Berlin, 8:17, Tag 423

Heute Nacht habe davon geträumt, dass ein Freund wollte von mir, dass ich ihm einen Nebenjob genehmige, der das Ende unserer Zusammenarbeit bedeutet hätte. Ich wollte ‚kündigen‘, um es zu verhindern. Es gab keine Klärung. Wenig später berichtete Thomas, wie er ruhig geworden sei: Du musst heraus finden, was dein Ziel ist. Dann fahre ich wieder mal einen Berg hoch. Mit meinen Mädels in einem Taxi, der Fahrer auf der Beifahrerseite, uns stoppt ein Riesenkraterloch mit ganz schmalem Rand, über den wir nicht kommen. Die Mädels lehnen sich schnell nach links, damit der Wagen nicht das Gleichgewicht verliert und den Hang runter rutscht. Der Fahrer und ich machen die Türen auf und tragen den Wagen am Dach haltend über einen und dann noch zwei weitere Krater bis nach oben. Ich schaue zurück und bemerke, dass der Wagen am Dach in einer Schiene eingehakt war, so dass wir ihn nicht getragen sondern nur gezogen haben… und wache auf.

Gestern morgen hatte ich zu Beginn meines Vortrages einen etwa 10minütigen Blackout vor etwa 40 Managern die in zwei Halbkreisen vor mir sassen. Ich hatte alles vergessen, was ich gelernt hatte, mein Kopf war voll mit allen Einleitungen von all meinen Vorträgen. Alles überlagerte sich und ich hab mich heillos in meinen Gedanken, Analogien und Geschichten verstrickt. Vermutlich habe ich bloss einen etwas konfusen Eindruck gemacht, aber innen tobte ein Sturm. Und irgendwann gab ich auf! Und dann fing mein Vortrag erst wirklich an.

Ich glaub, der war dann ganz gut, vermutlich sogar richtig gut, vielleicht mein Bester bisher, was die Klarheit und Eindringlichkeit der Argumente anging. Als ich raus bin, hab mich wie in Trance im Auto umgezogen und statt im Zug bin ich im Auto zurück nach Berlin, ich konnte und wollte keine Menschen sehen müssen, so beschämt war ich von mir und meinem offensichtlichen Versagen. Will mich hier aber gar nicht lange in diesem komischen Gefühl der Scham über den Blackout aufhalten.

Meine Lessons Learned:

1. Bei Übermotivation lieber weniger machen und nicht mehr.

2. Doppelvorträge am Abend und nächsten Morgen sind eigentlich ein zusammenhängender Vortrag, bei dem man zwischendurch kurz schlafen kann.

3. Bei Vorträgen, die halb 9 beginnen, eher halb als um 6 aufstehen, das bringt Ruhe, zumal eine Stunde mit dem Hinweg (eigentlich nur 20min, dann doch 40) und Aufbau (eigentlich 5 min, dann doch 20) drauf ging und das einfach Fokus kostet.

Es gäbe noch über zwei Themen mehr zu schreiben: mein Nicht Sehen Wollen des Stress der Anderen, wenn ich mich selbst in grossen Stress bringe und natürlich denke, dass mein Stress viel wichtiger ist. Und über die Eröffnung des Rotary Global Peace Forums mit über 1.500 Teilnehmer aus 45 Ländern hier in Berlin, bei denen unser Rotary Club den Marktplatz organisiert hat und dort heute Nachtmittag um 5 der Architekt, Stanford Professor, Aktivist und unser Nachbar Diébédo Francis Kéré seine Arbeit vorstellen wird.

Mit ein paar Bildern von gestern, verabschiede ich mich und renn rüber zur Konferenz…

Landstrasse im Spotlight...

Landstrasse im Spotlight…

Ein Hohenloher Dorf in der Vormittagssonne.

Ein Hohenloher Dorf in der Vormittagssonne.

Ganz tolles Licht über der Avus... etwa 15:00 Uhr gestern nachmittag.

Ganr tolles Licht über der Avus… etwa 15:00 Uhr gestern nachmittag.

Eröffnungszeremonie des Rotary Global Peace Forums in Berlin gestern Abend...

Eröffnungszeremonie des Rotary Global Peace Forums in Berlin gestern Abend…

Erster Schnee im Bergmannkiez mit riesengrossen Flocken...

Erster Schnee im Bergmannkiez mit riesengrossen Flocken…

…und wünsch Euch einen wunderbaren Start in den Dezember!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

3 Comments

  1. Au weia, der gefürchtete Blackout…. ich glaube, je mehr Wissen man sich davor in die Birne haut und je mehr man sich während des Vortrags dran klammert, desto eher sucht er einen heim. Doch du hast ja die Kurve gekriegt! Loslassen, das alte Zaubermittel aus dem Zen, hilft mir vor Vorträgen am besten.

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  2. […] und sich in meinem Magen einnisten. Ich denke an meine Trainerausbildung letztes Jahr, an den verkackten Einstieg bei einem für mich extrem wichtigen Vortrag Ende November, mir fällt die grosse Bühne im Hamburg […]

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  3. […] ich letzten November meinen ersten wirklich Blackout vor 40 Managern bei einem Vortrag hatte und mir die Hitze ins Gesicht stieg, mir der Atem stockte, […]

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