Wieder Unruhe… aber anders!

Istanbul, 6:44, Tag 432

Heute sehr zeitig schon mit allen wach und wieder erinnere ich mich nicht an meine Träume, nur noch das Gefühl, dass sie schön, erzählend, angenehm spielerisch waren.

Schon wieder weiss ich nicht, worüber ich heute schreiben soll. Viel ist nicht passiert gestern, ein ruhiger Tag zu Haus: Erholung, Kontrastprogramm, Familie, Ruhe, Lachen, Spiel, Sofa, Aufräumen, Sortieren, mehr iPad als MacBook, mehr Nichtstun als Bewegung. Dabei wollte ich doch Dinge erzeugen, etwas machen und verändern – auch gestern. Meine Workflows verbessern, mein Todo Listen vereinheitlichen, meine Adressen aufräumen, Raum schaffen für die kommenden Aufgaben, leere Orte erzeugen, die ich später befüllen kann. Ich starte das, aber es bleibt mehr beim Pläne machen, bei einer leichten Änderung des Kurses. Kein radikaler Wandel, kein Durchbruch, kein -jetzt gehts es grade erst los- Gefühl stellt sich ein.

Die eigenen Gewohnheiten, die Routine, die Bewusstheit und Entschlossenheit sind in ständiger Bewegung. Hier in Istanbul ohne die Routine der vielen Gespräche, ohne die spontanen Treffen, ohne das Schwimmen im Strom der Begegnungen, entsteht eine anderen Unruhe, eine die viel tiefer geht. Diese Unruhe hier endet nicht in Müdigkeit nach langen Tagen. Diese Unruhe hier verschiebt die Wahrnehmung von Offensichtlichem, zu dem was wirklich ist. Diese Unruhe hier endet nicht in Müdigkeit. Im Gegenteil, diese Unruhe hier erzeugt die Kraft für wirkliche Veränderungen. Diese Unruhe hier distanziert mich und entwirrt mich von vielen Begegnungen und Beziehungen dort. Diese Unruhe hier relativiert alles dort Vorhandene, rückt es gerade, ermöglicht Besinnung.

Das Leben nicht in der Heimat, weit weg von zu Haus, an einem anderen, fremden Ort erzeugt diese Unruhe, die ich meine. Es ist die Unruhe des Nichtstuns, des Nicht-das-erwartete-tuns, des Unkonventionellen, des Anderen. Ich lebe in Berlin und liebe in Istanbul, ist die banale Lüge, mit der ich diesen Zustand hier beschreibe.

A person will remain the same until the pain of remaining the same
is greater than the pain of change.
-Unknown

Eine ganze Woche liegt vor mir, aber dann bin ich wieder drei oder gar vier Wochen in Berlin. Mein fifty-fifty Rhythmus fehlt mir etwas, wohl deshalb will ich die kurze Woche hier ganz besonders unruhig werden lassen… 😉

Garettepe, Dez 2012

Garettepe, Dez 2012

Wünsche Euch einen ruhigeren Start in die neue Woche!

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