Übers Schreiben schreiben…

Schon Berlin, 18:24, Tag 687

Also Heute Nacht hab ich auch geträumt. War mit Rotary in einem Restaurant. Während einer heftigen Diskussion assen wir alle zusammen Fisch, zu viel Fisch. Dann bin ich mit dem Moped ohne Helm gefahren. Es gab Glatteis. Ich meisterte die Herausforderung und balancierte das aus. Bin dann zurück in ein Haus, in dem eine Mutter ihren Opa misshandelte und sich sicher war, dass trotzdem alles ok ist… ?

Heute morgen und heute Mittag, selbst im Flieger, konnte ich einfach nicht schreiben. Heute gibt es also keine Schreibmeditation vor dem Tag, sondern eine nach dem Tag.

Vorhin habe ich blasphemisch schon das Ende meines täglichen Schreibens hier ausgerufen. Ich möchte die Zeit lieber in zwei andere Projekte investieren. Und lieber später wieder kommen: offener, ehrlicher, tiefer, direkter, deutlicher. Es fühlt sich auch so an, als ob ich grad an einer Grenze bin, die ich im Moment nicht überschreiten möchte. Es hat sich gestern schon angedeutet.

Ich habe hier so viel geübt in den letzten beiden Jahren, so viel geschrieben und so viel schönes Feedback bekommen, so viele Besucher hier gezählt, so viel selbst gefühlt und gedacht und entwickelt dabei. Es hat sich so viel getan in meinem Leben. Nun bin ich aus dem Urlaub zurück. Fühle mich wirklich mal erholt und voller Tatendrang und Energie und Ruhe und Kraft. Möchte noch mehr im Moment sein.

Vorhin im Flieger sass ich allein, wir hatten viel zu spät eingecheckt und ich gar nur einen Mittelplatz bekommen. Ich hab die ganze Zeit mit einem Buch gearbeitet und beim verspäteten Start 30min und bei der Landung dann 10min wunderbar meditiert, also einfach mit geschlossenen Augen, mit gradem Rücken, ohne meinen Kopf anzulehnen, nachgedacht, meinen Atem gezählt und mich einfach beruhigt.

Im Moment dreht es sich grad nicht so sehr um mich. Ich schreib hier zwar, aber es fehlt die Leidenschaft. Ich brenne grade nicht für dieses Morgenritual. Ich denke, dass ich was ändern sollte. Dass ich jetzt vielleicht loslassen sollte. Dass ich mich endlich trauen kann, flexibler zu werden. Dass ich mich endlich noch mehr trauen kann. Auch wenn ich nicht hier täglich schreibe, werde ich doch täglich schreiben und bin ich (produktiv, effektiv, existent, diszipliniert) am Leben.

All diese Eigenschaften, all dieses irgendwie sein wollen, lenken mich ab, ziehen mich raus aus dem Moment. Es fühlt sich sich nicht nach Widerstand an, an dem ich wachsen kann, sondern nach Enge und Begrenzung. Ok, das ist jetzt kein Argument, so fühlt sich Widerstand immer an.

Ich solle mich nicht selbst kasteien, sagte mein lieber Freund Tony, heut zu mir und traf wieder mal ins Schwarze damit. Eigentlich wollte ich ihn fragen, wo ich am Sonntag mal den ganzen Tag sitzen, also durch meditieren könnte. Später fragte mein Cousin auch noch, ob ich nicht doch am 10km City Lauf in Leipzig teilnehmen wolle. Eben fiel mir auf, dass ich mich auch dabei vermutlich selbst kasteien, an meine und vielleicht gar über meine Grenzen hinaus gehen würde. Aber warum nur?

Woher kommt dieser Drang nach Zwang? Nach mehr, höher, schneller, weiter und intensiver, länger, tiefer, härter? Ist es wirklich, was ich will im Leben? Ist es wirklich das, wofür ich hier bin? Erwartet das Leben von mir, dass ich mir solche Herausforderungen suche und bestehe? Wann werde ich scheitern? Wann schaffe ich es endlich nicht mehr, hier täglich zu bloggen? Ich sollte mich wohl einfach mal etwas entspannen. Und loslassen.

Es geht doch, es passiert schon nichts. Ich werde mich befreien von dem Zwang! Und werde gleichzeitig diese schöne morgendliche Routine beibehalten. Vielleicht schreibe ich hier, vielleicht schreibe ich woanders, vielleicht schreibe ich wieder nur für mich. Oh, das ist es! Und schon eröffnen sich mir neue Möglichkeiten. Ich muss nichts oben drauf packen, ich muss nicht nach dem Schreiben hier noch woanders auch schreiben, sondern ich schreibe „hier“.

Also, es gibt zwei Blogs, die ich starten möchte. Ich werde Euch hier vermutlich täglich auf dem Laufenden halten, was passiert… oder Euch zumindest sagen, wo ihr verfolgen könnt, was ich wo täglich so schreibe. Vielleicht schreibe ich mal mehr auf Twitter, vielleicht schreibe ich mehr woanders: X-posten, also dort schreiben, hier noch mal posten, fällt mir da ein.

Genau, so mache ich das! Vielleicht! 😉

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Wünsch Euch noch einen schönen Abend!

 

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