Monat: Juli 2013

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Mein 60 Minuten Investment…

Bizimköy, 7:34, Tag 661

Heute Nacht habe ich habe ich Teller voller Essen auf NSA Agenten geworfen. Wir haben immer wieder nach geladen, von irgendwo her kamen immer neue Teller. Wir waren eine kleine Gruppe in einer kleinen Wohnung mit einem grossen Auftrag. Ich wachte sehr zeitig auf…

Habe heute am Strand 20 Minuten meditiert (der Sand an Knien und Schienenbeinen geht nie wieder ab!) und bin schon 6 Kilometer gelaufen, wie die letzten beiden Tage auch schon. Will meinem Ärger, meiner Wut und Unruhe ein Ventil und meinem Phlegma, meiner Gleichgültigkeit und Trägheit so einen Tritt geben.

20 Minuten zu sitzen, ohne auf die Uhr zu schauen, ohne sich zu strecken oder zu kratzen, ohne vorzeitig aufzustehen, immer den Atem zählend, die Gedanken ziehen lassend, sich nicht an ihnen festhalten und nicht tag-zu-träumen, ist keine einfache Übung.

40 Minuten zu laufen, ohne zu gehen, ohne zu übertreiben, ohne eine Abkürzung zu nehmen, ohne vorzeitig umzudrehen, immer beim Laufen bleibend, seinen Körper und den Rhythmus, die Dynamik der Bewegung ständig spürend, nicht zu stolpern, immer auf die Strecke und die Umgebung achtend, ist keine einfache Übung.

Wenn ich so meinen Tag beginne, fliesst der Tag ganz anders. Ich bin offener und fühle mich freier, weniger zwanghaft. Vor allem im Vergleich mit letzter Woche fällt mir das heute auf. Ich bin zufriedener mit mir, wenn ich mich an meinen Plan halte, wenn ich mir zu Beginn des Tages etwas Gutes tue. In der Folge bin ich zufriedener mit anderen, mit meinem Leben an sich. Es ist eine kleines Ziel, jeden Früh zu laufen. Und wenn ich das schaffe, habe ich es erreicht. Mehr nicht.

Ich schreibe das hier auf, um mich zu vergewissern, und um mich daran zu erinnern. Die Beschäftigung, das Nachdenken und Reflektieren beim Schreiben verstärkt die Einsicht. Mein Aufschreiben, das sich dabei bewusst machen, was eigentlich passiert, verstärkt die Wirkung.

Ich vergleiche das manchmal mit dem Einkauf eines Kochs. Ich investiere Zeit und Kraft in gute Zutaten für die Suppe meines Lebens. Diese Zutaten sind auch mein Körper und auch mein Kopf. Wenn ich mich um frische, gute, natürliche Zutaten kümmere, dann schmeckt die Suppe einfach besser.

Ich vergleiche das manchmal mit der Arbeit eines Gärtners. Ich investiere Zeit und Kraft in guten Boden, Licht und Wasser für den Baum meines Lebens. Wenn ich für optimale Bedingungen sorge, dann wächst und blüht der Baum wie von allein…

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Wünsche Euch noch konzentriert lächelnd einen aktiven Tag!

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Über unbestechliche Spiegel…

Bizimköy, 7:35, Tag 660

Heute Nacht hat meine Kleene von einem Monster geträumt, das uns drei angegriffen hat. Eh es aber was wirklich Schlimmes machen konnte, wachte sie auf und kam zu uns rüber.

Vor meiner Morgenmeditation lese ich ein Kapitel in Joko Becks Buch: Zen im Alltag, anstatt durch die Newsströme zu schwimmen. Das tut mir gut und gibt dem Tag eine angenehmeren, nicht weniger interessanten Start:

Abgesehen von unserem üblichen Zazen gibt es nichts Besseres als unsere Beziehungen, um zu erkennen, wo wir steckengeblieben sind und an was wir uns noch festhalten. Und solange wir immer wieder anecken und aufgestört werden, haben wir die große Chance, zu lernen und zu wachsen. Deshalb ist jede Beziehung ein wertvolles Geschenk. Nicht, weil sie uns glücklich macht – das tut sie oft keineswegs, sondern weil wir in jeder engen Beziehung, wenn wir sie als Übung betrachten, den unbestechlichsten Spiegel vorgehalten bekommen, den es gibt. ~Joko Beck, Zen im Alltag

Wir benutzen unsere Freunde, unsere Liebsten oft wie eine Art Fernsehprogramm. Sie sollen uns unterhalten, es soll uns gut gehen mit ihnen, sie sollen immer da sein, wenn wir sie brauchen und ansonsten nicht nerven. Wenn uns das Programm nicht gefällt, schalten wir ab oder um.

Gerade mit den Menschen, mit denen ich eng zusammen arbeite oder lebe, ecke ich oft und gerne an. Gerade die Menschen, die mir etwas bedeuten, stören mich auf in meinem Leben, in meinen Ansichten, in meinen Routinen und Zielen.

Immer wenn ich mich aufrege, ärgerlich, wütend oder enttäuscht bin, weil etwas in meinen Beziehungen nicht so läuft, wie ich es mir wünsche oder vorstelle, habe ich verschiedene Arten damit umzugehen.

Erstens: Streit und Flucht. Ich mache eine flapsige, provokative, dumme Bemerkung über das, was mir auffällt, ohne drüber nachzudenken, spontan. Daraus resultiert eine Reaktion, meist eine Verstimmung, oft Missstimmung. Wenn sich daraus kein Streit erzeugen lässt, haue ich ab, gehe raus aus der Situation. Wenn ich mich streiten kann, dann endet das meist auch schnell im Ende des Zusammenseins. Das hält niemand lange durch, auch ich nicht.

Zweitens: Manipulation und Flucht. Ich werde kreativ und versuche mit Argumenten, mit Reden, mit Machen irgendwie doch zu meinem Ziel näher zu kommen. Dabei schaue ich kaum auf mich selbst, bin nur beim anderen. Ich überlege nur, wie dieser sich verhalten könnte, sollte, wollte, müsste. Er muss doch einsehen, dass sie/er an meiner Wut schuld hat und etwas ändern muss. Wenn der andere das nicht lernen, einsehen, verstehen will, gebe ich meistens auf.

Drittens:  Kapitulation und Flucht. Es hat doch keinen Sinn. Ich stelle die Beziehung in Frage. Vorher sehe ich ein, dass es keinen Zweck hat, sich aufzuregen, sich zu ärgern, zu meckern, sich bei anderen auszuheulen.

Immer öfter sehe ich ein, dass ich Streits nur benutze, um zu fühlen, wie sehr ich am Leben bin, dass ich Streit mit mir nahestehenden Menschen und damit sie als Energiequelle missbrauche.

Dann verstehe ich manchmal, dass immer, wenn ich mich aufrege über etwas oder jemanden, ich mich über etwas in oder an mir aufrege, die anderen lösen nur aus, was schon in mir vorhanden ist. Es geht immer um mich, um etwas in mir.

Diese Reflektionen, diese Gedanken helfen mir dabei, glücklicher zu werden und mehr Möglichkeiten zu haben, zu reagieren. Und meinen Ärger und Wut über mich mal beiseite zu lassen, wenn ich mit jemand anderem zusammen bin. Damit meine ich nicht, runterschlucken sondern etwas anderes. Es geht nur darum, mich nicht zum Sklaven meines Ärgers und meiner Wut (auf mich selbst) zu machen. Es geht darum, diese Unruhe, diesen Kummer und dieses Leid einfach nur wahrzunehmen und nicht aus Angst davor, wütend und ärgerlich rumzubollern… das wütend werden, macht doch meine Unruhe nur noch stärker.

Je öfter ich das mir bewusst mache, je öfter ich diese Zusammenhang erkenne, umso leichter fällt es mir, einen anderen Weg zu gehen. Bei mir zu bleiben und die Wut und den Ärger nicht die Kontrolle über meine Beziehungen übernehmen zu lassen.

Meine Unruhe und Wut sucht sich meist Schuldige. Die Menschen, die mir nahe sind, trifft es oft als erste. Wenn ich mich hier im Sommerhaus dabei ertappe, klappe ich mein Laptop zu und gehe joggen, schwimmen oder pflege den Garten. Wenn ich mich dabei ertappe, habe ich mir vorgenommen, erst mal gar nichts zu sagen, sondern ein und auszuatmen und zu lächeln. Ja, ich schaffe es manchmal sogar schon, meiner Wut kurz nach dem Entstehen zu erkennen und dann nicht der Versuchung zu erliegen, mich ihr zu ergeben.

Es geht mir darum, eine vierte Art des Umgangs damit zu lernen: Wahrnehmen, was ist. Wenn mich andere stören oder ich anecke, dann kann ich die Gefühle die in mir entstehen erst mal einfach wahrnehmen. Keine Flucht, kein Streit, keine Manipulation, keine Kapitulation. Einfach in den Spiegel schauen und wahrnehmen, was jetzt passiert, was grade hier los ist.

 

Wünsch Euch einen tollen Tag im Spiegel eurer Selbst.

Wünsch Euch einen tollen Tag im Spiegel eurer Selbst.

 

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12 Bilder vom Sonntagsbasar…

Bizimköy, 7:42, Tag 659

Heute Nacht habe ich sehr intensiv geträumt und es vergessen.

Denn gestern war ich endlich mal wieder auf einem Sonntagsbasar. Seit Jahren faszinieren mich die Menschen auf solchen Basaren, die ihre Produkte so sehr lieben, dass sie selbst Bohne sortieren und in Reih und Glied angeordnet, zum Verkauf anbieten. Hier ein paar Impressionen unseres Shoppingsonntages auf dem Lande:

Wünsch Euch einen grandiosen Start in die neue Woche.

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Die Büchse der Pandora…

Bizimköy, 10:07, Tag 658

Heute Nacht keinen Traum, der das Aufwachen überlebt hätte. Überlege immer noch, ob ich auch hier „Urlaub“ machen sollte und mal ein paar Tage lang nur ein Bild poste. Wenn ich darüber nachdenke, verschwindet jede Schwere und Zwang.

Es geht um meine Erwartungen. Immer wenn ich meine Erwartungen an mich und damit auch an das Blog hier loslasse, dann fällt mir das Schreiben sehr leicht. Und immer, wenn ich denke ich müsste besser schreiben, also jemand anders sein, als ich heute morgen bin, dann fällt mir das Schreiben schwer.

Ist der Vergleich, aus dem Erwartungen resultieren, die Wurzel des Übels? Oder ist doch (das Cliché) der Überarbeitung? Die Idee des lange-keinen-echten-Urlaub-mehr-gemacht-habens? 

Zusätzlich zur Ortsveränderung sollte ich mal richtig Urlaub machen: durch Unerreichbarkeit, durch Papier statt iPad lesen, durch Nichtstun, statt Etwastun. Ich sollte allen ankündigen, dass sie mich in Ruhe lassen können, ich werde eh nicht antworten, meinem Mailprogramm den Befehl erteilen, allen, die mir eine Mail schicken, postwendend mit zu teilen, dass ich nicht antworten werde, bis ich wieder zurück bin.

Die Büchse der Pandora enthält also das, was uns aufregt und beunruhigt, das (manchmal überwältigende) Auftauchen des bisher Unbewussten, unsere Wut auf das Leben. Dies ist das Ego, der Zorn darüber, dass unser Leben nicht so ist, wie wir es gerne hätten. „Es passt mir nicht!“ – „Es gibt mir nicht, was ich will“ – „Ich will, dass das Leben angenehm für mich ist“. Es ist unsere Wut darüber, dass Menschen oder Ereignisse in unserem Leben uns einfach nicht das geben, was wir fordern.

schreibt Joko Beck hier und hat so recht damit. Es ist mein Ego, welches mir sagt, dass ich mal wieder Urlaub brauche, weil ich härter, länger und intensiver gearbeitet habe, als ich das auf Dauer aushalte.

Es behagt mir nicht, dass ich so denke. Es behagt mir nicht, dass sich das gut anfühlt und alle meine Kollegen und Partner und Kunden doch sicher stets vollstes Verständnis haben würden. Ich beginne zu sehen, dass das Konzept erst hart Arbeiten, um dann hart zu Feiern nicht meines ist.

Ich empfinde es als grosses Glück, dass ich in meinem Leben ständige Orts- und Kulturwechsel einbauen konnte. Denn in diesem Sinne brauche ich dadurch keinen Urlaub, um mal raus zu kommen aus dem Trott, mal was anderes zu sehen. Nun beginnen die beiden Kulturen aber, mir vertraut zu werden. Und sicher, möchte ich die Grenzen noch weiter verschieben. „Im Urlaub“ könnte ich noch weitere Kulturen kennen lernen? Und das wäre schön!

Ich sei in ständiger Tiefentladung habe ich in den letzten Tagen öfter erzählt, weil ich mich schlecht fühle, mal klassischen Urlaub zu machen und wirklich nur zu faulenzen. Denn ich halte mich für so privilegiert, dass ich denke, für mich keinen Urlaub mehr beanspruchen zu dürfen. Tiefentladung bedeutet für mich,  für nichts Neues mehr offen, mit Tunnelblick bei der Arbeit zu sein. Abends und am Wochenende nur noch zu Entertainment, zu passiver Unterhaltung fähig zu sein.

Gestern Abend, am Anreisetag meines Fakeurlaubs, hatte ich einen befreienden Gedanken, bei dem ich am liebsten sofort umgekehrt wäre: ich möchte aufhören, an anderen Menschen rumzuerziehen, sondern wieder mehr mit anderen arbeiten. Ich möchte aufhören, andere ständig zu werten, zu beurteilen und zu untersuchen, ob sie vielleicht leisten wollen und können, was ich nicht will oder kann. Statt dessen möchte ich versuchen, mit anderen zusammen ein -für alle- attraktives Ziel zu erreichen.

Wenn ich heute -nur mit dem Abstand der Kilometer- zurück blicke nach Berlin, dann erscheinen mir meine Streits und Aggressionen lächerlich, unbedeutend und komisch irgendwie. Ich sehe ihren Grund, ihre Auslöser und ihre Wirkungen. Ich sehe ihre gestrige Notwendigkeit. Und ich sehe auch, dass ich genau davon Urlaub bräuchte, dass genau dies anstrengt und auslaugt und die Akkus belastet.

Nun könnte ich hier Kraft schöpfen, nur um gestärkt zurück zu kehren, nur um noch mehr zu werten, zu erziehen und urteilen zu können? Das werde ich nicht tun!

„Weisheit – ist die Fähigkeit, das Leben so zu sehen, wie es ist (und nicht, wie ich es haben möchte)“ sagt Joko Beck weiter und betont dabei, dass es darauf ankommt, seine Erregung, sich selbst zu beobachten. Und dass mit der Beobachtung unserer Aufgeregtheit, unserer Müdigkeit, unserer gefühlten Überarbeitung, ganz automatisch die Weisheit und Mitgefühl wachsen. Es kommt nicht darauf an, was wir beobachten, sondern dass wir es tun.

Und deshalb möchte ich hier weiter meine Beobachtungen festhalten und als meine Schreibmeditation veröffentlichen. Sie sind kein Zwang für mich, auch wenn sie manchmal anstrengend sind. Sie sind wichtiger Teil meines eigenen Übungsweges, meiner eigenen Entwicklung.

Ich hab genug gearbeitet und ich hab genug Urlaub gemacht, ich hab einfach genug. Aber ich möchte weiter üben, und davon brauche ich keinen Urlaub.

Der Übungsweg ist nicht einfach. Er wird unser Leben verändern. Doch haben wir die naive Vorstellung, dass diese Veränderung vor sich gehen kann, ohne dass wir einen Preis dafür bezahlen müssten, so täuschen wir uns. Man sollte nicht mit dem Üben beginnen, bevor man nicht das Gefühl hat, es gäbe keine andere Möglichkeit mehr. Surfen Sie nur noch mehr, betreiben sie noch mehr Physik oder Musik. Wenn Sie das zufrieden stellt, tun Sie es. Üben Sie erst dann, wenn Sie glauben, Sie müssten. -Joko Beck, Zen im Alltag.

Der Blick zurück auf meine Heimat…

 

Wünsch Euch einen fantastischen Sonntag!

 

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Reisepausenpost…

Berlin, 5:59, Tag 657

Eine kurze Nacht mit leichtem unruhigem Schlaf. Meine Tochter träumte neben uns: erst deutsches, dann türkisches Gebrabbel. Hier wird es nun richtig heiss, sagt der Wetterbericht. Und wir fliegen gleich… deshalb gibt es heute nur diesen kurzen Gruss.

Wünsche Euch noch packend und aufräumend einen tollen Start in Euer Wochenende!

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Die Stimmung an letzten Tagen…

Berlin, 6:43, Tag 656

Heute Nacht habe ich zu wenig geschlafen, bin sehr zeitig aufgewacht nach einem schönen Traum. Ich hätte viel gelacht im Schlaf, höre ich gerade. Heute ist mein letzter Tag in Berlin für eine längere Zeit. Ich werde die nächsten 5 Wochen nicht hier sein, werde noch ein paar Tage Urlaub machen.

Letzte Tage haben eine ganz besondere Stimmung! Ich bin irgendwie aufgeregt, habe das Gefühl etwas ganz wichtiges vergessen zu haben. Bin sehr kreativ und bestimmt. Muss öfter ruhig ein und ausatmen, um mich nicht mit reissen zu lassen und Panik zu kriegen…

Aber bei dem Sonnenaufgang kann es nur ein schöner Tag werden.

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Wünsch Euch einen schnellen Freitag!

 

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Unterhaltung statt Pause…

Berlin, 7:13, Tag 655

Auch heute Nacht habe ich geträumt. Beim Aufwachen war nur noch ein Bild von trainierenden, sich streckenden Athleten da. Ich streckte mich auch. Der Rest verschwand mit dem Schlaf, das Gefühl war positiv und ruhig beim Aufwachen.

Unterhaltung: Fernsehen, Nachrichten, Zeitung, News, Magazine, Spiele, Soziale Netze… all das kommt uns wahr, wichtig und wirklich vor, wenn wir es nur lange genug benutzen. Wenn wir das täglich stundenlang machen, anschauen, lesen werden sie Teil unserer Gedanken. Sie werden Teil von uns. Wir merken dann nicht mehr, dass sie unter anderem deshalb erzeugt werden, uns zu unterhalten, um uns bei der Stange zu halten, um uns Werbung zeigen zu können.

Wir haben sehr viele Argumente derjenigen übernommen, die ihren Lebensunterhalt mit Unterhaltung verdienen. Zum Beispiel, warum es wichtig und richtig ist, immer informiert zu sein. Dabei meinen sie eigentlich: unterhalten zu werden, hinzuschauen, Werbung zu konsumieren. Wir merken das gar nicht mehr. Wir sind so konditioniert. Als Verbraucher! Als Konsumenten! Als „aufgeklärte“ = konsumierende Bürger.

Manche stellen manchmal die Nachrichten in Frage, regen sich darüber auf, merken, dass sie fast nur aus Skandalen und Unfällen, Unglücken und Krisen bestehen. Manche haben keinen Fernseher, sie merken, dass es uns in die Passivität schiebt und auch dabei nur ein Geschäft ist. Je länger, wir passiv Fernsehen schauen, umso besser geht es den Menschen beim Fernsehen, des glücklicher sind die Chefs, desto mehr Geld verdienen alle.

Ich sage hier nichts gegen Unterhaltung an sich! Ich lasse mich auch sehr gerne unterhalten. Ich geniesse die Auszeit sogar. Ich denke nur, wir sollten uns bewusst machen, was wir da tun und wann wir es tun. Wir sollten aufmerksam damit sein und die Ursachen und Wirkungen sehen.

Das gleiche gilt hier. Dieser Blog dient einem Zweck, er dient in erster Linie mir. Ich übe und entwickle mich hier vor Euren Augen. Manchmal möchte ich Euch unterhalten, manchmal möchte ich auch nur mich unterhalten. Manchmal möchte ich bei Euch Werbung machen, manchmal möchte ich hier gar nichts machen. Dabei diene ich nicht dem Zweck des Blogs, sondern der Blog dient mir und meinen Zielen. Vergesst das nicht. Ich bemühe mich auch, das nicht zu vergessen. 😉

Ich wünsch Euch endlich verklärt lächelnd, einen aufgeklärten Tag…

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