Zum Glück nur ein Traum…

Berlin, 6:22, Tag 654

Heute Nacht habe ich schön geträumt, wusste es beim Aufwachen noch, habe nichts notiert und nun… alles weg. Das ging wieder mal schnell.

Will jetzt noch nicht schreiben. Ich will arbeiten und aufräumen und ganz tolle Konzepte schreiben, die alle unwidersprochen genau so wahr werden, ohne dass ich noch etwas dafür tun müsste. In den Konzepten bedenke ich einfach alles, jeder Stolperstein, jede Erfahrung, alle Randbedingungen wird eingebaut, umschifft und zu unserem Vorteil genutzt. Ich will Artikel schreiben, die genau immer die eine Sache super gut illustrieren, die gerne gelesen und viel kommentiert werden. Die sich von allein im Netz verbreiten, weil sie so wahr und ehrlich und gut recherchiert und sinnvoll verlinkt sind. Ich will immer genau wissen, was ich will, was ich sagen sollte, wie ich es sagen sollte, um ausschliesslich tiefgehende und nur angenehme Beziehungen zu den wichtigsten und schönsten Leuten der Stadt, des Landes und der Welt zu haben, die dann dafür sorgen, dass unsere Firma immer die lukrativesten Aufträge bekommt. Genau, ich will die besten Aufträge haben, die die Kunden vergeben können, mit einem unerschöpflichen Budget, und bei denen nur die Arbeiten gefordert sind, die auch Sinn machen, und die sich einfach abarbeiten lassen und die jede unserer Ideen toll finden und immer sofort für deren Umsetzung zahlen. Ich will eine perfekte Welt, in der alles nur so läuft, wie ich es mir wünsche, vorstelle und erwarte. Und vor allem, eine Welt, die sich an meine ständig ändernden Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen anpasst. Ich bemerke, dass ich noch immer schlafe…

Eben hatte ich einen schrecklichen Alptraum! Zu schlimm, um ihn hier noch mal zu wiederholen… deshalb gibt es jetzt nur noch ein Bild von mir für Euch.

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Wünsche Euch irgendwie lächelnd einen wachen Tag.

Der Fluch alter Strukturen…

Berlin, 7:43, Tag 653

Heute Nacht erinnere ich mich wirklich nicht an meine Träume. Ich bin sehr zeitig aufgewacht, habe den Morgen schon sehr geniessen können.

Meine Gedanken kreisen um so viele Dinge, die ich zu tun und zu machen habe. Das bestimmende Grundthema dabei sind: Strukturen.

Ich suche nach neuen Strukturen für meinen Tag, für meine Firma, für mein Leben. Die alten passen nicht mehr. Die Welt hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Es gibt zu viele Dinge, die wie ein Nebelschleier über allem liegen. Wenn ich die alten Strukturen nicht als solche erkenne, dann bin ich den ganzen Tag nur mit ihnen beschäftigt. Ich bin damit beschäftigt, in den alten Strukturen zu leben, sie aufrecht zu erhalten, sie zu begründen, zu benutzen.

Es geht um unsere Webseite, um unsere Projekte, um unsere Ablage, um unsere Tools. All diese Dinge erzeugen in Ihrem Vorhandensein ein Grundrauschen. All diese Dinge benötigen Energie, um zu existieren, um sie zu kennen, zu verstehen, sich daran zu erinnern, sich darin zurecht zu finden.

Ich wickele mich ein in diese Strukturen und denke, ich könnte so den Veränderungen entgehen, sie zumindest verzögern oder die Wirkung abmildern. Eine Zeit lang gelingt das auch, aber zu welchem Preis? Kann ich ein paar Tage, vielleicht Wochen oder doch Monate, wenn es richtig gut geht, sogar ein paar Jahre, vielleicht bis zu Rente, so weiter machen? Ich brauch vielleicht doch nicht ins tiefe Wasser. Vielleicht komme ich so drum herum, mich meinen Unsicherheiten und Ängsten zu stellen? Vielleicht schaffe ich es, wenn ich noch mehr Schutzwälle hochziehe und immer neue Strukturen um mich herum aufbaue, dann entgehe ich vielleicht diesen Gefahren?

Und ich begreife nur ganz langsam, dass es kein Entrinnen gibt, dass diese Ängste und Sorgen nur ich selbst bin, dass diese alten Strukturen ich selbst bin, dass diese Unklarheiten, diese Verschlossenheit immer nur in mir ist. Und vor mir selbst kann ich nicht davon laufen. Wenn ich das erkannt habe, dann kann ich versuchen, mehr Klarheit in meine eigenen Gedanken zu bringen, mehr zu verstehen, mich selbst und meinen Tagesablauf sauber, transparent zu strukturieren. Die anderen äusseren Strukturen folgen dann natürlich, diesen inneren nun klareren Strukturen.

Ich bin mitten in diesem Prozess. Und ihr?

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Könnt ihr diesen Text lesen und mein ich… durch ein du… zu ersetzen? Ich helfe Euch mal dabei:

Deine Gedanken kreisen um so viele Dinge, die du zu tun und zu machen hast. Das bestimmende Grundthema dabei sind vielleicht: Strukturen?

Du suchst nach neuen Strukturen für deinen Tag, für deinen Job, deine Firma, für dein Leben? Die alten passen nicht mehr. Die Welt hat sich verändert. Du hast dich verändert. Es gibt zu viele Dinge, die wie ein Nebelschleier über allem liegen. Wenn du die alten Strukturen nicht als solche erkennst, dann bist du den ganzen Tag nur mit ihnen beschäftigt. Du bist damit beschäftigt, in den alten Strukturen zu leben, sie aufrecht zu erhalten, sie zu begründen, zu benutzen.

Es geht um deine Webseite, um deine Projekte, um deine Ablage, um deine Tools. All diese Dinge erzeugen in Ihrem Vorhandensein ein Grundrauschen. All diese Dinge benötigen Energie, um zu existieren, um sie zu kennen, zu verstehen, sich daran zu erinnern, sich darin zurecht zu finden.

Du wickelst dich ein in diese Strukturen und denkst, du könntest so den Veränderungen entgehen, sie zumindest verzögern oder die Wirkung abmildern. Eine Zeit lang gelingt das auch, aber zu welchem Preis? Kannst Du ein paar Tage, vielleicht Wochen oder doch Monate, wenn es richtig gut geht, sogar ein paar Jahre, vielleicht bis zu Rente, so weiter machen? Du brauchst vielleicht doch nicht ins tiefe Wasser? Vielleicht kommst du so drum herum, dich deinen Unsicherheiten und Ängsten zu stellen? Vielleicht schaffst du es, wenn du noch mehr Schutzwälle hochziehst und immer neue Strukturen um dich herum aufbaust, dann entgehst du vielleicht diesen Gefahren?

Und du begreifst nur ganz langsam, dass es kein Entrinnen gibt, dass diese Ängste und Sorgen nur du selbst bist, dass diese alten Strukturen du selbst bist, dass diese Unklarheiten, diese Verschlossenheit immer nur in dir ist. Und vor dir selbst kannst du nicht davon laufen. Wenn du das erkannt hast, dann kannst du versuchen, mehr Klarheit in deine eigenen Gedanken zu bringen, mehr zu verstehen, dich selbst und deinen Tagesablauf sauber, transparent zu strukturieren. Die anderen äusseren Strukturen folgen dann natürlich, diesen inneren nun klareren Strukturen… bist du mitten in diesem Prozess? Ich auch.

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Wünschen Euch und mir einen ganz hellen und klaren Dienstag!

 

Montagmorgen…

Berlin, 7:12, Tag 652

Heute bin ich mitten aus meinem Traum hochgeschreckt. Eine Kapelle spielte falsch und ich hatte es gehört. Der Rest meines Traumes verschwand, je wacher ich wurde.

Often people write me and say, “I have this great idea but I have a full time job. Can you help me raise money so I can do my idea?” And the answer is always going to be… no. […] Once someone gives you money, you are OWNED. […] But you have to take control of your own destinies to find which one is right for you.

schreibt hier James und irgendwie klingt das in mir. Dieser Text, eigentlich ein Buchreview, kommt aus einer anderen Welt. Aber ich verbinde auch das mit mir und mtc. Unsere Firma hat sich immer schon komplett ohne Fremdkapital entwickelt. Es war mir immer ein Graus, Darlehen zu haben, abhängig zu sein, kontrolliert zu werden. Vielleicht weil ich selbst Banker bin und weiss, wie leidenschaftslos die eigentlichen Geschäfte der Bankkunden betrachtet werden. Vielleicht weil ich kein Zocker sein möchte, dem es Spass macht, mit fremdem Geld zu spielen. Und auch ich habe mehrfach schmerzhaft lernen dürfen, dass die Antwort auf die Frage: Du hast doch Geld, kannst Du mir nicht etwas davon abgeben, damit ich meinen Traum verwirklichen kann? Immer ’nein‘ sein muss!

Die Art von Ärger, die andere Menschen verletzt, ist jene, die im Untergrund brodelt, während wir freundlich lächeln.

schreibt hier Joko Beck und das klingt noch stärker in mir. Und wieder verbindet sich das mit mir und mtc. Es ist auch meine Einsicht, dass man (ärgerlich) freundlich lächeln kann, dass man (wütend) nichts gesagt und nichts getan hat und das genau diese Show, andere Menschen (mich) sehr verletzen kann. Umgekehrt natürlich auch, aber die meisten Konflikte in meinem Leben resultieren aus dieser Show, dieser Trennung von dem was ist und was getan wird. Diese Trennung, diese Art von Show, möchte ich verringern in meinem Leben. Ich möchte niemandem mehr mit meinem Lächeln verletzten.

Doch nun startet gleich eine neue Woche! Ich freu mich drauf. Nun lächle ich hier ganz vorsichtig, damit sich kein Ärger damit mischen kann… und wünsch Euch einen tollen Start!

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Loslassen von Freiheit und Kontrolle…

Berlin, 8:39, Tag 651

Heute Nacht habe ich von einer leeren Kiste geträumt, die voller Kulies sein sollte, in der ich aber keinen einzigen mehr gefunden habe. Dann habe ich bei einer Gruppe von Bekannten die Mobilnummer eines Kunden gesucht, mit dem ich schon seit über 5 Jahren nichts mehr zu tun hatte. Ich hab mein Sonnenaufgang fotografiert und bin zurück ins Bett. Ich war nicht wirklich müde, aber ich wollte meiner Routine zeigen, dass es auch ohne sie geht…

Es hat geklappt und wir folgen nun unserem gestern gefassten Plan, wir wir den Sonntag aktiv verbringen können. Los geht’s mit aufräumen von Schlafzimmer und Küche und dabei wird grosszügig entrümpelt, ok eher entmüllt. So etwas übt Loslassen und ist gleichzeitig eine Inventur.

Noch im Bett hatte ich James Artikel über Self Publishing 3.0 gelesen. Sofort habe ich überlegt, wie sich das auf unser opd, auf die ganze mtc übertragen lässt.

Im Hintergrund wälze ich ja schon seit Ewigkeiten die Frage, wie ich den vielen Inhalt hier aufbereiten kann. Am Freitag hatte Reiseblogger und Freund Matze den Vorschlag, ob ich hier nicht alle zwei Tage bloggen und die gewonnene Zeit in ein anderes Thema investieren könnte.

James schreibt, wenn man täglich zwischen 500 und 2.000 Wörter schreibt, sein Schreibmuskel also in gutem Training ist, kann man 8 Bücher pro Jahr, jedes zwischen 40-80.000 Seiten oder eben ein richtig gutes, professionelles Buch veröffentlichen.

Wenn ich das auf opd übertrage, könnte ich dort also jede Menge meiner Gedanken aufschreiben. Ich sollte also nicht ab und zu einen Artikel über Offenheit…offene Daten…offene Patentdaten schreiben, sondern könnte ein ganzen Buch, mit eigenem Blog draus machen? Das klingt gut. Das will ich!

Mich auf nur ein Thema zu fokussieren, kam mir aber immer wie ein Verlust von Freiheit und Kontrolle vor. Ich gebe die Freiheit auf, schreiben zu können was ich möchte. Ich gebe die Kontrolle an eine Entscheidung in der Vergangenheit ab. Diese Überzeugung verhinderte bislang sehr effektiv, dass ich einen Themenblock länger als ein paar Tage interessant finde, um darüber auch zu schreiben.

Eigentlich müsste ich die 651 Posts hier alle noch mal lesen. Vielleicht finde ich so die Themen, die ich seit fast zwei Jahren immer wieder spannend finde, so dass ich regelmässig darüber schreibe. Vielleicht ist schon ausreichend Material über Offenheit vorhanden?

Ach, schon in 2009 haben wir bei deparom.de versucht, einen Themen Blog für Patente zu bauen, der damals ipcruch.de hiess und techrunch.com zum Vorbild hatte.

Einerseits habe ich das Tool und das Design in der Vordergrund gestellt. Und ich wollte die volle Kontrolle behalten und war dadurch immer unzufrieden mit Entwicklern des Templates. Ich habe mich immer nicht getraut, mit Agenturen (Verlagen) zu sprechen oder grosse Werbung oder Marketing dafür zu machen. Hatte nie einen wirklichen Plan.

Andererseits bin ich auch nicht All-in gegangen, habe den Blog nie als das Zentrum und Treiber meiner Aktivitäten gesehen. Aber auch das hat sich geändert. Mein Blog, das Internet ist für mich zum Zentrum geworden. Unter anderem durch den selbst gemachten Zwang des täglichen öffentlichen Schreibens.

Drittens hatten wir doch unser existierendes und stark wachsendes Geschäft mit unseren Managed IT Services. Und wir haben ein stabil laufendes Produktgeschäft, mit Patentinformationen. Beides überstand alle bisherigen Krisen (ToiToiToi). Und auf eine ganz schräge Art, macht mich und die mtc das gutlaufendes Geschäft zu einem Teil bequem, der externe Druck scheint einfach schwächer, wenn man offensichtlich Erfolg hat. Klar, geht immer noch mehr Erfolg, aber… 😉

James schreibt: bleed, entertain, educate, in that order. Aber auch dieser Post ist nur öffentliche Selbstreflektion. Er blutet nicht wirklich, er unterhält nicht wirklich, er vermittelt nicht wirklich Erfahrungen…

Doch Morgen schon, beim nächsten Post, da versuche ich es wieder!

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Wünsche Euch sonnig lächelnd einen fantastischen Sonntag!

5 grosse Zen-Meister der Unterhaltungsindustrie…

Berlin, 6:36, Tag 650

Heute Nacht habe ich endlich mal etwas anderes geträumt. Jetzt fällt mir eine grosse silberne Metallkugel ein, die ich vor mir her getragen habe. Aber beim Aufwachen halb 5, habe ich meinem eigentlichen Traum beim vergessen zusehen können.

Hier rollt der Samstag schon los, habe keine Zeit allein heute morgen. Wollte Euch aber unbedingt die folgenden fünf Zen-Meister mal in einer Reihe aufschreiben:

Kennt Ihr James Altucher? http://www.jamesaltucher.com/

Seine Art zu schreiben, seine Bücher mag ich sehr. Blogging technisch ein Vorbild und da er auch in der IT/Tech Szene zu Hause ist, auch darüber hinaus ein Vorbild. Gerade! Meine Vorbilder wechseln alle paar Monate und James hält sich schon ganz wacker oben auf meiner Liste. Er weiss es nicht, aber er ist eindeutig ein erleuchteter Zen-Meister. Viele seiner Tips und Erfahrungen kenne ich bereits, buddhistisch umhüllt von Thich Nhat Hanh, Bernhard Glassmann oder Jack Kornfield.

Kennt Ihr Om Malik? http://om.co/

Om Malik ist der Mann, Name und Macher hinter GigaOM, einem extrem erfolgreichen Techblog, na eher einer neuen Medienfirma. Unter der Adresse hier schreibt Om privat über was er fotografiert, liest und was ihn beschäftigt. Nur ab und zu gibt es Crossposts von gigaom.com, wo er selbst auch noch sehr gute Artikel über alle möglichen Themen veröffentlicht. Ebenfalls ein Vorbild, was Schreibstil und Blog angeht.

Kennt Ihr Tucker Max? http://www.tuckermax.com/

Eine Neuentdeckung beim Lesen von James oben. Sehr provokativ, direkt, frech. Tucker hat eine geniale Schreibe, eine geniale Art. Ich glaube, er übertreibt masslos in dem, was er schreibt. Aber dass man nicht weiss, ob er sich das ausdenkt oder das alles wirklich so passiert ist, macht den ganz besonderen Reiz seiner Geschichten aus.

Er hilft mir dabei die ganzen Alltagslügen, den ganzen Selbstbetrug, den kulturellen und familiären Ballast, die Gedanken und Konzepte zu gut und schlecht, positiv und negativ, angenehm und unangenehm zu sehen, die in meinem Leben eine Rolle spielen. Ich komme durch das Lesen von seinen Geschichte näher an mich selbst, an mein wahren Ich heran. Er zeigt mir irgendwie, dass ich und wie ich diese fremden Erwartungen an mich alle ignorieren, verwandeln oder benutzen kann. Und dabei habe ich erst zwei Geschichten von ihm gelesen, und dabei habe ich ständig zwischen ertappt grinsend, beschämt lächelnd und laut auflachend gewechselt.

Tucker ist damit kein Vorbild wie James oder Om, sondern eher tolle Unterhaltung mit gleichzeitiger Reflektion, also mit Nachbrenner oder Neben- und Nachwirkungen. Je nach dem, wie tief man ihn an sich heran lässt.

Kennt Ihr Louis CK? https://buy.louisck.net/

Den kenn ich schon länger. Ich habe Louis über seine Selbstvermarktung kennen gelernt, zu Beginn der Diskussion um das Leistungsschutzrecht. Er hat gegen allen Rat von HBO und allen anderen, seine eigene Show produziert und ohne Kopierschutz ins Netz gestellt. Er hat es sehr einfach gemacht, dafür zu bezahlen: 5$ und man kann die Datei in allen Formaten runter laden. Das wurde ein Riesenerfolg und trug somit mit dazu bei, dass die Medieninstrie begreifen kann, dass man auch sehr erfolgreich sein kann, auch wenn man sein Publikum und seine Kunden nicht gängelt und kontrollieren will. Seine Shows sind extrem, gehen mir sogar noch einen Schritt weiter als die Texte von Tucker. Trotzdem mag ich dieses Infrage Stellen unserer Stereotypen und Vorurteile sehr. Von Zeit zu Zeit. Nicht täglich. Aber auch Louis ist kein Vorbild für mich.

Kennt Ihr Zee Frank? http://www.zefrank.com/

Zee kommt zum Schluss, seine Videos habe ich hier schon einige Male empfohlen. Ich lach mich jedes mal schlapp und liebe seine schnoddrige Schnelldenksprechart und seinen stechenden Blick dabei einfach. Seine Ratschläge gehen sehr tief und regen mich, nach dem das Lachen verklungen ist, jedes mal zum Nachdenken an. Eigentlich ist jedes Video für sich ein Knaller! Bei Zee bin ich unentschieden, ob er ein Vorbild ist, oder nicht. Ich glaube schon, weil er einfach Dinge macht und sich traut und dabei einfach nur echt, wirklich er selbst ist und Spass dabei hat. In dieser Hinsicht ist er ein sehr grosses Vorbild für mich. Und als Entertainer eigentlich auch. Von den drei Entertainern hier in der Liste, ist er derjenige, der sich selbst am meisten mag.

Mit diesen Empfehlungen verabschiede ich mich von Euch in den Samstag!

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Und wünsche Euch einfach nur ein erholsames Wochenende!

 

Dieser Post wurde geopfert…

Berlin, 6:59, Tag 649

Heute Nacht habe ich lustig geträumt. Natürlich wieder in einem Hotel. Sogar wieder eine Konferenz. Ich musste mich umziehen, suchte eine Toilette oder eine ruhige Ecke und schaute mich um. Ich kam erst an zwei Teenies vorbei, die sich darüber aufregten, dass ich einen ihrer Namen drei mal falsch geschrieben hätte. Sie fagten, ob ich doof sei. Ich klärte sie nicht auf. (Ha! Bin dem Konflikt ausgewichen, obwohl ich doch süchtig bin;). Bekam dann gleich Unterstützung von anderen Teenies, die sich für irgend etwas aufbrezelten. Komme links hinten in einen Ballsaal, der aber halbleer ist. Plötzlich eine Trillerpfeife und der Teeniestar kommt umschwärmt und beleuchtet rein. Er soll eine Pressekonferenz vor seinem Konzert geben. Nun strömen Massen in den Saal. Durch alle Eingänge oben kommen Fotografen mit schwerem Gerät um die Schultern hineingeströmt. Von unten kommen die Teenies. Und ich mittendrin, weil ich mich umziehen musste. Könnte ganz nach vorne und… ich wache ich auf. Weil unser Cabriofahrer mit voll aufgedrehter Musik in den Hof gefahren kommt. Um 3. Hab kurz mitgesummt und mich auf die verbleibenden zwei Stunden leichten Schlafes gefreut. Dessen Zwischenräume füllte ich mit ein paar Tagträumereien auf.

Bin kurz hoch aufs Dach fürs Sonnenaufgangsfoto, hab geduscht und meditiert und bin nochmal zum Kuscheln zurück ins Bett. Das brauchte ich heute. Habe meine Schreibmeditation ganz bewusst geopfert. Und weil jetzt gleich der erste Termin los geht, speichere ich nicht, sondern publiziere gleich.

Und verabschiede ich mich breit lächelnd von Euch und wünsche einen ganz fantastischen Freitag!

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Konflikte und Sucht…

Berlin, 5:56, Tag 648

Heute Nacht war ich auf Inseln mit Bergen. Tausende Touristen kommen an, während wir gerade wieder fahren. In den Scheunen sind Zelte aufgeschlagen. Überall, wo ein Dach drüber ist, zelten die Touristen. Dann suche ich ein leeres Taxi. Sie stehen in Reihen wie am Flughafen. Dabei sind wir in einem Dorf. Die Entscheidung für einen Fahrer fällt schwer und ich wache ganz leicht vor dem Wecker auf.

Manchmal verbinde ich die komischsten Themen miteinander: heute ist Konflikte und Sucht dran. Bin ich gestern mit Tony drauf gekommen.

Ich bin irgendwie süchtig danach, mich zu streiten, zu argumentieren und zu provozieren. Wenn dann mein Gegenüber tatsächlich sauer wird, erschrecke ich mich und versuche, die Wogen wieder zu glätten, alles wieder einzurenken, mich zu entschuldigen.

Es ist dabei so, als ob ich die Kontrolle verliere. Die Auslöser für solche Konflikte können sehr vielfältig sein. Meist hat sich etwas angestaut. Etwas, das mir schon ein paar Mal aufgefallen ist, ich aber immer nichts gesagt habe. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, es hat nicht gepasst, ist doch alles nicht so schlimm und wichtig.

Wann der Konflikt ausbricht, kann ich nicht wirklich kontrollieren. Ich verstehe das erst hinterher, wenn sich die Rauchschwaden wieder verzogen haben. An meine Worte im Konflikt kann ich nicht mehr wirklich erinnern, es ist als ob ich in Trance oder im Flow bin. Unter Hochdruck suche ich nach Argumenten, nach Erinnerungen, nach Punkten mit denen ich meinen Standpunkt, meine Wut, meinen Ärger, meinen Frust erklären kann. Dabei wird nicht viel gespeichert.

Wenn der Konflikt ausbricht, überrasche ich mein Gegenüber damit. Dadurch erscheine ich noch unzuverlässiger und unberechenbarer, als ich es möchte. Aber ich weiss selbst nicht, wann mir etwas zu viel wird. Als ob ich die Impulskontrolle verloren habe.

Und an diesem Punkt fiel es auf, dass der Verlust der Impulskontrolle ja ein Suchtmerkmal ist. Man scheint nicht kontrollieren zu können, ob und wann man wie viel trinkt. Man erfindet dann tausend kleine Sachen, warum es ganz OK ist, Alkohol zu trinken: ein Glas Rotwein ist gut fürs Herz. Zum Essen, das schmeckt einfach. Ist doch nur zum Anstossen.

Das alles dient dabei nur der Vertuschung des Verlustes der Impulskontrolle.

Bei dieser Verbindung zwischen Sucht und Alkohol steigen schon viele Menschen aus und werden mit mir diskutieren und mir beweisen wollen, dass sie eben nicht süchtig sind. Genauso akzeptierte ich bis gestern nicht, dass ich süchtig nach Konflikten bin. Mir gefällt doch irgendwie, die Kontrolle zu verlieren, an die Grenze zu gehen und zu schauen, wie sehr ich provozieren, wie sehr ich mich durchsetzen kann, wie weit ich komme.

Genauso habe ich mich früher gefühlt, als ich nach dem Essen das zweite Glas Rotwein einschenkte. Bin doch nicht süchtig. Es schmeckt doch. Mir gefiel doch irgendwie, so viel zu vertragen, an die Grenze zu gehen und zu schauen, ab wann ich das wirklich nicht mehr kontrollieren kann. Ach lass uns noch in ne Bar gehen, einer geht doch noch und nach Hause hab ichs bisher noch immer geschafft. Ich konnte mich damals an manche Abende genauso wenig erinnern, wie ich mich heute nicht mehr an meine Worte im Konflikt erinnern kann.

Dem Alkoholiker sind der Kater und die Kosten und die Folgen seins Trinkens aber nicht egal. Nur er trinkt trotzdem! Mir sind die negativen Folgen der Konflikte, die Belastungen der Beziehung, das Leid bei den Beteiligten und die Folgen der Konflikte auch nicht egal. Und doch streite ich mich weiter.

Mittlerweile ahne ich, dass ich durch Übung von Reflektion und Meditation, durch das blosse Sitzen auf dem Kissen, solch destruktiven, negativen Gewohnheiten sehr wohl ändern kann. Jeder ist so in der Lage sein Leben selbst zu gestalten und sich von leid erzeugenden Süchten zu heilen.

Aber etwas kann und möchte ich aber nicht ändern, sondern will ich immer schlimmer werden lassen: Themen miteinander zu verbinden. Beziehungen, Abhängigkeiten und Ähnlichkeiten zwischen Dingen zu erkennen und so zu lernen, sich zu entwickeln. Denn das ist mein Weg!

Zwischen Verhalten, Gefühlen, Konzepten, Gedanken, Wahrnehmungen und Informationen, zwischen allem und allen bestehen die vielfältigsten Beziehungen. Ich kann vielleicht Zusammenhänge erkennen, die mein Umfeld nicht sehen will oder kann.

Mein Suche nach Kontrollverlust ist eine Ursache für Konflikte! Und dabei bin nicht süchtig nach Konflikten. Man ist nicht süchtig nach Alkohol, sondern nach dessen Wirkung. Ich bin nicht süchtig nach Konflikten, sondern mich verlangt danach, ungesehene Beziehungen zu erkennen und zu offenbaren. Daran berausche ich mich!

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Wünsch Euch einen ganz berauschenden Donnerstag!