Nun fang ich an…

Bizimköy, 6:56 Tag 636

Heute Nacht habe ich geträumt, aber mir fällt das Erinnern schwer, so hab ich es gelassen. Ist ja schliesslich Urlaub und Wochenende…

Kriege grade viele Ideen, wie ich mich hier weiter entwickeln möchte. Mein Verhältnis zu Facebook, Twitter und auch zu Blogs verändert sich, entspannt sich gerade etwas. Es wandelt sich wieder mal, vielleicht normalisiert es sich auch nur. Seit ich aufgehört habe, Ingress zu spielen, fällt mir das besonders stark auf.

Es geht nicht mehr so sehr um das Medium, um die anderen Möglichkeiten. An diese andere Art zu kommunizieren, habe ich mich nun also scheinbar gewöhnt. Es gehört nun einfach dazu. In der Gegenbewegung fällt mir auf, wie sehr sich auch diese Tools wieder ähneln. So, wie mir auffällt, dass Evernote auch nichts anderes als Lotus Notes ist und auch Facebook immer zu einer Art Lotus Notes wird. All die Features hier fanden sich schon in Lotus Notes. Vor Jahrzehnten schon, möchte ich meinen.

Diese Wellen der Begeisterung für Tools kommen und wieder gehen sehen, ist das, was ich gerade an mir beobachte und was sich besonders und neu anfühlt. Bisher kannte ich nur eintauchen, tief eintauchen und erfahren und dann abwarten, was mit mir und meiner Kommunikation passiert. Nun spielen wieder mehr der Inhalt und die Anderen eine Rolle und die Tools, das Medium sind nicht mehr ganz so wichtig.

Meine Fähigkeiten, die ganzen Tools auszunutzen, steigen weiter von Tag zu Tag. Ich sehe ab und zu, wie andere mit etwas mehr Fokus, etwas mehr Disziplin noch viel mehr raus holen. Aber das haben sie früher auch schon, mit den damals verfügbaren Tools gemacht.

Mich ruft grade die Ordnung! Ich möchte meine ehemaligen Google Reader Blog Abonnements, meine Todos, meine Bilder, meine Posts hier, meine Favorites, meine Twitterlisten, meine Facebookpages alle neu sortieren. Aber wie immer fehlt mir die zündende Idee, wie genau. Wie kriege ich eine gesunde Balance hin? Wie gehe ich mit den Veränderungen um und vermeide nostalgisches Festhalten und Hoffen?

Ganz früher war Techcrunch für mich eine tolle Newsquelle, nun müllt es mich zu mit Posts und ich muss aus den vielen am Tag, den einen filtern, der mich interessiert. Auf deren Homepage mag ich schon lange nicht mehr klicken, das besteht nur noch aus Headlines, Bildern und Werbung… so geht es mir auch mit anderen, nun kommerziell erfolgreichen Blogs.

Mashable ist ähnlich wie Huffington unglaublich erfolgreich. Sie verändern sich ständig, adaptieren sich, entwickeln sich. Aber für mich sind sie keine Newsquelle mehr: sie werden das neue Fernsehen, das gute Glas Wein zum Essen, die Zigarette danach, das Video zum freien Abend. Sie verschwinden langsam, wie vor ein paar Jahren auch die Tageszeitung und all das andere langsam verschwunden sind.

Ich glaub, das liegt daran, dass bei all diesen Seiten nun ein erfolgreiches Business Modell im Vordergrund steht. Sie haben einmal verstanden, wie die „Monetarisierung“ funktioniert und nun wird das ausgebaut, verbessert, entwickelt, um mehr Leute zum Klicken, mehr Sponsoren zum Zahlen, mehr Autoren zum Schreiben zu gewinnen. Das Warum hat sich geändert. Es ist keine Leidenschaft eines kleines Teams mehr, sondern die Zinsinteressen der Eigentümer, der Investoren schimmern immer deutlicher durch…

Es kann auch sein, dass ich hier falsch liege, und die riesige Aufmerksamkeit alleine verändert die Macher. Wenn jeder Post tausendfach geliked, geshared, kommentiert wird und jeder immer schon mit dieser Gewissheit schreibt, dann geht eben das authentische, persönliche verloren. Vielleicht fällt mir deshalb immer wieder auch Om Malik positiv auf, dessen Gigaom zwar einen ähnlichen Weg genommen hat, aber seine Posts weiter so persönlich und deshalb so gut bleiben. Pete Cashmore oder Ariane Huffington gelingt es nicht, so durch meine Filter zu kommen, vielleicht schreiben sie auch einfach nicht mehr öffentlich, sondern managen nur noch. Die Überschriften der paar Posts, die ich eben von beiden gecheckt habe, glichen mehr Pressemitteilungen…

Was kann ich daraus lernen? Wie ist das mit opd, mit mtc und wie verändert der Erfolg dort mein Schreiben hier? Wie erscheint das Geschriebene anderen, dritten?

Meine Vorbilder ändern sich gerade wieder einmal. Es scheint so, dass ich gerne von Menschen hier im Netz lese und ihnen folge, die ich als meine Vorbilder betrachte. Wenn ich verstanden habe, wie es funktioniert, wenn ich genug gelernt habe, dann ziehe ich weiter zum nächsten Lehrer, in die nächste Klasse, eine Stufe höher. Es gibt zwar keine Prüfungen, keine Zensuren und Zeugnisse, aber meine Lehrer wechseln trotzdem von Zeit zu Zeit…

Dann trifft es mich, wie ein Blitz: ich hab doch schon alles, was ich brauche. Ich sehe auch, wie ich es machen soll. Ich habe richtig Lust, anzufangen… ich fange jetzt an!

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Und mit einem herzlichen Dankeschön für alle Geburtstagswünsche, verbleibe ich fröhlich, vorfreudig lächelnd und wünsch Euch einen tollen Start ins Wochenende!

 

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