Meine Achtsamkeitsübung für heute…

Heute Nacht war ich in einem Hotel in China, dort sollte ich zwei Vorträge halten, einen hatte ich schon hinter mir. Meine Familie war bei mir am Morgen des zweiten Vortrages. Ich war schrecklich aufgeregt und böse und ungerecht, zickig, voller Lampenfieber, meine Mädels hielten es großmütig und großzügig aus und ich fühlte mich deshalb noch schlechter. Da passierte auf dem Hotelteppich ein Unfall, mein schwarzes Auto eckte beim Einparken (häh?) ganz leicht ein anderes gelbes Auto an. Der Besitzer kam und er fand nichts und sah nichts ausser einem schwarzen Farbklecks oben auf der Stossstange, der eindeutig, lachhaft eindeutig, nicht von meinem Auto sein konnte. Er bestand darauf, dass ich Schuld sei. Ich blieb komischerweise ganz ruhig und wollte die Polizei rufen und wachte auf…

Bin voll in Aktion, will machen, machen, machen und kann gar nicht abwarten. Ich bin mir selbst extremst zu langsam, ich nerve mich grade super gewaltig. Ich bin zu zwanghaft, zu unstrukturiert, zu oberflächlich, zu wechselhaft, kann nicht klar genug kommunizieren, bin nicht gut genug vorbereitet auf unser Vertriebspartnertreffen, auf das Spring Planning gleich, das Controlling geht nicht voran, unser Strategiemeeting muss vorbereitet werden und nächste Woche haben wir einen wichtigen Kundentermin, für den ich mich doch auch noch vorbereitet muss. Dabei vergleiche und werte ich auf Hochtouren. Dabei schiebe ich viele kleine Dinge an, nutze die Motivation im Frust und räume auf, aber es reicht mir nicht. Immer, wenn ich etwas anfange, merke ich schnell, dass ich es nicht ordentlich genug machen kann, dass die Zeit und andere Voraussetzungen fehlen, dass ich auf andere angewiesen bin. Dann kommt ein Impuls hoch, etwas anderes zu machen, was schneller fertig ist, was ich alleine machen kann und somit viel befriedigender ist. Und egal ob ich dem Impuls nachgebe oder nicht, die Stimmung der Unruhe bleibt.

Heute morgen beim „Zeitung lesen“ lief mir hier bei Facebook eine wunderbare Übung über den Weg:

Take a moment right now and scan your body. Where are you holding tightness? Shoulders raised? Hands clinched? Butt tight? Eyebrows raised?
Setting your phone every 15 minutes for a quick body scan can eliminate a lifetime of tense body habits in as little as 40 days.

~Daily Transformations

Genau diese Aktionen, diesen Kampfmodus, in dem ich mich befinde, kann ich in meinem Körper spüren: mein unterer Rücken zieht leicht, dort deutet sich der nächste Hexenschuss bereits an, meine Schultern und mein Nacken, ständig angespannt, es knackt, wenn ich mich sie strecke und lockere. Meine Augen haben einen leichten Stressschleier, mein Beine spüre ich gar nicht. Ich habe irgendwo gehört, das nennen manche unseren Charakterpanzer oder auch unseren Angstkörper. Die Muskeln in unserem ganzen Körper formen uns über die Zeit, über die jahrelangen immer gleichen Bewegungen im Alltag.

Und heute werde ich mir keinen Wecker stellen! Denn mein Telefon brummt eh ständig, wenn neue eMails, Anrufe oder sonstwas im Netz passiert. Und immer, wenn es brummt, werde ich kurz einen Körperscan machen und dann erst nachschauen, was passiert ist.  Die paar Sekunden, die das dauert, habe ich, die hat jeder!

2013-01-22 08.46.39-1

Wünsch Euch, noch gespannt aber schon vorfreudig lächelnd, einen achtsamen Tag!

One thought on “Meine Achtsamkeitsübung für heute…

  1. Hallo Arne!

    Es ist ein aktuelles Thema. Ja, es gibt einen Charakterpanzer. Unter anderen hat Wilhelm Reich dieses Phänomen bearbeitet.

    Seit drei Wochen laufe ich durch die Hochschule mit einem Programm dass sich Pausen Express nennt.
    Es ist meine Aufgabe, die Menschen am Arbeitsplatz wieder zu sich kommen zu lassen!
    Dieses Programm wird in Deutschland schon vielfach angewandt.

    Vielleicht wäre das auch etwas für dich und deinen Betrieb. Lass uns mal darüber reden. Ich wünsche einen wunderschönen Tag. Detlef

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