Guten Rutsch!

Berlin, 9:01, Tag 453

Heute Nacht, die letzte Nacht in 2012 war ich in der Schule, habe Michael zugeschaut, wie er an der Tafel irgend etwas herleiten wollte. Die Tafel wurde zum Tisch, auf dem wir plötzlich alle mit Kuli für die Ewigkeit rum malten. Ich wunderte mich, wieso man das plötzlich durfte und wachte heute ganz zeitig auf…

Meine Stimmung erlaubt heute nur ein paar Bilder von gestern und eben.

Nun wünsch ich Euch allen ein ganz tollen Rutsch ins Neue Jahr, fühle eine Riesendankbarkeit für all Eure Aufmerksamkeit. Wir sehen uns in 2013 wieder, passt gut auf Euch auf!

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Happy New Year!!!
Happy New Year!!!

Sonntagspausenpost…

Berlin, 8:37, Tag 452

Musste los heute Nacht, zu einem Termin mit meiner Frau. War zu spät, sollte um 3 los müssen, um pünktlich halb vier da sein zu können. Es wurde 5 vor 3, dann 3, schliesslich 10 nach 3 bevor ich los kam. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl des zu spät kommens. Nicht schlimm, eher beobachtend.

Heute gibt es nur einen Traum und ein Bild des mystischen Sonnenaufgangs von vorhin…

Bergmannkiez, 30.12.12
Bergmannkiez, 30.12.12

Wünsch Euch einen erholsamen Sonntag!

Kurze Meldung von der Frühschicht…

Berlin, 6:53, Tag 451

Habe schön geträumt, aber leider die Handlung vergessen. Bin ruhig aufgewacht und kann meiner Routine wieder nicht folgen und es stört mich nicht. Eher beobachte ich, was genau mit mir passiert.

Gestern war ein komischer Tag, ja viel aufgeräumt, aber auch irgendwie nichts geschafft. Es war ein abwartender Tag. Ich hab Backups gemacht. Eher Pause. Ein schönes Buch von meinem Freund Tony beschäftigt meinen Geist sehr stark: Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen beschreibt unter anderem mit Baba Yaga’s Hilfe  die vielen verschiedene Arten, seinen spirituellen Weg zu starten. Nun arbeitet es in mir!

Dann! Will ich ja hier irgend etwas ändern. Vielleicht nutze ich das neue Jahr für ein paar strukturelle Reformen. Habe gestern Dreamboard entdeckt, scheint noch ein wenig Beta zu sein (das kenn‘ wir ja von OPD ;-).

Werde wohl mal experimentell meine Träume dorthin verlagern. Auch möchte ich die Betonung auf Schreibzeit und den Tageszähler aufgeben und beides eher in den Hintergrund treten lassen. Der Tageszähler könnte ein „Tag“ (von taggen) werden, so dass man später einfach die einzelnen Tage aufrufen kann. Die Schreibzeit ist vielleicht nicht mehr so wichtig, seit die Routine so fest etabliert ist.

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Ach, ich werd einfach schauen… ein- und ausatmen und dann machen! Wünsch Euch erst mal einen schönen Start in den Samstag, in Euer letztes Wochenende für 2012.

Wegen Inventur geschlossen…

Berlin, 7:32, Tag 450

Sooo, fast zwei Stunden ist das Fenster hier nun schon offen und ich daddel überall sonst rum, aber fange nicht an zu schreiben. Dabei habe ich auch heute Nacht geträumt und mir sogar Notizen gemacht mit denen ich aber grad gar nichts mehr anfangen kann.

Habe meine Kaffeehausmorgenroutine in den letzten Tagen aufgegeben, denn ich bin seit Sonntag einfach zu Hause bei meinen Mädels geblieben. Ich dachte bisher, ich könnte nur im öffentlichen Raum schön schreibmeditieren, brauche die Ruhe der Betriebsamkeit. Dieser Gedanke ist widerlegt. Es geht, es ist anders aber anders schön und wieder fühle ich mich ein Stück befreit, habe ich Optionen gewonnen, bin ein Stück bewusster und gehe weniger einschränkend mit mir um.

Ich räume weiter auf, die Bilder vorgestern, gestern mein Netzwerk und Musik. Nun sind diese beiden Themen schon mal abgehakt für die nächste Zeit, was sich fantastisch anfühlt. Nun kommen noch meine Todos, meine Texte, meine Kontakte. Nebenbei immer wieder mal die Wohnung und das Büro. Ich mag es sehr, aufzuräumen, zu klären, zu reduzieren, dabei zu optimieren. Wenn ich an Schildern Wegen Inventur geschlossen vorbei gehelöst das fast Neid bei mir aus. Da würde ich ja liebend gerne mitmachen und anschauen, was es alles gibt, was alles da ist, wie viel wovon. Es einmal ausräumen, abstauben und wenn es noch gut ist, wieder zurückstellen und einen Eintrag in einer Liste machen, einmal scannen, einen Haken setzen.

Es gibt einen Tumblr, der genau für so etwas gemacht ist: Things Organized Neatly. Ich freue mich, immer wenn ich meinem Stream ein neues Bild von ordentlich ausgerichteten Dingen entdecke, hier Live with only 100 objects for one week oder auch Steven Emmanuel’s grossartige Arbeit. Oder auch das hierI was cooking last night… This is what happened. Greetings from Ghana!

Nun musste ich grad nochmal meine neu sortierten Bilder nutzen und habe hier ein paar meiner Favoriten, ordentlich sortierter Dinge zu Flickr hochgeladen. Mache schon seit längerem Fotos von ordentlichen Strukturen, die mir über den Weg laufen. Am beeindruckendsten sind die Obst und Gemüsestände auf den Dorf Bazaaren in der Türkei. Einige der Menschen dort sortieren beim Warten auf Kundschaft ihre Auslagen und drücken auch so ihre Liebe zum Produkt aus. Zitronen werden ausgerichtet, Pfirsiche in drei Etagen aufgestapelt, der Salat ausgerichtet und alles mit Wasser besprengt, damit es noch frischer aussieht.

Irgendwie nehme ich mir daran wohl ein Beispiel, sortiere, ordne und säubere die Dinge, die ich liebe, die auch zu meinem Lebensunterhalt beitragen, ein Grossteil davon hier in meinem Laptop und mehr und mehr, eigentlich fast alles mittlerweile im Netz.

Bergmannkiez, 28.12.12
Bergmannkiez, 28.12.12

So, wünsche Euch einen ordentlichen Tag… ich mach mich weiter ans Aufräumen. 😉

Über Helfer und Hilfe…

Berlin, 8:10, Tag 449

Heute Nacht von einer Schwimmprüfung geträumt. In einem Büro mit riesigen Glasfenster über der Stadt wurde das besprochen. Wir fuhren los in einem Auto immer näher an den See heran, ich konnte ihn zwischen den Bäumen erkennen, das Wasser war ruhig. Wir fuhren weiter, immer näher an das Ziel, landeten auf einem schmalen Steg, konnten nicht aussteigen, ohne ins Wasser zu fallen und fuhren langsam wieder rückwärts. Ich sass auf der Rückbank, musste mich ducken und versuchte zu helfen, damit das Auto die 10-20m auf dem Steg nicht die Spur verlor und wachte vom Wecker auf…

Heute morgen bin ich mit dem 11 Jahre Bloggen Post von Om aufgestanden. Om Malik ist einer meiner Vorbilder, sein „privater“ Blog einfach sehr schön, reduziert vom Design und er bloggt ebenfalls täglich und hat eine sehr tolle, lockere Schreibe. Wenn ich ihn lese, dann möchte ich einfach alles so machen und haben, wie er auch. Erst mal. Und dann weiter schauen. Glückwunsch zum Jubiläum und herzlichen Dank vor allem für diesen Post.

Dann habe ich hier bei Jens von einem schönen Artikel in der Zeit gelesen, über ein Experiment in Neukölln. Irgendwie fühle ich mich betroffen, ich kenn doch all die Plätze und Orte von denen die beiden schreiben. Ich lebe hier, zwar nicht mehr in Neukölln sondern nebendran in Kreuzberg. Ich bin ein wenig stolz auf meine Stadt, irgendwie kommen wir viel besser weg als die Reichen vom Taunus (ausm letzten Jahr). Und ich bin auch ein wenig beschämt, weil ich nicht genug tue. Wohl auch, weil ich mich einsortiere und mich frage, was ich wohl gemacht hätte. Es ist noch so stimmungsabhängig bei mir, ob ich anderen helfen kann oder ob ich einfach wegschaue und vorbei gehe, beschäftigt mit mir selbst und meinen eigenen „Sorgen“. Ich könnte so viel mehr machen, so viel achtsamer sein.

Und ich habe die Action through Presence von Zenmeister Bernie Glassman denken müssen, durch den ich das erste Mal auf sogenannte Strassenretreats aufmerksam wurde und wie ich spüre, wie ich das auch machen möchte: Handeln durch Anwesenheit, durch Achtsamkeit. Und ich dachte an meine paar (viel zu wenigen) Einsätze in der Bahnhofsmission am Zoo, mein Helper’s high dabei, die anderen Helfer und die vielen, so unterschiedlichen Gäste der Mission, deren Würde beim Empfangen, meinen Grenzen beim Geben und Dienen.

Ich denke an den Fahrkartenmann der Ubahn Gneisenaustrasse, dem ich wünsche, dass Berlin es niemals schafft, sein Fahrkartensystem zu modernisieren. Und an die Strassenmusikerin, der ich zuschauen konnte, wie sie sich von Harz IV ab und bei der Künstlersozialkasse anmeldete, nachdem ihr der ganze Kiez bei der Produktion ihrer CD geholfen hat. Ich denke auch an die Menschen der Helfer- und Drogenindustrie, die davon leben, anderen zu helfen und diese deshalb brauchen und irgendwie hilfsblind sind, für die das Helfen ein Geschäft ist. Genauso denke ich an die paar Trittbrettfahrer, die aus Geiz oder einfach so, sich aus dem System bedienen und die dabei niemandem in die Augen schauen können.

Sicher ist es die Weihnachtszeit, die mich heute darüber schreiben lässt. Aber ganz sicher ist dieses Thema in meinem Leben stärker geworden, öfter präsent in den letzten Jahren und Monaten. Ich möchte noch bewusster damit umgehen, es noch stärker werden lassen! Ich stelle mir vor, hier in Berlin auch Strassenretreats zu veranstalten und schrecke vor dem Marketing-/dem Businessanteil, der dafür nötig scheint, noch zurück. Je größer die Ankündigungen, je stärker die Aufmerksamkeit, um so mehr finde ich Fehler, Schwächen und Nachteile der Aktionen, um so höher ist auch der Anteil der Trittbrettfahrer. Auch hier ist der Schlüssel wohl Aufmerksamkeit und Achtsamkeit und in jedem Moment, das angemessene zu tun, das zu machen und einfach zu handeln. Hier ist wohl grad einer meiner Vorsätze fürs neue Jahr entstanden…

Und mit diesem Vorsatz schliesse ich diesen Post…

Bergmannkiez, 27.12.12

…und wünsche Euch einen ganz wunderbaren Tag voller Helfer und voller Hilfe!

 

 

Erwartungen lassen uns aufs Leben warten…

Berlin, 9:21, Tag 448

Zurück in Berlin habe ich wieder geträumt, es aber nach Ausschlafen ohne Wecker und einer ausgiebigen Morgenmeditation von heute mal 40min vergessen.

Irgendwie will ich heute nicht schreiben, will aufräumen! Meine Fotos, meine Musik, meine Texte, meine Mails, meine Kontakte, meine Wohnung, meine Büro – eigentlich mein ganzes Leben. Diese Ruhe und Besinnlichkeit überall, nein eigentlich dieses zwischen den Jahren macht das wohl mit mir.

Meine Erwartungen, meine Projektionen in die Zukunft, vor allem in andere Menschen stellt mich immer wieder vor größte Herausforderungen. Dieses Denken bestimmt mein Sein manchmal sehr stark. Ich weiss genau, wie ich andere und anderes gerne hätte, was jetzt passieren sollte und müsste und wie es richtig schön wäre. Was ich dabei nicht mehr sehen kann ist, wie es wirklich ist und wie ich es beeinflussen und verändern könnte.

Alles liegt an den Umständen, an Deiner schweren Kindheit, an den gesellschaftlichen Umständen, am kulturellen Erbe, eigentlich an Dir und Deinen Eigenheiten! Wenn Du anders wärst, dann wäre alles ok und ich könnte mal glücklich oder wenigesten zufriedener sein. Wir sind so voller Regeln und Rituale, wir wissen so genau, wie etwas zu sein hat, wenn es perfekt wäre. Und wir sind so sehr mit anderen Menschen und der Wirkung auf andere Menschen beschäftigt, dass wir manchmal kaum selbst existieren.

Wir brauchen dann Unterhaltung oder Bestätigung manchmal auch einfach nur ständige Abwechslung oder Betäubung, um das alles auszuhalten. Vor allem an solch aufgeladenen Feiertagen, wie Weihnachten fällt mir das ganz besonders auf. Und ich geniesse es! Ich geniesse es wirklich, dabei ruhig und leicht distanziert zu bleiben, bei mir zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass ich das erste Mal in meinem Leben wirklich zufrieden bin, mit dem was ist. Und ich sehe die x Impulse alleine heute morgen und ich erinnere mich an die xxx Impulse gestern, wie etwas nicht meinen Erwartungen oder den Erwartungen der anderen entsprach.

Und ich sehe mir dabei zu, wie ich dort sitze und ruhig bleibe und ich sehe, wie ich unruhig werde. Ich merke, wie viel da ist vor allem in Familien und zwischen engen Freunden. Wie viel gemeinsame Geschichte und wie viel gemeinsam Erlebtes sich angesammelt hat und wie sehr dieses Gewesene, das Erleben und Geniessen im Jetzt beeinflusst. Wie schwer es ist, diese Wege einfach mal zu verlassen. Wie schon kleine Fragen, kleine Unachtsamkeiten ganze Universen an vergangenem Leid öffnen könnten. Aber wie schon kleine Bewegungen, kleine Achtsamkeiten alles wieder gut werden lassen können und Sicherheit geben, Verbundenheit ausdrücken und Wärme erzeugen.

Dann wurde ich heute morgen nach gefühlten Tagen und Wochen ohne schönen Sonnenaufgang hier mal wieder überrascht von dem Leuchten und den schnell ziehenden Wolken. Wenn man nicht daran denkt, wenn man keine Erwartungen hat, wenn man einfach aus dem Fenster sieht und es einen aufs Dach zieht… wenn man einfach ist, dann erlebe ich diese kurzen Momente, dann lebe ich.

Ohh, da fällt mir auf, wenn man das Er von Erwartungen weg nimmt, dann bleibt wart(ung)en – also warten übrig… joup, das fühlt sich richtig an: Erwartungen lassen uns aufs Leben warten… ich will nicht mehr warten!

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Euch allen einen leuchtenden Tag!

Arschfrische Eier aus Gatterstädt…

Steigra, 9:20, Tag 447

Schöner Heilig Abend war das gestern und jetzt auch ein wunderbarer Start in die Weihnachtstage. Habe heute Nacht geträumt. Erst konnte ich wirklich gut Parkour und zwar in Wannsee zwischen und an in den alten Villen am Wasser. Ich konnte richtig  von Villa zu Villa fliegen, mich an den Treppen abstossen, an den Wänden landen, über die Dächer rutschen, herrlich. Dann unterhielt ich mich in New York über ein Flugzeug welches verschwunden war. Wir fanden nur noch Spuren im Wald. Das Vorderrad hatte eine kleine Lichtung geschlagen beim Wenden. Ich versuchte Fotos davon zu machen und sollte von den Leuten vor Ort einen Job bekommen. Wir unterhielten uns über die Details, während der Tatort weiter inspiziert wurde und ich wachte auf…

Heute gibts nur ein paar Bilder vom Essen gestern und eben. Hier unser traditionelles Weihnachtsessen, Salat mit Würstchen. Der Salat ist ein ganz besonderer aus gekochten Eiern, Äpfeln, sauren Gurken, gekochten Kartoffeln, Gemüsezwiebeln, Jagdwurst und Blutwurst und etwas Mayonaise. Ganz klein und regelmässig gewürfelt, sonst schmeckt es nicht 😉

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Dann unser Frühstückstisch von eben, nichts speziell weihnachtliches, aber sehr liebevoll zubereitet von meinen Eltern…

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Mit arschfrischen Eiern aus Gatterstädt, die einzigen die ich ohne irgendein Gewürz esse und geniesse. 😉

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Jetzt noch ein Bild vom Sonnenaufgang im Unstruttal unten, zu dem ich eben eine kleine Morgenrunde gedreht habe.

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Jetzt besuchen wir alle zusammen meine Grosseltern, Aleyna’s Urgrosseltern, die wir viel zu selten sehen. Ich freue mich sehr, das sind richtig schöne Weihnachten. Ich wünsch Euch auch, dass ihr eine tolle, entspannte Zeit mit Euren Lieben verbringt und das Essen und Glück geniessen könnt!

Heute morgen bei der Meditation hatte ich einen Gedanken, der hier den Abschluss bilden soll. Mir sind wieder mal all die Möglichkeiten bewusst geworden, die ich so habe. Überall habe ich Chancen gesehen, etwas zu tun, irgend etwas zu machen. Und ich war glücklich…

 

Fröhliche Weihnachten…

Berlin, 7:13, Tag 446

Heute Nacht habe ich eher weniger geträumt, ich erinnere mich kaum noch, habe bei der Morgenmeditation einen kurzen Zipfel zu fassen bekommen, irgendwas mit Ubahn wieder. Gleich geht’s auf zu meinen Eltern, es ist ein paar Jahre her, dass wir das hatten und vor allem natürlich Aleyna freut sich riesig drauf. Wir haben hier schon einen kleinen Baum geschmückt, mal schauen, was die Oma alles so vorbereitet hat…

Weihnachten, also. Jeder lässt sich doch irgendwie anstecken von der Stimmung, von der Liebe, von der freundlicheren Stimmung. So viele Menschen wünschen sich nun ein Frohes Fest, sind einfach netter zueinander in diesen Tagen. Weil ich dieses Jahr mal komplett hier bin und die letzten Jahre davor irgendwie immer mal hier oder dort, fällt mir das wohl ganz besonders auf.

Nun denn, wünsche ich einfach mal allen meinen Lesern hier ein wunderbares Weihnachtsfest und sage ganz herzlich danke für all die Aufmerksamkeit, die vielen Kommentare, die Mails und persönlichen Gespräche, die sich aus meiner morgendlichen Schreibmeditation hier ergeben haben.

Der Schnee von gestern ist über Nacht verschwunden, ein schönes Bild würde ich Euch gerne hier noch anhängen, weil ich doch eigentlich immer Bilder für meine Posts habe. Statt dessen gibt’s ein Weihnachtslied, von welchem ich nicht genug kriegen kann und Aleyna auch nicht… aaaaahhhhh, aahhhaaaahhhhaaaaaaa, aaahhaaa! 😉

Fröhliche Weichnachten!

 

 

Sonntags4.Adventspausenpost… mit Traum.

Berlin, 10:10, Tag 445

Heute Nacht habe ich von jemandem geträumt, der bei einer Tigerfamilie aufgewachsen ist. Es war in einer Wüste, ich trat durch eine automatischer Glastür ins Freie und sah kleine und grosse Tiger draussen spielen. Man sagte mir: sei bitte vorsichtig, es sind immer noch echte Tiger, auch wenn der Boss bei ihnen aufgewachsen ist. Ich fuhr in einem Taxi in eine Kampfzone, voller schwerbewaffneter Kämpfer, überall Stellungen, Schützengräben, wie in den Bergen vom Libanon. Ich kam in einem Dorf, der Zentrale an und unterhielt mich in einem Raum, irgendwann musste ich, wollte ich wieder los, der Sonnenuntergang in den Bergen hier war unglaublich schön, ich freute mich auf die Rückfahrt. Ein riesiger Sattelschlepper mit irgendeinem Militärgerät wollte um die Ecke des Hauses biegen, mein Taxi blockierte die Weiterfahrt, der Schlepper blieb im Schotter stecken, ich mußte jetzt dringend hier weg, stieg ins Taxi und wachte auf…

Ich überleg die ganze Zeit, was ich heute schreibe und dieser Zustand gefällt mir nicht, als beende ich ihn un deshalb gibt es heute gibt es doch nur einen Sonntags4.Adventspausenpost.

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Wünsch Euch trotz oder wegen des SchneeEisRegenWinterchaos hier einen wunderbaren letzten Advent.

 

PS: eben habe ich ein Bild eines der Tiger hier im Netz gefunden, das muss ich noch posten, weil ich jetzt weiss, einen goldenen Tiger gesehen zu haben. Krass! Goldener Tiger via http://www.flickr.com/photos/tambako/

Der Rhythmus meines Lebens…

Berlin, 8:52, Tag 444

Also heute Nacht habe ich von einem Konzert in einer Schlucht wie in Minecraft geträumt, mit einer Bühne aus Glas über dem Abgrund, die Zuschauer rechts und links sahen die Sprecher, Vortragenden und Künstler auf dem völlig transparenten Glasboden und konnten die definitiv vorhandenen Bühnenränder nicht erkennen. Ich selbst hatte Google Glasses auf und zeichnete all das auf, ich war damit Teil der Show und immer wieder wurde von der Regie zu mir auf die Brille geschaltet. Ich musste aufpassen, nicht in den Abgrund zu fallen beim Filmen. Die Vips sassen in Halbkreisen an den Rändern der Schlucht, ab und zu musste ich die Brille abnehmen und sie jemandem zeigen, erklären. Wenn ich Brille ab und in die Hand nahm, fühlte es sich so an, als ob sich meine Augen vervierfachen würden…

Eigentlich wollte ich über 8.000 Stockwerke schreiben, das einfach später mal. Eben fand ich ein Video von Zee Frank, dem ich schon eine Weile folge. Ich lass mich in letzter Zeit ein wenig mehr bei Youtube, als durch Blogs inspirieren. Youtube hat eine enorme Entwicklung hinter sich und gerade mit der letzten Designänderung noch mal einen grossen Sprung gemacht. Fernsehen wird im Vergleich dazu einfach immer unattraktiver.

Als ich das Video eben gesehen habe und mich die Dynamik von Franks drei Minuten Vortrag so mitgerissen, dass einfach ein Transkript schreiben wollte. Diese Art Übertragung von Konzepten, wie er das hier vormacht, diese einfachen Strukturen die er dafür benutzt, finde ich einfach grossartig.

When I was young, and first learning how to play the guitar, i used to have to count out loud, while I played so I didn’t loose time. I remember, getting all excited, when I learned, how to play the Blues and I played it for my stepfather but I counted out loud the whole time: the one, the two, the three.

My stepfather has been a drummer and he played with the force of a steamengine. I remember seeing him on stage, where he just blast right through the end of the song, like the breaks that applied to the rest of the band couldn’t stop the beat, he was in charge of.

So, when I played him this stiff awkward blues, he said to me:  do you really  think Eric Clapton counts out loud while he plays? Crushing but true. So i licked my wounds and studied Ted Reeds ‚Progressive Steps to Syncopation for the Modern Drummer‘ even if I was not a drummer and I learned my  and threes over twos, syncopations and switching up accents,  slowly learning the bits and pieces of the rhythmic trinity of expectation, silence and surprise.

I had this one rhythm, I used to speak over and over again. Kinda like that weird little doodle that you draw all the time. You know what I’m talking abaout? Your where sort of sick of it, but it became an extension of you? *beatboxingnoise*

I had these early fascination with these jazz musician Thelonious Monk. To me a lot of his songs where funny. It’s hard to describe, but songs like the Blue Monk and… It’s like, he would lull you into this pattern and then break it up hard: expectations, silence, surprise!

When I started learning about humor, I realized that commedians speak a lot about the same things. Jokes and bits have rhythm: the setup, the pause, the punchline. And those rhythms are set inside of bigger beats and repeats that com in threes. Whatching younger Comics you can learn a lot by seeing, what is broken. They might be good at building expectations and delivering surprise but the didn’t have figured out silence yet. The blast through their lines so fast, you don’t have room to laugh.

Where there all surprise and pauses without building any patterns for the audience to relax into. When it’s all surprise, it stops beeing a surprise. The craft of it, is in the mastery of all three: expectations, silence, surprise.

So, we are close in the new year. One of the downbeats in the song of my life, played in that twelfe over something time signature: January one, two, three… I think about, how these three of these elements play themselfes out in the rest of my life.

To me the expectation piece, the…, the habits, the traditions, the job, the things that keep you grounded. Silence is the ability to live between the beats, to be quiet, to be still. And the surprise is trying new things, becoming uncomfortable, when you are trying new things, when you break some patterns. And the craft is in the mastery of all three. If one takes over, you are in trouble. Habits turn into addictions, silence into solitude and surprise into instability.

Me personally, I think I’m gonna fokus a little bit more on silence. And surprise. I can stand to break some patterns.

How about you? What is the rhythm of your life these days? Are you happy with it? What would you change?

Als ich eben grade mit dem Transkript fertig wurde, hat sich hier in der Espressolounge ein nicht angeleinter Hund in die Küche geschlichen. Ich habe an meinem Stammplatz einen guten Blick über den gesamten Laden. Dieser Hund ist mir vor zwei Wochen schon mal aufgefallen, als er sich direkt neben meinem Kuchen und Tee, die auf einem niedrigen Tisch genau in Hundehöhe standen, einmal kräftig ausschüttelte und mich so zum Gehen veranlasste. Ich wollte damals nichts sagen, Hunde sind hier im Blinis erlaubt und ich hielt mich für überempfindlich. Der Patz an der Lippe liess sich eh nicht mehr abwenden, was solls!

Na jedenfalls lief der gleiche Hund eben sich im übrigen wieder ausgiebig ausschüttelnd, durch das Cafe und als sein Besitzer sich in die Zeitung vertiefte, schlich er sich in die Küche in die Nähe des Schinkens. Ich dachte noch, gleich sehen es die beiden Servicemädels und verscheuchen ihn, haben sie nicht. Nach einer Weile kam der Hund von selbst aus der Küche, hob aber kurz vorm Ausgang sein Bein und…

…pinkelte tatsächlich an die Wand der Küche.

markierte sich den Schinkenort. Mir ist innerlich sofort der Kragen geplatzt! In einem öffentlichen Cafe mit mehreren hundert Gästen am Tag! Ich habe kurz ein und ausgeatmet, denn es ist nicht mein Cafe, ich mach die Regeln nicht, ich kann dem anderen Gast nicht sagen, auf seinen Hund zu achten. Ne, doch, ich muss – aber klar doch. Nur noch einmal atmen und dann habe ich Service und den Besitzer auf „das kleine Dilemma“ aufmerksam gemacht. Denn als solches wurde es natürlich sofort dargestellt und als eines, dass sich ja nun nicht mehr ändern lässt.

Gut, die Stelle ist jetzt wieder sauber und desinfiziert und ich habe nachgedacht, was die Ursache für so einen Vorfall ist. Warum ich so etwas hier für ein Symptom halte und was die Folgen sind.

Ich hab schon viel zu lang geschrieben, nur so viel noch: fehlende Achtsamkeit, fehlender Respekt und ein Serviceverständnis, welches über die Bedienung der Gäste, das Herstellen der Speisen und Getränke und das Abräumen des Geschirrs, das übliche Ordnunghalten eben nicht hinausgeht. Niemand achtet hier mehr, seit Gregors Weggang, auf die Gäste nachdem(!) sie bedient worden sind. Niemand fühlt sich wirklich verantwortlich für, so meine wehmütigen, sentimentalen Gedanken, einer lieb gewordenen Gewohnheit nachtrauernd.

Diese beiden Themen sind verbunden, die Ruhe die ich hier in diesem Cafe fand, die Gewohnheit des täglichen Bloggens hier an meinem Lieblingsplatz mit Blick über das ganze Cafe grenzte schon an Abhängigkeit.

Dieser Vorfall heute sorgt dafür, dass ich genug Energie habe, mit meiner Gewohnheit wirklich zu brechen. Mich überraschen zu lassen, was mit meinen Leben passiert, wenn ich mich hier nun einfach verabschiede.

Vor zwei Monaten habe ich hier schon mal übers Dienen und Verdienen geschrieben. Der Grund für meinen Wechsel ins Cafe nebenan für meine morgendliche Schreibmeditation ist einfach auch, dass sich der Rhythmus meines Lebens verändert hat und ich hier im Blinis einfach keine Ruhe mehr gefunden habe. Der Auslöser für meinen Abschied ist der pinkelnde Hund in der Küche. Deutlicher kann das Signal nicht sein, dass ich hier raus muss!

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Genug, gleich landen meine Mädels aus dem Istanbuler Schneechaos kommend für ein Weihnachten in Berlin. Wünsche Euch einen tollen Samstag ohne Stress und Hektik ganz im Rhythmus Eures Lebens.