Monthly Archives: Dezember 2012

Berlin, 9:01, Tag 453

Heute Nacht, die letzte Nacht in 2012 war ich in der Schule, habe Michael zugeschaut, wie er an der Tafel irgend etwas herleiten wollte. Die Tafel wurde zum Tisch, auf dem wir plötzlich alle mit Kuli für die Ewigkeit rum malten. Ich wunderte mich, wieso man das plötzlich durfte und wachte heute ganz zeitig auf…

Meine Stimmung erlaubt heute nur ein paar Bilder von gestern und eben.

Nun wünsch ich Euch allen ein ganz tollen Rutsch ins Neue Jahr, fühle eine Riesendankbarkeit für all Eure Aufmerksamkeit. Wir sehen uns in 2013 wieder, passt gut auf Euch auf!

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Happy New Year!!!

Happy New Year!!!

Berlin, 8:37, Tag 452

Musste los heute Nacht, zu einem Termin mit meiner Frau. War zu spät, sollte um 3 los müssen, um pünktlich halb vier da sein zu können. Es wurde 5 vor 3, dann 3, schliesslich 10 nach 3 bevor ich los kam. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl des zu spät kommens. Nicht schlimm, eher beobachtend.

Heute gibt es nur einen Traum und ein Bild des mystischen Sonnenaufgangs von vorhin…

Bergmannkiez, 30.12.12

Bergmannkiez, 30.12.12

Wünsch Euch einen erholsamen Sonntag!

Berlin, 6:53, Tag 451

Habe schön geträumt, aber leider die Handlung vergessen. Bin ruhig aufgewacht und kann meiner Routine wieder nicht folgen und es stört mich nicht. Eher beobachte ich, was genau mit mir passiert.

Gestern war ein komischer Tag, ja viel aufgeräumt, aber auch irgendwie nichts geschafft. Es war ein abwartender Tag. Ich hab Backups gemacht. Eher Pause. Ein schönes Buch von meinem Freund Tony beschäftigt meinen Geist sehr stark: Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen beschreibt unter anderem mit Baba Yaga’s Hilfe  die vielen verschiedene Arten, seinen spirituellen Weg zu starten. Nun arbeitet es in mir!

Dann! Will ich ja hier irgend etwas ändern. Vielleicht nutze ich das neue Jahr für ein paar strukturelle Reformen. Habe gestern Dreamboard entdeckt, scheint noch ein wenig Beta zu sein (das kenn‘ wir ja von OPD ;-).

Werde wohl mal experimentell meine Träume dorthin verlagern. Auch möchte ich die Betonung auf Schreibzeit und den Tageszähler aufgeben und beides eher in den Hintergrund treten lassen. Der Tageszähler könnte ein „Tag“ (von taggen) werden, so dass man später einfach die einzelnen Tage aufrufen kann. Die Schreibzeit ist vielleicht nicht mehr so wichtig, seit die Routine so fest etabliert ist.

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Ach, ich werd einfach schauen… ein- und ausatmen und dann machen! Wünsch Euch erst mal einen schönen Start in den Samstag, in Euer letztes Wochenende für 2012.

Berlin, 7:32, Tag 450

Sooo, fast zwei Stunden ist das Fenster hier nun schon offen und ich daddel überall sonst rum, aber fange nicht an zu schreiben. Dabei habe ich auch heute Nacht geträumt und mir sogar Notizen gemacht mit denen ich aber grad gar nichts mehr anfangen kann.

Habe meine Kaffeehausmorgenroutine in den letzten Tagen aufgegeben, denn ich bin seit Sonntag einfach zu Hause bei meinen Mädels geblieben. Ich dachte bisher, ich könnte nur im öffentlichen Raum schön schreibmeditieren, brauche die Ruhe der Betriebsamkeit. Dieser Gedanke ist widerlegt. Es geht, es ist anders aber anders schön und wieder fühle ich mich ein Stück befreit, habe ich Optionen gewonnen, bin ein Stück bewusster und gehe weniger einschränkend mit mir um.

Ich räume weiter auf, die Bilder vorgestern, gestern mein Netzwerk und Musik. Nun sind diese beiden Themen schon mal abgehakt für die nächste Zeit, was sich fantastisch anfühlt. Nun kommen noch meine Todos, meine Texte, meine Kontakte. Nebenbei immer wieder mal die Wohnung und das Büro. Ich mag es sehr, aufzuräumen, zu klären, zu reduzieren, dabei zu optimieren. Wenn ich an Schildern Wegen Inventur geschlossen vorbei gehelöst das fast Neid bei mir aus. Da würde ich ja liebend gerne mitmachen und anschauen, was es alles gibt, was alles da ist, wie viel wovon. Es einmal ausräumen, abstauben und wenn es noch gut ist, wieder zurückstellen und einen Eintrag in einer Liste machen, einmal scannen, einen Haken setzen.

Es gibt einen Tumblr, der genau für so etwas gemacht ist: Things Organized Neatly. Ich freue mich, immer wenn ich meinem Stream ein neues Bild von ordentlich ausgerichteten Dingen entdecke, hier Live with only 100 objects for one week oder auch Steven Emmanuel’s grossartige Arbeit. Oder auch das hierI was cooking last night… This is what happened. Greetings from Ghana!

Nun musste ich grad nochmal meine neu sortierten Bilder nutzen und habe hier ein paar meiner Favoriten, ordentlich sortierter Dinge zu Flickr hochgeladen. Mache schon seit längerem Fotos von ordentlichen Strukturen, die mir über den Weg laufen. Am beeindruckendsten sind die Obst und Gemüsestände auf den Dorf Bazaaren in der Türkei. Einige der Menschen dort sortieren beim Warten auf Kundschaft ihre Auslagen und drücken auch so ihre Liebe zum Produkt aus. Zitronen werden ausgerichtet, Pfirsiche in drei Etagen aufgestapelt, der Salat ausgerichtet und alles mit Wasser besprengt, damit es noch frischer aussieht.

Irgendwie nehme ich mir daran wohl ein Beispiel, sortiere, ordne und säubere die Dinge, die ich liebe, die auch zu meinem Lebensunterhalt beitragen, ein Grossteil davon hier in meinem Laptop und mehr und mehr, eigentlich fast alles mittlerweile im Netz.

Bergmannkiez, 28.12.12

Bergmannkiez, 28.12.12

So, wünsche Euch einen ordentlichen Tag… ich mach mich weiter ans Aufräumen. 😉

Berlin, 8:10, Tag 449

Heute Nacht von einer Schwimmprüfung geträumt. In einem Büro mit riesigen Glasfenster über der Stadt wurde das besprochen. Wir fuhren los in einem Auto immer näher an den See heran, ich konnte ihn zwischen den Bäumen erkennen, das Wasser war ruhig. Wir fuhren weiter, immer näher an das Ziel, landeten auf einem schmalen Steg, konnten nicht aussteigen, ohne ins Wasser zu fallen und fuhren langsam wieder rückwärts. Ich sass auf der Rückbank, musste mich ducken und versuchte zu helfen, damit das Auto die 10-20m auf dem Steg nicht die Spur verlor und wachte vom Wecker auf…

Heute morgen bin ich mit dem 11 Jahre Bloggen Post von Om aufgestanden. Om Malik ist einer meiner Vorbilder, sein „privater“ Blog einfach sehr schön, reduziert vom Design und er bloggt ebenfalls täglich und hat eine sehr tolle, lockere Schreibe. Wenn ich ihn lese, dann möchte ich einfach alles so machen und haben, wie er auch. Erst mal. Und dann weiter schauen. Glückwunsch zum Jubiläum und herzlichen Dank vor allem für diesen Post.

Dann habe ich hier bei Jens von einem schönen Artikel in der Zeit gelesen, über ein Experiment in Neukölln. Irgendwie fühle ich mich betroffen, ich kenn doch all die Plätze und Orte von denen die beiden schreiben. Ich lebe hier, zwar nicht mehr in Neukölln sondern nebendran in Kreuzberg. Ich bin ein wenig stolz auf meine Stadt, irgendwie kommen wir viel besser weg als die Reichen vom Taunus (ausm letzten Jahr). Und ich bin auch ein wenig beschämt, weil ich nicht genug tue. Wohl auch, weil ich mich einsortiere und mich frage, was ich wohl gemacht hätte. Es ist noch so stimmungsabhängig bei mir, ob ich anderen helfen kann oder ob ich einfach wegschaue und vorbei gehe, beschäftigt mit mir selbst und meinen eigenen „Sorgen“. Ich könnte so viel mehr machen, so viel achtsamer sein.

Und ich habe die Action through Presence von Zenmeister Bernie Glassman denken müssen, durch den ich das erste Mal auf sogenannte Strassenretreats aufmerksam wurde und wie ich spüre, wie ich das auch machen möchte: Handeln durch Anwesenheit, durch Achtsamkeit. Und ich dachte an meine paar (viel zu wenigen) Einsätze in der Bahnhofsmission am Zoo, mein Helper’s high dabei, die anderen Helfer und die vielen, so unterschiedlichen Gäste der Mission, deren Würde beim Empfangen, meinen Grenzen beim Geben und Dienen.

Ich denke an den Fahrkartenmann der Ubahn Gneisenaustrasse, dem ich wünsche, dass Berlin es niemals schafft, sein Fahrkartensystem zu modernisieren. Und an die Strassenmusikerin, der ich zuschauen konnte, wie sie sich von Harz IV ab und bei der Künstlersozialkasse anmeldete, nachdem ihr der ganze Kiez bei der Produktion ihrer CD geholfen hat. Ich denke auch an die Menschen der Helfer- und Drogenindustrie, die davon leben, anderen zu helfen und diese deshalb brauchen und irgendwie hilfsblind sind, für die das Helfen ein Geschäft ist. Genauso denke ich an die paar Trittbrettfahrer, die aus Geiz oder einfach so, sich aus dem System bedienen und die dabei niemandem in die Augen schauen können.

Sicher ist es die Weihnachtszeit, die mich heute darüber schreiben lässt. Aber ganz sicher ist dieses Thema in meinem Leben stärker geworden, öfter präsent in den letzten Jahren und Monaten. Ich möchte noch bewusster damit umgehen, es noch stärker werden lassen! Ich stelle mir vor, hier in Berlin auch Strassenretreats zu veranstalten und schrecke vor dem Marketing-/dem Businessanteil, der dafür nötig scheint, noch zurück. Je größer die Ankündigungen, je stärker die Aufmerksamkeit, um so mehr finde ich Fehler, Schwächen und Nachteile der Aktionen, um so höher ist auch der Anteil der Trittbrettfahrer. Auch hier ist der Schlüssel wohl Aufmerksamkeit und Achtsamkeit und in jedem Moment, das angemessene zu tun, das zu machen und einfach zu handeln. Hier ist wohl grad einer meiner Vorsätze fürs neue Jahr entstanden…

Und mit diesem Vorsatz schliesse ich diesen Post…

Bergmannkiez, 27.12.12

…und wünsche Euch einen ganz wunderbaren Tag voller Helfer und voller Hilfe!

 

 

Berlin, 9:21, Tag 448

Zurück in Berlin habe ich wieder geträumt, es aber nach Ausschlafen ohne Wecker und einer ausgiebigen Morgenmeditation von heute mal 40min vergessen.

Irgendwie will ich heute nicht schreiben, will aufräumen! Meine Fotos, meine Musik, meine Texte, meine Mails, meine Kontakte, meine Wohnung, meine Büro – eigentlich mein ganzes Leben. Diese Ruhe und Besinnlichkeit überall, nein eigentlich dieses zwischen den Jahren macht das wohl mit mir.

Meine Erwartungen, meine Projektionen in die Zukunft, vor allem in andere Menschen stellt mich immer wieder vor größte Herausforderungen. Dieses Denken bestimmt mein Sein manchmal sehr stark. Ich weiss genau, wie ich andere und anderes gerne hätte, was jetzt passieren sollte und müsste und wie es richtig schön wäre. Was ich dabei nicht mehr sehen kann ist, wie es wirklich ist und wie ich es beeinflussen und verändern könnte.

Alles liegt an den Umständen, an Deiner schweren Kindheit, an den gesellschaftlichen Umständen, am kulturellen Erbe, eigentlich an Dir und Deinen Eigenheiten! Wenn Du anders wärst, dann wäre alles ok und ich könnte mal glücklich oder wenigesten zufriedener sein. Wir sind so voller Regeln und Rituale, wir wissen so genau, wie etwas zu sein hat, wenn es perfekt wäre. Und wir sind so sehr mit anderen Menschen und der Wirkung auf andere Menschen beschäftigt, dass wir manchmal kaum selbst existieren.

Wir brauchen dann Unterhaltung oder Bestätigung manchmal auch einfach nur ständige Abwechslung oder Betäubung, um das alles auszuhalten. Vor allem an solch aufgeladenen Feiertagen, wie Weihnachten fällt mir das ganz besonders auf. Und ich geniesse es! Ich geniesse es wirklich, dabei ruhig und leicht distanziert zu bleiben, bei mir zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass ich das erste Mal in meinem Leben wirklich zufrieden bin, mit dem was ist. Und ich sehe die x Impulse alleine heute morgen und ich erinnere mich an die xxx Impulse gestern, wie etwas nicht meinen Erwartungen oder den Erwartungen der anderen entsprach.

Und ich sehe mir dabei zu, wie ich dort sitze und ruhig bleibe und ich sehe, wie ich unruhig werde. Ich merke, wie viel da ist vor allem in Familien und zwischen engen Freunden. Wie viel gemeinsame Geschichte und wie viel gemeinsam Erlebtes sich angesammelt hat und wie sehr dieses Gewesene, das Erleben und Geniessen im Jetzt beeinflusst. Wie schwer es ist, diese Wege einfach mal zu verlassen. Wie schon kleine Fragen, kleine Unachtsamkeiten ganze Universen an vergangenem Leid öffnen könnten. Aber wie schon kleine Bewegungen, kleine Achtsamkeiten alles wieder gut werden lassen können und Sicherheit geben, Verbundenheit ausdrücken und Wärme erzeugen.

Dann wurde ich heute morgen nach gefühlten Tagen und Wochen ohne schönen Sonnenaufgang hier mal wieder überrascht von dem Leuchten und den schnell ziehenden Wolken. Wenn man nicht daran denkt, wenn man keine Erwartungen hat, wenn man einfach aus dem Fenster sieht und es einen aufs Dach zieht… wenn man einfach ist, dann erlebe ich diese kurzen Momente, dann lebe ich.

Ohh, da fällt mir auf, wenn man das Er von Erwartungen weg nimmt, dann bleibt wart(ung)en – also warten übrig… joup, das fühlt sich richtig an: Erwartungen lassen uns aufs Leben warten… ich will nicht mehr warten!

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Euch allen einen leuchtenden Tag!

Steigra, 9:20, Tag 447

Schöner Heilig Abend war das gestern und jetzt auch ein wunderbarer Start in die Weihnachtstage. Habe heute Nacht geträumt. Erst konnte ich wirklich gut Parkour und zwar in Wannsee zwischen und an in den alten Villen am Wasser. Ich konnte richtig  von Villa zu Villa fliegen, mich an den Treppen abstossen, an den Wänden landen, über die Dächer rutschen, herrlich. Dann unterhielt ich mich in New York über ein Flugzeug welches verschwunden war. Wir fanden nur noch Spuren im Wald. Das Vorderrad hatte eine kleine Lichtung geschlagen beim Wenden. Ich versuchte Fotos davon zu machen und sollte von den Leuten vor Ort einen Job bekommen. Wir unterhielten uns über die Details, während der Tatort weiter inspiziert wurde und ich wachte auf…

Heute gibts nur ein paar Bilder vom Essen gestern und eben. Hier unser traditionelles Weihnachtsessen, Salat mit Würstchen. Der Salat ist ein ganz besonderer aus gekochten Eiern, Äpfeln, sauren Gurken, gekochten Kartoffeln, Gemüsezwiebeln, Jagdwurst und Blutwurst und etwas Mayonaise. Ganz klein und regelmässig gewürfelt, sonst schmeckt es nicht 😉

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Dann unser Frühstückstisch von eben, nichts speziell weihnachtliches, aber sehr liebevoll zubereitet von meinen Eltern…

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Mit arschfrischen Eiern aus Gatterstädt, die einzigen die ich ohne irgendein Gewürz esse und geniesse. 😉

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Jetzt noch ein Bild vom Sonnenaufgang im Unstruttal unten, zu dem ich eben eine kleine Morgenrunde gedreht habe.

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Jetzt besuchen wir alle zusammen meine Grosseltern, Aleyna’s Urgrosseltern, die wir viel zu selten sehen. Ich freue mich sehr, das sind richtig schöne Weihnachten. Ich wünsch Euch auch, dass ihr eine tolle, entspannte Zeit mit Euren Lieben verbringt und das Essen und Glück geniessen könnt!

Heute morgen bei der Meditation hatte ich einen Gedanken, der hier den Abschluss bilden soll. Mir sind wieder mal all die Möglichkeiten bewusst geworden, die ich so habe. Überall habe ich Chancen gesehen, etwas zu tun, irgend etwas zu machen. Und ich war glücklich…