Berlin, 7:46, Tag 374

Nach einem spannend, anstrengenden Tag und bin ich in der kurzen Nacht in einem Dachgarten in Berlin mit meiner mit Blick auf den Fernsehturm über Eischollen eines zugefrorenen Flusses gelaufen, der zwischen Haus und Terrasse verlief. Meine beiden Mädels sind leichtfüssig über die dunkle, frei gewehte Stelle gesprungen, das Eis krachte und brach nachdem sie drüber waren. Ich bin mit grosser Aufregung und Anspannung hinterher gesprungen und bei der Landung schlitterte ich in ihre Arme. Danach ein Foto mit dem tollen Hintergrund der Stadt für den Bildband eines Freundes aus Wien. Auf dem Rückweg ins Haus bin ich aufgewacht…

Eben habe ich ein Buch Zen für Küche und Leben wieder entdeckt, eine Empfehlung von meinem Freund Tony, die ich in einer meiner GTD Apps vergraben hatte. Jetzt freue ich mich schon richtig auf die zweite Interpretation der 700 Jahre alten Anweisungen des Dogen Zenji, des Gründer der Soto-Schule, für den Koch eines Zenklosters. Die erste Interpretation von Bernie Glassman habe ich hier ja schon öfter zitiert…

Der Sonnenaufgang heute morgen war wunderschön, genau wie der Sonnenuntergang gestern abend. Aber beide mal hatte ich das Gefühl, am falschen Platz zu sein. Es waren so schöne Wolken und Farben und Lichter. Gestern habe ich mich von der Friedrichstrasse auf mein Dach hier gewünscht und heute morgen habe ich mich vom Dach wieder zurück in der letzten Wohnung in Alt Stralau gewünscht, um an der Rummelsburger Bucht dem Naturschauspiel frierend die Bilder abzuringen.

Die Unruhe, scheinbar nicht am richtigen Platz zu sein, kenne ich sehr gut aus vielen Situationen. Aber die Deutlichkeit, wie ich sie bei schönen Sonnenauf- und -untergängen empfinde, ist selten. Gestern bin ich 10min zu spät zu meinem letzten Meeting des Tages gekommen, einfach weil ich noch ein Bild machen wollte und heute morgen wäre ich um 7 fast losgefahren. Ich habe mich dagegen entschieden und wurde um 8 hier mit diesem Anblick belohnt.

Ich schaffe es gerade, mich auf meinen halbstündigen Vortrag den ich in knapp einem Monat in Hamburg vor voraus. 500 Leuten der europäischen Patentszene halten darf, in Stimmung zu bringen. Bin heute schon so aufgeregt, wie sonst nur am Abend vorher. Das finde ich eigentlich ganz gut, der erste Entwurf der Präsentation ist gestern Abend fertig geworden, jetzt aber geht die eigentlich Arbeit erst los, die Präzisierung, der Feinschliff, die Klarheit und das Überstehen der ersten Feedbacks.

Mein Fokus nur auf eine Sache, fällt mir grad unglaublich schwer:

„People think focus means saying yes to the thing you’ve to focus on. But that’s not what it means at all. It means saying no to the hundred other good ideas that there are. You have to pick carefully.“ -Steve Jobs #quote

Genau! Deshalb jetzt erst mal zu etwas ganz anderem! 😉 Heute darf ich gleich bei der Hochzeit eines lieben Freundes dabei sein und darf die Fotos machen. Darauf bin ich auch schon sehr gespannt. Es geht immer um das gleiche, worauf mein Fokus liegt: auf der Beobachtung, auf Aufmerksamkeit, auf Achtsamkeit. Auch wenn das manchmal bedeutet, dass man scheinbar den Fokus auf das eine Ding verliert. Worauf ich immer achten möchte ist doch, dass ich auf das, was jetzt im Moment vorhanden ist, angemessen reagiere… was immer das auch ist.

Wünsche Euch einen grossartigen Tag!

Ergänzung: Klar liegt meine Aufregung auch daran, dass ich schon nächsten Mittwoch auf der ICIC vor 160 Experten hier in Berlin mit meinem Thema Social Design, Cloud Computing, Crowd Sourcing and the Patent Information Industry auftreten darf… der Vortrag ist aber schon fertig, obwohl ich überlege, einfach den neuen schon nächste Woche zu halten?

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

4 Comments

  1. Denk auch an Deinen Vortrag am Mittwoch in Berlin vor 160 Fachleuten … Nicht dass Du dann am falschen Platz bist. Freue mich auf Berlin. LG Christoph

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    1. lieber christoph, dat is natürlich nicht vergessen, auch deshalb bin ich ja jetzt schon so aufgeregt. ich würde sogar vorschlagen, nächsten mittwoch schon meinen neuen weiterentwickelten vortrag zu halten… das setzt mich zwar zusätzlich unter druck! ich ergänze den text gleich… lgz, a

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  2. Konnten früher die Zen-Adepten noch den lieben langen Tag auf die weiße Wand vor ihnen blicken, stieren wir heute auf unsere Bildschirme, jetten durch die Gegend, multitasken und tun statt einem Ding alles gleichzeitig. Vielleicht ein Rückschritt – vielleicht aber auch ein Fortschritt in der Evolution des Zen-Bewusstseins….? Und die Antwort des Zen auf deine Frage ist wahrscheinlich schrecklich nüchtern wie Immer. Da, wo man/frau halt gerade ist!

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    1. es ist so einfach und so schwer… 😉

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