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Fast ein Pausenpost…

Hohenlohe, 6:59 Tag 422

Heute Nacht vom umgebauten Attatürk Flughafen geträumt, die Sicherheitseinrichtungen am Eingang wurden zu einer Art Portal oder Schleuse, mit langen Reihen von Sicherheitsbeamten die die Reisenden einzeln in mehreren Stufen kontrollierten. So wie in einer Boxengasse konnte man von den Beamten zur Inspektion gebeten werden. Danach eine Treppe durch den obligatorischen DutyFree Shop, die Treppengeländer waren falsch angebracht, so dass jeder drüber klettern  musste. Die tollste Frau führte und begleitete mich sicher durch dieses neue Chaos… ich wachte auf der Treppe auf.

Gestern lief gut, glaub ich! War super anstrengend, bin drei Stunden im Prozesse des Vortragens geblieben und gleich halb 9 geht es weiter, deshalb hier nur ganz kurz ein Lebenszeichen.

Übrigens wundert Euch nicht, dass ich nirgendwo einchecke. Irgendwie fühlt sich das hier, zusammen mit dem gesamten Management eines wirklichen grossen Mittelständlers, falsch an. Klar weiss ich, dass mein Telefon alle meine Location Informationen speichert und vermtl. auch die Telekom dies tut. Aber es gibt einfach noch keine klare Normen, ob ich das jetzt auch aktiv in die sozialen Netze pusten darf, wo bei wem ich heute bin. Und so lange ich meinen Auftraggeber nicht explizit danach gefragt hab, mach ich das einfach mal nicht…

Ok, ich möchte noch letzte Hand an mein Skript anlegen und auch ein wenig frühstücken. Ganz ohne Bild fühlt sich das jetzt richtig nackt hier an, egal … bis morgen dann, wünsch Euch lächelnd einen grossartigen Freitag!

Über meine Aufregung…

Berlin, 7:10, Tag 421

Heute Nacht naturgemäß unruhig geschlafen, ich hab geträumt und alles vergessen, bin weit vor dem Wecker wache gewesen, habe das weiter dösen aber sehr genossen.

Meine Sitzmeditation war unerwartet ruhig und die meisten Gedanken, die hoch poppten drehten sich um ein Gespräch gestern nachmittag, als es ums Einfach Machen, um Service, ums Dienen und um die richtige Intention ging.

Ich hab wieder das Gefühl, durchzudrehen, ganz kurz nur und tief drinnen. Es ist fast immer so, vor länger vorbereiteten Auftritten. Eine Mischung aus Lampenfieber, Aufregung, Angst, immer wieder mit Freude, Spannung und enthusiastischen Momenten durchsetzt. Ich fühle mich unglaublich lebendig.

Ich hab noch kein Skript fertig für meine Auftritte heute Abend und morgen Früh, habe meine Slides an denen ich ständig rum schraube und habe immer wieder Ideen für Redewendungen, für wichtige Punkte, die ich unbedingt erwähnen muss und Gedanken über die Zuschauer, was sie wohl wollen, denken werden: warum sie mich eingeladen haben, was sie erwarten und dass ich den Auftrag habe, zu provozieren, aufzurütteln. Und das ja nur geht, wenn ich über etwas spreche, was mich provoziert und aufrüttelt. Die Zweiteilung meines Vortrages ist auch etwas sehr Spannendendes, etwas Neues für mich.

Ich geh jetzt noch einen Tee trinken und dann setz ich mich ins Taxi zum Bahnhof. Habe noch vier Stunden Zugfahrt Zeit meine Gedanken zu sortieren. Ihr merkt vielleicht, wie sehr gespannt ich bin…?

Und drücke jetzt ohne Bild, nur mit den zwei Videos -deren Kommentierung ich auf heute Abend verschiebe- hier jetzt mal auf Senden…

Wünsch Euch einen lebendigen Tag!

 

Über SAP und die Cloud…

Berlin, 7:41, Tag 420

Die Überschrift steht da schon, aber erst mal mein Traum, der heute ein ganz besonderer war.

Ein Ausflug im Gebirge, damit ging es los. Ich bin eine immer steiler werdende Wiese einen kleinen Trampelpfad entlang gelaufen, später geklettert. Es wurde plötzlich so steil, fast senkrecht, so dass ich mich mit meinem Händen und Füssen nur noch an Grasbüscheln festhalten konnte. Tief unter mir der flach abfallende Steilhang. Immer das Gefühl, wenn ich jetzt abrutsche, dann gleite ich 50, 100 Meter diesen Abhang hinunter. Ich erlebte das Klettern an den Grasbüscheln, die wechselnde Gewichtsverteilung beim Umsetzen der Hände und Füsse sehr intensiv, bis ich schliesslich tatsächlich abrutschte.

Nichts Schlimmes passierte, als ich wieder unten ankam. Ich drehte mich um und entdeckte plötzlich den Trampelpfad wieder, der in der Steilwand entlang nach oben führte. Ich sehe das Gebirge um mich herum, bin jetzt in einer kleinen Senke mit einem Bach, der in einer Felswand verschwindet. Ich wartete auf den Rest der Gruppe. Schliesslich kommen sie an, einer wird mit einer Trage von zwei Kollegen getragen. Wie sollen wir damit nur den steilen Pfad hochkommen.

Es wird Abend, ich laufe los, den Sonnenuntergang fotografieren. Der Blick über eine Bucht in der Ferne, mit Segelschiffen und Inseln am Fusse des Gebirges ist atemberaubend. Ich laufe an ein paar Hütten vorbei von denen ich schon einmal geträumt hatte, immer verändert sich das Motiv. Häuser, Bäume und Büsche versperren entweder die Sicht auf die Sonne oder die Segelboote. Ich versuche herauszufinden, wie viel Zeit ich noch habe bis die Sonne weg ist, es gelingt mir nicht.

(An dieser Stelle wache ich auf, es ist 4 Uhr, ich muss mal, stosse mir den Kopf an der Badtür und schlafe nach ein paar Notizen sofort wieder ein.)

Die Häuser werden zu einer Art Feriensiedlung, viele andere Menschen räumen Sonnenliegen auf den Rasen und machen es sich für den Sonnenuntergang gemütlich. Ich habe ein Foto gemacht, suche noch nach weiteren Motiven und finde mich plötzlich im Bett mit meiner Frau wieder, wir kuscheln und ich entdecke hinter mir plötzlich schnell ziehende dunkle Wolken im Gebirge. Die anderen sind doch noch dort oben auf 3.800m, hoffentlich passiert nichts.

Ich beobachte die Wolken am Fenster, sie ziehen in Richtung Gebirge mal sehr schnell, dann wieder langsam, dann drehen sich die Richtung. Es kommt mir vor wie Zeitraffer, aber es ist ein echtes, völlig irres Wetterphänomen. Plötzlich öffnet sich eine Wolke und über dem Gipfel, der am nächsten liegt, ergiesst sich ein fast schwarzer Wolkenbruch – ohoh! Tatsächlich kommt eine riesige Flutwelle wie eine Lawine den Hang hinunter auf unsere Haus, unsere Fenster zu. Auf dem Abhang verliert die Flutwelle ihre Kraft und ganz knapp vor uns ist das Wasser komplett in alle Richtungen zerflossen. Ich wache mit einer Beule an der Stirn auf…

Und nun zurück zu Überschrift und meinem gestrigen Abend!

Ich war von einem Freund auf eine BVMW Veranstaltung: „Die Welt ändert sich… Die SAP Business Cloud im Überblick“ eingeladen worden. Im Foyer schon ein kleiner gemeiner Lacher als Auftakt, weil dort ein Messeaufsteller von WDEBIL stand, einer neuen Bilanzierungslösung von SAP.

Wir stellten uns vor, wie sich vielleicht der Praktikant ins Fäustchen lachte, als der Name WDEBIL tatsächlich vom Chef genehmigt worden ist. Falls jetzt jemand von SAP hier mitlesen sollte: never mind! Es gibt keinen bessere Namen für diese Thema. Ich ahne, das WDEBIL sicher von EBIL, der Einzelbilanzanalyse aus dem Sparkassenumfeld kommt und Euch völlig logisch, unverfänglich erscheint?

Dann stellte sich der Vortragende vor, er käme aus der Pfalz und würde uns erklären, warum SAP schon seit 40 Jahren mit seinen 62.000 Mitarbeitern Cloud Computing machen würde. Und wie bereits 7.000 von den 62.000 Cloud auf der Stirn stehen hätten. Kein Witz! Er sagte und wiederholte das unzählige Male während der nicht enden wollenden zwei Stunden.

Er hätte selbst schon Gelegenheit gehabt, mit einigen der fünf Gründer von SAP zu sprechen, die der IBM vor 40 Jahren bewiesen hätten, dass Standardsoftware doch funktionieren würde. Nun würde aber die ganze Firma zu Cloud umgebaut, und alles sei ganz sicher und schon innerhalb von 10 Tagen würde für jeden Mittelständler, die passende Lösung in der SAP Cloud bereit stehen. Egal ob Reisekostenabrechnung, Personalmanagement oder die anderen traditionellen Module und sogar Social Media Monitoring. Sie könnten das alles jetzt einfach auch von der SAP mieten und brauchen keine eigenen Server mehr.

Mit jeder unbewiesenen, oft falschen Behauptung, dass Cloud = Miete sei und trotzdem nun alles noch sicherer sei (er sei ja schliesslich studierter Banker!) und auch 90% der Anforderungen (wir machen das ja schliesslich schon seit 40 Jahren!) habe ich etwas darüber aufgeregt, wie hier Zeit verschwendet worden ist, nein eigentlich mehr, wie hier eine so grossartige Gelegenheit ungenutzt verstrichen ist, als wirklich erfahrene und super erfolgreiche SAP mal zu erklären, was sich für die Kunden von SAP verändern wird, was es wirklich Neues gibt, und auch, was bewährte Lösung seinen und es auch in Zeiten des Cloud Computing bleiben.

Ich musste dann ab und zu meditieren, um durchzuhalten. Vor allem nach dem ich merkte, dass meine Anmerkungen, Ergänzungen und Klarstellungen im Rahmen dieses Vortrages über die SAP, nicht über Cloud Computing, einfach nicht gewünscht waren. Ich fühlte mich sehr schnell als Störer. Das ist nichts Neues, das kenn ich schon von mir und auch vom letzten Wochenende. Ich habe heute morgen nach dem Aufstehen auch heraus gefunden warum: ich habe wohl mal wieder: ich weiss auch was und ich weiss es besser gespielt. Mich ärgert, dass ich nicht schneller mitbekommen habe, dass das unerwünscht war.

Schon mit meiner Einleitung, dass wir bei mtc All In Cloud mit unserer mtc sind, bis auf kleine Reste und dass ich ja noch mehr und dass ich auch Vorträge darüber halte und einen Blog schreibe und Twittere, etc. habe ich mich in diese Ecke positioniert. Damit war ich als Konkurrent abgestempelt und die sind Ihrer Natur nach, einfach nicht beliebt.

Dann habe ich mich ertappt, auch wieder den Fauxpas begangen zu haben, für alle zu sprechen. Das ist eine Anmassung und sollte ich ebenfalls aus meinem rhetorischen Repertoire streichen. Es kam so, dass mein Freund fragte, wie er den die SAP Cloud Lösungen an seine Bedürfnisse anpassen könne.

Die Antwort eines anderen BVMW Mitgliedes aus dem Publikum lautete: Na, da schreibt man ein Pflichten- und Lastenheft und dann vergleicht man die Anbieter, so einfach ginge das. Da musste ich mich extrem zurückhalten, nicht laut los zu lachen, was mir nicht ganz gelungen ist. Auch nicht gut! Denn er hatte ja irgendwie auch recht damit!

Aber als darauf die ergänzende Antwort des vortragenden SAP’lers kam mit: wir haben so viel Erfahrung (seit 40 Jahren, mit 62.000 Mitarbeitern) dass wir 90% von allem, was sie brauchen werden, einfach schon mit unserem Standard abdecken und für die fehlenden 10% gibt es ja unsere Partner, die ihnen gerne ein Angebot unterbreiten werden. Ich versank fast im Boden. Ohhhhha!

Es tat mir fast körperlich weh, diese Verzweiflung und diese Hilflosigkeit zu sehen. Wobei die beiden Antwortenden selbst natürlich felsenfest von der Richtigkeit ihrer Ansichten und Antworten überzeugt waren. Sie konnten nur an meiner leidenden Körpersprache erkennen, dass sie mich damit irgendwie folterten und verstanden nicht, warum!

Nachdem ich mich beruhigt hatte, musste ich mich doch einmischen und in meiner Verzweiflung, habe ich eben für alle gesprochen, statt inne zu halten, weiter ruhig zu atmen und einfach abzuwarten. So antwortete ich, dass sich Mittelständler wie ich, eben nicht mehr nur für den Durchschnitt und für den Standard interessierten, sondern für genau die Lösungen und Ideen, die den Unterschied ausmachen, mit denen wir uns noch vom Wettbewerb unterscheiden könnten. Und das dies eigentlich in dem Cloud Computing Ansatz stecken würde!

Aber trotzdem hatte der Abend bei der SAP in Mitte doch sein Gutes, ich habe ja etwas gelernt! Einmal über die SAP und deren Verständnis von Cloud Computing. Und auch etwas über mich, dass ich mit meiner Besserwisserei und Vereinnahmungen einfach nichts erreiche.

Wünsche Euch allen einen klaren Morgen und Tag!

Führung braucht keine Titel…

Berlin, 7:37, Tag 419

Heute bin ich hier wieder etwas später, hab den morgen erst mal in Ruhe laufen lassen, bin nicht mehr ganz so gestresst, die Wirkung des Wochenendes lässt nach und ein wunderbares Gespräch hat am Nachmittag dabei sehr geholfen. Nun glaube ich wieder oder noch mehr daran, dass ich ok bin, dass meine Gefühle, meine Ahnungen und Gedanken in Ordnung sind, auch wenn ich sie noch nicht formulieren kann, ohne mich selbst und andere dabei zu stressen.

Hab zwei Träume geträumt, aus einem ersten bin ich mitten in der Nacht 1:37 aufgewacht. Nach meinen wirren Notizen ging es an einem Strand um Lügen und um das Gefühl, wann man merkt, dass genug gelogen ist, aber ich krieg die Bilder dazu nicht mehr zusammen. Dann ein Art Alptraum kurz vorm Wecker. In einem Tal wird eine kleine tote Maus immer wieder lebendig, egal, was mit ihr passiert, sie wird gross und riesig und stirbt und Teile von ihr beleben sich immer wieder. Einmal füllt sich das Tal mit Wasser, das sich grünlich verfärbt und wie ein Gelée mit der Maus abfliesst. Ich wache auf und fühle eine irre, unbändige Lebenskraft in mir.

Am Wochenende kam ich mir ja etwas behindert vor. Ich hatte Nebel im Kopf, als es darum ging, mein Unwohlsein mit auf dem Seminar vorgestellten Konzept von Leadership zu formulieren. In meiner Verzweiflung wertete ich nur ab und konnte keine Lösung, keinen Ausweg finden.

Nun ist mir gestern, beim abendlichen Lesen ein Buch in die Hände gefallen. Also, ich habe im Kindle in einer verstaubten Ecke ein Buch wiederentdeckt, welches ich für meine andere Meinung verantwortlich machen kann. Ich hab das mal vor ein paar Jahren quer gelesen, wie ich viele dieser amerikanischen Motivationsbücher nur querlesen kann, um ihre Essenz zu finden. Hier ein paar Zitate, die ich gestern markiert habe:

People in today’s business world misunderstand leadership. They are so confused about it. They really do think it’s just for executives who run organizations.

We all need to start demonstrating leadership, regardless of our titles. It’s no longer an excuse to say you don’t have a high rank so you don’t need to take ownership for the results of the organization.

Growing and developing the leadership talent of every single person throughout the organization faster than their competition. The only way to avoid getting eaten alive is for companies to strengthen the capacities of employees at every level to lead in everything they do.

Titles do bring power. But the problem with the type of power they bring is that if the title gets taken away, the power gets lost.

‘Innovation’ sounds complex, but it really is simply about consistently making everything a whole lot better than you found it. Actually, the clearest way that I can define innovation and creative mastery is to be all about making this day better than yesterday.

Durch diese paar Zitate aus dem Buch „The Leader who had no title“ scheint durch, was ich unter Leadership verstehe. Es hat viel mehr mit Zen zu tun, als mit dem Aneignen und Üben von „irgendwelchen“ wenn auch sicher wirkungsvollen Kommunikations (also Manipulations;) Techniken, zum Erreichen von persönlichen Zielen oder den Zielen der Organisation und das hat auch nichts mit dem Bewältigen von Problemen oder stressigen Situationen im Job zu tun.

In meinem Verständnis von Leadership geht es um viel grundsätzlicheres. Es geht eher darum, sein Leben in die Hand zu nehmen und sich auf den Weg zu machen. Aber nicht falsch verstehen. Im Gegensatz zu dieser Einstellung „Führung braucht keine Titel“ ist es für mich überhaupt keine Frage, dass es effiziente, transparent kommunizierende Manager mit Titeln auf jeder Ebene in jeder Organisation braucht. Na klar, sonst können wir nicht arbeitsteilig in größeren Gruppen zusammen arbeiten, sonst funktioniert unsere Infrastruktur, unsere Gesellschaft einfach nicht mehr. Nur, liegt mein Interesse – wenn ich den Begriff Führung oder Leadership benutze- eben nicht auf der Optimierung meiner Management Fähigkeiten.

Soweit so gut! Mich holt mein Alltag grade zu schnell ein, ich hab schon wieder überzogen hier und meine Meetings starten gleich.

 

Wünsch Euch allen einen exzellenten Tag!

 

Bewertungen allein bringen nix…

Berlin, 7:47, Tag 418

Auch heute Nacht hab ich geträumt. Erst habe ich einen Auftrag gewonnen in grossen Räumen, die immer kleiner und schliesslich zu einer Zahnarztpraxis wurden. Eine Plombe hinten, unten, rechts im Backenzahn war rausgefallen. Dann an einem See hielt meine Mutter einen kleinen Aussenboardmotor in der Hand und ins Wasser und quirrlte es damit durch. Der See wurde glasklar und wir sahen einen einsamen, riesigen Karpfen am Grund entlang sausen. Er war alt, wirklich gross und sehr schnell und wurde nach einer Wende zu einer Art Riesenwels, der mit offenem Maul Jagd auf kleinere Fische machte. Er war viel zu alt und zu clever, um sich noch angeln zu lassen. Als ich schon dachte, er würde sich einen kleinen Fisch schnappen können, zoomte ich rein und sah ich, wie dieser entkam und sich im gleichen Moment einen Minifisch erschnappte. Nach dieser Szene wachte ich weit vor dem Wecker auf…

Vorhin vorm und beim Meditieren hatte ich die Idee, hier ein wenig von dem Aufzuschreiben, was ich gestern lernen durfte. Dann kam aber sehr schnell die Aufregung, die Planung, die Organisation der Woche dazwischen. Ich nahm mir vor, nur bis 8 zu schreiben. Nun stresse ich mich grad etwas, weil die Zeit schon rum ist und ich hier noch schreiben möchte, aber eigentlich auch andere Sachen tun wollte. Irgendwie sinnlose Gedanken, die mich aktivieren, mir Energie rauben/geben.

Ok, ich glaub, das Wichtigste gestern war die Erkenntnis, dass reine Bewertungen von Situationen, Sachverhalten oder Themen einfach keine Punkte bringen. Etwas nur zu bewerten, bringt die Sache nicht voran und klärt nichts. Ich hab mich gestern in den ersten Stunden sehr unwohl gefühlt. Einmal damit, wie das Thema Leadership positioniert war und wohl auch mit dem Vorgehen im Seminar. Ich hab das ein paar Mal geäussert, allerdings konnte ich nicht klar benennen, was mir nicht gefällt. Ich meldete mich zu Wort, widersprach den Behauptungen mit: das seh‘ ich anders, so geht’s nicht, so ist es nicht gut, das entspricht nicht meinem Verständnis von Leadership, was aber zu Frust/Gegenwind beim Trainer und in der Gruppe führte.

Das ganze wurde dann gleich offen analysiert, was mir einerseits sehr unangenehm war, anderseits ich aber die ganze Zeit das Gefühl hatte, jetzt bewegt sich was, jetzt ist Spannung da. Die Grundstimmtung war nur eher negativ, statt positiv optimistisch. Und das war auch die zweite Erkenntnis. Eine Bewertung ohne irgend ein Angebot oder eine Forderung, vielleicht verbunden mit irgend einem Art von positiver Unterstützung, dem Betonen von Gemeinsamkeiten oder dem Ziel, bringt einfach nichts, hinterlässt nur Chaos, Ratlosigkeit und Frust bei anderen, belastet also eher die Beziehung zu anderen Menschen.

Allein für diese -sich über die ganzen zwei Tage festigende Erkenntnis- hat sich das Seminar mehr als gelohnt. Es gab noch so viel mehr, aber ich arbeite schon die ganze Zeit nebenbei an verschiedenem Krams, der einfach getan werden sollte, dass ich jetzt mal hier schnell publish drücke!

Wünsch Euch einen tollen Start in die neue Woche…

Thanksgiving, über den heutigen Abschluss meines Seminarjahres…

Berlin, 9:00, Tag 417

Heute mal ausgeschlafen und erst um 8 los und schon ein erstes Treffen hinter mir. Und obwohl ich ohne Wecker mitten in einem Traum wach wurde, konnte ich keinen Gedanken mehr daran zu fassen kriegen. Meine Morgenmeditation war kurz und voller ruhiger Gedanken an gestern und meinen nächsten Auftritt Ende nächster Woche.

Mir fehlt grad die Zeit zur Reflektion, zum Verdauen und das geht eigentlich das ganze Jahr schon so. Heute fällt es mir besonders auf.

Es fing im Januar mit zwei Workshops an und seit dem nehme ich einmal im Monat an Wochenendseminaren teil, die mich aufrütteln, mir neuen Input geben, mich in Gruppen mit anderen Menschen aus anderen Umfeld zusammen treffen lassen.

Vor ein paar Jahren habe ich schon einmal so ein ähnliches Jahr erlebt. Es war Teil einer größeren Veränderung in meinem Leben, ob Auslöser oder Folge ist dabei unerheblich. Diese Seminare bedienen mein Interesse und meinen Hunger nach Psychologie, nach Kommunikationstheorie, nach Strukturen in zwischenmenschlichen Beziehungen und in meinem eigenen Verhalten.

Neben meiner Beschäftigung mit Meditation und buddhistischer Psychologie ist dies das zweite Standbein meiner eigenen, ganz persönlichen Entwicklung.

Diese Schübe einmal in 2008/9 mit einer Art Grundausbildung, in deren Verlauf ich es geschafft habe, mit dem Rauchen aufzuhören und dafür erst für ein paar Wochen, dann Monate und nun schon für Jahre auf Alkohol als Rauschmittel verzichte.

Nach über drei Jahren Pause, dem Auslassen von zwei weiteren Seminarstufen, der Master und Coach Ausbildung, habe ich nun in diesem Jahr einfach mit der letzten Stufe, dem Trainer weitergemacht und an diesem Wochenende findet mit einem Das Leader-Prinzip Wochenende, der vorläufige Abschluss statt.

Das wirklich besondere an solchen Wochenende ist es, dass ich mit der eigenen Unerbittlichkeit meines Verhaltens konfrontiert werde und anders als im Alltag, nicht vor den Konsequenzen davon laufen kann. Zumindest nicht für die Dauer des Wochenendes! Das ist viel länger und gleichzeitig viel konzentrierter, als im Alltag.

Dazu kommt, dass die Trainer, die die Impulse setzen und die die Themen vorbereitet haben, natürlich eher auf persönliche Probleme und Konflikte der Teilnehmer fokussieren. Diese Problemsicht erhält einerseits die Seminarmaschine am Laufen, weil das Seminar ja die angebliche Lösung von Problemen verkauft und gleichzeitig zieht das aber einen ganz bestimmten Typ Mensch an, der sonst  in freier Wildbahn in dieser Häufigkeit nur selten anzutreffen ist. Oder anders formuliert, weiche ich der Konfrontation mit solchen Themen und Menschen normalerweise eher aus.

Diese Menschen und sich selbst dann in Laborsituationen, also den Übungen in solchen Seminaren zu erleben, in denen ich mich ausprobieren kann, in dem gezielt unangenehme, herausfordernde Situationen erzeugt werden, wobei mein Verhalten durch mich selbst und andere analysiert und so besser verstanden werden kann, bewirkt wohl die größten Veränderungsschübe bei mir.

So, warum ich das jetzt alles so geschrieben habe, weiss ich nicht genau. Ich bin nicht zufrieden, möchte etwas anderes machen und bleibe aber im Prozess des Seminares, selbst hier im Cafe bei meiner Schreibmeditation komm ich nicht raus.

Und genau das meinte ich damit, als ich einleitend schrieb, dass mir die Zeit zur Reflektion fehlt und ich mich irgendwie schon auf die Zeit danach freue, die Zeit der langsamen Reife und der anschliessende Ernte.

Oh schön, egal wo jetzt dieser Schwenk zu Thanksgiving her kommt, wünsche ich zum Schluss dieses Sonntagspostes allen ein tolles Erntedankfest.

Geniesst diesen, Euren Sonntag einfach!

Drei Länder Tag…

Gorzow, 7:41, Tag 416

Leider nur ganz kurz heute, habe geträumt von einem Mann, der in einem Raum, einem Restaurant an einem Tisch mit Abzugshaube steht und Platinen lötet. Er scheint ein Hacker oder ähnliches zu sein, ich frage ihn, was denn das Tolle am Löten sei und kriege keine richtige Antwort, er kann es nicht erklären…

Bin gestern mit einem kurzen Zwischenstopp im Büro gleich weiter nach Polen, zu Meeting und Weihnachtsfeier eines meiner Lieblingskunden gefahren. Hab sogar eine kleine relativ Rede gehalten, die ich hier noch verbloggen möchte.

Heute nun schnell zurück, weil gleich um 12 in Berlin ein Leadershipseminar mit Frank Kuhnecke startet, für das ich diesmal schon so schnell aus Istanbul zurück wollte und musste. Und da ich gestern ein Riesenglück mit dem Flug und ganz tolles Fotowetter hatte, gibt es kurz vor der Heimfahrt noch ein paar Luftbilder:

Airbus, Atatürk Airport, Nov 2012

 

Istanbul voller Baustellen, Nov 2012

 

Gated Community im Venedig Stil, Nov 2012

 

 

Immer mehr neue Stadtviertel, Istanbul, Nov 2012

 

Energiewende im Nebel, Brandenburg, Nov 2012

 

Mit diesem letzten Bild von gestern, wünsch ich Euch einen grossartigen Samstag…

Frühaufstehen…

Noch Istanbul, 7:01, Tag 415

Heute Nacht passend von einem Dinner geträumt. Viel erinnere ich mich nicht mehr, es war eine dunkle Kneipe, nur ein paar Tische und ein komischer Tanz, um den Fakt, wer den Hauptdarsteller des Abends spielt. Ich bin eine halbe Stunde vor dem Wecker aufgestanden, um einen Morgen ganz in Ruhe zu verbringen, an alles zu denken, Zeit zu haben für den Weg vormittags nach Berlin und nachmittags nach Gorzow, Polen…

Bereite eine Veranstaltung Ender nächster Woche vor, die gestern und heute fast all meine freie Kapazität beansprucht, schaue viele Videos, forsche und suche nach den passenden Beispielen, die ich nutzen könnte, versuche immer wieder zu verstehen, was meine Botschaft ist, was ich eigentlich sagen will und wie ich das am einfachsten, am eindrucksvollsten, am leichtesten rüber bringen könnte.

Mir fallen die verrücktesten Einleitungen ein, die Struktur steht schon, jetzt geht es eigentlich nur noch um das wie. Daneben immer wieder Tagesgeschäft, Projekte und Themen, die schon laufen, die im Team daheim laufen, die mich auch fordern, aber anders, in einer anderen Rolle. Dann gibt mich ja auch noch privat als Mann und Papa, was an letzten Tagen auch immer eine ganz besonders schöne Aufgabe ist.

Nun sitze ich schon am Flughafen, in einer knappen Stunde geht der Flieger, jetzt ist schon Boarding angekündigt.

Wünsche einen tollen DonnerstagFreitag!

Heute nur das nötigste…

Istanbul, 7:48, Tag 414

Heute Nacht habe ich meine Konferenzerlebnisse verarbeitet. Erst bin ich dafür einen Berg hochgelaufen, ein steil ansteigender Weg, bin zu einer Fotosession gekommen. Später habe ich mich auf meinen Vortrag vorbereitet in einem weiten Saal voller Menschen, meinem späteren Publikum. Ich suchte mir einen Platz, sprach mit Bekannten und Unbekannten, jeder hatte mit seinen Papieren zu tun, mir wurden laut Ratschläge erteilt, was ich wie zu sagen hätte, den Ratgebenden hörten mehr und mehr zu. Als sich alle irgendwann nach mir umdrehten, wachte ich auf, es war erst halb 4, ich schlief froh wieder ein…

Heute berichtige ich mal ein paar der Schreibfehler in meinen letzten Posts (sorry!) Und da ich morgen nach Berlin zurück darf, kürze ich diesen Post heute mal auf das allernötigste zusammen.

Und wünsch Euch ganz fix einen wunderbaren Tag!

 

Istanbuler Bildermischmasch…

Istanbul, 7:30, Tag 413

Heute habe ich mit Freunden in einer Hütte übernachtet, flaches Decke, knarrige Treppe, zerwühlte Betten. Am nächsten Morgen will ich helfen, Löcher in die Decke zu bohren, sehe die Bohrmaschine, die Markierungen in der Decke, eine Leiter, die jemand festhalten wird. Ich klettere hoch, die Leiter steht viel zu schräg, sie wackelt sehr. Als ich ganz oben stehe und den Bohrer ansetzen möchte, fallen mir einzelne Mauersteine entgegen, irgendwie schaffe ich es doch und wache auf…

Sitze wieder in meinem Durak Bufe beim Tee und schreibe unter dem Neuigkeiten schreienden Fernseher. Mir fällt auf, dass viele Türken hier wohl ein restless leg syndrom haben. Eben saß ein Pärchen in meinem Blickfeld, beiden warten auf ihr Frühstück und ihr linkes, sein rechtes Bein tanzten. Jetzt schauen sie gebannt auf den Fernseher, der die Unfälle und Dramen des gestrigen Tages zeigt. Ich bin wohl unruhig, fällt mir deshalb so etwas auf?

Durak Bufet, Nov 2012

Haben gestern drei richtigfrische, ganze Fische auf der Strasse hier gekauft. Später ist mir aufgefallen, dass ich zum ersten Mal Fische selbst filetiert hab! Beim dritten sah er dann auch so aus, wie ich Filets kenne. Einfach in Butter gebraten, Kartoffeln und Blumenkohl dazu, mhhh lecker!

Fischfilets braten, Gayrett Sitesi, Nov 2012

Hab mich an den Trick erinnert, die Filets nur auf der Hautseite durchzubraten und wenn sie dann fast gar sind, nur noch mal ganz kurz auf die andere Seite zu drehen und auf die Teller zu packen. Ich hab schon die ganze Woche jeden Abend mit Freude gekocht. Das hatte ich Monate, fast Jahre lang nicht mehr und irgendwie vermisst.

Bin gestern nachmittag raus und habe einen langen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Wollte nur laufen! Wenn ich den ganzen Tag am Laptop sitze und keinen Arbeitsweg habe, weil ich zu Hause arbeite, krieg ich irgendwann ’nen Rappel…

Möven über Mecidiyeköy, Nov 2012

Fast wieder zu Hause sah ich dann das Kind hier auf die Strasse statt Fernsehen schauen. In einer Basement Wohnung, in der auch meine Schwiegereltern vor 30-40 Jahren hier im Viertel gewohnt haben.

Kind in Gayrettepe, Nov 2012

Ein interessantes Symbolfoto für mich, wie mir heute morgen erst auffiel. Ein Symbol für meine frühere Unfreiheit! Ich hab gestern Abend noch einen Artikel empfohlen bekommen und im Bett durchgelesen: „Nüchtern“ von Benjamnin Stuckrad-Barre, den dieser Ende Oktober in der WamS veröffentlicht hat. Könnte ich auch so gut schreiben, der Artikel hätte auch von mir sein können.

Das Fehlen des heldenhaften Rausches, der Affront des Nichttrinkens, die Rauscherinnerung… fast alles, was er schreibt entspricht so sehr meinen Erfahrungen mit dem Nichttrinken, welchem ich seit vier Jahren fröhne! Ok, sein Weg über Klinik und Therapeut blieb mir erspart, da kann ich nicht mit reden, wobei bei mir war’s die Meditation und eine psychologische Ausbildung. Beides sicher auch mit eher therapeutischem Charakter.

Heute morgen war ich dann wieder sehr müde, setzte mich auf mein Kissen und genoss den Sonnenaufgang.

Beleuchtet wurde unser Viertel hier von dieser Wolke, angestrahlt von der aufgehenden Sonne tauchte sie alles hier ein goldenes Licht, für zwei Minuten nur…

Habt einen tollen Tag!