Über die tägliche und ständige Diskriminierung der Anderen…

Heute hatte ich einen schönen Traum, dessen Inhalt ich sofort nach dem Aufwachen vergessen hatte, wieder blieb das Gefühl des Traumes länger da. Und ich dachte, wenn ich wieder einschlafen würde, dann könnte ich einfach weiter träumen…

Gestern Abend habe ich einen Artikel beim Spiegel über die Frauenfeindlichkeit in der Piratenpartei gefunden, der mir heute morgen wieder eingefallen ist. Irgend etwas an dem Artikel lässt mich nicht los. Nun überlege ich die ganze Zeit, ob ich darüber schreiben soll. Ok, ich tues:

Erst mal wollte ich mich auch aufregen über Gerüchte, die über mich im Umlauf sind und mich beschweren über die Umstände, unter denen ich arbeiten muss. Dann wollte ich „das System“ bezichtigen, daran Schuld zu sein und aufrufen, es zu ändern.

Aber nein, das kann ich nicht, denn es gibt grad keine Gerüchte über mich, von denen ich weiss oder gegen die ich etwas hätte. Und ich fühle mich grade auch nicht übermässig diskriminiert. Und wenn es mal vorkommen ist, dann war das sicher eine Ausnahme und ist kein Problem mehr und ausserdem überhaupt nicht vergleichbar!

Als weisser, heterosexueller Mann sollte ich besser einfach nicht über das Thema schreiben. Und schon gar nicht sollte ich darüber schreiben, dass auch ich mich diskriminiert fühle!

Ok, noch ein Versuch aber nun anders:

Also ich denke, überall da draussen herrscht blanker Sexismus! Ich denke, immer noch liegen Welten zwischen ausgerufener Gleichberechtigung und gelebter Gleichbehandlung und zwar überall, ob bei den Piraten oder im Politikbetrieb, in der Wirtschaft oder im Privaten, eigentlich in der ganzen Welt.

Ich denke, überall werden Menschen aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit diskriminiert: Frauen von Männern, Dicke von Dünnen, Alte von Jungen, Schwarze von Weissen, Homos von Heteros, Ausländer von Inländern, Nicht-Gläubige von Gläubigen, Nicht Journalisten von Journalisten und Offliner von Onlinern und jeweils umgekehrt und immer so weiter…

Irgend etwas treibt uns dazu, uns zu bestimmten Gruppen zugehörig zu fühlen und uns damit von anderen Gruppen abzugrenzen. Und irgend etwas treibt uns dazu, die bösen Taten einzelner Menschen zu verallgemeinern und auf die jeweilige Menschengruppe zu übertragen, und zwar der, der wir jeweils nicht angehören!

Jeder macht das täglich und ständig. Auch ich mache das täglich und ständig! Und immer wenn es mir auffällt, höre ich damit auf, versuche es besser zu machen, Schaden wieder gut zu machen.

Und wenn ich selbst Opfer bin? Wenn Staaten, Organisationen, Parteien, Unternehmen, Systeme, Gruppen und Menschen regelmässig und systematisch zu ihrem eigenen Vorteil andere Menschen und mich willkürlich und ungerecht, letztlich unmenschlich behandeln, so gehört das aufgedeckt, debattiert, bekämpft und beendet! Und für den Mut, diese Frage am eigenen Beispiel zu stellen, danke ich der Autorin!

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Wünsche Euch einen tollen Donnerstag!

One thought on “Über die tägliche und ständige Diskriminierung der Anderen…

  1. Ich weiß auch nicht was diese Anti-Diskriminierungstrolle immer haben: Diskriminiert man jedes Lebewesen für seine Eigenschaften, ist es nicht politisch korrekt. Diskriminiert man alle gleich ist es auch wieder nicht richtig.
    Das Recht jemanden grundlos dissen zu können, gehört in das UN-Weltkulturerbe aufgenommen, es entstammt ja schließlich dem menschlichen Erbe.

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