Heute Nacht habe ich mich eine riesige spanische Ferienanlage geträumt. Es fing in einem Zimmer an, das ich bezog und mit mir ein ehemaliger Kollege, der sich selbstverständlich nur Kosten sparend, mit mir ein Doppelbett teilen wollte. Als ich ins Bett wollte, lag dort noch ein Bekannter von ihm. Ich bin wütend in Shorts und Bademantel aus dem Zimmer gestürmt und wollte mir an der Rezeption ein Einzelzimmer besorgen. Statt von Rezeptionen gab es aber nur Bars oder Shops in diesem Hotel, ich verliess meinen Trakt, versuchte mir die Nummer zu merken, hatte ja zum Glück noch meinen Zimmerschlüssel, musste einen lehmigen Abhang hochklettern. Merkte, dass ich gute Schuhe anhatte und schaffte es. Sah einen verfallenden, die blaue Farbe abblätternden riesigen Pool, kam immer wieder an riesigen Restaurants vorbei, musste mich bücken, so niedrig waren die Decken teilweise, sah den riesigen Haupttrakt mit seinen Suiten und fand keine Rezeption. Bis sich endlich jemand vom spanischen Personal erbarmte und mich mitnahm. Wir kamen jetzt ständig an Telefonen vorbei, denen besoffene Gäste in der letzen Nacht die Hörer abgerissen hatten. In den Personalunterkünften fanden wir schliesslich ein letztes funktionierendes Telefon, um endlich die Rezeption zu erreichen. Ich wachte auf, als ich das Tuten des Freizeichens hörte…

Wie fast immer in der letzten Zeit schlag ich so um 5:20 herum meine Augen auf. Aber heute ist Samstag, ich bleibe liegen. Ich achte auf meinen Atem, versuche still zu liegen und dann synchronisiere ich meinen Atem mit meiner neben mir schlafenden Liebsten. Meine Gedanken fliessen noch sehr ruhig, aber ich fang von alleine an zu lächeln. Wenn ich dann eine Weile im Rhythmus des Schlaf mitgeatmet habe, fühle ich mich extrem verbunden und sicher und sehr glücklich. Wie schnell die Zeit vergeht, ob ich wieder einschlafe oder wie langsam oder schnell ich meinen Gedanken nachgehe kann ich nicht bestimmen. Ab und zu kontrolliere ich, ob der Rhythmus noch stimmt, ich bemerke die ersten Anzeichen vom Morgengrauen. Ich spüre, wie die Heizung um 6 anspringt. Ich denke lange und ruhig über bestimmte Probleme nach. Spüre, wie mich manches aufregt, was in meinem Leben passiert. Ich schaue mir dabei zu, wie ich über mich und die anderen auf Arbeit denke. Was sie wohl über mich denken, was ich anders hätte machen können, was ich anders machen möchte. Ich gehe meinen Ängsten nach, versuche herauszufinden, wo sie herkommen, wohin sie führen. Stelle mir meinen Auftritt bei  TEDxESCP nächste Woche vor und fühle, das Lampenfieber die linke Wade hochkriechen und sich in meinem Magen einnisten. Ich denke an meine Trainerausbildung letztes Jahr, an den verkackten Einstieg bei einem für mich extrem wichtigen Vortrag Ende November, mir fällt die grosse Bühne im Hamburg wieder ein. Mir fällt mein Freund ein und wie er mich immer wieder beruhigt. Ich spiele verschiedene Manuskripte durch, ich überlege mir, wie ich meine Woche planen kann, um viel Zeit für die Vorbereitung zu haben. Und ich lasse die Angst langsam los. Dazu brauche ich nur auf den Atem meiner schlafenden Liebsten hören und mich wieder mit ihr verbinden, mitatmen und die Angst geht von allein. Wieder ist nur die Stille des Morgens zu hören. Wieder ist nur dieses Bett und dieser Raum hier zu spüren. Ich kehre zurück aus der Vergangenheit. Ich kehre zurück aus der Zukunft. Ich atme ein und aus. Und dann spüre ich, wie erst die Kleene wach wird, ganz leise das iPad sucht, schliesslich ein leichter Schimmer ihren Teil des Raumes erhellt. Dann merke ich, wie die Liebste neben mir aufwacht. Noch viele Minuten lang spüren wir uns nur, stellen uns schlafend, wollen diesen Zustand dazwischen nicht verlassen, geniessen die Ruhe vor dem Aufstehen…

2013-02-09 08.33.13-1

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

One Comment

  1. Du hast schon ein happiges Programm – da würde ich auch träumen und zwar Alpträume
    Liebe Grüsse zentao

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