tag 391

Heute Nacht habe ich erst von einer riesigen Baustelle einer Autobahn in einem Tal geträumt, auf der riesige Maschinen in Wasser standen, die Arbeiten gingen voran, wir fuhren daran vorbei. Aber ich musste irgendwohin zurück, G. will mich fahren. Wir kommen zu einem Hotel in der Stadt. Ich muss zum Flughafen, vorher noch meine Sachen holen. Wir krabbeln in einen Lift, der schräg nach oben fährt, wie eine Drahtseilbahn, eher eine Kiste aus Glas. Ein Seilzug im Boden zieht ihn hoch. Wir stocken, bleiben stehen. Eine geplante Reparatur auf halber Strecke, mir ist schwindelig. Ein Handwerker und ein Hotelangestellter beruhigen uns, ich klettere raus, schaue den Arbeiten zu, helfe und halte und schiebe den Lift wieder mit an. Schliesslich landen wir ganz oben… und ich wache auf.

So viel spannende, notwendige Dinge sind grade zu tun, in unterschiedlichen Gebieten. Ich stehe wie vor einem Berg. Verschiedene Ideen kommen auf, wie ich mit dieser Spannung umgehen kann.

Erstens könnte ich hier heute nicht schreiben müssen, dann habe ich ja mehr Zeit. Ich mach’s trotzdem und schreibe grade und nutz dabei die Zeit, meine Gedanken hier etwas sortieren und somit schon mal in den Machen- oder Erzeugenmodus komme.

Zweitens könnte ich mal schnell nachschauen, was so an Neuem im Netz passiert, da könnte es vielleicht Hilfe oder zumindest Ablenkung geben. Das hab ich aber schon gemacht heute morgen. Damit weiss ich schon mal, wie es durch Sandy in New York aussieht.

Drittens könnte ich meditieren und mich damit beruhigen und mich so selbst sortieren lassen, das hab ich sogar auch schon gemacht. Dabei habe ich wirklich eher gearbeitet, weil die wichtigen Termine und Herausforderungen auftauchten und ich sie vorbereitet, vorgedacht, vorgefühlt habe.

Viertens, könnte ich meinen Tag planen und einfach anfangen, die Dinge die anliegen abzuarbeiten. Aber welche Dinge sind das denn?  Und wann sind sie genau mit welchem Ergebnis fertig? Genau das sind die Fragen, die den Kern meiner Unruhe ausmachen.

Auf meiner Liste stehen heute zwei Meetings, die ich nie genug vorbereiten kann. Daneben am Donnerstag ein „Pitch“, eine Vorstellung unseres Projektes bei potentiellen Partner und Investoren, der nie gut genug vorbereitet sein kann. Daneben nächsten Mittwoch der nächste riesengrosse Vortrag vor 500 Leuten der europäischen Patentszene in Hamburg, der nie gut genug vorbereitet sein kann. Daneben noch ein super spannendes Beratungsmandat Ende November, für das ich nie ausreichend und gut genug vorbereitet sein kann. Daneben gibt es ja auch Tagesgeschäft bei mtc, das meine Aufmerksamkeit erfordert und davon nie genug bekommt. Und daneben gibt es noch so viele andere Dinge, die ich auch noch machen könnte und sollte…

Ich könnte jetzt für mich und die Firma die Dinge priorisieren und meine jeweils bis zu den vereinbarten Terminen verfügbare Zeit aufteilen und mich dann zu den Zeiten hinsetzen und dann „etwas“ machen, dass Notwendige, das Angemessene.

Aber in mir breitet sich Panik aus, es könnte sein, ich bin mal wieder im Revoluzzermodus: ich sehe, dass etwas (vielleicht ich?) nicht in Balance ist und ich suche, ich suche…

Es könnte sein, dass meine Seele noch nicht da ist, dass diese Panik jetzt, diese extreme Unruhe eine Folge des Reisens ist, des gestrigen Flugtages, der Umstellung. Ich erkenne ein Muster. Ich habe diese besondere Unruhe immer, wenn ich zurück hierher komme und wieder alleine bin und mich von Family First auf Business First umstelle.

Ich sehe dann andere Dinge, die mich stören, berühren, die mich aufregen und ärgern. Es ist ein anderer Blick. Es ist wieder der Blick von aussen auf mein Leben, auf meine Arbeit, meine Kollegen, meine Freunde, mein Umfeld hier. Dieser Blick von aussen ist dann besonders klar, wenn ich grade ankommen bin.

 

Der Blick verschwindet jetzt langsam in den nächsten Tagen wieder, ich passe mich an, ich passe mich ein, din dann nicht mehr der gerade Angekommene, sonder werde langsam wieder zum bald wieder Fahrenden…

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Aufschreiben, wenn es uns richtig gut geht…

Noch Istanbul, 7:02, Tag 390

Heute Nacht mal wieder wild geträumt, erst mehrere Parties an einem Wochenende mit viel Alkohol, mein Vater war dabei und eine Bekannte aus einem Café in Berlin, die -wie sich später heraus stellte- das Catering übernommen hatte. Montag morgen, verkatert, dann die Nachricht, dass es am Nachmittag um 5 schon wieder weiter gehen würde. Ich fragte mich, wie sie die ganzen Servicekräfte wieder an den Start kriegen wolle, die grade erst in den Feierabend gegangen sind. Ich sah und roch die Partyreste. Dann ein Stall, ein Laufstall mit Kühen und einem klapperigen Bullen, der sobald er mich entdeckt hat, auf mich los sprintet, um sein Ego oder seine Kühe zu verteidigen. Ich hechte über einen Zaun, nur um direkt über/auf/neben einem riesigen schwarzen Schaf zu landen. Und wache weit vor dem Wecker auf…

Nun sitze ich hier schon wieder am Flughafen, wieder zwei Wochen allein in Berlin, nach nur einer Woche Istanbul. Dadurch dass ich zwei Arbeitswochen mit dem eingeschlossenen Wochenende in Berlin bin und nur eine Arbeitswoche mit den zwei umschliessenden Wochenende hier, fühlt es sich die Zeit in Berlin sehr viel länger an. Dabei stehen 10 Nächten in Istanbul „nur“ 11 Nächten in Berlin gegenüber.

Habe gestern ein wenig in alten Tagebüchern gelesen, die ich hier im Laptop geschrieben hatte. Meist ging es um meine Träume, von denen ich aber nur die wirklich beeindruckenden, langen Geschichten aufgeschrieben habe, das passierte nur so alle paar Monate. Dann habe ich früher nach Streits oft aufgeschrieben, was passiert war. Als Mahnmal, um nicht zu vergessen und daraus lernen zu können. Wenn ich mir das jetzt durchlese, kommt mir das alles ziemlich surreal vor, als ob das nicht ich war, der damals mit gestritten hat. Ich schaue auf die Automatismen, auf die Abläufe zurück und sehe vor allem, die sich immer wiederholenden Muster bei ihr und auch bei mir. Und ich sehe auch die Entwicklung, die unsere Beziehung genommen hat.

Aber nach drei Beschreibungen habe ich aufgehört zu lesen und beschlossen, dass ich solch ein privates Erlebnistagebuch in Zukunft unbedingt auch die tollen Momente enthalten muss. Ich möchte viel lieber die Automatismen und die Abläufe verstehen, wenn es uns richtig gut geht, wenn wir schweben und wir unsere Liebe zu uns und zum Leben so richtig spüren können. Zum Teil versuche ich das hier ja schon öffentlich zu machen, ich bemerke, wie selten und wie wenig ich mich hier über etwas aufregen möchte.

Wir können uns immer entscheiden, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken wollen, was wir verstärken, betonen, besonders erinnern möchten. Es sind Kleinigkeiten, es sind nur kurze Momente, die wir notieren können, die wir irgendwo kurz festhalten. Meine Einsicht ist, dass wenn wir uns dabei etwas mehr auf die sonnigen Momente konzentrieren, wir uns selbst helfen, diese positiven Seite an uns und in unseren Beziehungen zu stärken.

Gestern zum Beispiel war ein sehr durchmischter Tag, meiner Seda geht es grade nicht so gut, wir haben viel mit ihren Problemen zu tun gehabt. Ich könnte jetzt nichts machen und den Tag einfach unter „nichts besonderes“ verbuchen, oder aber darüber jammern, dass unser letzter Tag dadurch verloren war oder aber, ich könnte hier einen der Momente aufschreiben, der schön war.

Gestern haben wir nach dem Aufstehen das erste mal zu Dritt zusammen meditiert. Nur  10 Minuten, aber die waren wunderschön. Ich hab den beiden geholfen, in dem ich sie durch die Meditation geführt habe. Wir waren ruhig, haben unseren Atem gespürt, unsere Unruhe und haben uns angelächelt und ich hatte das seltene Gefühl, dass sich der Raum in meinem Kopf, um mich herum massiv ausdehnt…

Dieses schöne Erlebnis möchte ich erinnern, dies möchte ich stärken! Die schönen Momente in unserem Leben geben uns die Kraft, um die Schwierigkeiten zu überstehen, zu bewältigen. Es gab noch viel mehr schöne Momente, die jetzt langsam alle wieder hoch kommen, der Brunch, das Basteln, das Abendessen. Überall gab es trotz der Probleme kurze Momente der Freude, des Lächelns. Und genau darum geht es im Leben, um unsere Entscheidung…

Ok. Jetzt ist Boarding, ich muss mich beeilen und drücke schnell ohne langes Korrigieren und Verbessern auf Senden!

 

Wünsche Euch allen einen ganz wunderbaren Start in die neue Woche…

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Sonntagspausenpost…

Istanbul, 8:37, Tag 389

Doch, ich hab geträumt. Die Erinnerung war beim ersten Aufwachen noch da. Beim zweiten wach werde blieb nur noch ein komisches Gefühl übrig. Heute ist mein letzter Tag in Istanbul für voraussichtlich über einen Monat.

Und heute mach ich hier Pause!

Wünsch Euch einen grossartigen Sonntag.

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Nach einer durchlesenen Nacht…

Istanbul, 8:37, Tag 388

Heute sind alle Träume weg. Ich war Essen mit Freunden aus Beirut, dann habe ich gelesen und nicht aufhören können mit „The Girl with Dragon Tattoo“. Um vier bin ich erst eingeschlafen, um sieben kam Aleyna und wir starteten gaaanz langsam. Jetzt ist schon Brot geholt, habe die fehlenden Filtertüten trotz geschlossenem Supermarkt bekommen und frischen Orangenmöhrengranatapfelsaft gibts auch. So kann ein Samstag anfangen.

Eine Nacht durchgelesen, das habe ich schon Jahre nicht mehr gemacht… nun ist aber der Tag schon in vollem Gange. Und für Euch hab ich nur ein paar gestrige Bilder: Sultanahmet und die Galatabrücke und die Fähren waren soooo voll, wie ich es noch nie hier erlebt hatte.

Dann kurz nach Sonnenuntergang auf dem Rückweg von Kadiköy.

Und abends kurz vorm Essen in Arnavutköy am Ufer die Angler, die bis nach Mitternacht dort geblieben sind…

Und zum Schluss die Ruhe kurz nach dem Sonnenaufgang in Gayrettepe.

Wünsche Euch allen ein ganz wunderbaren Samstag!

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Über fachliche Führung…

Istanbul, 7:37, Tag 387

Heute Nacht war ich in einem Hotel ohne meinen richtigen Ausweis und immer in Gefahr auf dem Weg ins Parkhaus von Sicherheitskräften aufgegriffen zu werden. Ich kam durch und landete in einer Konferenzzone mit indischen Kollegen. Sie verpackten und verkauften dort Blumen, dem ich an einem grossen runden Tisch zuschauen konnte. Einer nahm mich beiseite und erklärte mir, das wirkliche Geld würden sie damit verdienen, da sie einen Weg gefunden hatte, Firmenlogos auf den Blütenblätter einzubrennen und das würde grade der absolute Renner sein, über 35.000 Blütenblätter könnten sie in einer Stunde mit dem Wunschlogo versehen, vor allem die Japaner seien verrückt danach. Der Wecker holte mich nach kurzer Nacht da raus…

Bin noch unentschieden, wie ich meinen aktuellen Zustand benennen soll: (wieder mal) unruhig, ungeduldig ist wohl am Einfachsten. Hier sind ja Ferien und es gelingt mir nicht, einfach mal die beiden Tage frei zu nehmen. Irgendwie darf das nicht sein, ist ja ungeplant, ich hab ja keinen informiert und eigentlich so viel zu tun. So lebe ich also mit einem schlechten Gewissen, kann den halb freien Tag nicht richtig arbeiten und auch nicht richtig geniessen, doof.

Ich fürchte, dass ich nächste Woche nicht genügend Zeit haben werde, mir das in der Vorbereitung fehlen wird, blablub. Das sind (meine) Probleme! 😉 Na, wenn’s weiter nichts ist, denk ich dann wieder und versuche mich zu entspannen und mein am Leben sein, zu geniessen ohne die ganzen Bewertungen.

Vorhin hatte ich einen Einfall, dass ich eines meiner aktuellen Themen hier mal etwas systematischer ausbreiten möchte. Vor ein paar Tagen hatte ich hier schon mal über Führungsstile geschrieben. An dem Thema hat es weiter gearbeitet in mir und mir lief eine Definition über fachliche Führung über den Weg, die die vier Stile noch gut ergänzt.

Und weil ich Fragen immer öfter viel spannender finde, als Antworten, habe ich versucht, die fachliche Führung durch Fragen zu definieren. Also los geht’s, fachliche Führung besteht aus

Inhaltlichem Coaching…

  • Wie kann man das machen?
  • Womit kann man anfangen?
  • Welche Wege gibt es noch?
  • Welche Möglichkeiten gibt es noch?
  • Was brauchen wir alles dafür?
  • Haben wir alles?
  • Wer kann noch helfen?
  • Wer hat das schon mal gemacht?

Abstimmung mit anderen Führungskräften…

  • Was machen die anderen?
  • Wo gibt es Zusammenhänge?
  • Welche Abhängigkeiten bestehen?
  • Welche Auswirkungen hat das?
  • Wie können wir helfen?
  • Wer kann uns helfen?

Verlässlichkeit im Team erzeugen…

  • Was genau ist gemeint und beabsichtigt?
  • Wann wird etwas fertig?
  • Wie werden Unregelmässigkeiten kommuniziert?
  • Wie gehen wir mit Abweichungen um?

Rollenklärung herbeiführen…

  • Wer ist verantwortlich?
  • Welche Rollen sind unbesetzt?
  • Sind alle Teammitglieder integriert?
  • Hat jeder einen, seinen Platz und Aufgabe?
  • Hat jede Aufgabe einen Verantwortlichen?

Transparenz herstellen…

  • Warum machen wir das?
  • Welchen Zweck verfolgen wir?
  • Welches Ergebnis wollen wir erreichen?
  • Was sind die Kriterien für den Erfolg?
  • Welchen Sinn hat das?
  • Welche Interessen werden berücksichtig?
  • Wie erfolgt die Kompensation?

Also ich werde meine Gedanken zur zukünftigen Entwicklung von emptysea.de hier in der nächsten Zeit öfter mal thematisieren, vielleicht lass ich dafür auch einen eigenen Menüpunkt oben springen.

So, und nun gebe ich meiner Unruhe nach und schliesse diesen Post nun schnell mit einem hektischen Lächeln ab.

Wünsch Euch einen tollen Freitag…

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Zwei Fundstücke: Zen Pencils und Funders und Founders

Istanbul, 8:10, Tag 386

Heute Nacht habe ich den Schlüssel in meinem Cabrio auf dem Parkplatz stecken lassen und abends, nach der Arbeit, war er natürlich weg. Ich überlegte, was die Polizei wohl dazu sagen wird, wenn sie erfährt, dass ich den Schlüssel im Auto gelassen hatte. Den Tag verbrachte ich in einer Schule oder einem Krankenhaus zu Besuch bei Bekannten. Ein komischer Traum, in dem ich mich kurz vor dem Wecker befand.

Ein alter Post von 2008 über Randy Pauschs letzte Vorlesung ist mir heute morgen wieder in Erinnerung gekommen, weil ich bei den zenpencils.com die Comic Umsetzung eines meiner Lieblingszitate aus seiner Vorlesung gefunden habe.

Und hier bei den Funders and Founders habe ich auch noch schicke Grafik gefunden, die ich heute mit Euch teilen möchte. Ein paar Sachen benutzen wir bei emptysea.de ebenfalls intensiv seit Jahren, ein paar Sachen kannte ich noch gar nicht. So habe ich wieder mal die Chance, dem Team, unserem Projekt ein paar neue Impulse zu verleihen. 😉

Für später schreib ich doch mal gleich auf, was wir aktuell so alles bei uns benutzen.

  • Bug Tracking, Project Management: Jira, aber auch Basecamp und seit Neuestem auch scrum.do
  • Databases: MySQL, MS SQL und PostgresSQL
  • Frameworks: Django, .NET, Spring und seit Neuestem auch backbone.js
  • Editoren: viel Eclipse, ich spiel ab und zu mit Xcode rum
  • Storage: Dropbox, selten mal GoogleDrive und selbst
  • Web Hosting: AWS, Heroku und selbst
  • Version Control: Git/Github

Ein paar Sachen lass ich aber weg, da wir wirklich viel, eigentlich alles zumindest kennen und schon mal benutzt haben. Wir machen das ja auch schon eine Weile und fast jeder Kunde hat andere Anforderungen gehabt und sich im Laufe der Zeit auch weiter entwickelt. Unsere Toolentscheidungen überlasse ich sehr gerne dem jeweiligen Team und versuche nicht religiös an bestimmten Entscheidungen hängen zu bleiben.

Die ganze Türkei feiert heute das Opferfest, alle Läden sind geschlossen. Wir machen ganz ruhig auf Familie, haben uns gestern eingedeckt mit allem Notwendigen, um einen schönen ruhigen Tag zu verbringen…

İyi bayramlar!