Erste Gedanken zur #EPOPIC13 und eine Liebeserklärung…

Bologna, 6:15, Tag 759

Heute Nacht bin ich um drei -mitten in einem Spielfilm- aufgewacht, von dem ich nun nach Dusche und Meditation echt alles vergessen habe. Irgendwie schade, es war ein schöner Film.

In meiner zweiten Konferenzwoche füllt sich mein Kopf weiter an mit Fakten, Neuigkeiten, Ideen und Konzepten von anderen. Dazu kommen die vielen Begegnungen mit Bekannten und Freunden und diese schönen Momente, wenn neue Verbindungen entstehen. Also, wenn man in der Anonymität der 400 Teilnehmer jemanden wirklich entdeckt. Oder man spürt, dass jemand ehrliches Interesse hat, etwas wissen möchte oder einfach Feedback gibt. Das ist das wirklich schöne an diesen Konferenzen, die man über mehrere Jahre immer wieder besucht.

Die beiden Diskussionsrunden gestern Vormittag war schön intensiv. Wirklich weiter gekommen sind wir nicht, aber das Thema Crowdsourcing und auch Open/Linked Data war vor drei Jahren noch sehr exotisch, als die ersten Runden dazu statt fanden. Nun werden zumindest die Themen als solche anerkannt. Fast jeder hat auch schon eine Meinung dazu. Aber immer noch sieht kaum niemand das wirkliche Potential, also den einen Paradigmenwechsel. Ist ja auch verständlich!

Zum Beispiel hat das oberste Management des EPO’s  vor kurzem erst eine Registrierungspflicht für ihren populären Webdienst OPS eingeführt. Und begründet dies mit Fairness und hohen Kosten?

Neben Legal Status ist in diesem Jahr durch Richard Flammer, den für Patent Informationen zuständigen Principal Director des EPO die Usability der Daten und Anwendungen zum Thema der nächsten Jahre erklärt worden. Das unterstütze ich ausserordentlich.

Qualität war das bisher, seit Stockholm 2008. Qualität ist wirklich gut und wichtig. Nur gefällt mir nun einfach sehr, dass nun endlich und wirklich auch an die Benutzbarkeit gedacht wird, also der Endnutzer mehr im Fokus steht. Erst wenn die Patente raus kommen aus der Patentexpertenwelt, dann können sie ihren eigentlichen Zweck erfüllen.

Nun stellt Euch aber mal vor, ihr fordert von Euren besten Kunden, die Eure Angebote wirklich nutzen, die ihr aber nicht kennt, plötzlich, dass sie ihren Ausweis zeigen müssen. Und dazu sagt ihr ihnen auch, dass sie nicht allzu gute Kunden sein dürfen, denn es müsse ja genug Produkt für alle da sein. Ist das wirklich eine Verbesserung der Usability? Ich glaube nicht.

Es passt für mich einfach in die Reihe der Entwicklungen dieses Sommers, die für mich eng mit den Enthüllungen der US und GB Regierungsaktivitäten im Rahmen der Totalüberwachung des Internets. Und mit Total meine ich Alles = also alle Suchanfragen, alle Ergebnisse, alle Patentqueries, einfach alles, was übers Netz geht, wird ja heute von NSA und GCHQ gespeichert und ausgewertet, selbst SSL verschlüsselte Verbindungen werden dafür entschlüsselt.

Hier hat noch niemand das Thema Sicherheit, Datenschutz, Privatspähre angesprochen. Ganz anders vor drei Jahren. Da gab es noch größtes Bohei um eine Kooperation des EPO mit Google im Rahmen der Maschinenübersetzung von Patenten. Heute interessiert sich exakt -wie bei einem Grossteil der Bevölkerung- niemand für diese weit aus größere Gefahr des Missbrauchs und der gezielten Industriespionage durch USA und England.

Nein, im Gegenteil, es wird eine Registrierungspflicht für OPS eingeführt. Das scheint einfach in unsere Zeit zu passen. Wenn NSA alles mitliest, dann sollten auch das EPO auch keine anonyme Benutzung unserer Dienste mehr erlauben. Ist ja schliesslich auch eine Behörde. Achmann!

Eigentlich wollte ich mich gar nicht aufregen. Die Konferenz ist echt schön. Am gestrigen frühen Nachmittag gab es Druckbetankung in 5 Minuten Häppchen von den Ausstellern. Eine exzellente Möglichkeit, sich einen Überblick über Angebote, Neuigkeiten und den Markt an sich zu verschaffen.

Hier meine Notizen, die nachher gegen 9 durch die andere Hälfte noch ergänzt werden. Gegen 10 wird es nachher auch noch einen geballten Überblick über die neuen Produkte, Lösungen, Services des EPO selbst geben. Auch ein sehr praktische, nützliche Angelegenheit, die viel Zeit spart.

Die Alternative für diese beiden Formate hier auf der EPOPIC, sind das Lesen von xx Newslettern oder das Checken, aller deren Webseiten. Allein dafür, für diese Zeitersparnis, lohnt sich die Teilnahme an der Konferenz. Absolut löblich ist dabei die strikte Zeitbegrenzung auf 5min. Die Slidedecks sind meist die gleichen, wie auch bei den bis zu 1h dauernden Workshops oder Produktpräsentationen. Somit erspart mir dieses Format viele Schmerzen. Danke, Dan! 😉

Heute gibt es nur Nebel hier in Bologna. Ich hab den Mond schon gesehen. Es könnte also vielleicht sogar ein Sonnenaufgangsfoto draus werden (yeaahh, es wurde!). Aber nun geh ich erst mal frühstücken! Wünsch Euch einen schönen Tag! Und falls ihr Euch für die Themen der Konferenz interessiert, folgt mir einfach auf Twitter, das ich auch heute wieder regelmässig updaten werde.

PS: Und ich glaub ich hab mich verliebt. In Blogona. Eine unglaublich, wunderschöne Innenstadt. Genau mein Ding. Einfach herrlich! Fotos beschreiben nur unzureichend, wie schön.

PPS: Weil Patent Informationen ja eine ihrer Wurzeln im Bibilothekswesen haben, es geht auch um die Ordnung von grossen Informationsmengen, müsst ihr unbedingt die 1563 gebaute Bibliothek anschauen. Atemberaubend. Wirklich!

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