Heute Nacht träumte ich von einem Flughafen, ich war zu spät dran und hab wieder Zigaretten geraucht beim Warten und beim Laufen. Heute schreibe ich erst ganz spät, es ist schon nach Mittag, meine Mädels sind schon auf dem Weg in unser zweites zu Hause, den Vormittag hab ich mit ihnen verbracht.

Ich wollte mich auf den TEDx Vortrag nächsten Samstag vorbereiten und dachte vorhin, ich könnte das hier im Blog machen und ein paar Gedanken zu Chancen und Offenheit weiter auswalzen.

Schon vor ein paar Tagen, ich glaub es war der Donnerstag, hatte ich schon eine unabsichtliche Auftragsmeditation gestartet. So nenn ich Sitzmeditationen, die schon nach wenigen Minuten zur Arbeitsmeditation werden, bei dem ich mich in ein Thema versenke und mir erlaube, wichtige Gedanken noch während der Meditation zu notieren. Wenn ich in meinem Büro meditieren, dann meist auf dem Whiteboard neben mir.

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Und auch heute Morgen sind mir, diesmal beim und nach dem Duschen, ein paar interessante Gedanken gekommen, bei denen ich dachte, dass ich sie vielleicht verwenden könnte. Wenn ich zu Hause meditieren, dann nutze ich meist Evernote im Smartphone für die Notizen und dort nehme ich meist kurze Soundbits einfach auf, dann spare ich nicht nur das Tippen, sondern ich halte zusätzlich zum Inhalt auch noch meine Stimmlage dazu fest.

Mein Unterbewusstsein ist schon seit ein paar Wochen auf diesen Vortrag programmiert, aber dennoch habe ich es noch nicht geschafft, ein paar Gedanken dazu aufzuschreiben. Es gibt extrem viel Input dazu, es gibt extrem viele Möglichkeiten für einen solchen Vortrag.

Aber ich schiebe es immer weiter auf. Ich warte, bis es wirklich nicht mehr geht, um den Vortrag vorzubereiten. Es sind ja nur 12-15 Minuten, die ich reden darf. Eigentlich bin ich vorbereitet, ich hab nur noch kein Manuskript fertig aufgeschrieben, ich hab nur keine Probe in echt gemacht. Eigentlich wollten, könnten, sollten noch zwei Freunde, Kollegen helfen, aber ich gehe in meinen Maverick Modus. Ich denke, dass ich das alleine machen muss! Ich weiss, dass ich jetzt zwar (hoffentlich) Hilfe kriegen könnte, aber dann oben auf der Bühne eben doch alleine sein werde. Bei diesen Gedanken spüre ich einen Zustand der vorauseilenden Aufgeregtheit.

Nebenbei arbeite ich schon die ganze Zeit, mache Backups, richte grade einen Trial bei desk.com ein, um das mal als Ergänzung für unser Jira und den Support für unser neuestes Abenteuer auszuprobieren. Auch räume ich auf, sortiere und kläre und putze, immer wenn mich der Impuls dazu erwischt. So sind schon zwei riesenblaue Ikea-Tüten in den Müll gewandert, also der Inhalt aus meiner Rumpelkammer ist in den Tüten in den Müll gewandert, worauf ich besonders stolz bin. Denn immer wenn ich etwas Neues machen möchte, sollte doch in mir und um mich herum auch Platz für das Neue sein. Durch Wegwerfen oder Aufräumen möchte ich Platz schaffen.

Ok, es ist nicht viel, was ich mir bisher überlegt habe, eines davon ist meine Definition von Chancen.

Chancen im Leben bestehen für mich immer aus Möglichkeiten, die man sich schaffen muss, die man sehen sollte, für die man eben offen sein sollte. So oft glauben wir, dass wir nur die Wahl zwischen zwei Übeln haben oder es nur eine kurze Chance gibt, etwas ganz bestimmtes zu tun. Das stimmt nur bedingt, man kann sich immer mehr Möglichkeiten, alle Optionen des jeweiligen Handelns überlegen.

Das Zweite, was mir bei meiner Definition von Chancen wichtig ist, ist dass man eine Entscheidung für eine der vielen Möglichkeiten trifft und zwar einmal nach logischen, abstrakten Kriterien, aber auch aus dem eigenen guten Gefühl heraus. Rein logisch begründete, sich vielleicht hart erarbeitete Entscheidung gegen ein eigenes ungutes Gefühl, lassen keine wirklichen Chancen entstehen. Auch Entscheidungen nur aufgrund von guten Ratschlägen Dritter, funktionieren nicht, zumindest nicht mittel- oder langfristig.

Und das Dritte mit dem ich Chancen definieren möchte, ist Commitment, welches ich nur unzureichend mit einem Mix aus Hingabe, Verantwortung und Verpflichtung übersetzen kann. Ich meine, dass man dran bleiben, dass man zu seiner Entscheidung stehen muss, sie nicht ständig überprüfen oder hinterfragen darf. Man kann neue Entscheidungen treffen, aber man darf die gestern getroffenen Entscheidungen nicht anzweifeln, um echte Chancen auf Entwicklung oder Erfolg nicht einfach zu verpassen.

Meine Definition von Offenheit habe ich eigentlich mir auch schon überlegt. Und auch hier sind es drei Zutaten, die ich bei der Definition von Offenheit herausgreifen möchte, aus dem Strom an Konzepten, Wissen und Erfahrungen zu dem Thema.

Erstens bedeutet Offenheit für mich die Abwesenheit von Angst. Das ist das wichtigste an dem Konzept Offenheit, wie ich es hier vertrete. Sorgen kann man sich machen, Sicherheit braucht man, Vorsorge muss man treffen, aber nicht aus Angst heraus. Angst ist das Gegenteil von Offenheit. Erst wenn man dazu in der Lage ist, seine Ängste als sein Ratgeber und nicht als sein Herr zu sehen, kann man sich (dem Leben) wirklich öffnen.

Dann ist bei meiner Definition von Offenheit wichtig, dass man Regeln aufstellt und bricht, Gesetze einhält und sie übertritt, dass man alle Anweisungen als das sieht, was sie sind: als eine Möglichkeit des zukünftigen Handelns. Ich bin überzeugt, dass die meisten Regeln aus  einer diffusen Angst heraus entstanden sind. Aus der Angst jemanden, oder etwas zu verlieren oder auch aus der Angst heraus, verletzt zu werden zu verletzen oder ungerecht behandelt zu werden oder zu behandeln. Regeln, die aus Ängsten heraus entstanden sind, müssen gebrochen, alle anderen Regeln dürfen gebrochen werden. Die meisten Regeln sind immer nur im Moment der Entstehung angemessen und die meisten Regeln verhindern Offenheit bzw. erzeugen das Gegenteil.

Und mein dritter Punkt der Definition von Offenheit ist, dass man Entschlusskraft braucht, Dinge geregelt, getan, erledigt zu kriegen. Man sollte verstanden haben, dass man selbst ein Macher ist. Dass man selbst in der Lage ist, sein Leben zu gestalten, dass man der einzige ist, der das wirklich kann. Erst wenn man um die Macht des eigenen Handelns weiss, kann man sich wirklich öffnen. Es öffnet einen niemand anders, man kann Offenheit nicht von jemandem lernen. Man muss es erleben, selbst erfahren, selbst gemacht haben, selbst machen, um die Offenheit zu erfahren, von der ich hier rede.

Also noch mal kurz zusammengefasst meine Definition von Chancen:

Opportunities = options + decision + commitment 

(Chancen = Optionen + Entscheidung + Verbindlichkeit)

und

Openess = absence of fear + breaking rules + determination

(Offenheit = Abwesenheit von Angst + Regeln brechen + Entschlossenheit)

So! Nun fühle ich mich schon wieder so, als ob ich heute genug für den Vortrag nächste Woche getan habe: 555 Wörter eines ersten Entwurfes meines Manuskriptes sind fertig. Nun noch Stories und Struktur und etwas Illustration und fertig ist das Ding!

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Wünsche Euch noch einen schönen, erfüllten Restsonntag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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