Istanbul, 7:48, Tag 410

Heute Nacht habe ich von einer Konferenz mit Dan geträumt, wir sassen an einem Tisch und diskutierten die Besonderheiten von Höhlenforschern, was die Guten auszeichnet, wie sie vorgehen. Der Saal füllte sich immer weiter, es ging zum Buffett und wieder zurück an die runden Tische. Später fuhr ich mit einem blauen Wagen auf der Stadtautobahn, nach einem kurzen Blick zum Nebenmann auf der mittleren Fahrbahn, wäre ich meinem Vordermann fast drauf gefahren. Ich hatte höchstens noch einen halb Meter Abstand von ihm und er bremste weiter und ich musste auch immer stärker bremsen, um nicht doch noch drauf zu fahren. Es dauerte ewig und ich musste voll in die Eisen, meine Bremsen qualmten, meine Reifen quietschten. Bremste er wirklich so stark, nur um mich zu ärgern und wieder auf Abstand zu bringen oder gab es  doch einen Stau? Schliesslich standen wir beide, ich hatte es geschafft, stieg aus dem Auto und fuhr mit dem Fahrrad auf der plötzlich leeren Stadtautobahn kurz vor der Abfahrt Kuh’damm um die Kurven. Es kamen mir vereinzelte Autos, Geisterfahrer entgegen, es wurden mehr Fahrräder, die mit mir fuhren. Ich stieg ab, als es echt gefährlich wurde und kletterte am Randstreifen Treppen zu Häusern hoch. Es lebten dort Menschen über und an der Autobahn. Ich sah zwischen den Häusern den Bosphorus durchschimmern und wachte auf…

Haben eben versucht, auf dem iPad mit der WordPress App zu bloggen, ein Quick Picture. Ich wählte das Guten Morgen Bild aus und der Traum war schnell fertig getippt, wobei die Tastatur schon nach ein paar Zeilen die Stelle verdeckte, an der ich schrieb. Dann kam aus Versehen mit dem Finger auf das Bild, ich drückte Cancel um zu meinem Text zurück zu kommen und… alles war verschwunden. Es gab keinen automatisch gespeicherten Entwurf, wie hier im Browser, der ganze Text einfach weg. Es kam mir wie ein Déjà vu vor. So war es „früher“ hier auch, der Komfort, die Sicherheitsleinen oder eher meine Kompetenzen beim Schreiben im Browser mit meinem Macbook hat sich erst in den letzten Jahren, Monaten bei mir entwickelt. Die Umstellung, auf das Schreiben mit dem iPad, erfordert wieder neues Lernen, neues Üben und ist nicht so komfortabel mit weniger Sicherheitsautomatismen. Nachdem der Text verschwunden war, habe ich das iPad frustriert weggelegt und das Macbook aufgeklappt.

Also selbst Automattic, der Firma hinter wordpress.com gelingt es nicht, die Bloggingsoftware so für das iPad zu übersetzen, dass ich als Vielnutzer das sofort stressfrei benutzen kann. Die Touchoberfläche erfordert ein Neudenken der Anwendung, die Fingerbedienung ist anders als die Tastaturbedienung. Anderen gelingt das viel besser, denn es wird so irre viel Inhalt auch direkt auf den hochempfindlichen Touchscreens produziert: Teenies texten damit hunderte Status am Tag, Mails funktionieren doch ganz gut, es wird gelesen, geschaut, navigiert… eigentlich wird alles mittlerweile auch auf Tablets oder Smartphones erledigt.

Ich habe vorgestern ein Video von Steve Ballmer entdeckt, der 2007 zur iPhone Einführung interviewt worden ist. Er lacht das iPhone aus: „Hahaa, 500$ für ein Telefon, das teuerste Telefon der Welt… und es ist nicht mal was für Businesskunden, weil es keine Tastatur hat„. Fünf Jahre später sind Smartphones, alle ohne Tastatur, nicht mehr wegzudenken auf der Businesswelt, die Blackberries mit ihren Minitastaturen spielen faktisch keine Rolle mehr, sind schon von gestern.

Heute morgen hat also der konservative, bewahrende Teil von mir, der Teil, der keine Veränderung mag, der sich nicht umstellen möchte, der sich nicht entwickeln wil, wieder mal zugeschlagen. Statt mit Anfängergeist heran zu gehen, dachte ich(!), dass ich meine Erfahrungen und Konzepte vom Laptop einfach aufs Tablet übertragen kann.

Nein, das geht nicht, es lässt sich nicht so ohne weiteres vergleichen. Das ist meine Erkenntnis dieses Morgens! Eine wichtige Erkenntnis auch für eines unserer Projekte, der Fokus bei der Softwareentwicklung darf nicht so sehr auf den Features der jeweiligen Geräte, sondern muss ganz klar auf die zu lösende Aufgabe gelegt werden!

Wünsche Euch einen tollen Sonntag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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