Wie kriegt man eine Kirche voll?

Berlin, 7:06, Tag 583

Heute Nacht habe ich doch so schön geträumt. Und nur das weiss ich noch ganz genau. Wieder ist der Traum dem morgendlichen Vergessen anheim gefallen, als ob beim booten ein paar Speicherbänke überschrieben werden, um Platz zu schaffen für die Eindrücke des Tages.

Und wieder ein ruhiger, schöner Morgen, hier mein Sonnenaufgang genau um 5:20. Ich liebe diese frühe Zeit. Heute fliegen meine Mädels zurück. Es ist auch dadurch ein besonderer Tag. Wieder Abschied. Wieder bekommen grade die kleinen Gesten eine besondere Bedeutung. Wenn wir meinen, etwas im Überfluss zu haben, werden wir so oft unachtsam und schon nach kurzer Zeit setzen wir es voraus, wollen und können nicht mehr ohne.

Nächsten Freitag findet ein Benefizkonzert für Gando hier in der Auenkirche in Wilmersdorf statt. Ich glaube, es werden nicht viele kommen. Es fehlt etwas. Ich vermisse den Sog der Anstrengung, der Begeisterung, des gemeinsamen Erlebens. Manchmal stellt sich diese Gefühl von alleine ein, ganz natürlich.

Wir haben alles richtig gemacht, der Anlass auf dem Friedensforum im November, dann einen Flyer erstellt, einen Einleger, wichtige Verbündete gefunden, Pressemitteilungen verschickt, im Kirchenmagazin einen Eintrag, unseren Rotary Club aktiviert, alle Berliner Clubs informiert, sogar das Facebook Event habe ich promotet und knapp 7.000 Menschen haben das gesehen, behauptet Facebook zumindest.

Na vielleicht, ja hoffentlich täusche ich mich und die Kirche wird voll und wir bekommen einen schönen Batzen an Spenden zusammen für die weiterführende Schule in Gando in Burkina Faso. Es wird schon klappen. Die Unruhe, die Ungewissheit ist bestimmt normal und muss einfach sein. Ich bin bloss wieder zu kritisch mit uns, vor allem mit mir selbst. Aber ich sehe jede nicht geschriebene Mail, jeden nicht getätigten Anruf, jede verpasste Gelegenheit. Wenn man etwas mit ganzem Herzen, aus vollster Überzeugung macht, etwas, was unbedingt sein muss, stattfinden muss, dann entsteht der Sog, den ich heute so leicht vermisse.

Warum mache ich mir diese Gedanken eigentlich? Vermutlich will ich verstehen, wie man solche Veranstaltungen am besten organisiert und vermarktet. Macht man es über die Betroffenheitsnummer, zeigt Bilder der armen oder glücklichen Kinder? Oder über die Musik und betont, was für ein aussergewöhnliches, seltenes Erlebnis es ist, diese Musik in genau der Umgebung zu erleben? Oder macht man es über die Organisatoren und Veranstalter und verlässt sich darauf, dass sich deren Netzwerk aktivieren lässt? Vermutlich ist es ja eh eine Mischung aus allen drei Themen.

Nun bin ich extrem gespannt, was aus diesem Konzert nächsten Freitag werden wird. Ich hoffe natürlich, dass wir hier den Grundstein einer neuen Veranstaltungsreihe gelegt haben, dass die Kirche und unser Klingelbeutel voll wird… und wer von Euch Lust hat und in Berlin ist und nächsten Freitag bei toller Musik und dem guten Gehfühl zu helfen verbringen möchte, der sei herzlich eingeladen!

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Aber jetzt wünsch ich Euch erst mal einen grandiosen Sonntag!

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