„Augmented Reality“ selbst erfahren…

Berlin, 6:15, Tag 611

Heute Nacht hatte ich einen Traum, der auf einer Toilette endete. Und das war auch das Einzige, an das ich mich nach dem Aufwachen noch erinnere.

Die neue Woche beginnt. Es ist die Woche unseres jährlichen Sommerfestes bei mtc. Sie ist schön voll gepackt bis es soweit ist am Freitag. Aber ich bin irgendwie gut drauf. Mache mir natürlich, wie immer, meine Gedanken und zweifle und werde unruhig. Aber meine Wiederentdeckung des Lächelns und Atmens von letzter Woche hilft wunderbar, mit von den negativen Gefühlen nicht beherrschen zu lassen.

Gestern hatte ich doch über Sinn und Attraktivität meines kleinen Hundes in der Tasche gesprochen und wie befreiend es ist, den Zwang zu transformieren und wieder zu Leichtigkeit und Freude zurück zu finden. Aber warum setze ich mich aber der Gefahr solcher Zwänge aus? Warum spiele ich solche Spiele überhaupt?

Sicher, ich bin ein zur Sucht neigender Mensch, der intensiv Leben und Erleben will, der einfach alles mal ausprobieren möchte: been there, done that! Aber warum benutze ich fast ausschliesslich mein Smartphone zur Kommunikation, selbst wenn ich am Schreibtisch sitze? Warum habe ich eigentlich Ingress gespielt?

Lasst mich darauf mit einer weiteren Frage antworten: Wisst Ihr eigentlich, was mit Augmented Reality gemeint ist? Also wisst ihr das aus eigenem Erleben und aus eigener Erfahrung, was genau das ist? Wenn ich von solchen Trends und Hypes höre und das intellektuell verstehe, dann gibt es drei mögliche Reaktionen, wie bei übrigem allem im Leben: ich reagiere darauf positiv, negativ oder neutral.

Positiv heisst in dem Fall, ich bekomme Interesse an dem Thema, habe Freude, es zieht mich an, ich fühle mich angezogen, ich merke es mir, ich rede mit anderen darüber, mir fallen weitere Artikel auf, ich will mehr wissen, ich widme dem Thema Aufmerksamkeit, fühle mich inspiriert, mein Energieniveau steigt.

Negativ heisst bei mir, mich stösst etwas ab, ich finde das komisch, rege mich auf, frage mich, was das soll, rede auch mit anderen darüber, aber eher lästernd, klagend, meckernd, ich kann dem Thema auch Aufmerksamkeit widmen, aber ich fühle mich kleiner und mein Energieniveau sinkt.

Neutral heisst, es passiert eher nichts. Ich fühle mich weder angezogen, noch abgestossen, mein Energieniveau ist unverändert.

Meine Reaktion hängt dabei nicht nur vom eigentlichen Thema ab, es liegt sehr oft auch am Autor und der Aufbereitung der Information, es gibt Menschen, die ihre Leidenschaft für etwas besser als andere in Worte und Bilder fassen können. Aber wenn man genügend Material zu einem Thema liesst, dann lässt der Effekt von gutem (Selbst)Marketing irgendwann nach, bzw. rückt in den Hintergrund und die Attraktiviät des Themas selbst kommt stärker hervor.

Also zurück zu Augmented Reality.

Dieses Thema geistert seit Jahren durch meinen Kosmos, aber nie konnte ich wirklich damit etwas anfangen. Aber das Thema selbst zog mich positiv an! Selbst negative Texte, schlechte Werbung, Übertreibung, Simplifizierung, etc konnte daran irgendwann nicht viel ändern.

Die Befreiung der Informations Technologie aus den grossen Bildschirmen auf den Schreibtischen, auf die auch ich nun schon jahrzehntelang gestarrt habe, übt einfach eine eigene Faszination auf mich aus.

Mit Ingress nun habe ich das erst mal verstanden, was passiert, wenn man sich, um die IT nutzen-, das Game spielen-, mit den Objekten im Spiel interagieren zu können, auf ziemlich genau 35 Meter den Objekten im Spiel körperlich nähern muss. Was dann mit mir passiert, wie ich das empfinde, wenn ich nicht nur meine Finger über die Tastatur, sondern dazu auch noch meinen ganzen Körper in Bewegung setzen muss: die Verbindung von IT und der Welt ausserhalb des Bildschirms ist dabei viel stärker, viel direkter, viel intensiver.

Sicher betrachten wir in diesen Tagen die Bilder der Flut im Rechner, auf den Laptops und Tablets und Smartphones. Sicher betrachten wir die Bilder der Proteste in Istanbul. Sicher können wir Filme schauen, sogar schon in 3D. Aber die Erfahrung echten Erlebens, des dabei seins, Computer gestützt und unterstützt, die ist noch relativ selten.

Und um diese Erfahrung ging es mir. Genau diese Erfahrung konnte mir Ingress und davor schon Landlord und auch Foursquare verschaffen.

Diese Erfahrung schafft neue Möglichkeiten in meinem Denken, die weit über das bisherige hinaus geht. Wenn wir in unseren Gedanken die IT raus holen können aus dem Bildschirm, der doch nur aus abstrakten Bildpunkten besteht, hinein in unsere Umgebung, in unsere Arbeit, in unser Leben, verstehen wir irgendwann mal, dass auch Rechner unsere Realität sind und nichts künstliches oder virtuelles. Computer werden für zukünftige Generationen so normal werden, wie es Schuhe oder ein Hammer für uns heute sind. Und Ingress gibt mir einen leichten Vorgeschmack.

Wenn ich mich dabei aber nicht von der Spielmechanik einfangen lasse, wenn ich die Suchtfaktoren nicht an mich ran lasse, woher soll ich dann die Kraft, Zeit und Motivation nehmen, so tief in ein Thema einzutauchen?

Und am Samstag konnte ich das loslassen: been there, done that. Nun bin ich wieder offen, nun kann ich weiter suchen… und das Wissen darum, löste die Freude bei mir aus.

photo (6)

Mit vier Bildern des gleichen Morgens wünsche ich Euch einen fantastischen Start in Euer echtes Leben! 😉

Update: den peinlichsten Schreibfehler aller Zeiten entfernt…

2 thoughts on “„Augmented Reality“ selbst erfahren…

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