Meine Highlights der #ICIC13

Noch Wien, 7:02, Tag 753

Heute Nacht habe ich angenehm geträumt und geschlafen, trotzdem bin ich unruhig aufgewacht und während der Meditation kamen viele Themen -von gestern und überhaupt- hoch. Es herrscht grad viel Anspannung in mir. Als ob sich etwas Grosses oder eine Veränderung ankündigt.

Nun ist die ICIC 2013 schon fast rum. Es gab für mich drei herausragende Vorträge, über die ich hier kurz berichten möchte. Neben vielen sehr angenehmen, anregenden, vertrauten Gesprächen mit den Teilnehmern, die ich schon fast als typisch für diese Konferenz bezeichnen möchte.

Gestern Abend fand dieser eher freundschaftliche Aspekt seinen Höhepunkt, als es eine kurze Erinnerungsrunde an die letzten 25 Jahre gab. Eine gute Handvoll der Kollegen hier sind schon von Anfang an dabei. Es war grossartig zu sehen, dass hier wirklich lebenslange Freundschaften entstanden sind und mind. jährlich gepflegt werden. Aber zurück zur Arbeit.

Den Auftakt der drei Vorträge macht Anthony Williams Bericht über den Aufbau eines nationalen Archivs für Chemie in England. Anthony ist ein Verfechter von Offenheit. In den Zeiten des digitalen Wandels stellte er sich folgende Fragen:

How much data ist lost? How many compounds never get reported? How many syntheses fail or suceed? How much data gets generated in a lab, that COULD go public, is lost forever? For me as a Chemist: I did few dozen chemical syntheses, thousands of analytical spectra, but only 5% are publihsed, most is lost. But things are different today.

Er hat mit ChemSpider eine solche Datenbank aufgebaut und an die Royal Society of Chemistry verkauft, die ihm den Weiterbetrieb und die Weiterentwicklung in einem optimalen Umfeld ermöglichen. Anthony bezeichnet ChemSpider als ein erfolgreiches Experiment, ein Hub für crowdsourced Anmerkungen zu chemischen Verbindungen.

Screenshot 2013-10-16 09.41.08

Er beschrieb, was die Datenbank auszeichnet (not a big disk; searchable, integrated, segregated; private, shared, embargoed, public). Aber er legte auch grosse Aufmerksamkeit auf die Fragen, wie man die Gemeinschaft der Chemiker zum Mitmachen bewegen kann. Ich war sehr beeindruckt, von seinen Erfahrungen und der Reife die der Dienst heute schon zeigt. Absolut fantastisch!

Der zweite Vortrag war ein richtiger Knaller. Wohl einfach, weil er nichts mit Patenten oder Chemie zu tun hatte. Grosses Kompliment an das Programm Kommittee der Konferenz und Christoph,dass sie diesen Vortrag aufgenommen haben.

Wolfie Christl von Cuteacute hier aus Wien, hat das Serious Gamae Data Dealer vorgestellt. Am besten schaut Ihr Euch den TEDxVienna Vortrag von ihm an.

Ok, es geht also um unsere Privatsphäre und unsere persönlichen Daten in der heutigen vernetzten Welt. Seine Misson teile ich 100pro:

Much more people should know how it works.

Am provokantesten war seine Liste an Datensammel Firmen, die heute bereits Datenbanken mit allen im Netz frei verfügbaren Informationen anlegen und diese kommerziell verwerten wollen. Eigentlich, wie Google und Facebook, die er übrigens Smoogle und Tracebook nennt, nur eben heimlich, verborgen und unbekannt.

Als sogar noch ein Patent Informations Anbieter in der Liste auftauchte, dessen Patentbereich sogar hier auf der Konferenz Vortrag und Stand hat, wurde mir ganz mulmig. Das war harter Tobak, aber es ist nun mal so, dass es solche Dienste gibt. Punkt. Die gehen auch nicht mehr weg! Ausrufezeichen!

Hier Marketingsprüche der drei „interessantesten“ NSA Pendants aus lovely USA:

  • Reapleaf, mit „Real-Time Data on 80% of U.S. Emails, dann
  • InsightOne mit „Can you predict your customer needs? We can!“ und eben
  • Lexisnexis mit „Make informed decisions by identifying, authenticating, investigating and monitoring individuals.“.

Uhhh, wie furchteinflössend.

Das Spiel dient dem Zweck, dass einfach mehr Menschen als heute verstehen, was da genau mit ihren Daten passiert, welche Geschäftsmodelle sich daraus entwickeln können und Wolfie hat auch die drei naheliegenden Lösungen diskutiert. Die eigentliche Lösung: eine Veränderung unserer Kultur, unserer Art, wie wir zusammen leben, hat er allerdings nicht angesprochen. Auch der Zusammenhang mit meiner Freiheit, diesen Firmen meine Daten aktiv zur Verfügung zu stellen, um zum Beispiel ein besseres Scoring zu bekommen, wurde komplett ausgeblendet, obwohl ich mir sicher bin, dass auch das schon längst in irgend einer Ecke des Netzes existiert.

Alles in allem, ein grossartiger Abschluss des ersten vollen Konferenztages.

Der zweite Tag begann etwas ruhiger und wieder genau zum Thema Patent Informationen mit Tony Trippe, ein Evangelist und Enthusiast, der uns über freie Tools zur Big Data Visualisierung informierte und dabei alle mitriss, sich auch mit diesem Thema zu beschäftigen.

Seine Einleitung war schon klasse: Er geht sehr gerne auf solche Konferenzen, da er hier mit Professionals konfrontiert wird, die ihn aus seiner Komfortzone führen. Yes.

Dann erzählte uns voller Begeisterung, dass das neue STN auf Hadoop basiert, dass wir Excel vergessen können, und nun alle R lernen sollten, dass OpenRefine ein Knaller für messy data ist. Leider habe ich ein Slide zum angekündigten IBM Many Eyes vermisst, aber das habe ich mir nach diesem tollen Vortrag sofort selbst zusammen gegoogelt.

Da wir bei mtc uns mit Microstrategy zur Visualisierung beschäftigen, passte das einfach wunderbar. Wir haben uns danach noch angeregt unterhalten und einen weiter gehenden Gedanken- und Erfahrungsaustausch beschlossen. Und genau dafür bin ich auf solchen Konferenzen.

Und damit bin ich schon am Schluss meines kurzes Reviews. Es gab noch weitere, sehr interessante Vorträge, die ich vielleicht später oder gar nicht erwähnen werde. Wer sich für mehr interessiert, dem sei die Konferenz Homepage empfohlen, auf die in den nächsten Tagen auch fast alle Präsentationen hochgeladen werden.

So, der dritte Konferenztag ist nun rum. Ich sitze schon am Flughafen, zurück nach Istanbul. Die nächsten vier Tage sind Urlaub, weil Opferfest in der Türkei ist und wir zum UNESCO Weltkulturerbe Kapadokya fahren, auf dessen Steine ich mich schon wie verrückt freue…

Wünsch Euch noch einen schönen Abend!

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