Vor dem Vertriebspartnertreffen…

Heute Nacht habe ich wilde Szenen geträumt, Baumwurzeln und Äste die an einem Flussufer abgeschlagen werden musste, mittendrin kriege ich einen Anruf vom Europäischen Patentamt. Alles sehr dramatisch, leider war die sehr interessante Geschichte beim ruhigen, gemütlichen Aufwachen verschwunden.

Heute ist unser 8. Vertriebspartnertreffen. Unser ACHTES schon! Und ich bin immer noch oder wieder sehr aufgeregt, aber ich geniesse es mehr. Sitze an den letzten Vorbereitungen, blättere die alten Präsentationen der ersten beiden Partnertreffen aus 2006 durch. Oh, dass waren noch Zeiten. Bis auf Paul, der in heute in der Schweiz arbeitet und Wendy, die leider krankheitsbedingt in Frührente gegangen ist, sind alle anderen noch dabei: Ira, Henry, Manfred, Udo und ich ja auch.

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Wir hatten damals Ende 2006 mit 23 festen und 11 freien Mitarbeitern, 2,4 Mio Umsatz und 148 Patent Informations Kunden, die mit etwa 0,75 Mio zum Umsatz beitrugen. Heute waren es in 2012 mit 37 festen und 33 freien Mitarbeitern 4,1 Mio Umsatz und wir haben noch 108 Kunden, die etwa 0,64 Mio € Umsatz mit dem Produkt DEPAROM und DPAROM Profil machen.

Dafür das wir ein auslaufendes, abgekündigtes, unprofitables Informationsprodukt vor der Einstellung von der Bundesdruckerei in 2006 und vom DPMA in 2010 vor dem Untergang gerettet haben, lässt sich das doch mehr als sehen, finde ich!

Der Bedarf an Patent Informationen ist in der Wirtschaft in den letzten Jahren konstant angestiegen, mit unseren Patentinformationen auf DVD und zum Download sind wir in einer kleinen Nische und behaupten uns dort ja ganz gut. Es gibt nur noch sehr wenige Firmen in der Welt, die sich auf die Verarbeitung und Harmonisierung von Patentinformationen verstehen. Unsere Kunden wollen diese Informationen oft in ihren eigenen Content Management und Workflowsystemen weiterverarbeiten. Dort sind wir als kleine, feine Berliner IT-Manufaktur bekannt, die die Originaldaten der Ämter sammelt und aufbereitet.

Wir erleben durch diese Arbeit und die Erfahrungen den Digitalen Wandel, die Entwicklungen in der IT Industrie bei uns und unseren Kunden hautnah selbst mit. Wir sehen, wie langsam – aber doch stetig die Entwicklung voran geht. Und wir spüren deutlich, dass wir mit unserem Produkt nur noch „Bestandsystem“ sind.

Wir haben das schon in 2006 gesehen und wollten damals schon etwas Neues entwickeln: Patent Agenten hatten wir unsere Idee genannt, mit der wir in 2008 einen Nachfolger für Online Nachfolger für DEPAROM entwickeln wollten. Dann erstellten wir einen Businessplan und einen Entwicklungsplan und beantragten Fördermittel, das zog sich hin und hin und wurde letztlich abgelehnt, wir konzentrierten uns auf den Vertrieb und auf Kundenprojekte, versuchten Espacenet in die Cloud zu verlagern, bauten für Schindler ein Patentinformationssystem für ihre forschenden Ingenieure auf.

Und nun haben wir seit 17. Dezember unsere Stealth Beta Open Patent Data tatsächlich online! und werden, wenn alles klappt, am 18. März unsere Version 1.0 zur Tür in die grosse weite Welt hinaus jagen. OK, nach dieser kurzen Rückschau ruft unser Daily Scrum und um zwei dann die Vertriebspartner.

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Wünsch Euch einen tollen Tag!

Über Stabile und Volatile…

Heute Nacht habe ich mich in ein Ferienlager in Menschenmassen geträumt, es könnte auch das Burning Man Festival gewesen sein. Pferde gallopierten über vertaubten Boden, bremsten abrupt, beshleunigten auf den Hinterbeinen. Wir sollten unheimlich creative, künstlerisch wertvolle, spannende, tolle Kurzfilme drehen, ständig wurden mir die Filme anderer vorgeführt. Als wir ein Haus dort bauen sollten, wachte ich auf…

Noch knapp zwei Monate bis zu geplanten Launch unserer Version 1.0 von Open Patent Data finde ich gestern Abend völlig zufällig einen spannenden Artikel genau zum Thema. Super zufällig, weil ich ein Instapaper Fan bin. Ich benutze entweder Instapaper auf dem iPad/iPhone oder das Chrome Plugin Evernote Clearly auf dem Macbook, um Artikel schöner später lesen zu können oder bei den werbeüberfrachteten, blink und leuchtenden Webseiten der traditionellen Medien, überhaupt mal einen Artikel in Ruhe lesen zu können.

Und ich weiss nicht, ob es stimmt, aber der Marco Arment hat Instaper allein gebaut und betreibt es, so wie ich das sehe, sehr -bis extrem- erfolgreich. Ich bin auch deshalb ein Subscriber von Instapaper, um meine Dankbarkeit und Anerkennung auszudrücken und weil es nur 1$ pro Monat kostet.

Letzen Oktober hörte ich von einem neuen Projekt von Marco, er gibt jetzt auch noch ein Magazin für iPhone und iPad heraus, welches sich dort in den Newsstand wie eine Zeitung abonnieren lässt. Es heisst einfach The Magazin und ist das einzige Magazin, welches ich dem Newsstand, dem Zeitungskiosk von Apple abonniert habe. Es kostet 1,99€ pro Monat und auch das bezahle ich sehr gerne dafür.

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Nur habe ich das zwar abonniert, aber bis gestern Abend in der Wanne noch nicht einmal gelesen. Gestern war es an der Zeit und ich habe alle acht Ausgaben mal durchgeblättert und bin eben über einen total spannenden Artikel gestolpert: der Autor, ein Manager aus dem Silicon Valley, erzählt über die Stabilen und die Volatilen in Entwicklungsprojekten.

Er beschreibt, wie es ist eine Version 1 eines Produktes zu starten und zu veröffentlichen und er charakterisiert und typisiert dabei zwei generelle Typen von Entwicklern.

Die Stabilen:

  • die zufrieden, in einer klaren Richtung arbeiten, einen Plan brauchen und abarbeiten und sich an Termine halten
  • die gerne und eng mit anderen zusammen arbeiten, weil sie die Sicherheit und Effizienz von Teamarbeit schätzen
  • die ruhig Risiken und Fehler vermeiden wollen, egal wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit auch ist
  • die dazu neigen, relativ viel Prozess zu erzeugen, weil sie wissen, das klare Prozesse, messbare, planbare Ergebnisse erzeugen

Die Volatilen:

  • die lieber an einer Strategie arbeiten, als ihr zu folgen
  • die Problem mit Autorität haben und oft nachvollziehbare Argumente für Anarchie liefern können
  • können sich nicht vorstellen zu scheitern und suchen den Reiz im Risiko
  • die Zusammenarbeit als Zeitverschwendung ansehen und in kleinen, autonomen Gruppen arbeiten und sich nicht darum scheren, wie es Dir dabei geht
  • die oft nichts Schönes oder Stabiles bauen könne, aber sie bauen trotzdem jede Menge davon
  • sind nur verlässlich, wenn es in ihrem eigenen Interesse liegt
  • die eine Spur der Veränderung, der Zerstörung hinterlassen

Das schlimmste daran, die beiden Typen können sich gegenseitig nicht leiden, sie hassen einander regelrecht! Die Volatilen glauben, dass die Stabilen fett, faul und bürokratisch sind. Die Stabilen glauben, dass die Volatilen nichts besonderes können und nur das tun, was ihnen gefällt und ihnen das Produkt oder die Firma egal sind. Und das Schlimmste daran ist: sie haben beide recht!

Der Artikel ist mir eigentlich in weiten Teilen zu brutal, er beschreibt die Arbeit, ein Produkt zu erstellen, ein Projekt durchzuführen als eine Art Krieg. Dem stimme ich nicht zu, aber ich verstehe seine Sichtweise, sie ist sehr verbreitet, vor allem in Amerika aber eigentlich auch bei uns.

Wir verwenden, wenn wir über unsere Arbeit sprechen, oft sehr martialische Sprache, die ihre Wurzeln in der Kriegsrethorik hat.

These factions will war because of their vastly different perspectives. Stables will feel like they’re endlessly babysitting and cleaning up Volatiles’ messes, while Volatiles will feel like the Stables’ lack of creativity and risk acceptance is holding back the company and innovation as a whole. Their perspectives, while divergent, are essential to a healthy business. Your exhausting and hopefully never-ending job as a leader of engineers is the constant negotiation of a temporary peace treaty between the factions.

Und auch ich bin der Meinung, dass man beide Fraktionen in einer Firma, in einem Projekt braucht und das man die Friedensverhandlungen zwischen beiden Gruppen ständig moderieren und auch fördern muss, auch wenn es niemals zum Frieden kommen kann.

Many successful Stables used to be Volatiles who are recovering from the last war.

Und ich bin auch der Meinung, dass die vielen erfolgreichen Stabilen, eigentlich nur Volatile sind, die sich vom letzten Sprint, vom letzten Projekt, vom letzten Krieg erholen, wie der Autor es beschreibt.

Mit unserem OPD wollen wir die Patent Informations Branche verändern! Wirklich verändern! Und um etwas wirklich zu verändern, muss man es zerbrechen und neu anders zusammen bauen:

As a leader, you need to figure out how to invest in disruption, and this is counter-intuitive because disruption, by definition, is destructive. It breaks things that others covet.

Das ist es, was wir grade machen und hoffen, dass wir unsere Version 1 am 18. März durch die Tür in die Welt kriegen werden.

Nun habe ich die Geschichte von Rands benutzt, zerrupft und teilweise übersetzt und ein klein wenig auf unsere Gesichte angepasst. Danke Marco, danke Rands für die tolle Anregung!!!

Meine Achtsamkeitsübung für heute…

Heute Nacht war ich in einem Hotel in China, dort sollte ich zwei Vorträge halten, einen hatte ich schon hinter mir. Meine Familie war bei mir am Morgen des zweiten Vortrages. Ich war schrecklich aufgeregt und böse und ungerecht, zickig, voller Lampenfieber, meine Mädels hielten es großmütig und großzügig aus und ich fühlte mich deshalb noch schlechter. Da passierte auf dem Hotelteppich ein Unfall, mein schwarzes Auto eckte beim Einparken (häh?) ganz leicht ein anderes gelbes Auto an. Der Besitzer kam und er fand nichts und sah nichts ausser einem schwarzen Farbklecks oben auf der Stossstange, der eindeutig, lachhaft eindeutig, nicht von meinem Auto sein konnte. Er bestand darauf, dass ich Schuld sei. Ich blieb komischerweise ganz ruhig und wollte die Polizei rufen und wachte auf…

Bin voll in Aktion, will machen, machen, machen und kann gar nicht abwarten. Ich bin mir selbst extremst zu langsam, ich nerve mich grade super gewaltig. Ich bin zu zwanghaft, zu unstrukturiert, zu oberflächlich, zu wechselhaft, kann nicht klar genug kommunizieren, bin nicht gut genug vorbereitet auf unser Vertriebspartnertreffen, auf das Spring Planning gleich, das Controlling geht nicht voran, unser Strategiemeeting muss vorbereitet werden und nächste Woche haben wir einen wichtigen Kundentermin, für den ich mich doch auch noch vorbereitet muss. Dabei vergleiche und werte ich auf Hochtouren. Dabei schiebe ich viele kleine Dinge an, nutze die Motivation im Frust und räume auf, aber es reicht mir nicht. Immer, wenn ich etwas anfange, merke ich schnell, dass ich es nicht ordentlich genug machen kann, dass die Zeit und andere Voraussetzungen fehlen, dass ich auf andere angewiesen bin. Dann kommt ein Impuls hoch, etwas anderes zu machen, was schneller fertig ist, was ich alleine machen kann und somit viel befriedigender ist. Und egal ob ich dem Impuls nachgebe oder nicht, die Stimmung der Unruhe bleibt.

Heute morgen beim „Zeitung lesen“ lief mir hier bei Facebook eine wunderbare Übung über den Weg:

Take a moment right now and scan your body. Where are you holding tightness? Shoulders raised? Hands clinched? Butt tight? Eyebrows raised?
Setting your phone every 15 minutes for a quick body scan can eliminate a lifetime of tense body habits in as little as 40 days.

~Daily Transformations

Genau diese Aktionen, diesen Kampfmodus, in dem ich mich befinde, kann ich in meinem Körper spüren: mein unterer Rücken zieht leicht, dort deutet sich der nächste Hexenschuss bereits an, meine Schultern und mein Nacken, ständig angespannt, es knackt, wenn ich mich sie strecke und lockere. Meine Augen haben einen leichten Stressschleier, mein Beine spüre ich gar nicht. Ich habe irgendwo gehört, das nennen manche unseren Charakterpanzer oder auch unseren Angstkörper. Die Muskeln in unserem ganzen Körper formen uns über die Zeit, über die jahrelangen immer gleichen Bewegungen im Alltag.

Und heute werde ich mir keinen Wecker stellen! Denn mein Telefon brummt eh ständig, wenn neue eMails, Anrufe oder sonstwas im Netz passiert. Und immer, wenn es brummt, werde ich kurz einen Körperscan machen und dann erst nachschauen, was passiert ist.  Die paar Sekunden, die das dauert, habe ich, die hat jeder!

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Wünsch Euch, noch gespannt aber schon vorfreudig lächelnd, einen achtsamen Tag!

Was macht ein Istanbuler Eierhändler?

Der letze Traum handelte von überdimensionalen Schüsseln, so gross wie ganze Zimmer, voller Zutaten für verschiedene Essen. Ich flog von Schüssel zu Schüssel und sollte mir alles genau anschauen, gleich ginge das Kochen los. In der Nähe ehemaliger Kernkraftwerke würden jetzt die Sperrgebiete langsam wieder eröffnet werden, die Grundstücksspekulanten haben schon gekauft, die früheren Besitzer würden vielleicht nicht zurück kommen. Ich flog von Kernkraftwerksruine zu Kernkraftwerksruine, ganz niedrig über die vor langer Zeit verlassenen Dörfer in der Nähe der Kraftwerke, die im Grün des Waldes schon fast verschwunden waren und wachte auf…

Bin zurück in Berlin nach einem gefühlt sehr langen gestrigen Flugnachmittag. Habe viele Fotos gemacht, hab gelesen und geschaut und die Zeit mit nur mir allein inmitten der anderen Reisenden sehr genossen. Hatte ausnahmsweise mal mit niemanden in Kontakt, auch das tut mir gut. Nun fängt die neue Woche hier an, ich bin gespannt. Es steht einiges an und weil ich vier Wochen am Stück hier sein werde, fühle ich nicht die sonst immer vorhandene Unruhe, des bald wieder Fahrenden.

Will schon anfangen, mich hier laut zu sortieren, mir fehlt das Thema des Morgens, dieses Postes noch. Es sollte eigentlich das Landlordgames, wenn alles weiter so läuft, dann habe ich morgen irgendwann im Laufe des Tages den Platz 1 der Welt. Dabei werde ich wirklich ganz aufgeregt! Wie ich das genau gemacht habe, will ich aufschreiben. Ich habe vorhin schon über Titel nachgedacht, wird es eher ein wie war das, wie habe ich das gemacht oder eher reflektiv, wie erkläre ich mir das, woran könnte das liegen. Sicher eine Mischung.

Und  dann fängt sofort wieder eine mahnende Stimme zu reden, dass ich doch keine Zeit für so etwas habe, dass doch so viele andere Dinge jetzt wichtig sind. Dann fällt mir ein, was ich alles noch machen könnte, welchem Projekt oder wem ich helfen könnte und sollte, mit wem und worüber ich schon gesprochen habe, wo Erwartungen und Chancen sind.

In diesem Moment wird mir mein riesiges Glück bewusst, genau so arbeiten und leben zu können, wie ich es grade tue! Was für ein Paradies! Ich bin so dankbar und froh! Mir ist das ganz stark zu Bewusstsein gekommen, als ich in Istanbul über einen der riesigen Grossmärkte lief. Entlang an kilometerlangen Industriebauten, drei Stockwerke, Ent- und Beladeplätze für LKWs, Wohnungen, Lager, alles offen, alles voller Dinge, die im Supermarkt im Regal liegen nur in riesigen Mengen.

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Ich blieb neben Trucks voller Eier, die grade auf offener Strasse entladen worden sind, stehen. Mir ist klar geworden, wie viel wir von täglicher, körperlicher Arbeit von sehr vielen Menschen abhängen, als ich dem LKW Fahrern, den Packern zusah und mir das Büro des Eierhändlers vorstellte und die Hühnerställe dazu und dann merkte, dass das die gleichen Pappen sind, die im Üçler (Supermarkt bei uns ums Eck) im Kühlregal sind.

Ich stellte mir vor, wir das wäre, wenn ich hier jeden Morgen herkommen würde, wie ich anfangen würde zu arbeiten, was ich genau machen würde, wo ich dann Mittagessen würde, wie ich aussehen würde. Es erinnerte mich an meine Zeit im Kuhstall, meine Zeit in der Bank, das kurze Jahr als Sani, Busfahrer und Rettungssschwimmer.

Und wie anders ist mein Leben heute! Ich lebe und arbeite so ganz anders. Irgendwie klappt es ja, auch wenn es mir grad schwer fällt, zu beschreiben was es eigentlich ist, was ich da mache: irgendwas mit Computern eben. Softwareentwicklung, -support und Webseiten und Patente auch, also Patentinformationen, denn ob Eure Erfindung patentierbar ist, das kann ich Euch nicht sagen, das macht das Patentamt. Aha!

Ich hab keine Ahnung, was ein Eierhändler so den ganzen Tag macht. Ich kann mir vorstellen, dass die Eierstapler eben Eier stapeln und die Eierfahrer, eben Eier fahren. Aber wie genau und warum? Man denkt, man kennt solche Geschäfte aber wenn man nur ein bischen drüber nachdenkt, merkt man schnell, dass es für mich vermutlich genau so komplex ist, wie Software Entwicklung für den Eier Händler.

Wenn man nur ein wenig drüber nachdenkt, merkt man, dass man vermutlich sehr lange dafür lernen und arbeiten müsste, um davon leben zu können, Eierhändler in Istanbul zu sein. Genauso ist es mit jedem Beruf, mit jedem Leben, man kann das eigentlich nicht niemals vergleichen!

So, nun aber schnell zurück zu meiner eigentlichen Arbeit hier am Laptop und gleich mit den andern im Büro… wünsche Euch einen tollen Start in Eure neue Arbeitswoche!

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PS: als ich eben noch mal ganz schnell durch die Morgenzeitung (meinen Google Reader) blättern wollte, war der Artikel von Kottke hier das erste, was mir aufgefallen ist. Es ging um das vielleicht größte Ei der Welt. Vermutlich würde der Eierhändler nur gelangweilt mit den Schultern zucken, vermutlich…

Nun aber!

Über Facebook’s Graph Search und Nischen…

Heute Nacht habe ich mich auf eine Baustelle in ein Hotel geträumt. Eine Szene ist noch da von dem Traum im Morgengrauen, da sagt mir jemand, ich solle doch endlich mal anfangen, an den wahren Problemen zu arbeiten und diese nicht immer nur verschleiern. Alle Probleme liessen sich doch mit der richtigen Einstellung lösen… fast ein Alptraum, sag ich Euch! 😉

Muss meinen Artikel über das Landlordgame endlich vorbereiten, bin durch die extrem hohe Nutzung von Foursquare hier in Istanbul nun unter den Top15 Spieler der Welt.

Dann müsste ich auch noch über Facebooks neue Suche schreiben, die für mich schon angeschaltet ist und die ich nur ganz vorsichtig ausprobiere, sie fühlt sich auch noch sehr Beta an, die Benutzeroberfläche scheint noch nicht vollständig integriert zu sein.

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Mir fallen irgendwie keine Fragen ein. Die Möglichkeiten dieser neuen Art Suche werden sich mir erst langsam erschliessen.

Trotzdem denke ich, dass diese Art der Suche über kurz oder lang auch in Google und den anderen Suchmaschinen zum Standard gehören wird: Google Authorship ist ja ein Versuch von Google, auch an solche Daten heran zu kommen, wie sie Facebook petabyteweise gesammelt hat in den letzten Jahren und sie dann durchsuchbar zu machen. So richtig neu und überraschend ist das alles nicht. Wenn man schon mal eine Anzeige auf Facebook geschaltet hat, kennt man die vielfältigen Möglichkeiten der Personalisierung bereits, das gibt es schon seit ein paar Jahren.

Neu ist es, dass diese Art der Suche nun nicht nur den Werbetreibenden angeboten wird, sondern das solche Funktionen jetzt endlich für alle Benutzer möglich sind.

Facebook Graph Search

Eben beim Kaffee kochen und Duschen habe ich überlegt, was mich an erst Mousehunt, dann Instagram nun am Landlord reizt. Bei Instagram war ich zum Beispiel mal unter den Top 3 Nutzern von Deutschland, beim Landlordgame bin ich nun unter den Top15 der Welt.

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Die Nischen, in denen man wenn auch nur für eine kurze Zeit man so etwas schaffen kann, werden immer zahlreicher. Eine direkte Folge der digitalen Vernetzung von immer mehr Menschen durch das und im Internet.

Nun glaubt ihr mir das vielleicht nicht, dass es so einfach ist, in einer, Eurer Nische bis ganz nach oben zu kommen. Oder ihr denkt, ihr habt gar kein Interesse an solchen Wettbewerben, vergleicht Euch nicht so gerne, ist ja nur ein Spiel und ihr spielt keine Spiele (mehr). Denke ich normalerweise auch, so hochproduktiv scheint das Spielen wirklich nicht zu sein, zumindest hat es nicht diesen Ruf. Aber vor allem bei Instagram ist mir aufgefallen, dass ich da mehr hätte draus machen können. Es kamen ja schon die ersten Jobangebote durch diese Art Popularität, wenn auch nur aus Marketing und Werbung, aber immerhin.

OK, ich flieg ja nachher zurück nach Berlin und mach deshalb hier jetzt mal schnell Schluss!

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Wünsch Euch einen tollen Sonntag…

Im Wartungsmodus…

Heute Nacht wurde das Dach eines alten Hotels abgenommen, darunter kamen vier altertümliche Kuppeln zum Vorschein, dazwischen eine Abendgesellschaft, zwei Herren in Ausgehuniform mit allen Orden und Effekten.

Habe lange nicht mehr über unser OPD geschrieben, jetzt also ein kurzes Update. Unser Restart ab 7. Januar verlief ganz gut, wir haben uns jede Menge Bugfixing und Polierarbeiten vorgenommen und sind immer noch dran, der erste Sprint war sehr klein, das Team hat im zweiten Sprint schon etwas Fahrt aufgenommen.

Dazu kommt, wir haben unser Scrum Tool gewechselt, haben nun Greenhopper von Atlassian im Einsatz (statt scrum.do), Greenhopper in unser Jira integriert und kein extra Service mehr.

Dann wollten wir unseren Workflow weiter umstellen und wollen in github.com Pull Requests für das Update unserer Test und Produktionsumgebung nutzen, ausserdem wollen wir unsere User Stories wieder etwas klassischer, erst trocken als Entwürfe durchdesignen, eh wir sie in die Entwicklung geben, die ist mir vor allem für die Core Funktionen sehr wichtig, da diese sitzen müssen.

Als nächstes wollten wir uns öffnen für weitere mtc Kollegen, die ihren Freeflow nutzen können, um im Projekt mitzuhelfen, das Onboarding so einfach und schnell wie möglich zu gestalten, war eines der Nebenziele der letzten Woche.

Dann beschäftigte uns unerwartet viel die verdammt schnelle CloudSearch von Amazon, die von uns verwendete Volltextsuchmaschine. Bei unserer Weihnachstkonfiguration sind uns die Kosten aus dem Ruder gelaufen, so haben wir erst mal unseren Index auf 1 Million Dokumente begrenzen müssen und sind mit Amazon ins Gespräch gekommen, die auf unsere Bemühungen aufmerksam geworden sind.

Alles in allem ein etwas holpriger Start, klar mit den vielen Veränderungen vor allem beim Workflow. Die nächsten Sprints werden zeigen, ob wir nun so offener, schneller und transparenter werden können. Ich gehe fest davon aus!

Unser verteiltes Arbeiten hat mich persönlich die Woche sehr zurück geworfen. Henry war in London, ich in Istanbul, der Rest des Teams in Berlin. Unsere aktuellen Tools und Infrastruktur geben es nicht wirklich her, dass wir einfach unsere Daily Scrums und unsere stundenlangen Reviews und Plannings effektiv mit zwei Kollegen, die nicht in Berlin sind, abhalten können. Mein Netz hier im Homeoffice ist zu instabil, Skype Video war teilweise durch die grossen Verzögerungen nicht benutzbar. So bleibt nur wie früher, die indirekte Kommunikation, die allerdings einiges an Overhead erfordert und einfach anders, langsamer ist, als wenn man sich schnell im Gespräch abstimmt. Ich habe mich also zurück gehalten, mich nicht eingemischt, nicht alles erklärt haben wollen und einfach vom Rande aus zugeschaut. Wohl auch, weil ich die nächsten vier Wochen am Stück in Berlin sein werde.

Und grade ploppte ein Missverständnis hoch, welches sich zum Glück schnell aufklärte und ich für eine direkte Folge unseres verteilten Arbeitens mit neuen, noch ungeübten Workflows halte. Wir wollten wöchentlich die Ergebnisse unserer Sprints in Produktion nehmen, dabei sollten wir beim Update unsere Nutzer mit einer Maintanance Message darauf aufmerksam machen, statt einfach für Minuten nicht erreichbar zu sein. Obwohl wir noch gar nicht so viele Nutzer haben, wollte ich das gerne üben.

Nun war diese Meldung einfach seit gestern nachmittag online, statt unseres OPD’s. Aber jetzt sind wir wieder richtig online… gut, dass uns so etwas jetzt passiert und nicht mit 100.000 Benutzern. Es gibt nichts Besseres, als durch direkte Erfahrung zu lernen!

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Und dann läuft mir grade heute morgen beim „Zeitung“ lesen, der Artikel hier über gute und schlechte Softwareprojekte übern Weg. So was kommt immer wie gerufen und geht zurück auf einen Artikel von Ben Horowitz von Andreessen Horowitz. Nun habe ich gleich ein schlechtes Gewissen, aber auch wieder etwas mehr Richtung, woran ich noch arbeiten, was noch zu verbessern ist.

Jetzt aber wünsche ich Euch erst mal allen, wieder lächelnd, einen tollen Samstag!

Ich bin so aufgeregt…

Heute Nacht vom Einkaufen geträumt und doch alle weiteren Details vergessen. Bin ja sehr zeitig wach hier, nach deutscher Zeit ist es ja grade erst um sieben. Ich daddele schon die ganze Zeit hier rum, statt meinen Post fertig zu schreiben und hab eben beschlossen, es wie ein Faultier zu nehmen: gaaanz ruhig! Apropo’s Faultier: die beiden Videos sind ein absolutes Muss, ich lach jedes Mal Tränen, bei beiden…

Viel Spass Euch an diesem Freitag!