Bizimköy, 5:29 Tag 635

Heute Nacht bin ich aus einer wunderschönen Wohnung geflüchtet, nur um in einer Stadt vom Hochwasser überrascht zu werden. Das Wasser lief durch die Strassen und stieg die Häuserfassaden hoch. Ich schaute nur zu. Und eben musste ich mich eben ganz schön anstrengen, an diese beiden kleinen Fetzen meiner Erinnerung zu kommen.

Letztes Jahr an diesem Tag war ich grad in Beirut, im Libanon. Irgendwie habe ich gerade wieder daran denken müssen. Es macht sich Fernweh bemerkbar. Ich will wieder mal los, Abenteuer, einer anderen Stadt sein, ein anderes Land entdecken, sich mal wieder nicht auskennen, sich umschauen müssen. Bei Menschen aus anderen Kulturen merke ich immer wieder, wie anders und doch gleich wir alle sind. Mir fallen Gewohnheiten an mir auf, die sich sonst im Fluss der Tage verlieren.

Ich schaue an den Horizont, sehe den Hügel, sehe die Bäume und interessiere mich doch nur für das, was dahinter liegt…

Fernweh ist die Sehnsucht nach dem Unbekannten, nach Unsicherheit, Gefahr, nach dem Neuem und dem damit verbunden Risiko. Etwas zieht mich immer wieder dorthin, wo ich mich nicht auskenne, mich nicht zurecht finde, mich nicht wohl fühle.

Um dann, wenn die Gefahr vorbei, das Neue entdeckt ist, wenn die Unsicherheit sich in ein Wiedererkennen gewandelt hat; um dann, wenn die Risiken verblasst sind… um dann zu spüren, was sich wirklich verändert hat, um dieses Gefühl nach dem Wachsen zu geniessen. Dieses unbeschreibliche Gefühl, welches eine neue, tiefe Erfahrung begleitet, dieses: ich lebe, ich wirke, ich sehe, ich fühle wirklich, echt, real, voll, tief…

Und mit genau diesem Ziehen in meiner Brust, mit dieser Sehnsucht, mit diesen Erinnerungen bin ich heute morgen aufgewacht. Heute werde ich das Unbekannte an diesem Tag heute, an diesem Ort hier entdecken…

Photo1 (1)

Wünsch Euch einen erfahrungsreichen Freitag…

 

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

2 Comments

  1. In der Ferne sich selbst nahe kommen, sich neu entdecken. Das kenne ich gut: Fernweh als Heimweh zu sich selbst.

    Gefällt mir

    Antwort

  2. Genau so isses! Ich hab das Gefuehl nach nur zwei Wochen schon wieder….

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s