Loving Action…

Berlin, 7:06, Tag 701

Heute Nacht habe ich schön lange geschlafen, meine Träume vergessen und bin herrlich zeitig aufgestanden. Eben habe ich die Überbleibsel der letzten Woche weggearbeitet. Mit einer positiven Stimmung. Nachdem ich mir erst Sorgen machte: Loving Action habe ich mir immer wieder gesagt, wenn der Ärger und die Ungeduld aufstieg.

Wir sitzen so oft in unserer Zeitmaschine, machen uns Sorgen über Morgen und bereuen unser Nichtstun von gestern.

Ok, ihr vielleicht nicht, aber ich mache das ständig. Ich wachte auf und ärgere mich darüber, dass ich letzte Woche nicht so clever war, das so oder so zu machen. Dann ärgere ich mich über andere, die nicht geantwortet oder etwas falsch verstanden haben. Dann kann ich mich über Leute ärgern, die mir einfach Arbeit machen, die mich etwas fragen, mich um etwas bitten. Das waren jetzt etwa 5min meines Morgens, kurz nach dem Aufwachen, noch leise und still im Bett liegend. Und das meine ich damit, dass ich in der Zeitmaschine sitze. In der Zeitmaschine in die Vergangenheit der letzten Woche.

Wenn ich dann aufspringe und mit diesem Ärger in der Brust anfange zu arbeiten, geht das voll in die Hose. Auch weil ich mich dann in die Zeitmaschine in die Zukunft setze und mir vorstelle, wie das alles wird, dass es sicher nicht ausreicht, was ich da schreibe, was danach kommt, dass es schief gehen könnte. Das waren jetzt nur 2min meines Morgens, denn hier rastete die Bremse ein.

Ich fing an, mich zu beobachten: ich bemerkte, was ich da grade wieder machte. Mir fiel Bernie Glassman ein, mit seinen drei Prinzipien der Zen Peacemaker:

  • Not-knowing, thereby giving up fixed ideas about ourselves and the universe
  • Bearing witness to the joy and suffering of the world
  • Loving actions towards ourselves and others

Dann erinnerte ich mich kurz an das Deep Listening von Thich Nhat Hanh, das er in seinem Interview mit Oprah Winfrey erklärte.

Und ich beschloss erst mal, aus der Zeitmaschine auszusteigen. Ich lag doch noch im Bett. Ich hab mich erst mal wieder zurück geholt: zur Decke, zum Kopfkissen, zur Dunkelheit, zu meinem Atem. Und dann habe ich meinem Ärger nachgespürt, und ich habe versucht, ein guter Zeuge zu sein, mir alles genau anzuschauen. Ich habe versucht, meinen Ärger und meine Ungeduld auszuhalten, zu ertragen, ohne dass ich irgend etwas anderes machte. Einfach liegen bleiben und es aushalten. Nicht aufspringen und losrennen, keine News lesen, kein Kaffee machen, nichts. Einfach liegen bleiben und aushalten. Nach wenigen Augenblicken wird der Ärger schwächer. Und ich habe das Gefühl, dass er mich nicht mehr so im Griff hat, dass er mich nicht mehr würgt.

Und dann kam der Gedanke: Loving Action. Da geht die Sonne auf… was, wenn unsere Handlungen nicht unserem Ärger, unserer Ungeduld, unseren Ängsten oder falschen Wahrnehmungen entspringen, sondern einfach nur „loving action“ sind?

Wenn die Intention Liebe ist, auch wenn mir das Wort hier zu gross erscheint. Dann ändert sich doch alles! Dabei ändert sich nur meine Sichtweise, nur meine Einstellung und doch so viel mehr…

IMG_0478

Wünsch Euch einen achtsamen Start in die neue Woche!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s