Nun bin ich ein TEDx Speaker… yeah!

Berlin, 8:40, 501

Nach dem gestrigen Tag bin nach Hause, ins Bett und habe von einer Flucht in drei roten Autos geträumt, wir sind durch Nürnberg gefahren und über einem Platz durch einem riesigen, befahrbaren Keksstempel. Später auf der Landstrasse schau ich auf die Uhr und kriege einen Schock. Es ist schon um 11 und ich habe, ohne Bescheid zu geben, unser Daily Scrum um 10 verpasst. Mit dem schlechtem Gewissen bin ich aufgewacht und hab doch gleich gelächelt über mich…

Der fünfhundertste Tag meiner Tagebuchchallenge war ein ganz besonderer Höhepunkt, der ganze Tag ein einziger Rausch, ein Flow, ein Fliegen und Vibrieren. Schön wars! Sehr inspirierend, wie bei allen TED(x) Talks, die ich bisher gesehen habe.

Herr Krueger at TEDxESCP (Photo Credit: Anthony Owen)

Herr Krueger at TEDxESCP (Photo Credit: Anthony Owen)

 

Hab mich gestern Morgen kurz mal gefühlt, wie bei beim Recall von Deutschland sucht den Superstar mit dem Endziel eines ‚echten‘ TEDtalks als Finale (also das ohne x). Es kam die Aufregung, die Anspannung und später am Nachmittag dann die Tunnelfahrt mit meinem Auftritt am Ende des Tunnels ca halb 6.

Ich hab von den anderen TEDtalks nicht ganz so viel mit bekommen, eben weil ich der drittletzte und somit nicht ganz so mitgehen, nicht ganz so empathisch wie sonst sein konnte. Ausgenommen, die Talks meiner beiden Bekannten, Anthony und Brittany, mit denen ich aber mehr mit gezittert habe vor Aufregung, als dass ich ihren Worten gross folgen konnte.

 

Aber, wie war es denn nun genau? Hier mein Bericht:

Vorher natürlich sehr aufgeregt, ich hatte ja nur meine Slides im Zen style, also ohne Bilder, ohne Farben, jeweils nur ein bis drei Worte drauf und wollte frei dazu sprechen.

In mehreren Iterationen hatte ich in der letzten Woche erst eine Predigt geschrieben und dann aber daraus ausführliche Stichworte, teilweise vollständige Sätze gemacht und mehrfach einer kleine Gruppe Freunden für Feedback gezeigt.

Das hatte ich dann immer mal abends im Bett geübt, laut vorgelesen, zweimal auch vorm Spiegel vorgetragen und jeweils mit dem iPhone aufgezeichnet und immer wieder verändert, verfeinert. Mein besonderer Dank gilt dabei Antje und Tim, die mir mit Ihrem ausführlichen Feedback wirklich sehr geholfen haben und natürlich an Tony fürs geniale Coaching und genau so an alle anderen für die aufmunternden, motivieren Mails und SMSe.

Gestern morgen habe ich ein letztes Mal laut vorgelesen und bin natürlich verzweifelt, weil es so gar nicht rund lief, wie vermutlich jede Generalprobe. Dann habe ich mich hingesetzt, kurz bevor ich los bin, und habe die ausführlichen Sätze auf einige wenige Stichworte je Slide gekürzt. Das wollte ich eigentlich noch auf Karteikarten übertragen oder im iPhone als Fallback auf der Bühne dabei haben.

Die wenigen Stichworte habe ich mit den ganzen Tag immer wieder ganz ruhig durchgelesen, um sie auswendig zu lernen. Bin dazu mehrfach durch die langen Flure des ESCP Campus gelaufen und hab mir ruhige Ecken gesucht. Die TEDtalks sind nur max 15 min, so dass ich über den Tag verteilt bestimmt fünf oder sechs weitere Durchläufe geübt habe.

Dazwischen habe ich auch immer wieder kurz meditiert, also ganz bewusst mehrere Minuten lang meine Atemzüge gezählt, um meinen Kopf zu leeren und meinen Gedankenstrom anzuhalten. Darauf hoffend, dass er nach dem Leeren nicht leer bleiben würde und kräftiger wieder anspringen würde, was ja auch meist so passiert.

In der letzten Pause dann, 20 min vor dem Start der letzten, meiner Session habe ich bemerkt, dass es die Möglichkeit gab, meine kurzen Stichworte neben die Uhrzeit auf den Speakermonitor eingeblendet zu bekommen. So konnte ich auf mein iPhone in der Hand verzichten, das wäre eh nicht gegangen, da ich ein  Handmikro in der linken und die Fernbedienung für die Slides in der rechten Hand halten musste.

Als das alles geschafft war, habe ich mich auf den hot seat -den heissen Stuhl- des nächsten Sprechers gesetzt und versucht, mich irgendwie zu konzentrieren und die Spannung auszuhalten und aufrecht zu erhalten. Dann wurde ich anmoderiert und bin hoch und hab einfach abgeliefert.

Ich erinnere mich nur noch an wenige Fetzen von der Bühne.

Dann hab ich meinen Beifall bekommen. Tony hatte mir gesagt: wenn Du fertig bist, bleib stehen und halte den Beifall aus, nicht flüchten. Das hab ich gemacht und der Beifall wurde mehr, ein paar sind sogar aufgestanden. Das war unglaublich toll…

Dann bin ich runter geschwebt, hab mich wieder hingesetzt und hab es nachklingen, ausschwingen lassen in mir. Das schwang alles noch bis um 9. Einige sprachen mich an fühlten sich mit mir verbunden, obwohl wir uns nicht kannten.

Ich habe auch bemerkt, wie andere mir ausgewichen sind, weil ich ja über Offenheit, auch dem Scheitern gegenüber gesprochen habe und das einfach ein mit Scham besetztes Thema ist, über das eben nicht oft und nicht gerne öffentlich gesprochen wird.

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