Ich bin angekommen, ich bin zu haus…

Berlin, 7:04, Tag 425

Heute habe ich viel geträumt, keine Notizen gemacht und alles jetzt schon vergessen. Bin zeitig ins Bett nach den anstrengenden Tagen, habe ich einen ruhigen Nachmittag genossen. Ich merke, wie ich hier wirklich mehr und mehr wieder Tagebuch schreibe, es ist kaum Zeit, sich mal mit einem Thema mehr zu beschäftigen. Das vermisse ich sehr, aber es wird wieder kommen.

Hatte heute morgen schon einen ganz kurzen Gedanken, dass ich vielleicht mal ne echte Pause vom täglichen Schreiben hier bräuchte? Mein absolutes Festhalten an meiner täglichen Sitzmeditation, dem täglichen Schreiben (und dem absoluten Zigaretten- und Alkoholverzicht) erscheinen mir, vor allem mir das Schreiben und Leben schwerer zu fallen scheint, als ein übertriebener Absolutismus. Aber schon wenige Gedanken später kommt die Gegenbewegung, die mich genauer hin schauen lässt.

Aber beim genaueren Schauen bemerke ich, wie gut das Schreiben hier tut, wie gut es mir tut, dass ich jeden Morgen, bevor der Tag los geht, erst mal ruhig sitze und einfach atme und meine Gedanken sich sortieren lasse.

Und wenn ich genauer schaue, merke ich, wie gut es tut, nicht zu rauchen und nicht zu trinken und wie viele kleine anderen Süchte ich ja doch noch habe: die TV Show, die Schokolade, mein Smartphone, das Zähne putzen und die vielen anderen kleinen Eitelkeiten, die Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit, der Drang nach Selbstverwirklichung, nach Leben, nach Erleben. All das ist ja noch hier und bestimmt mein Leben.

Nein, meine Gewohnheiten bestimmen mein Leben, die Summe meiner Gewohnheiten ist mein Leben.  Dabei sind diese neuen Gewohnheiten des morgendlichen Sitzens und anschliessenden Schreibens feste Bestandteile meiner Geisteshygiene geworden. Manchmal empfinde ich das lästig und unnötig und übertrieben, das muss doch einfach mal heute nicht sein. Da will ich dann meine eigenen Regeln brechen und mal schauen, was passiert, wenn ich das nicht mehr mache, wie ich dann werden, ob ich dann wohl etwas anderes finde?

Vielleicht wollte ich heute hier mal überprüfen, ob mein Verhalten, meine Gewohnheiten, mein eigenes Leben noch in Balance ist oder ob ich in die ein oder andere extreme Richtung abdrifte.

Am Freitag morgen ist eine grosse Last von meinen Schulter gefallen, ich habe erst mal keine festen Termine für grosse Auftritte bis zum Jahresende mehr. Jetzt ist die Zeit mal wieder mehr innen zu schauen, mal wieder mehr darauf zu achten, ob die Richtung stimmt, ob die Ziele angepasst werden sollten, ob ich mich noch auf dem richtigen Weg befinde. Diese Stimmung passt so sehr zum gestrigen 1. Advent und zur Weihnachtszeit.

Und da fällt mein Blick neben mich, auf mein Sideboard, dort steht die wunderschöne Kalligraphie von Thich Nhat Nanh, die mich schon seit 2007 begleitet und ich lehne mich kurz zurück. Und ich weiss und spüre, dass dieses Gefühl bei sich angekommen zu sein, in sich zu Hause zu sein, die Kraft gibt für jede Reise und jedes Abenteuer und jede Anstrengung… egal, wo her dieses Gefühl auch kommt! Darum geht es doch, sich selbst, sein Wahres selbst zu finden, dass ist es, dann wird alles andere so viel leichter.

Kalligraphie, Thich Nhat Hanh, Zen

Kalligraphie, Thich Nhat Hanh, Zen

Wünsche Euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!

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