Meine Eindrücke von einem Nachmittag re:publica 2013

Berlin, 7:35, Tag 580

Heute Nacht habe ich meine Träume vergessen. Schön waren sie, das weiss ich noch, der Rest ist reine Spekulation.

Gestern habe ich es doch tatsächlich noch zur re:publica geschafft. Nachdem ich schon Sascha Lobo und auch Kathrin Passig verpasst habe, so wollte ich wenigstens Felix Schwenzel und Cory Doctorow sehen. Es hat sich gelohnt!

Felix hat zwar in der Zeit jetzt den Spitznamen Klassenclown abbekommen, aber das macht mir seine Art zu Denken und Vorzutragen fast noch sympathischer. Zumal in dem Text der Zeit imho etwas Neid durchklingt.

Nachdem er einige viele Referenzen an einen etwas verunglückten Vortrag von Sascha einbaute, habe ich mir gestern Abend diesen auch noch angeschaut, ach der Arme! Auch hier, zwei seiner Zukunftsthesen mag ich nach wie vor: Augumented Reality, das ich lieber Location Aware Apps nenne und Quantified Self, für das ich keinen besseren Namen habe, sehe ich auch als die nächsten grossen Massentrends. Ingress spiele ich seit fast zwei Monaten genau so leidenschaftlich, wie ich seit fast zwei Jahren versuche, so viele meiner Bewegungsdaten wie möglich aufzuzeichnen.

Zurück zu Felix, dem die Angstmacher ebenso gehörig auf die Nerven gehen wie mir. Und genau so geht mir grade das undifferenzierte Eindreschen auf die Drosselkom auf die Nerven. Seine Argumentation und seinen trockenen Humor habe ich auf der letzten re:publica das erste Mal live erlebt. Und ich mag das wirklich sehr, aber schaut selbst, was ich meine:

Und dann kam Cory Doctorow, dessen Buch Backup ich irgendwann mal vor Jahren von Ali empfohlen bekommen habe, noch bevor er durch seinen Blog BoingBoing später wieder in mein Blickfeld geriet. Seinen Aktivismus mag ich auch! Es war etwas schwierig, der Argumentation zu folgen. Seine Beispiele gegen DRM aber waren absolut grossartig und einleuchtend. Ich sehe es allerdings so wie Felix, dass zu viel Pathos da nicht helfen wird, einfach weil es mir nicht liegt und ich genau diesen Pathos an den Befürwortern von DRM Systemen/Leistungsschutzrecht/etc. nicht mag.

Er hat auch eine klare Meinung zu den Telekoms dieser Welt, die von uns/der Allgemeinheit bezahlt, noch als Staatskonzerne das Kupfer in der Erde verbuddelt haben, jetzt aber nur noch im Interesse ihrer Shareholder agieren. Vielleicht ist das ein Argument, welches Frau Merkel überzeugt, sich die Kontrolle zurück zu holen und sich nicht in Bälde von den Telekoms vor sich her treiben zu lassen, wie sie sich seit 2008 von den Banken treiben lässt.

Mich hat Cory jedenfalls einfach überzeugt, auch wenn er folienlos abgelesen hat und es damit allein der Vortragsstil etwas Mühe vom Publikum verlangte. Auch hier schaut selbst:

Ich bin dann nach zwei Runden übers Gelände einfach wieder abgehauen. Ich wusste von einigen Bekannten, die auch da waren, hatte aber einfach keine Lust auf Smalltalk. Die üblichen deutschen Bloggerpromis sassen natürlich prominent ins Gespräch vertieft überall rum. Andere liessen sich interviewen oder fotografieren, selbst Kathrin Göhring-Eckhart liess sich das mal alles zeigen und wollte ein Foto mit Sascha Lobo.

Hier noch zwei fotografische Eindrücke. Einmal Cory auf der Hauptbühne.

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Und dann ein Blick ins Publikum der Hauptbühne, da sieht man, dass das schon eine Riesenveranstaltung geworden ist.

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Und mit meinem Sonnenaufgangsschnappschuss verabschiede ich mich in den Feiertag!

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Geniesst den Sonnenschein!

 

One thought on “Meine Eindrücke von einem Nachmittag re:publica 2013

  1. danke für die netten worte.
    dem klassenclown-text hat jetzt kai biermann jetzt ne bessere überschrift verpasst und ich bin sehr, sehr sicher, dass kai biermann nicht neidisch auf mich ist. statt „klassenclown“, wäre ich tatsächlich lieber „hofnarr“ genannt geworden, aber das pulver hatte kai biermann schon verschossen.

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