Annehmen was ist und loslassen, was nicht ist…

Istanbul, 8:41, Tag 381

Heute Nacht habe ich in einer von mehreren Schlangen gestanden, eigentlich nur ein Ausflug, wieder so etwas wie ein Ferienlager, in das ich mich in den letzen Wochen öfter geträumt habe. Plötzlich brauchten wir unsere Pässe, meinen hatte jemand anders in einer anderen Schlange. Es wurde sehr hektisch, über uns brummten auch noch plötzlich zwei Hubschrauber, einer davon extrem gross, überdimensioniert. Sie kamen näher, ich konnte drei bequeme weisse Ledersitze in zwei Reihen in dem grossen Hubschrauber erkennen, kein Pilot. Der Riesenhubschrauber war leer und gemeinsam flogen sie über uns hinweg. Ich bekam in letzter Sekunde meinen Pass und in dem Moment weckte mich Aleyna auf, weil sie einen Albtraum hatte, in dem ein Dieb die Mama gefesselt und sie sie befreien musste und sie dann zusammen weggerannt sind. Es folgte eine schöne gemeinsame Stunde des langsamen Aufwachens, Quatschens, Kuschelns, die erst wir beide, dann alle drei sehr genossen haben.

Ohman, gestern ein Grosskampftag: um 8 der erste Termin, schnell bloggen, dann Willkommensfrühstück mit Asmund, dann unser größter Vertriebspartner in intensiven 3h bis um 2 betreut, schnell Essen und dann eine Session mit Asmunds, dann ins Büro, nach dem rechten sehen und verabschieden für eine Woche und dann zum Flughafen und so spät wie noch nie, erst 30min vor Abflug dort ankommen, zum Glück hatte er eine halbe Stunde Verspätung und sie hatten nichts gegen mein überschweres Handgepäck. Um 11 war ich endlich zu Hause.

Ich war den ganzen Tag voll aufgedreht! Habe meinen Vortrag vom Mittwoch noch einmal gehalten und diesmal auf Deutsch und noch etwas runder, wie ich glaube. Dann noch ein paar strategische Überlegungen ausgetauscht, alles sehr intensiv, angespannt, herausfordernd und irgendwie sehr bewegend.

Renne ich weg vor etwas, vor mir selbst?

Komischer- oder glücklicherweise empfinde ich gerade überhaupt nicht so. Ja, ich bin unruhig, unstetig und fühle ein hohes Energielevel, einen hohen Grad an Entschlossenheit, etwas zu tun, etwas zu machen. Und dann lese ich mit einem Seitenblick bei Facebook:

We have just one Life.
Keep it simple.

Manchmal möchte ich einfach den Flow geniessen, die Strömung, die mich mitreisst. Manchmal möchte ich einfach nicht hinterfragen, ob es richtig ist, ob ich nicht vor etwas weglaufe, wenn sich das Laufen selbst so gut anfühlt, so schön, so befreiend, so richtig und wichtig.

Ich habe immer einen Platz im Leben. Es ist der Platz, an dem ich jetzt gerade bin. Und an diesem Platz gibt es etwas zu tun, es gibt immer etwas zu tun. Dieser Platz kann auch eine Autobahn sein, auf der ich sehr schnell fahre. Dabei geht es nicht ums irgendwo Hinwollen oder von etwas Wegfahren. Es geht einfach um die Geschwindigkeit, um Traktion, um Abstand, um Fahrtwind, um vorbei rauschende Landschaften, um das Gefühl von 240km/h im Hintern, an den Händen, im Bauch. Es geht einfach um Bewegung.

Je mehr Zugang ich zu meinem Unbewussten spüre, je mehr ich einfach atme und einfach lächle, je mehr ich das annehme, was ist und das loslasse, was nicht ist, um so enger fühle ich mich mit dem grossen Flow des Universums verbunden, desto klarer fühle ich mit meiner Umwelt, meiner Familie, meinen Freunden, Kollegen, Partnern, mit meinen Kunden. Ich kann die Umstände nicht kontrollieren, noch beeinflussen. Ich kann nur sehen, was ist und ich kann loslassen, was nicht ist.

Die Beziehungen, die Verbundenheit, die Abhängigkeiten von uns selbst, mit allem, was uns umgibt sind mannigfach, vielschichtig, komplex, innig könnte man fast sagen. Und nur selten schauen wie tief genug und erkennen, wie verbunden wir mit allem wirklich sind. Wir bleiben zu gerne an der Oberfläche, begnügen uns mit Konzepten, Ideen und Vorstellungen. Wir vergessen die wechselseitige Abhängigkeit von allem mit allem.

Auf einer Folie meines Vortrages steht:

Companies don’t fail because the choose the wrong course – they fail, because they can’t imagine a better one.

Und das trifft so sehr auch auf uns selbst zu. Wir leben oft nicht das Leben, das wir uns wünschen. Aber nicht, weil wir uns das so ausgesucht haben und nun nicht wissen, wie wir das ändern können, wohin wir gehen sollen, was wir tun sollen. Nein, wir können uns oft einfach nur kein besseres Leben vorstellen. Und wir glauben nicht daran, dass wir ein bessere Leben verdient haben. Wir denken, wir rennen weg von etwas, von uns selbst. Doch dabei sind wir doch immer(!) auf dem Weg zu uns selbst, egal welche Richtung wir einschlagen.

‚Open heart walking‘ meint einfach zu gehen und dabei an nichts zu denken. Wir fühlen, wie die Füsse den Boden berühren, wie sich die Zehen abrollen, wie die Sohle federt, wir spüren die Unebenheiten, wir fühlen die Gelenke sich bewegen, die Muskeln sich ausstrecken und wieder anspannen, wir gleiten und schwingen und setzen dabei einfach einen Schritt vor den nächsten.

Mit einem bewegten Lächeln verabschiede ich mich von Euch in das Wochenende!

One thought on “Annehmen was ist und loslassen, was nicht ist…

  1. Klasse blog – hab ihn am Ostseestrand gelesen, hat genau zu meiner Stimmung gepasst, wollte was Kluges dazu schreiben, doch die Verbindung war zu mies und jetzt hab ich es vergessen und so wird es wohl der Nachwelt verloren gehen 😉

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