Berlin, 7:12, Tag 456

Heute Nacht habe ich ein Meer voller Schildkröten gesehen. Bis zum Horizont, alles voller Riesenschildkröten, die schwimmen und tauchen und abtauchen und so immer weniger werden, der mich völlig überwältigende Anblick zu Beginn schwächte sich langsam ab, ich empfand leichte Trauer, wollte Fotos machen, die nicht gelangen. Dieses Bild war Teil eines längeren Traumes, dessen Story ich bereits nicht mehr erinnere.

Mein Vortrag über Warum Offen? auf unserem 1. All Hands in diesem Jahr ist hier online. In unserem Forschungs- und Innovationsprojekt OPD – Open Patent Data ist Open – Offenheit essentieller Namensbestandteil. Wir müssen zu diesem Thema, diesem ersten Wort im Namen einfach Bescheid wissen. Diese Erkenntnis, ist bei beim und nach dem Vortrag bei mir entstanden. Deshalb habe ich es wohl auf die Agenda gesetzt, einfach damit wir gewahr werden, bei allem was wir tun, dass wir es im Kontext von Offenheit tun. Offenheit mit den Werkzeugen, die wir benutzten. Offenheit mit den Prozessen, auf die wir uns verständigen und Offenheit im Produkt, welches entstehen soll.

Und was mich dann den ganzen Tag begleitet hat, war das extrem starke Gefühl, dass unsere Ängste, unsere Sorgen, unsere Furcht Offenheit verhindert. Wir vertrauen bestimmten Organisationen, Personen, Dingen, Prozessen aus „unerfindlichen“ Gründen und anderen vertrauen wir einfachen nicht. Das ist meist nicht logisch, sondern basiert auf Erfahrungen und auf immer wiederholten Selbstgesprächen, auf unseren Werten und oft einfach auch auf persönlichen Vorlieben und Abneigungen.

Gestern erst veröffentlicht, hat Facebook mir dieses Video zum Thema Angst vor die Füsse gespült. Karens Ansatz ihre Ängste als Geschichten, als Inspirationsquelle zu sehen, finde ich absolut grossartig!

Das Beispiel mit den Schiffbrüchigen scheint nicht in unsere Zeit, auf unsere Situation zu passen, aber wenn ich genau hinschaue – das Moralin rausnehme, wie ein Kollege es gestern formulierte – dann passt es eben doch wieder.

Ein offener Umgang mit den eigenen Ängsten, vor allem das Eingeständnis, dass sie kraftvolle Energie- und ausufernde Inspirationsquelle sind und Teile unserer Haltung, unserer Einstellungen und Meinungen beeinflussen,

Offenheit über die eigenen Intentionen, über die eigenen Erfahrungen und die eigenen Stärken aber auch die eigenen Schwächen und Verletzlichkeit ermöglichen es erst überhaupt, dass einem andere Menschen vertrauen können.

Wenn genügend Menschen positive Erfahrungen gemacht haben, entsteht eine Art gesellschaftliches Vertrauen. Eine Art Vertrauensbonus, der von anderen Menschen, denen wir vertrauen auf uns überschwappt. Erst dieser Bonus führt dazu, dass wir fast ohne Nachzudenken unser sauer verdientes Geld den sicheren Banken anvertrauen, dass wir mit 130km über die Autobahn fahren, dass wir in Flugzeuge einsteigen und in Restaurants essen gehen… neue Dinge haben diesen Gesellschafts Bonus noch nicht, neue Technologien und Dienste können sich nur durch Offenheit Vertrauen erwerben.

blue skies are boring, arndtstr., berlin, 2.1.12

blue skies are boring, arndtstr., berlin, 2.1.12

Wünsche Euch lächelnd einen Tag voller Geschichten!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

One Comment

  1. „Geh an die Orte, die du fürchtest“ – denn ist der Weg des buddhistischen (gewaltlosen) Kriegers.

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