Istanbul, 7:41, Tag 710

Heute bin ich aufgewacht und hatte erst mal nichts zu sagen.

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Mein Traum war noch präsent, doch bereits irrelevant. Meine Meditation mein Anker. Aufräumen hilft -wie immer- an solchen Tagen: Klären, Sehen, Ordnen, Aufschreiben, Sortieren, Bewusstmachen von eigenen Erwartungen und Projektionen.

Ärger ist eine starke Kraft in mir. Ich lese hier auf Arstechnica vom Kampf gegen Patent Trolle, die das System ausnutzen. Spannend:

FindTheBest’s director of operations, Danny Seigle, contacted every other company defending against a Lumen View lawsuit. „We learned a lot,“ Seigle told Ars. „We spoke to one CEO who had already settled, and he described the process as ‚complete terrorism.‘ He didn’t want to settle, but they went after his customers and clients, and the company would have gone out of business.“

Vermutlich wird sich die „Gegenseite“ in ihren Blogs über die mutwillige, rücksichtlose Patentverletzung, über die andauernde Ignoranz und anstrengende Widerborstigkeit der Startup Industrie aufregen.

Und dann schaue ich bei Jon Stewart eine bitterböse Satire über Monsanto, dem US Biotech Riesen, der lt. dem Video über 97% Marktanteil in den USA hat und jährlich über 500 Farmer wegen unberechtigter Verwendung von genveränderten und patentgeschützten Saatgutes verklagt.

Es gibt hier bei uns das Konzept des notwendigen Ärgers, der uns antreibt, das scheinbar Richtigere zu tun: Aufstehen, protestieren, unsere Stimme und Arme zu erheben, Satire zu machen, eine Firma zu verklagen, um das Falsche, das Böse, die Lüge zu bekämpfen.

Vermutlich werden sich „die Anderen“ so über uns Ärgern, dass sie alles tun, um es wieder rum uns zu zeigen. Wer angefangen hat, wird irrelevant, die Auswege und Lösungen auch. Erst mal müssen wir all unsere Anhänger hinter uns versammeln und lautstark unserem Protest Ausdruck verleihen.

In beiden Fällen scheint sonnenklar zu sein, wer die Bösen und wer die Guten sind. Oder? Wenn ich mich an die Argumente von Monsanto erinnere und mir dazu ihren faktischen, riesigen geschäftlichen Erfolg anschaue. Wenn ich mir überlege, wie ich mich als Erfinder fühlen würde, wenn Apple, Samsung und Co mich einfach ignorieren und überrollen mit ihrer Marktmacht. Wenn ich mir überlege, wie sich die Farmer fühlen, die plötzlich für ihr Saatgut zahlen sollen… dann verschwimmt und vermischt sich es doch! Und nichts scheint mehr absolut klar.

Was immer bleibt, ist der Ärger und der Kampf gegen „die Anderen“. Doch dann verstumme ich lieber! Es gibt nichts zu sagen.

Lassen wir den News einfach ihre experienced speculation und ihre initial conclusions und hören nicht auf von ihnen context and clarity zu fordern. Ärger ist kein Bug, sondern ein Feature von uns Menschen… das glauben wir!

 

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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