Berlin, 7:06, Tag 408

Auch heute habe ich geträumt, es aber kurz nach dem Aufwachen vergessen, eine leichte Spur ist noch vorhanden, aber ich kriege sie nicht mehr zu fassen.

Gestern habe ich meine Kleeene von Oma zurück geholt, die ganze Fahrt im Nebel. Ich war wie in meiner eigenen Blase unterwegs. Mit so kurzer Sicht existiert nichts ausserhalb, ausser weisses Nichts. Ein kurzer Schreck zu Beginn, kurz nach dem obligatorischen Tankstop im Rasthof Fläming mit einem grandiosen Marche Mittagessen: erst sah ich sehr weit weg schon Warnblinker, dann eine Rauchsäule und dann ein einsames Auto, brennend auf dem Standstreifen. Die beiden unverletzten Fahrer standen kurz dahinter, auf türkisch telefonierend. Ich hielt an und ihnen meinen Feuerlöscher hin, sie winkten ab:

Crazy! Wir konnten nichts tun, das Auto brannte lichterloh, wie im Film. Es ist zum Glück niemandem etwas passiert und wir fuhren völlig perplex weiter, auch damit nicht irgendein Träumer noch in uns rein krachte…

Später auf der Landstrasse zwischen Barnstädt und Steigra dann dieser Baum. Ich fahre stundenlang durch Nebel an vermutlich 100.000enden Bäumen vorbei, der hier fand seinen Weg direkt in mein Herz, er berührt mich direkt. Zwei Stunden später, auf dem Rückweg halte ich an und muss(!) ihn fotografieren…

Ich wollte mit viel mehr Zeit nehmen für das perfekte Bild von ihm, aber natürlich ging das nicht, auf einer Landstrasse im Nebel mit Sichtweite unter 50m war das Risiko am Strassenrand rumzustehen einfach wieder viel zu gross.

Gerade beschäftigen mich zwei grosse Projekte, die mir ungeheuer viel Spass und Freude machen. Ich verspüre ab und zu wieder mal eine alte bedrohliche Stimmung: dass es nicht zu schaffen ist, dass alles unmöglich ist, warum ich das wohl überhaupt alles mache und dass ich auf das nächste Meeting schlecht vorbereitet bin, dass ich so viel mehr hätte machen müssen, das ich doch nur ein Prokrastinationsexperte bin. Ich sehe diese Gefühle aufsteigen und genauso wie ein Verlangen nach irgend etwas wieder verschwinden. Der große Hunger nach Leben bleibt. Der kleine Hunger nach den kleinen Dingen geht immer nach wenigen Minuten. Es gelingt mir grade bei beiden Projekten, das anzunehmen was ist und meine Unruhe einfach nur wahrzunehmen und mich nicht mehr selbst fertig und runter zu machen mit irgend welchen „Das schaffst Du nie“ Gedanken. Das fühlt sich richtigrichtig toll an… so darf es weiter gehen!

Und dann sehe ich folgenden Artikel im Augenwinkel: How to Let Your Purpose Find You vom grossartigen Umair Haque:

„Be uncool enough to love. Purpose is a kind of love; it bridges the gap between the individual and the world. Yet, at every turn, in our brain-dead cult of the glacial machine, we’re discouraged from even using the word love — unless, of course, when it serves the consumerist purpose of selling diamonds or cheeseburgers or SUVs.“

und dann später weiter:

I do mean: immerse yourself in stuff that makes you hurt, ache — that maybe even makes your heart break a little bit (or a lot). You’re feeling the stirrings of empathy — and purpose, Big Love, needs Big Empathy like the river flows to the sea.

Und damit muss ich Euch jetzt alleine lassen, die ersten Meetings rufen, mein Leben ruft… wünsche Euch einen tollen Tag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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