Über das Gesetz der Affinität…

Berlin, 6:58, Tag 524

Heute Nacht war ich auf einer Strasse in de Bergen unterwegs und habe mich angeregt mit den Menschen unterhalten, mit ich gestern auch den Abend verbringen durfte. Es ging um verschiedenste Dinge, vor allem Vergleiche und Wortklaubereien, deren Details ich im Moment des Augen aufschlagens, eine Minute vor dem Wecker klingeln, vergessen hatte.

Das fragte gestern der Fragenkönig Scott auf Twitter auch mich, da ich schon seit ich Åsmund vor zwei Jahren wieder getroffen habe, zu seinen Followern zähle.

Isoliert mich die Nutzung von Twitter und Facebook? Ich bin vom genauen Gegenteil überzeut. Das Telefon isoliert doch auch keine Menschen, nur weil man sich nicht mehr sehen muss, um sich unterhalten zu können.

Ich sehe Twitter und Facebook und das Internet an sich, in diesem Fall aus der Ecke der Kommunikationswerkzeuge. So, wie wir keine Brieftauben mehr züchten und trainieren müssen, um uns Briefe zu schicken, so müssen wir uns heute keine Briefe mehr schreiben, so sind wir nicht nur auf Bücher oder Zeitungen oder Fernsehprogramm angewiesen, um etwas über das Leben anderer Menschen erfahren zu können, um mit ihnen Gedanken auszutauschen, um sich mit dem Leben anderer Menschen verbinden zu können.

Als ich nachfragte, was denn an Twitter und Facebook mehr isoliert, als wenn ich alleine ein Buch lese, wies Scott auf einen Effekt hin, den ich als Filterblase unter anderem von Sascha aber noch mehr von Michael Seemann kenne.

Der Zen Meister Thich Nhat Hanh nennt das übrigens einfach hier das Gesetz der Affinität oder auch Gesetz der Anziehungskraft:

Our aspirations, our needs, and the energy of our actions determine whether we participate in one realm or stage of being or another. When we find a friend we enjoy spending time with, there is the law of attraction of like to like. We feel we have an affinity with this person, and this information is recorded as a seed in our consciousness. When the seed of affinity ripens, we find ourselves drawn to a particular person or a situation.

Selbst Buddha bemerkte die Filterblase vor 2.500 Jahren schon, weil sich seine Schüler bei seinen Dharma Reden immer in die Nähe der anderen Lehrer setzten, deren Lehren sie besonders mochten. Die Filterblase funktionierte also schon damals ohne alle Technik in einem landwirtschaftlich geprägten Indien. Wir vergessen das einfach und empfinden oft das Unbekannte und Neue an Technologien oder dem Internet als etwas noch nie dagewesenes und eine Art Bedrohung oder Gefahr – hier am Beispiel von Scott – für unsere Geselligkeit.

Dann aber kam mir noch ein weiterer Gedanke, wie ich heute die sozialen Netze, das Internet an sich empfinde:

Und mit diesem Gedanken und einem Bild der Sonne heute morgen, die durch die Kälte schien und den nahen Frühling ankündigte, verabschiede ich mich von Euch.

2013-03-12 07.39.40-1

Und wünsch Euch einen tollen Tag!

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