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Wie mir Scrum hilft, ehrlicher mit mir selbst zu sein…

Istanbul, 7:29, Tag 512

Heute Nacht wollte ich mit meinem schicken Fahrrad in einem Tunnel den Ausgang finden. Es war ein Supermarkt, viele standen an der Kasse an. Ich mit meinem sperrigen Rad dazwischen, ein glatzköpfiger Muskelbrocken fragte mich am Ausgang, ob ich Ossi sei. Ich antwortete wahrheitsgemäss, er machte trotzdem eine abfällige Bemerkung darüber, dass ich kein Ostberliner sei, aber er liess mich in Ruhe. Draussen bemerkte ich, dass ich mein Fahrrad und Rucksack drin vergessen hatte. Ich lief schnell zurück, kletterte über Absperrungen, sah es immer mal wieder zwischen den Wartenden aufblitzen. Aber nein, es war echt weg. Dann doch nicht, die Kassiererinnen hatte es in ihren superengen Aufenthaltsraum mitgenommen, ich durfte rein und es abholen und wachte auf…

Gestern hab ich Euch so locker einen ehrlichen und mutigen Tag gewünscht, ich war parallel in einen tollen Chat verwickelt mit einem seelenverwandten Menschen, der mit in manchen Dingen einen Schritt voraus scheint. Ich finde es hoch interessant, dass man mit manchen Menschen von 0 auf 100 in unter 3,5 Sekunden kommen kann. Als ob man sich ewig kennt. Je länger man sich unterhält, um so mehr Ähnlichkeiten in der Geschichte, in der Sicht auf Vergangenes entdeckt man.

Wenn so etwas passiert, bekomme ich ganz viel Energie, Mut und Kraft. Fühle mich nicht mehr so allein, so einsam. So etwas kostet aber auch Kraft. Es kugelt mich dann aus meiner warmen, kuschligen Realität heraus, die ich mir zurecht gebaut habe, um alle meine Aktivitäten und vor allem meine Nichtaktivitäten, mein Nichthandeln zu rechtfertigen.

Oft habe ich in letzter Zeit irgendwelche Erkenntnisse, Überzeugungen und Einsichten, die mein Leben komplett über den Haufen werfen würden, wenn ich ihnen konsequent folgen würde. Ich begründe mir dann, warum es noch nicht so weit ist, dass ich doch schon dran bin, nur heute noch nicht und ich arbeite schon hart daran, die Umstände zu ändern, die Entscheidungen irgendwann auch umzusetzen.

Mein Weg zur Freiheit im Denken, Fühlen und Handeln führt über den Umweg des Zweifels.

Was mir heute sehr dabei hilft, ist das die Übertragung der agilen Projektmethode Scrum, an der wir uns bei OPD orientieren. Die Grundzüge von Scrum sind eigentlich schnell erklärt. Darum geht es aber nicht, denn agiles Vorgehen ist eigentlich nichts Neues. Die Methode selbst, hat sich in den 80iger und 90igern entwickelt. Das für mich wirklich Neue ist, dass ich dieses Vorgehen/diese Projektmethode auch auf Nicht-Softwareprojekte übertragen möchte.

Aber zuerst mal eine kurze Einführung in die Methode und die wichtigsten Begriffe:

  • Einer ist als Product Owner verantwortlich für das, was gemacht/getan/erreicht werden soll. Er entwickelt die Vision von der zukünftigen Lösung und führt eine Liste der Dinge, die dafür getan werden müssen und priorisiert sie. Diese Liste wird Backlog genannt.
  • Während eines Sprint Planning genannten Treffens, nimmt das Team sich von der Liste die Dinge aus dem Backlog, die man in der nächsten Woche (maximal in den nächsten vier Wochen) erledigen/anpacken/umsetzen möchte.
  • Während der folgenden Woche, die auch Sprint genannt wird, trifft sich das Team täglich, um den Fortschritt zu besprechen. Das Treffen wird Daily Scrum genannt.
  • Ein Scrummaster (früher Projektleiter) ist dafür zuständig, dass das Team fokussiert und in der Spur bleibt, um gemeinsam die Ziele des Sprints zu erreichen.
  • Die Woche endet mit einem Sprint Review, in dem das Erreichte besprochen und dokumentiert wird und am Ende des Sprints wird das Ergebnis in der Regel ausgeliefert und zwar an den Endkunden, also an den Nutzer der Lösung. 

Wir bei OPD sind nun bereits im 20. dieser Wochenzyklen, das ist aber gar nicht das eigentlich Spannende. Zumal ich, eigentlich schon seit alten Lotus Professional Zeiten Mitte der 90iger -also seit Ewigkeiten- mit iterativen, inkrementellen Vorgehensmethoden arbeite. Damals hiess die Methode übrigens AVM – Accelerated Value Method. Kennt das noch jemand? Ich fand das damals schon grossartig und hatte das Glück, niemals wirklich lange in größeren, reinen Wasserfall- oder Command and Control Projekten arbeiten zu müssen.

Ein weiterer Scrum Versuch startete aus Versehen vor vier Wochen, als wir eher zufällig beginnen mussten, im Backoffice einiges umzubauen. Auch da haben wir uns aus dem Scrum Methoden Baukasten bedient. Das klingt jetzt hochtrabender oder schlimmer, als es eigentlich ist. Aber für mich sind gerade die Parallelen zum Vorgehen bei unserem Entwicklungsprojekt OPD so eindeutig, klar und motivierend schön.

Wir haben einfach erst mal ein morgendliches Office Briefing (Daily Scrum) eingeführt. Dann haben wir angefangen, die Dinge, die in der nächsten Woche alle zu erledigen sind, an ein Whiteboard zu schreiben, getrennt nach Tagesgeschäft oben und Veränderungen unten (Sprint Backlog). 

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Früh wird also besprochen, was heute anliegt, nachmittags wird dann am Whiteboard abgehakt, was erledigt werden konnte. Jeden Morgen wird die Liste (das Sprint Backlog und die ToDo’s aus dem Tagesgeschäft) angepasst.

Links daneben gibt es die grosse Liste der drei Hauptaufgaben unseres Backoffices: Finanz-, Personal- und Officemanagement, mit den wichtigsten Unterpunkten.

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Für mich ist das unser Product Backlog, also eine Übersicht der Vision, wie das Backoffice organisiert ist und sein sollte. Alle Prozesse dort sollen beschrieben und dokumentiert sein, wie sie heute ausgeführt werden. Kollegen, die eingewiesen und eingearbeitet worden sind, sollten in der Lage sein, allein – nur anhand der Dokumentation- möglichst fehlerfrei die Arbeitsergebnisse zu erzeugen.

Und gleichzeitig können wir uns hier je Bereich überlegen, was wir wie optimieren können. Aus diesen Ideen generieren wir wöchentlich für die rechte Seite des Whiteboards unsere Veränderungsprojekte, die überschaubar sind und einen sofortigen Nutzen für uns selbst, also die Bearbeiter aber immer auch für unsere Kunden, also die Mitarbeiter und die Kunden unserer Firma haben sollen.

Was mir ganz besonders gefällt, ist dass wir uns immer nur vornehmen, was wir an diesem Tag und in dieser Woche schaffen können. Wir beschäftigen uns nicht mit Planungen für ein weit entferntes grosses Projektziel, wie wir das in der Vergangenheit immer wieder gemacht haben.

Allgemeine, grosse Projekte wie: DATEV Einführung oder Lexware Abschaltung oder Prozessdokumentation oder auch Weihnachtsmailing erfordern bei starker Belastung mit Tagesgeschäft enorme zusätzliche Ressourcen vor allem für die Planung, Aufgabenverteilung, Aufgabenkontrolle und die immer wieder notwendige Plananpassung. Sie machten mich immer super unzufrieden, weil ich immer wieder feststellen konnte, wie unrealistisch unsere Planungen waren und wir uns somit immer wieder selbst um den Erfolg gebracht haben.

Der Wochenrhythmus dagegen hat den grossen Vorteil, dass man flexibel bleibt und sich auch für eine Woche voller operativem Tagesgeschäft loben kann. Die geplanten Veränderungen hat man immer -für alle sichtbar- auf dem Schirm.

Also nach den ersten vier Wochen von agilem Vorgehen in unserem Backoffice, möchte ich gerne weiter machen und sogar das Vorgehensmodell noch weiter ausbreiten.

Die größte Herausforderung für die Organisation ist diese andere Art der Führung, die anderen Hierarchien, die sich herausbilden und eine notwendige höhere Toleranz Fehlern gegenüber.

Die größte Herausforderung für mich persönlich ist aktuell der Umgang mit meinen -für andere noch unscharfen- Visionen von Produkt und Organisation. Aber eigentlich entsteht der meiste Stress aus meinen mehreren Hüten, die ich mir selbst aufsetze. Also ich bin immer noch der alte Geschäftsführer, immer auch noch der alte Projektleiter und immer noch der alte Vertriebler für mtc. In diese Rollen schlüpfe ich immer wieder und übernehme Aufgaben und habe bestimmte Verantwortung und auch Macht.

Vor allem in den letzten 6 Monaten hat sich das überschnitten mit meiner Rolle als Product Owner, also als der Verantwortliche für das Backlog/für die Vision. Am liebsten würde ich heute, alle Rollen bis auf den des Product Owners auf- oder abgeben. Ich merke aber, wie ich das nicht schaffe und immer wieder an unsere Finanzierung, also an die Auslastung und an die Bestandskunden denke.

Es fühlt sich eben so an, als ob ich mich mit diesem Denken selbst behindere. Daher kommt auch das Gefühl, zu ahnen, was jetzt dran ist. Nur die zur Umsetzung notwendigen Entscheidungen verzögere ich oder verändere sie so, dass der Status Quo erhalten bleiben kann. Wenn auch mit anderem Anstrich, anderer Benennung, aber eben doch der Status Quo, immer noch das, was gestern gut war, das was sicher und bereits bekannt ist.

Trotzdem, es bewegt sich jede Woche etwas und vor allem: ich bin wohl einfach ehrlicher mit mir selbst und siehe da, gleich macht mir die Arbeit viel mehr Spass!

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Ich halt Euch auf dem Laufenden, wie das weiter geht… versprochen!

Vier Bilder meines Morgens…

Istanbul, 7:38, Tag 511

Schon wieder ein Vortrag heute Nacht, ich sollte um 9 anfangen, hatte meine Slides noch nicht fertig, arbeitete aber hektisch an einer Grafik, ich liess mich ablenken, quatschte rum, es wurde halb 11 und ich war immer noch nicht dran und wachte auf…

So, es ist schon wieder passiert. Jetzt ist es hier um 2 und ich hab immer noch nicht getagebuchmeditiert. Dafür wieder viel gedacht, gelesen, gemacht und geschrieben. Und ein paar wenige Bilder habe ich auch noch gemacht. Sitze mal wieder im TheHouseCafe hier in Ortaköy, ganz nett, heute etwas lauter. Hier wird zusätzlich auch grad umgebaut.

Heute fang ich wirklich kein neues Thema mehr an, sondern wünsch Euch einfach nur einen grandiosen Tag voller Ehrlichkeit und Mut!

Der Sonnenaufgang in Gayrettepe hinter Wolken...

Der Sonnenaufgang in Gayrettepe hinter Wolken…

Begrüßung durch den Bosphorus...

Begrüßung durch den Bosphorus…

TheHouseCafe ist einfach ein schöner Platz...

TheHouseCafe ist einfach ein schöner Platz…

...zum Kaffee trinken und arbeiten!

…zum Kaffee trinken und arbeiten!

Über Mitgefühl…

Istanbul, 7:44, Tag 510

Heute wieder sehr spät, aber mein Traum ist noch fast präsent. Es war eine Vorführung oder besser eine Show in einem Raum mit zwei älteren Bekannten aus Berlin als Zuschauer. Die Details der Show möchte ich zensieren. Aber es war mir sehr peinlich, dass die beiden dabei waren. Sie machten dazu noch sinnfreie Kommentare, die alle Anwesenden nur provozieren sollten, wie ich dem verschmitzen Lächeln der Beiden entnahm. Ich wachte wieder sehr zeitig auf und habe das langsame, frühe Aufstehen geniessen können…

Mir fehlt wieder mal meine gewohnte Morgenroutine. Dabei mach ich nach dem Aufstehen, der Morgenmeditation und etwas News lesen die Kleene fertig und bring sie zum Bus. Dann habe ich schon Lust, zu arbeiten und leider grad keine Lust mehr auf meine Schreibmeditation. Aber dann hab ich doch keine Lust, hier die Reihe heute am 510. Tag unterbrechen zu lassen. Und deshalb gibt es heute wieder erst etwas später etwas zu lesen von mir.

OPD macht Riesenfortschritte. Wir sind drei Wochen vor unserem selbstgesteckten Launchtermin und müssen so langsam aber sicher den Sack zu machen. Eine entscheidende Funktionalität: das Teilen von Ordnern zwischen den OPD Usern sollte eigentlich schon in dieser Woche live gehen, es wird nach heutigem Stand nächste Woche werden.

Danach wird in den letzten beiden Wochen nur noch die bestehende Funktionalität verfeinert, perfektioniert und von Fehlern befreit oder die Fehler zumindest notiert. Die Lernkurve ist für mich enorm und die Motivation bei der Arbeit so hoch wie sehr lange nicht mehr.

Aber meine Geduld wird grade extrem gefordert. Ich sitze wie auf Kohlen und hoffe und wünsche, das mit irgend jemand sagt, was jetzt das Richtige ist, was ich jetzt selbst tun sollte oder was ich noch tun könnte, um das maximale, optimale Ergebnis abzuliefern.

Alle meine alten Gewohnheiten und Glaubenssätze springen jetzt wieder an. Als ob es eher darum geht, diese jetzt zu überwinden. Das Projekt ist so oder so ein Erfolg, ob ich ihn mir und uns nun gönne oder auch nicht.

Es fällt mir manchmal sehr schwer, meine eigene Leistung als ausreichend zu empfinden. Ich bin hinterher immer schlauer und weiss genau, welche Fehler ich selbst und im Team gemacht habe, was besser zu machen wäre. Ob das dann auch klappt, steht ja auf einem ganz anderen Blatt, aber diese Gedanken reichen, um mir und der Sache vielleicht auch dem Team Energie zu entziehen.

 

Fällt mir da grade wieder ein. Ein Tweet, den ich heute morgen gelesen habe und der das Phänomen beschreibt: ohne Arbeit, kein Erfolg. Bei mir heisst das immer: ohne Leiden, kein Erfolg.

Und ich lese grade Wrecked: When a Broken World Slams into your Comfortable Life. Jeff beschreibt dort eigentlich etwas anders, aber es geht mir um die Erfahrung, dass man ohne Mitgefühl, mit zu fühlen und eigentlich auch ohne Mitleid, im Sinne von echtem mit leiden keine wirkliche Lösung für die Probleme der Welt finden kann.

Und ich gehe soweit zu sagen, dass dies nicht nur für die Wohltätigkeits/Entwicklungshilfe Branche gilt. Nein, auch wir müssen mit den Problemen unserer Nutzer mit leiden, wenn wir wirklich eine Lösung schaffen wollen.

Ja, wir müssen uns selbst zerstören können, um wirklich frei zu handeln oder zu sein. Das meint Jeff eigentlich in seinem Buch mit seinem Ausdruck von beeing wrecked.

Und ich glaube weiter, dass wir nichts wirklich von Dauer oder nicht wirklich von Wert in dieser Welt schaffen können, wenn wir dabei in unseren Komfortzonen bleiben und nicht mit leiden können, mit anderen Menschen.

Die Lösung liegt für mich in der vollen Akzeptanz dieser Tatsache und nicht im weiteren Verleugnen oder im Ausweichen. Ich trau mich dabei aber noch nicht ganz, meine eigene Komfortzone voll zu verlassen. Ich stehe immer kurz davor. Ich glaube, alle in meinem Umfeld spüren das manchmal und werden dann unruhig. Es ist eine ungewohnte Kraft und Konsequenz, deren Wachsen ich spüre, verbunden mit einer Art Vorfreude auf das kommende Leid und das nur dadurch gleichzeitig mögliche Glück.

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Die kleinen Abzockereien…

Istanbul, 7:40, Tag 509

Heute Nacht habe ich einen Vortrag vor einer kleine Gruppe gehalten. In meiner Einleitung hatte ich zwei bestechende Argumente. Einmal: zu glauben, zu wissen was neu ist, es gut zu meinen und trotzdem alles weiter so wie früher zu machen und dann zweitens: den neuen Prozess schon zu kennen, aber die Werkzeuge nicht zu beherrschen und sie deshalb so einzusetzen, wie im alten Prozess. Dazu hatte ich wieder ein Bild von Betonzäunen in Holzoptik vor Augen. Ich habe unruhig geschlafen, lange im Halbschlaf gelegen und noch viel mehr geträumt…

Am liebsten würde ich ein wenig meckern heute, ach – ich mach das einfach.

Über den Busfahrer hatte ich schon am Samstag etwas geschrieben. Es ging noch weiter. Ich verallgemeinere ja gerne und würde am liebsten: hier in der Türkei oder die Türken sind… schreiben. Ich versuch mal, das nicht zu tun. Aber zwei Sachen waren etwas unglücklich und ich halte sie für typisch. Wenn man hier lebt, begegnet einem das immer und immer wieder und lustiger weise regen sich alle drüber auf, aber lassen es sich immer wieder auch gefallen. Worum geht es?

Die Skischule, die vom Reisebüro für die 17 Kinder unserer Reisegruppe gebucht worden war, hat sich Mühe gegeben und auch gelohnt. Am Samstag Abend wurden den Kindern sogar Urkunden über die erfolgreiche Teilnahme überreicht. Danach wollte der Reiseleiter, Geld für den Skipass der Kleinen einsammeln. Volle 75TL etwa 35€, den vollen Preis für ein Wochenendticket. Die Kinder sind bis dahin zwei mal mit dem Lift gefahren und da die Skilehrer die Skiliftbetreiber kennen, brauchte niemand der Kinder einen Skipass irgendwo durchziehen, sie konnten auch nie allein hochfahren, sondern immer nur in Begleitung eines Erwachsenen.

Zufällig belauschten wir die Unterhaltung von Reiseleiter und Skischulleiter. Der Reiseleiter fragte, wie er das den Eltern erklären sollte, dass die Kinder den vollen Preis zu zahlen hätten, der Skilehrer sagte nur flapsig, dass die Eltern das einfach machen müssen, Erklärungen brauche es nicht. Somit sind knapp 600€ zusätzlich in den Taschen der Skilehrer gelandet. Aber vor allem, als ich die Skilehrer zusammen in der Lobby lachend mit Bier anstossen sah, wurde ich kurz sehr sauer! Jeder der Eltern wusste, dass die Kinder keinen Skipass brauchten und dass die Skilehrer auch keinen Skipass gekauft haben und trotzdem haben alle mit Schultern gezuckt und bezahlt. Es sei halt so…

Und das zweite Beispiel: auf der Rückfahrt haben wir nach etwa einer Stunde Fahrt in Bursa fürs Mittagessen gehalten. Sehr leckerer Iskender Kebap, wirklich lohnenswert und in Bursa besonders schmackhaft. Das ist so ähnlich wie mit Wein im Urlaub, wenn man die später zu Hause trinkt, schmecken die meist nicht mehr ganz so gut, wie man es vom Urlaub in Erinnerung hatte. Und wenn ich in Istanbul Iskender Kebap bestelle, schmeckt der nicht halb so gut, wie der in Bursa, wo er angeblich erfunden worden ist. Aber darum geht es ja gar nicht.

Spannend war, dass wir nach ausgiebigen 90min Mittagspause weiter gefahren sind. Der nächste Streckenabschnitt sind etwa 2 Stunden bis zur Fähre, bei der man aussteigen, zur Toilette gehen und etwas essen kann, da die Überfahrt mehr als eine halbe Stunde dauert und das Warten auf die Fähre auch etwa 10-20 Minuten.

Der Bus fuhr aber nicht etwa die Strecke durch, sondern hielt nach noch nicht mal 40 Minuten wieder an. Ich dachte erst, einem der Kinder ist schlecht oder irgend etwas sei mit dem Bus passiert. Aber wir hielten an einer Raststätte für eine weitere Pause von 25min. Der Bus wurde gewaschen und wir sollten uns die Beine vertreten. Es war eindeutig, dass die Reiseleitung irgend einen Deal mit der Raststätte hatte und halten musste, normalerweise wird wohl kein Iskender in Bursa gegessen. Begründet wurde das damit, dass wir bald Stau zu erwarten hätten. Später, als es gar keinen Stau gab, regte sich natürlich niemand auf, so ist das eben. Insgesamt waren wir durch die drei Pausen auf der Strecke statt 4 Stunden, wie auf dem Hinweg erst nach 7 Stunden wieder zu Hause. Uffjah!

OK! Sorry fürs Langweilen, aber das musste jetzt raus hier. Solche kleinen Veräppeleien und Abzocken finden sicher nicht nur hier in der Türkei statt. Ich weiss, auch bei uns gibt es Butterfahrten. Vielleicht liegt das daran, dass ich nur die Hälfte verstehe von dem ganzen Lamentieren und Erklären. Vielleicht auch daran, dass ich den Leuten gegenüber keine Bemerkungen mache oder machen kann und mich so mehr ausgeliefert fühle, als in Deutschland…

So, nun aber startet erst mal die neue Woche!

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Wünsch Euch einen phantastischen Start!

Sonntagspausenpost…

Uludağ, 8:08, Tag 508

Heute Nacht durfte ich eine rede halten, bei jedem Abschnitt wurde eine Pause gemacht und der Inhalt von den Zuhörern diskutiert, ich durfte nicht mit reden, musste mir das aber anhören. Es war unangenehm. Dann wurde ich in eine Gruppe von ganz coolen Menschen aufgenommen, die alle was ganz besonderes hatten. Ich fragte mich, was wohl das besondere an mir sei und wachte auf…

Heute gibt es nur einen Pausenpost bevor es nochmal zwei Stunden auf die Piste geht. Heute haben sich die Wolken verzogen und die Sonne scheint.

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Wünsch Euch vorfreudig lächelnd einen schönen Sonntag!

PS: auch lustig, das Hotel WLAN lässt mich hier auf wordpress.com neue Posts schreiben, aber wenn ich die Kommentare bearbeiten möchte, wird mir eine Stop Seite gezeigt. Ach, Zensur ist so wunderbar, so unfehlbar und immer angemessen. Und dadurch, dass man sich immer beobachtet fühlt, steigt meine Sicherheit. Ich fühle mich wie ein Kind, immer wissend, das die Eltern ein wachsames Auge darauf haben, was ich mir hier so anschaue.

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Ein paar Bilder vom Kurzausflug nach Uludağ

Uludağ, 15:47, Tag 507

So spät war ich noch nie, heute gibt es eine nachmittagliche Schreibmeditation, im engen Hotelzimmer und beim zeitigen gemeinsamen Aufstehen, Frühstücken und gleich raus auf die Piste bis eben, konnte ich mir eher keine Zeit nehmen.

Aber Dank des Aktes des Aufschreibens von Stichworten zu den Erinnerungen an meine Träume gleich heute morgen, habe ich noch Zugriff auf eine einzelne Szene. Ich habe drei Strassenbahnen knapp wegfahren lassen, dann eine vierte genommen, die nach Lichtenrade fahren sollte. Ich dachte, das liegt auf meiner Strecke aber die Bahn bog in vorher nicht sichtbare Gleise in die genau falsche Richtung ab und fuhr ewig bis zur nächsten Haltestelle. Ich kam definitiv zu spät zu meinem Termin. Der Rest der Stichworte: dunkles Geheimnis, Tür öffnen, Eckhart, Schlüssel, Zahnbürste, Bus fahren führt in Nichts.

Hier in Uludağ knapp 200km südlich von Istanbul auf 2.000m Höhe gibts ein schönes kleines Skigebiet. Die Schule von Aleynas bester Freundin hat hier ein Wochenende organisiert, bei dem wir uns anschliessen konnte. Die Kleinen kriegen Skiunterricht immer in 2h Blöcken, vormittags und nachmittags und wir Großen haben Freizeit. Die Hänge sind sanfte Hügel, aber ich war das letzte mal vor 8 Jahren Ski fahren und davor auch nur zweimal in Norwegen vor fast 15 Jahren. Aber irgendwie liegt mir die Bewegung und macht so sehr viel Spass.

Auf der Herfahrt gestern gab es ein kleines Drama. Der Busfahrer dachte, er schafft es ohne Ketten hier her zu kommen. Hätte er vielleicht auch, hätte nicht ein LKW vor einer Kurve am Rand gestanden und so die Ideallinie blockiert: somit war die Kurve zu eng und zu steil und wir sind tatsächlich mit dem vollbesetzten, grossen O404 so circa 10m langsam, rückwärts gerutscht. Das war echt gefährlich, aber zum Glück stand der LKW genau so am Rand, dass uns gar nichts passieren konnte. Wir blockierten alles für 20min in denen die Helfer dann doch Ketten aufzogen und wir die letzten paar Meter  locker schafften.

Sorry, aber das war reine Selbstüberschätzung des schon etwas älteren Busfahrers. Aber so was darf einfach nicht passieren, wir waren etwa 30 Erwachsene und 20 Kinder an Board, da würde ich kein Risiko eingehen. Mich hat es aber an meine eigene Busfahrerzeit erinnert und meine Anfängerfehler, die ich zum Glück (fast) alle während der langen Ausbildung gemacht habe.

So, nun lade ich Euch noch eine Galerie hoch:

 

Und jetzt gibt’s Nachmittagstee… wünsch Euch noch ein tolles Wochenende!

Freitagspausenpost…

Istanbul, 5:52, Tag 506

Heute Nacht habe ich wild geträumt es aber beim Duschen vergessen. Gleich geht die Fahrt los, ich meld mich nur ganz kurz hier mit ein paar Bildern von gestern und wünsch Euch einen tollen Tag.

Hab gestern einen Spaziergang am Bosphorus machen müssen. Hier haben sich die Fischer auf einem Boot erholt und die Flügel getrocknet.

An einem kleinen Anlegestelle für Fischerboote wurde der Fang oder der Tag oder irgend etwas besprochen.

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Ich hab es geahnt, die deutschen Drogerieketten werden auch versuchen, Istanbul zu erobern, es geht los mit Rossmann in Ortaköy:

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Ein Tee im Bebek Kahve mit Blick auf zwei Fischer, die grade ihr Netz zusammen gelegt haben.

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Der Menschlichkeits Test

Istanbul, 7:52, Tag 505

Heute Nacht habe ich davon geträumt, wie ich durch eine Gebirge gefahren bin, erst war der Chef eines meiner Kunden am Steuer, die Vertriebsdirektorin sass auf dem Beifahrersitz. Die Berge waren wunderschön, schneebedeckt. Als ihm die Luft zu dünn zum atmen wurde, sollte ich das Steuer übernehmen. Der Weg wurde schmal und schmaler und plötzlich löste er sich auf und ging nahtlos in einen See über. Plötzlich schwamm ich allein in einem eiskalten Hochgebirgssee. Mir war komischerweise nicht kalt. Ich zog das Auto an einem Seil hinter mir her. Dabei half mir ein Delphin. Das klappe erst beim zweiten Delphin überhaupt, der erste glitschte mir immer wieder aus der Hand. Am Zweiten hielt ich mich mit der rechten Hand fest, während ich mit der Linken das Seil über meiner Schulter hielt…

Ich hab eben den „The Human Test“ von Ze Frank gemacht, wer sich auch etwas überraschen lassen möchte, schaut sich erst das Video an, eh er weiter liest. Und wer nicht ganz so gut englisch kann, der darf dabei unten mitlesen… 😉

Puhh, ich bin ein Mensch. Hier die Dinge, die mich zu einem Menschen machen… laut Ze’s Test 😉

  1. Wenn Du an hohen Orten bist, machst Du Dir manchmal Sorgen, dass Du einfach springst?
    Joup. 
  2. Wenn Du mit jemandem sprichst, hast Du Dir schon mal vorgstellt, ihm einfach eine runter zu hauen?
    Haha, nein, ab jetzt schon.
  3. Hast Du jemals versucht, Deine Haustür mit dem Fernbedienung fürs Auto aufzumachen?
    Nö.
  4. Musst Du manchmal den perfekten Winkel für deinen Wecker finden, bevor Du schlafen kannst?
    Früher ja, jetzt hab ich keinen Wecker mehr.
  5. Verlierst Du hundertmal Deinen Boardingpass, wenn Du von der Sicherheitskontrolle zum Gate gehst?
    Ja, erst gestern wieder.
  6. Hast Du eine Hose angezogen und gemerkt, dass eine Socke wie eine Kugel an Deinem Bein darin ist ?
    Ja und ich denke jedesmal, das es eine Ratte wäre und kriege voll Panik. 
  7. Manchmal, wenn Du links abbiegen willst, fährt Du trotzdem rechts, weil es einfacher ist?
    Ja, aber nur wenn ich Reisebusse fahre.
  8. Wenn Dir ein Freund eine Geschichte erzählt und nicht merkt, dass er sie dir schon einmal erzählt hat, stellst Du dann die gesamte Basis Eurer Freundschaft in Frage?
    Ähm, Nö.
  9. Machst Du unfreiwillig Geräusche, wenn Du Dich an etwas peinliches erinnerst?
    Ja, oft!
  10. Könntest Du kotzen, wenn eine Tasse zu nah am Rand steht?
    Nop.
  11. Hast Du jemals gemerkt, dass Du im Rhythmus eines Songs kaust?
    Naklardoch.
  12. Hast Du jemals nach einem Undo Knopf im echten Leben gesucht?
    Ja, das wär ne tolle Erfindung.
  13. Hast Du jemals den ersten Buchstaben einer SMS wieder klein gemacht, um enttäuscht zu wirken?
    Ja, aber eher aus ästhetischen gründen, ich mag es, alles klein zu schreiben.
  14. Hast Du an einer roten Ampel jemals den Gedanken gehabt, dass das Leben der Fussgänger in der Hand Deiner Füsse liegene?
    Ja, wobei ‚in der Hand meiner Füsse‘ is echt witzig… 
  15. Hast Du jemals gecheckt, ob das Wasser im Kocher kocht und gemerkt, dass Du ihn nicht angestellt hast?
    Ja, klar.
  16. Regst Du dich innerlich darüber auf, wenn jemand einen Fahrstuhl noch einmal  drückt, den Du schon gedrückt hast?
    Nein, nicht in der A34. Aber in jedem anderen Fahrstuhl schon.
  17. Fühlst Du dich komischerweise gut, wenn eine Kellnerin Dich Schatz oder Baby ruft?
    Hihii, ja.
  18. Hast Du manchmal Tagträume darüber, was Menschen an Deinem Grab sagen werden?
    Nop, aber was sie sonst so machen würden, wenn ich tot wäre, stelle ich mir manchmal vor.
  19. Hast Du schon mal recherchiert, wie Du jemanden daran hindern kannst, Dir SMS zu schicken?
    Nö.
  20. Warst Du schon mal stolz, dass Du der erste warst, der auf einem Konzert zu klatschen begonnen hat?
    Jeah, ich war auch schon der einzige… weil es noch nicht zu ende war und alle anderen das wussten, nur ich kannte das Lied nicht. 
  21. Hast Du schon mal geniesst und dann am Taschentuch gerochen?
    Üüühh, nein.
  22. Hast Du Dich schon mal über einen anderen Fahrer aufgeregt, nur um zu merken, dass der Dir sagen wollte, dass Dein Licht nicht an ist?
    Ja.
  23. Hast Du schon mal alle Spuren von jemanden von Deinem Telefon gelöscht und das dann bereut und dann war es Dir zu peinlich, zu zugeben, dass Du deren Telefonnummer nicht erinnerst?
    Gelöscht ja, bereut nein.
  24.  Hast Du schon mal nachgeschaut, wie man anonyme Mails verschicken kann, weil Du etwas bösen machen wolltest?
    Nop, das weiss ich.
  25. Hast Du schon mal über etwas gelogen, was sich überhaupt nicht gelohnt hat, darüber zu lügen (wie: als ich klein war, hatten wir -klardoch- auch ein Trampolin) und hast Dich dann den Rest Tages darüber gewundert ?
    Mhja.
  26. Hast Du jemals versucht, Deinen ganzen Computer auszuschalten, nur um das Versenden einer Mail zu verhinder?
    Naklardoch, als die noch Kabel hatten, hab ich das sogar manchmal geschafft, heute hab ich da keine Chance mehr… 
  27. Hast Du schon jemals befürchtet, dass Du einfach total ausflippen würdest?
    Aber sowas von jaaaa!

Wenn Du auch zu mehr als 5 Fragen ja sagen konntest, dann bist Du eine Mensch. Ich kann gar nicht aufhören, für Ze hier Werbung zu machen. Ich hab immer so viel Freude daran, diese Videos anzuschauen. Sie saugen mich ein, faszinieren mich. Ganz selten nur beim ersten Schauen, oft kann ich die Videos später noch mal sehen und beäumel mich immer und immer wieder.

Es macht mir Spass, so etwas zu transkribieren. Einfach so! Es ist so, als ob ich mich durch diese Beschäftigung mit dem Text mit ihm verbinde, ihn modelliere, etwas von seiner Energie und seinem Humor, von der Leichtigkeit und gleichzeitigen Tiefe auf mich abfärben lassen möchte.

Nun bin ich endlich mal wieder im schönen Istanbul und mach heute und morgen mal frei, also morgen ganz bestimmt, weil wir nach Uludağ zum Ski fahren fahren werden. Und heute eigentlich auch. Vielleicht werd mal mein schönes, grossartiges Buch weiter lesen: Wrecked von Jeff Goins oder einfach nur einen ellenlangen Spaziergang unten am Bosphorus machen.

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Wünch Euch -beschwingt lächelnd- einen ganz menschlichen Donnerstag!

 

 

Darüber, ob Konflikte unvermeidbar sind…

Noch Berlin, 7:20, Tag 504

Heute Nacht habe ich von einer wütenden Aleyna geträumt, die sehr wütend auf etwas war. So sehr wütend, dass ihr Gesicht sich verzerrte und rot anlief, etwas was ich an ihr überhaupt nicht kenne und was mich sehr erschreckt hat. Als ich mich um sie kümmerte, sie sich zu mir drehte, verschwand die Wut sofort. Wendete sie sich wieder ab, kam sie wieder. Dreimal das und ich wachte auf.

Jetzt bin ich viereinhalb Wochen lang ununterbrochen hier in Berlin, so lange wie schon seit Jahren nicht mehr. Ich fühle mich grossartig produktiv, aber jetzt grade auch leer. Es fehlt ein Ausgleich und Balance. Wenn wir wieder nur hier leben würden, dann würde ich die Wochenende frei machen wollen und auch die Tage würde ich etwas kürzen. Merke, dass ich ausbrenne. Das spüre ich gerade heute am Reisetag.

Auf sich selbst zu achten, sich selbst zu mögen und aufzupassen, was ist, wie man sich fühlt ist etwas, was ich früher überhaupt nicht konnte. Mein Funktionieren setzte ich als gegeben voraus. Es liegt nicht am Alter, eher an einer Achtsamkeit demgegenüber, was ist und nicht nur dem, was sein soll.

Der gestrige Tag war so intensiv, so voll, so bunt, so wunderbar, dass immer Kraft und Energie auch zurück fliesst. Die Balance, die ich vermisse, entsteht ja auch nur in meinem Kopf. Klärung bei Konflikten funktioniert immer nur, wenn ich selbst verstehe, wenn ich selbst einen Plan habe und wenn ich mich selbst nicht mehr so wichtig nehme. Ich kann Konflikte, die es um meiner selbst willen gibt, nur so beenden. Ich meine Konflikte, in denen mein Ego sich angegriffen fühlt, ich mich übergangen, übersehen fühle, ignoriert fühle. Es gibt aber auch Konflikte, die dadurch entstehen, dass es unterschiedliche Interessen, Geschwindigkeiten oder Engagement gibt. Ich glaube, dass mein Gerechtigkeitsempfinden dann so etwas wie eine Warnung auslöst, die wenn ich sie ungefiltert kommuniziere, zu Stress führt. Akzeptieren was ist, kann auch hier eine Lösung sein.

Es geht ohne Konflikte, ich hab nur noch nicht rausgefunden wie! Das Leben geht nicht ohne Probleme und Schwierigkeiten, aber Konflikte zwischen Menschen (Streit, Ärger, Wut, Sauer sein, Entttäuscht sein) dass muss nicht sein. Zumindest ist das mein Überzeugung.

Jetzt sagt bitte alle: nein, da hat er unrecht! So etwas fordert mich ungemein heraus, sagt mir, dass das niemals zu schaffen ist und ich fühle mich extrem angespornt, es Euch zu zeigen, dass es doch geht… 😉

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Wünsche Euch einen grossartigen Mittwoch…

Wie man mit Missverständnis und Ablehnung auch umgehen kann…

Berlin, 7:16, Tag 503

Nun habe ich schon eine Stunde lang gelesen, sortiert, kommuniziert, geplant, strukturiert: also das gemacht, was man früher -etwas abwertend- als Arbeit bezeichnet hat. 😉

Ich bin heute mitten in meinen Träumen aufgewacht, konnte mich kaum erinnern. Nur noch an eine Liege im Freien, mein Vater schlief drauf und mein Wundern, dass er nicht fror, war übrig geblieben…

Heute will ich kein neues Thema mehr anfangen, es ist noch nichts fertig gefühlt und gedacht zum hier Hinschreiben, der TEDx Talk klingt noch stark nach.

Es ist diese neue Offenheit, vor mir selbst zu zugeben, dass der Weg zum Erfolg über sich immer wiederholendes, schnelles, smartes Scheitern führt. Es steigt die Bereitschaft, meine eigenen Fehler zu zugeben, zu lernen und nicht den Mut zu verlieren, weiter Fehler zu machen. Erst wenn ich mit wiederholtem Scheitern und Ablehnung umgehen kann, nehme ich mich an, wie ich bin.  Denn auch ich habe schlechte, dunklere Seiten in mir. Wenn ich die Augen davor verschliesse und hoffe, dass schon keiner merkt, dass ich manchmal nicht so gut drauf oder grade nicht so effizient, erfolgreich, schnell bin oder ich auch mal zugeben kann, dass ich einen Fehler gemacht, oder einer Fehleinschätzung erlegen bin, lebe ich nur ein halbes Leben.

Andere verstehen wollen, deren vielleicht versteckte, positive Absicht zu erkennen, darum geht es bei mir grade. Und natürlich ums Machen, ums Fehler machen, ums Richtig machen wollen, ums Erkennen, was heute jetzt dran ist und heute jetzt, durch mich gemacht werden kann, inklusive dem Zufrieden sein, mit dem was heute gemacht worden ist.

Zu verstehen, dass Missverstehen und Ablehnung anderer – selbst wenn sie sorgsam als Feedback und Ich mein ja nur… verpackt sind, immer zuerst mit den Erfahrungen, Problemen, Sorgen und Schwierigkeiten der anderen zu tun haben. Das war die Erkenntnis des gestrigen Tages.

Das Ding war, dass ich selbst das Missverstehen und die Ablehnung anderer als Aggression oder auch Angriff missverstehe.

Das schöne ist nun, dass ich nun die gestrige Erkenntnis erst mal auf mich selbst anwenden kann. Also, wie war das noch gleich: meine eigenen Erfahrungen, Probleme, Sorgen und Schwierigkeiten haben erst mal nur mit mir zu tun? Und nicht mit den anderen. Genau! Also geben mir Menschen, die mich missverstehen wollen und mich ablehnen, die Chance, mich weiter zu entwickeln und besser zu werden. Ich kann diese Chance annehmen oder es lassen! Meist nehme ich sie an… so richtig dankbar kann ich nicht dafür sein, aber es stellt sich so etwas wie Verständnis ein.

Und ein schöner Post von James hilft mir wieder mal dabei. Diesmal eine kurze Geschichte darüber, wie man mit Ablehnungen umgehen kann und ins positive drehen kann. Das versuch ich heute auch! Nicht wegrennen, nicht ausweichen, sondern immer wieder auf Neue versuchen…

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Wünsch Euch einen schönen, unfertigen Tag mit ganz viel Sonne im Herzen!