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Lose Gedanken über die Illusion von Marketing…

Berlin, 7:09, Tag 565

Heute Nacht habe ich extrem toll geträumt, nur beim Aufwachen war die Erinnerung daran verschwunden.

Hab gleich wieder unruhige Gedanken bekommen. Das war gestern schon.  Noch vor ein, zwei Jahren wäre ich um drei aufgewacht und hätte mich stundenlang in einer Krise gefühlt. Nun dauert es fünf Minuten. Mir zu sagen, dass ich mich einfach drum zu kümmern habe, beruhigt mich. Ich arbeite hier an meinem Schreibtisch schon still und ruhig vor mich hin. Hier eine Mail, dort ein ToDo eintragen, dort noch eine Mail, dabei vergesse ich Euch hier fast. Das Café Umfeld scheint mir nun viel Schreibmeditationsfreundlicher.

Es muss unbedingt ein Update zu OPD geben. Heute nachmittag wird ein Newsletter für die Benutzer rausgehen, die sich schon registriert haben, so lautet die Selbstsuggestion, der Auftrag an mich. Wenn ich das hier so hinschreibe, möchte ich erreichen, dass ich mich nicht mehr drücke davor. Dass ich es einfach mache. Dass ich mich nicht dem Flow des Tages überlasse, sondern dieses jetzt endlich abhake.

Wir sind mit OPD in einer Übergangsphase. Der erste Entwicklungsruck liegt hinter uns, die Zeit war einfach um. Wir bauen auf kleinerer Flamme weiter hinter den Kulissen im Backend. Eigentlich gibt es also nix Neues. Das Produkt macht noch nicht genau das, was es soll. Das hält mich davon ab, eine breite Marketingkampagne zu fahren. Diese Info müsste jetzt einfach mal an diejenigen raus, die sich registriert hatten und die meinen Vorträgen/dem Kickoff am 20.3. gelauscht hatten.

Gestern habe ich erkannt, wie man Marketing für sich, sein Produkt, seine Idee, seine Leistung auch machen kann. Natürlich bei jemand Anderem. Ich ahne, für mich gilt das auch. Aber so richtig wohl fühle ich mich nicht damit.

Im Gespräch war ganz klar, wie das gehen soll, was derjenige lernen sollte, wie sich die Routinen verändern sollten, dass diese Veränderungen nicht von alleine passieren.

Je näher wir an unserem Core, an unserem Kern, an dem wahren Ich, der Bestimmung, unseren Leidenschaften sind, umso weniger (Selbst)Marketing braucht man. Je mehr wir Illusionen, unsere Hoffnungen, Träume und Wünsche vermarkten, umso besser müssen wir sie verpacken, umso teurer und unwirksamer wird es. Die Menschen spüren das einfach.

Es geht ja immer darum, wie gut wir im Erzeugen und Aufrechterhalten von Beziehungen sind. Wir wir im Kopfgoogle auf Seite 1 bleiben, wenn die Menschen ein Problem haben, das wir lösen könnten. Also vielleicht, wenn sie nach Patentrecherche, -Informationen, Softwareentwicklung, Beratung, Support, Problemlösungen suchen würden.

In unserer täglichen Arbeit, in unserem Leben, haben wir vielfältige Kontakte zu anderen Menschen. Sie sind bei Vorträgen oder Auftritten dabei, sie sind die Kollegen von Kollegen, die Freunde von Freunden, die Bekannten von Bekannten, die wir haben.

Wenn wir jetzt über unseren Lebensunterhalt nachdenken, wenn wir darüber nachdenken, wie wir das – was wir anzubieten haben – besser vermarkten können, fängt es an lustig zu werden. Denn meist fangen wir an, nach Abkürzungen zu suchen. Wir fragen Marketingprofis oder gar Werbeagenturen, damit sie anderen erzählen, was wir so können. Dann werden Markenstrategien entwickelt, Kommunikationspläne geschrieben, Budgets bereit gestellt, Zielgruppe und Reichweite geplant. Irgend jemand soll die dreckige Arbeit machen, damit anderen endlich sehen, was sie verpassen, wenn sie nicht mit uns arbeiten, uns nicht zuhören und uns nicht dafür bezahlen.

Ich ahne, das funktioniert so nicht. Allen, die nach Abkürzungen suchen (incl. mir) sei an dieser Stelle gesagt, es gibt sie nicht. Es funktioniert auch nicht, zu sagen – ich muss nur lange genug bloggen, gut genug arbeiten, oft genug Newsletter verschicken: irgendjemand wird schon reagieren und kaufen denn irgendwann wird sich dann schon auszahlen. Nein!

Es ist immer das gleiche Thema. Es passiert, was passiert. Wir können es nicht kontrollieren, kaum beeinflussen. Wir können nur achtsam sein. Wir können aufmerksam sein. Wir können unsere Gefühle wahrnehmen. Wir können unsere Illusionen als solche erkennen.

Heute morgen habe ich gelesen: Den meisten Menschen ist die Seele abhanden gekommen. Sie bewegen sich nur, wenn sie ihren Tagelohn dafür bekommen. Sie tun nichts, solange sie nicht dafür gelobt werden. Wenn man ihnen keine Möhre als Belohnung vor die Nase hält, wollen sie sich nicht bewegen.

Und genau nur dafür gibt es das klassische Marketing: es soll die Belohnung klar machen. Marketing soll zeigen, was man bekommt, wenn man das Produkt den Service kauft, wenn man sich bei OPD registriert, wenn man auf diese oder jene Veranstaltung geht. Wir müssen den Menschen die Möhre zeigen, sie ihnen vor’s Gesicht halten und ihnen versprechen, dass sie sie sofort ganz verschlingen können, wenn sie nur kaufen.

Aber das was wir aus vollem Herzen, aus ganzer Seele tun müssen, braucht keine Erklärung, keinen Sinn und auch kein Marketing. Es ist nichts Besonderes dabei.

Mit voller Absicht das zu tun, was überhaupt nichts bringt: ist das nicht einen Versuch wert? Meine Antwort darauf: Ja, aber klar doch!

Solange man denkt, es oder man sei etwas Besonders, stimmt noch etwas nicht. Es ist nicht nötig, auf sich hinzuweisen, oder sich zu bedanken und wie ich es so sehr liebe, mich zu entschuldigen. Ein Baby sagt doch auch nicht: Bitte Papa, hab Verständnis dafür, dass ich mir ständig in die Windeln scheisse. Es ist einfach in Ordnung. Es ist voll ok, weil es noch ganz unverdorben, ohne Illusionen, ohne Wertung, ohne Ego einfach nur da ist.

Denn ohne zu Wissen, unbewusst, ist immer alles in Ordnung.

Wünsch Euch von ganzer Seele einen ehrlichen Tag!

Wünsch Euch von ganzer Seele einen ehrlichen Tag!

 

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