Istanbul, 8:13, Tag 711

Heute Nacht wieder geträumt und vergessen lassen. Weiss ja auch nicht wirklich, was los ist. Hänge vielleicht immer noch einem Konflikt nach.

Lese und höre immer wieder in den letzten Tagen, dass Ärger, Angst und Aggression doch das gleiche sind, die gleichen Wurzeln haben: im Wegschieben und Ablehnen von dem, was ist. Eine Selbstbehauptung anderen gegenüber, ein Durchsetzen und Kontrollieren wollen, unser Ärger auf uns und unsere enttäuschten Erwartungen, unsere gescheiterten Pläne, unser Vergleichen und Werten.

Dazu kommt immer wieder bunt gemischt die andere Seite.

Ich bemerke immer wieder in den letzten Tagen, das Gegenteil von Ablehnung, die Anziehung, das haben, werden, behalten wollen, das Spass und Lust auf etwas haben -und allgemein, das glücklich sein- wollen. Unsere Sehnsüchte, unsere Süchte, unser Begehren, unsere Leidenschaften, die an allem und allen hängen können. Wenn wir einen neuen Plan machen, eine neue Idee entwickeln und uns darin verlieren, wenn wir erst mal eine Runde wasauchimmer spielen, wenn wir das Bier, die Zigarette, den Dauerlauf, die Zeitung, Facebook, Fernsehen, was auch immer, doch nur benutzen, um unsere unendliche Sehnsucht nach noch mehr zu stillen.

Und der Grund für beides, für Ablehnung und Anhaftung: meine Unwissenheit, mein Nicht Sehen Wollen, meine Ignoranz und Toleranz allem Fremden und Unbekannten gegenüber. Mein Nicht Sehen Wollen, von dem was ist. Meine Ablehnung, meine Taktiken, meine Illusionen, der Widerstand gegen die Wahrheit, vom dem was ist.

Der Widerstand, mein Unwohlsein, meine Ungeduld, mein hartes Urteil, mein Warten aufs Versagen, mein Wunsch zu Scheitern all das ist sehr stark in mir. Dazu gibt es ein unscharfes Bild von dem, wie es richtig sein sollte, wie es sein könnte, wie ich es gerne hätte.

Mein Blick auf mich und andere, getrübt durch Ablehnung, gefärbt durch Anhaftung, zu kurz durch Nichtwissen.

Mitgefühl, Grosszügigkeit und Weisheit seien die Gegengifte, sie würden die Transformation dieser negativen Gefühle ermöglichen, ihre Wirkung begrenzen. Nur glauben wir hier im Westen nicht wirklich daran. Als ich glaube manchmal nicht daran.  Ich denke eher, dass unser Ärger uns Kraft gibt, dass ich die Anziehungskraft von Schönem nutzen und dass doch auch die Wahrheit immer relativ sei.

Und doch ist das der einzige Weg, der zu gehen ist!

Sehen, Reflektieren, Adaptieren. Aushalten, die Wertung aushalten, das Enttäuschen von Erwartungen, vor allem der eigenen Maßstäbe, hinnehmen. Dann genau Hinschauen und das schöne Sehen, die Luft, die Sonne, die Wolken, den Atem, die Haut, die Finger, meine Augen, meine Gedanken, das surrende Laptop, die Kollegen, Freunde, die Themen sehen, darum wissen, es schätzen, es teilen, es mitteilen, es verstehen, es bessern wollen…

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Mit diesem Pinselstrich verabschiede ich mich leise lächelnd von Euch!

PS: das neue iOS7 ist wirklich richtig schick, hab ich mir vorgestern schon vorab installiert. Ach, und Quip und Draft solltet ihr Euch auch mal anschauen, wenn ihr im Netz viel schreibt. Und überhaupt, der Launch von Patdex ist fällig, und ich find immer neue Ausreden! 😉

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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