Warum offen? #whyopen

Berlin, 7:29, Tag 455

Heute Nacht habe ich mich in mehrere Meetings geträumt, deren Inhalt und Form ich nicht mehr erinnere. Komisch, dass mich der Wecker mitten aus einem der Treffen geholt hat und ich beim Augen aufschlagen keinen Zugriff mehr auf den Traum hatte, in dem ich eben noch mitten drin war.

Nun geht das neue Jahr wirklich los, gleich mit einem All Hands Meeting um 11. Für mich steht das neue Jahr unter dem Motto Offenheit. Das Thema wird noch viel stärker, als in den letzten Jahren.

Gerade kam Richard, mein Bekannter, der Tischlermeister dazu. Ich habe ihn einfach mal zu seiner Meinung zu Offenheit in seinem Job befragt. Die ersten Antworten waren: Wettbewerb verhindert Offenheit, wenn mir jemand etwas böses will, dann sollte ich mich eher schützen, andere nutzen Offenheit leicht aus, man wird verletzbar.

Als ich weiter nachfragte, wie das in seinem Handwerk nun genau ist, kamen wir schnell auf die Zünfte zu sprechen, die mit strengen Regeln über ihre Mitglieder und ihren Ruf wachten. So waren die Hürden sehr hoch, eh man überhaupt eine Tischlerei aufmachen konnte. Auch wenn ein reicher Tischler sich den Meistertitel immer schon kaufen konnte, in dem er sich bei seinem Meisterstück helfen liess, was dann ein offenes Geheimnis war.

Wir waren uns schnell einig, dass eine Geschlossenheit nach Aussen und daraus folgend, eine viel stärkere Offenheit untereinander den früheren Erfolg der Handwerkszünfte ausmachte. Heute mit den modernen CNC Maschinen würden auch grosse Betriebe Kleinserien/Einzelstücke herstellen können, an denen sie früher kein Interesse hatten, bzw .der Auf- und Umbau ihrer Maschinen es schlicht unmöglich machte, solche Aufträge überhaupt auszuführen.

Ist also ein klares Bekenntnis zur Offenheit professioneller Selbstmord? Das Ende von Unternehmen im klassischen Sinne?

Ich habe vor ein paar Tagen geschrieben, dass erst Offenheit überhaupt Verbundenheit, also Verbindungen letztlich Beziehungen ermöglicht. An diesem Punkt unserer kurzen Unterhaltung kam die Idee auf, dass die Noch Nicht Erfolgreichen eher Fans von Offeneheit sind, als die Schon Etwas Erreicht Habenden, die sich etwas aufgebaut haben. Offenheit wird von denen, die etwas besitzen eher bekämpft. Sie wollen den Status Quo für sie selbst erhalten und weiter verbessern.

Gleichzeitig ist Offenheit doch aber notwendig, um überhaupt neue Beziehungen, neue Geschäfte abschliessen zu können. Man sucht sich irgendwie Verbündete, denen man trauen kann, denen man gegenüber offen sein kann.

An diesem Punkt habe ich aufgegeben. Ich hatte das Gefühl, dass die Frage „Warum offen?“ so riesig ist und dass ich erst ganz am Anfang stehe, dass ich gestern wohl verrückt war, das auf die Agenda für das All Hands zu setzen.

Ahh super, jetzt habe ich den Zustand des Nichtwissens, den ich für gleich brauche… 😉

Und mit dieser fast perfekten Vorbereitung setz ich mich aber mal an die Slides für meine 20min nachher. Wünsche Euch auch einen so tollen Start in diesen Mittwoch!

Bergmannkiez, 2.1.13

Bergmannkiez, 2.1.13

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