Berlin, 6:46, Tag 705

Heute Nacht wurde mir die Bauleitung eines Grossprojektes übertragen. Und ich freute mich auf die Aufgabe, war gleichzeitig sehr gespannt, weil ich als Artfremder ausgesucht worden bin, so etwas noch nie gemacht hatte. Die Freude überwog. Ich wachte vor dem Wecker sehr zeitig auf…

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Gestern vor dem Einschlafen wusste ich noch, worüber ich heute unbedingt schreiben sollte. Ich überlegte kurz, ob ich mir eine Notiz machen sollte, entschied mich dagegen und schlief ein. Nach dem Aufstehen und bis eben kam ich da nicht mehr ran. Das Gefühl, etwas sehr wichtiges vergessen zu haben, übernahm kurz die Kontrolle. Ich war, wieder mal, enttäuscht von mir selbst.

Da ich sehr zeitig aufstehe und hier fast drei Stunden lang den Tag alleine beginne, eh ich gegen 8 in den Arbeitstag starte, habe ich doch einige Zeit für Stille, zur Reflektion, zum Nachdenken, zum Nachspüren des Kommens und Gehens von Gedanken, Impulsen und Gefühlen.

To make the right choices in life, you have to get in touch with your soul. To do this, you need to experience solitude, which most people are afraid of, because in the silence you hear the truth and know the solutions. ~Deepak Chopra

Heute morgen habe ich mich vom Krach in meinem Laptop einfangen lassen: vom schnellen Rhythmus der Mails, vom Schreien der News, von der der Hektik und Suche, dem Wollen, der Gier nach mehr und mehr.

Wir versuchen, den Schlüssel zu finden, um das Schloss zu knacken: der Tür zu Erfolg, zu Glück, zu Geld, zu Liebe, zu weniger Leid, weg von Schmerz und Angst. Doch die Tür scheint fest verschlossen.

Wir suchen nach einem Weg, wir glauben den Versprechungen der anderen, dass sie den Schlüssel haben. Wir könnten ihn uns borgen, wir könnten es probieren. Sie kennen den Weg! Strengt Euch an, lernt erst das Schlüsselhandwerk, strengt Euch mehr an, kämpft härter und vor allem, abonniert den Newsletter, lest den Artikel, liked, shared, schreibt, versteht und dann, ja dann vielleicht, könnt ihr den Schlüssel finden und ausbrechen und die Tür zum Glück, zu einem erfüllten Leben öffnen.

Alles Quatsch!

Wenn wir doch nur verstehen würden, dass es gar keines Schlüssels bedarf. Wenn wir doch nur endlich verstehen würden, dass wir nur die Klinke drücken und die Tür aufstossen brauchen. Dass es kein Geheimnis, kein Schloss, kein Schlüssel gibt, dass es niemanden gibt, der den Schlüssel zu unserem Gefängnis hat.

Wenn ich das doch endlich verstehen würde!

 

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

One Comment

  1. Der SCHLÜSSEL:

    Der Schlüssel ist die Qualität des GEWAHRSEINS…

    Die meisten Menschen leben in einem von sich selbst geschaffenen Gefängnis, ein Gefängnis ohne Fenster und ohne Türen.
    Doch ihr Gewahrsein gestattet es ihnen nicht, zu erkennen, dass sie in eben diesem offenen Gefängnis sitzen.

    Es ist ganz einfach, dieses Gefängnis augenblicklich zu verlassen und nie wieder zu betreten!

    Aber Gewahrsein beziehungsweise gewahr werden, was ist das?

    Detlef (lifequest)

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