Warum mir auch Don Draper nicht helfen wird…

Noch Berlin, 7:53, Tag 536

Heute Nacht wurde Chris Noth als Investmentbanker gefeuert. Er war eine Mischung aus Roger Sterling und Mr. Big. Aus Mitleid bat ich ihn, einen Investor für mtc zu suchen. Er war unprofessionell zuversichtlich. Nachdem er ein paar Telefonate geführt hatte, sah ich in seinen Notizen ein „no interest“. Daraufhin wollte ich ihm zwei Bekannte vorstellen, damit er dem Dating Wahnsinn seiner Heimat entkommen kann. Ich wachte weit vor dem Wecker ausgeschlafen auf…

Meine Suche nach Abkürzungen ist erfolglos. Meine Ungeduld ist zu stark. Die Vorstellung, dass andere mir helfen, meine Probleme zu lösen ist doch völlig absurd. Sie ist die Ursache für viel Stress bei den Anderen und bei mir. Kein Bitten, kein Erklären, kein Flehen, kein Charme und auch kein Geld der Welt, schaffen das. Erst wenn ich meine Probleme mir mir selbst löse, dann kann ich in diesem Feld ohne Verwerfungen mit anderen zusammen arbeiten. Erst dann kann ich erfolgreich delegieren, führen, koordinieren. Ohne diese Einsicht, ohne dieses Verstehen ist dies nicht möglich. Die Probleme kommen einfach immer wieder zu mir zurück.

Wir reden, wir verständigen uns, ich erkläre, welches Problem ich habe und wie ich mir vorstelle, dass der andere es lösen sollte. Wir gehen auseinander. Manchmal merke ich es sofort, manchmal nach Tagen oder Wochen. Und manchmal holt mich das Problem auch erst nach Jahren wieder ein. Das Leben wirft es mir wieder vor die Füsse.

Ich probier es dann erneut, gebe es jemand Anderem. Versuche meine Suche zu perfektionieren. Es muss doch da draussen jemand geben, der dieses Problem schon einmal gelöst hat. Ich frage alle, die ich kenne, ob sie jemand kennen, der mir helfen kann bei meinem Problem. Und alle haben Ideen und Ratschläge. Viele kennen jemanden, der mir helfen könnte. Und manche möchten es probieren.

Alle scheitern, weil ich (noch) nicht so weit bin.

Die Welt ist so eingerichtet. Entweder versteht man oder man scheitert. Dabei sind wir perfekt darin, unser Scheitern zu verstecken und oft genug wird das eigene Scheitern, der eigene ständige Kampf mit sich und gegen sich, als Erfolg gefeiert. Er hat gewonnen. Er hat doch so viel erreicht, trotz allem.

Ich habe Geldprobleme. Ich würde gerne opd weiter mit voller Kraft entwickeln lassen, einfach weiter machen. Wir sind doch knapp davor, es wirklich zu knacken, nur noch weitere drei Monate und dann vielleicht noch mal drei und dann, haben wir es allen gezeigt. Ein Investor soll es lösen. Schmarrn!

Ich kann kein Marketing. Ich würde so gerne eine fette Kampagne für opd machen, richtig dick. Irgendjemand muss das doch können und für mich machen. So schwer kann das doch nicht sein. So viel kann das doch auch wieder nicht kosten. Dass, was wir nicht mehr in die Entwicklung stecken, kann doch jetzt ins Marketing gehen, oder? Humbug!

Ich bin ein beschissener Chef. Ich würde doch so gerne freundlich, bestimmend, durchblickend, einfach perfekt sein. Das kann man doch lernen, es gibt bestimmt Kurse oder wenigstens Bücher, in denen ich das lernen kann. Vielleicht kann ich eine Assistenz bekommen, vielleicht kann das irgend jemand besser als ich, den ich einstellen sollte, damit er meinen Job besser macht? Blödsinn!

All diese Selbstzweifel lenken mich ab. Sie halten mich ab davon, das richtige zu tun. Ich suche Hilfe im draussen, statt einfach los zu legen, anzufangen, obwohl ich nichts weiss. Einfach aufstehen, auf die Fresse fliegen und wieder aufstehen.

Und ich kenne so viele so tolle Menschen, die so gerne helfen würden und es auch können. Sie helfen mir aber nicht dabei, meine ganz eigenen Probleme mit mir zu lösen, sondern nur bei meiner Arbeit, meinen Projekten, meinen Ideen. Dabei teilt fast jeder sehr gern sein Wissen, sein Netzwerk und seine Fähigkeiten mit mir. Ich brauch meist nur zu fragen. Der Trick dabei ist die richtige Einstellung, ein aufrichtiges, ehrliches Bemühen um die jeweilige Sache, ohne mich und mein Ego und meine Probleme im Zentrum.

Always two there are, no more, no less: a master and an apprentice sagt Yoda dazu und hat so recht damit. Kein Investor, auch nicht Roger Sterling, Don Draper und auch kein Mr. Big werden meine Geldprobleme lösen. Denn sie werden doch nur ihren eigenen lösen wollen…

2013-03-25 05.51.46-1

Wünsch Euch einen tollen Start in die brandneue Woche!

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