Berlin, 7:12, Tag 376

Also! Heute Nacht bin ich mit einem Kumpel Zug nach Hause gefahren, als er gerade in einem Magazin einen Artikel über Facebooks Zuckerberg mit einem Portrait von ihm las, kam dieser rein und beugte sich rüber. Ich wollte sofort ein Foto machen, wie er sich selbst im Magazin sieht. Aber ich stutze ganz kurz, dann sieht er meine Kamera und macht eine spontane, sehr geübte Paparazi Abwehrbewegung. Dann fange ich an zu sprechen und bitte ihn höflich, doch eine Aufnahme machen zu dürfen. Er sagt freundlich ja und in dem Moment habe ich das Interesse am Foto verloren und überlege verzweifelt, was und wie ich ihn fragen sollte, wie ich es schaffe eine Verbindung zu ihm herstellen. Statt zu Hause spielt die nächste Szene in einer Hotellobby durch die ich laufe, um in mein Zimmer zu kommen, vor dem Lift öffne ich meinen zu engen Gürtel und ziehe ihn raus durch die Schlaufen, neben mir taucht eine sehr dicke Frau auf, die das gleiche macht und mich dabei anschaut und sehr erleichternd ausatmend sagt: tut gut, oder? Zum Glück werde ich in diesem Moment vom Wecker aus einer zu kurzen Nacht geweckt…

Meine Paniktage fangen schräg an, enden aber meist grossartig! Gestern hatte ich einen extrem guten Lauf, nachdem ich kurz vor mittags erst meinen Blogpost beendet hatte, meine Präsentation machte einen grossen Hüpfer vorwärts, ich habe einfach alle Kollegen eingeladen, sich die Entstehung des Dokumentes live anzuschauen und zu kommentieren. Ok, es war Sonntag, nicht ganz so ein cleverer Einfall.

Aber Google Docs ist mittlerweile wirklich benutzbar geworden, beides Skript und Präsentation erstelle ich grade darin zusammen mit Brent, unserem australischen Designer. Lustig war als ich merkte, dass der aktuelle Bearbeitungsstand zwischen iPad und dem iMac synct, dazu reicht es, wenn man die Dokumente im Browsser geöffnet hat. Als ich kurz Tee kochen war, konnte ich in dem Dokument auf dem iPad einfach genau an der Stelle weitermachen, an der ich beim Aufstehen vom Mac war. Als ich zurückkam, sind die Änderungen natürlich auch schon zum iMac synchronisiert. Ich schreibe am Mac und wie von Zauberhand erscheinen die Worte wenige Augenblicke später auch auf dem iPad. Das ist doch wahr gewordene Sci-Fi, oder? Wer braucht bald noch Fileserver, Datai upload, -download, anhängen, hin- und her mailen?

Aso, ein Problem hat man, die Dokumente lassen sich nicht mehr speichern. Das erscheint aber nur auf den ersten Blick problematisch, denn es wird einfach jeder(!) Bearbeitungsstand gespeichert, man kann also vom ersten Buchstaben bis zum fertigen Dokument auf jeden Zwischenstand zurück springen.

Also, ich bin gut voran gekommen, trotz oder wegen der ganzen -auch für mich teilweise- positiven Überraschungen bei der Bearbeitung. Als weitere Inspiration diente das Programm der ICIC, da ich mir einen Überblick über meine Vorredner verschaffen wollte. Ich war auch hier positiv überrascht, sehr viele moderne Zukunftsthemen: Smarter Content Delivery, The Article of the Future, Future Interfaces to Library Services, alles im Umfeld von chemischen Patent- und Wissenschaftlichen Recherchen. Die Entwicklungen in der Branche scheinen sich zu beschleunigen.

Um 6 bin ich dann los, zum Einchecken und für die Welcome Reception im Panaromapunkt am Potsdamer Platz. Der Veranstaltungsort ist nagelneu und ich konnte Christoph bei den letzten Vorbereitungen zuschauen und sogar etwas helfen.

      

Dann sind wir mit dem Bus zum Potsdamer Platz gefahren und steigen in einem Meer aus Licht und Nebel aus. In Berlin ist gerade das 8. Festival of Lights und ich hatte meine Kamera dabei – yeah!

Aber das coolste, verrückteste überhaupt passierte, als ich einfach so das folgende Bild hier gemacht habe:

Ich fand den Schnappschuss sehr gelungen, fast magisch, wie der Fotograf dort so zwischen den Menschen, dem Licht und dem Nebel steht und bin hin und habe ihm einfach das Bild gezeigt und gesagt, dass ich ihm das gerne schicken würde, wenn er mir seine Mailadresse gibt. Er suchte schnell eine Visitenkarte, fand keine, ich gab ihm meine und sagte noch, fast im Rumdrehen: tolle Installation ist das hier. Er grinst leicht und antwort: das ist meine, das hab ich gemacht.

Verrückt, oder? Philip Geist, der Video- und Lichtsinstallationskünstler steht dort zwischen hunderten Menschen und bestimmt zwanzig Fotografen, die mit Stativ das Schauspiel einfangen wollen. Und wen fotografiere ich als einzigen? Den Künstler selbst!

Dann die Welcome Reception ganz oben, mit super leckerem Essen und einer grandiosen Aussicht über die toll beleuchtete Stadt empfand ich als grosse Belohnung. Danke, Christoph, der Start war schon mal phänomenal! Ich drück Dir alle Daumen für den weiteren Verlauf deiner Konferenz!

Wünsche Euch allen einen schönen Start in diesen brandneuen Tag dieser brandneuen Woche!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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